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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJECHI
Nr. 1290
18. Tewet 5781

Diese Woche in der Tora (Gen. 47,28 - 50,26):

Jakov segnet Josef und seine anderen Söhne vor seinem Tode in Ägypten; der Segen bezeichnet die Charaktereigenschaft eines jeden der 12 Stämme; großer Trauerzug und Begräbnis in der Machpela-Höhle; Josef prophezeit, dass G~tt die Kinder Israels ins Land der Vorväter zurückbringen wird und bittet, dann seine Gebeine zum Begräbnis dort mitzunehmen.

Haftara: Kö. I, 2, 1-12

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...


Wie Efrajim und Menasche

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

"Nicht so, mein Vater, sagte Josef zu seinem Vater, denn dieser ist der Erstgeborene, lege deine Rechte auf sein Haupt. Sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es, auch er wird zu einem Stamme, auch er groß werden, jedoch sein jüngerer Bruder wird größer als er, und sein Samen wird die Ergänzung der Stämme werden. Und er segnete sie an jenem Tage also: Mit dir möge Israel also segnen: es mache dich G~tt wie Efrajim und Menasche; er setzte Efrajim vor Menasche" (Gen. 48,18-20).

Warum lautet der Segen, mit dem die Eltern ihre Söhne segnen, über alle Generationen: "Es mache dich G~tt wie Efrajim und Menasche"? Zwar war es beiden vergönnt, zu je einem eigenen der Stämme Israels zu werden, obwohl sie nur Enkel Jakovs waren und nicht dessen Söhne, aber es erscheint doch sinnvoller, mit "es mache dich G~tt wie Awraham, Jizchak und Jakov" zu segnen, mit den Stammvätern, so wie wir die Töchter segnen, dass sie wie die Stammmütter seien - "es mache dich G~tt wie Sara, Riwka, Rachel und Lea".

In den Zehn Geboten heißt es: "Du sollst nicht lüsten nach dem Haus deines Nächsten; du sollst nicht lüsten nach der Frau deines Nächsten, nach seinem Knecht, seiner Magd, seinem Ochsen, seinem Esel, noch nach irgend was deinem Nächsten gehört" (Ex. 20,14). Der Ursprung dieser Sache, dass es den Menschen nicht nach bestimmten Dingen gelüste, hat mit der Aufsichnahme der Vorschriften G~ttes zu tun, der dem einen Menschen das Gute vorenthält, das er dem anderen gegeben hat, weil nur G~tt weiß, welches Gute und welcher Genuss jedem Einzelnen zusteht. Mit diesem Glauben entfernt sich der Mensch von der Eigenschaft des Neides, die ihn aus der Welt schafft, weil er verinnerlicht, dass "niemand berührt, was für seinen Genossen bestimmt ist" (Joma 38b). Auch von der positiven Seite her, wenn G~tt den Menschen mit allem Guten versorgt, wird er deshalb nicht überheblich gegenüber seinem Nächsten, im Gegenteil, nur demütiger vor seinem Schöpfer, und er macht sich klein im Sinne von "ich bin schon zu gering gegen alle die Wohltaten" (Tanja, Gen. 32,11), und denkt immer daran, dass G~ttes Gute nur seinem Wohlwollen mit ihm entstammt.

Als nun unser Stammvater Jakov Efrajim vor Menasche setzte, sah er, dass Efrajim durch das Gute nicht überheblich werden und sich nicht für besser als sein Bruder halten würde, im Gegenteil, er würde sich geringer machen vor G~tt und dessen Geschöpfen. Ebenso sah er, wie Menasche mit seinen guten Eigenschaften Efrajim nicht beneiden, sondern sich mit seinem eigenen Teil und seiner göttlichen Mission freuen würde. Darum segnete er sie: "Mit dir möge Israel also segnen: es mache dich G~tt wie Efrajim und Menasche" (nach Rabbi Elimelech von Dinov).

Die guten Eigenschaften von Efrajim und Menasche, die Bruderliebe und das Fernhalten von Neid und Stolz sind keine Kleinigkeiten. Wir finden im 1. Buch Moscheh Familienstreitigkeiten vor dem Hintergrund genau dieser Eigenschaften. "Sara sah aber den Sohn der Ägypterin Hagar, welchem sie dem Awraham geboren, Gespött treiben" (Gen. 21,9), Jischma'el erkennt Jizchak, den Sohn der Herrin, nicht an, genau wie seine Mutter Hagar ihn erzogen hatte, wie es heißt: "Als sie sah, dass sie schwanger war, da wurde ihre Gebieterin in ihren Augen gering geschätzt" (Gen. 16,4). Ebenso stritten Jakov und Eßaw bereits vor ihrer Geburt um das Erbe der beiden Welten. Und als die Jungen größer wurden, bildete der Segen Jizchaks an Jakov den Hintergrund für den abgrundtiefen Hass seitens Eßaws: "Da hasste Eßaw den Jakov wegen des Segens, mit welchem ihn sein Vater gesegnet, und es sprach Eßaw in seinem Herzen: Lass nur die Trauertage um meinen Vater herankommen, so werde ich schon meinen Bruder Jakov erschlagen" (27,41). Auch Josefs Brüder hassen ihn wegen Jakovs großer Liebe zu ihm. "Als die Brüder sahen, dass gerade ihn ihr Vater mehr als alle seine Brüder liebte, da hassten sie ihn, und sie konnten mit ihm nicht zum Frieden sprechen" (37,4). Dieser Hass hatte sein Herablassen in die Grube zur Folge.

Efrajim und Menasche sind praktisch die einzigen Brüder, die nicht miteinander streiten. Jeder von ihnen respektiert den Rang und die Aufgabe des anderen aufgrund der Einsicht, dass in der israelitischen Nation jede Aufgabe den Mangel des Nächsten bei der Offenbarung des göttlichen Namens in der Welt ausgleicht. Das Ziel besteht nicht in der Verherrlichung des Namens einer Einzelperson oder eines Stammes, sondern im Erscheinen des Namens G~ttes, und dafür sind Liebe und Brüderlichkeit, Frieden und Freundschaft vonnöten.

In allen Generationen segnen wir die Söhne: "Es mache dich G~tt wie Efrajim und Menasche", dass es ihnen vergönnt sei, einander zu ergänzen und zu lieben, denn dann wird der Segen G~ttes erscheinen. Die Töchter segnen wir, so zu sein wie die Stammmütter, die auch nicht miteinander stritten, selbst Rachel und Lea nicht, zwei Schwestern, die beide mit Jakov verheiratet waren, was bereits eine gewisse Sprengkraft enthält. Im Allgemeinen werden zwei Frauen, die mit demselben Mann verheiratet sind, zu feindseligen Konkurrentinnen, wie es bei Channa heißt: "Und es kränkte sie ihre Konkurrentin Kränkung über Kränkung" (Schmu'el I, 1,6). In unserem Fall jedoch finden wir auf wundervolle Weise, wie Rachel ihre Geheimzeichen der Lea am Tag vor der Hochzeit verriet, damit ihr Schmach erspart bleibe, und Lea betete, dass aus ihrer siebten Schwangerschaft eine Tochter hervorgehe, damit ihre Schwester in der Anzahl der Kinder nicht hinter den Dienstmägden zurückstehe. Natürlich fiel es Rachel schwer mitanzusehen, wie Lea ein Kind nach dem anderen zur Welt brachte, während ihr es noch nicht vergönnt war, andererseits hatte Lea natürlich Probleme damit, dass Rachel von Jakov mehr geliebt wurde. Doch bei beiden bezwangen ihre guten Eigenschaften die natürlichen Gefühle und glichen sie durch Glauben aus, sodass diese Gefühle nicht zu unschönen Taten führten.

Aus Freude über unseren Anteil, und mit Komplimenten an unsere Nächsten zu ihrem Anteil, den sie von G~tt erhielten, müssen wir den Weg gehen, auf dem sich der Name G~ttes offenbart. Nur durch gegenseitige Ergänzung und Harmonie kann das Volk Israel seine göttliche Bestimmung erfüllen und alle seine Kräfte voll entfalten. Diese Dinge sind von besonderer Bedeutung gerade, wenn Wahlen zu erwarten sind. Möge es uns vergönnt sein...


Frage und Antwort 

Der Vertrag von Issachar und Sewulun

Rav Baruch Efrati
Rabbiner der Gemeinde 'Kol beRama' in Efrat und Vorsitzender
der Rabbinervereinigung 'Derech Emuna'

RavBaruchEfrati

Frage: Zu unserem Wochenabschnitt erklären die talmudischen Weisen, dass Sewulun Handel trieb und Issachar sich mit Torastudium befasste. Die Brüder schlossen eine Vereinbarung miteinander - in der diesseitigen Welt erhält Issachar einen Anteil an den Einkünften Sewuluns, und in der jenseitigen Welt erhält Sewulun einen Anteil am Lohn Issachars.
Lässt sich auch heutzutage so eine Vereinbarung treffen, z.B. zwischen einem Geschäftsmann und einem Toragelehrten, bei der der erstere den letzteren finanziert, um sich in der kommenden Welt den spirituellen Lohn zu teilen?

Antwort: In der Tat erwähnten die talmudischen Weisen so eine Vereinbarung zwischen Sewulun und Issachar über das Teilen des Geldes in der diesseitigen Welt und des Lohnes in der kommenden Welt.

Im Folgenden einige Grundsätze zu so einer Vereinbarung in der Gegenwart, wie die halachischen Autoritäten schrieben.

1. Auch heutzutage lässt sich so eine Vereinbarung schließen. Allerdings kann der Toragelehrte nicht den Lohn für das bereits Gelernte verkaufen, sondern nur für das Gelernte nach Abschluss des Vertrages.

2. Auch wer so eine Vereinbarung trifft und für die finanzielle Seite sorgt, bleibt weiterhin in der Pflicht, selber feste Zeiten fürs Torastudium einzurichten und sich nicht allein auf die Vereinbarung zu verlassen.

3. Nach einigen Ansichten ist der Lohn des Geschäftsmannes nach der Vereinbarung so groß wie der Lohn des Toragelehrten, nach anderen Ansichten erhält der Toragelehrte auf jeden Fall einen höheren Lohn.

4. Nach einigen Ansichten ist der Abschluss einer solchen Vereinbarung nur dann erlaubt, wenn der Toragelehrte über kein Vermögen verfügt.

5. Die meisten Gesetzesautoritäten bemerken, dass so ein Abkommen grundsätzlich eine gute und würdige Sache sei.

6. Ein schriftlicher Vertrag ist nicht nötig, die mündliche Vereinbarung reicht aus.

7. Manche sagen, dass der Toragelehrte wegen der Vereinbarung einen Teil seines Lohnes in der kommenden Welt verliert, andere, und zwar die Mehrheit, sagen, dass sein Lohn in keiner Weise gemindert werde.

8. Den Lohn, den der Geschäftsmann in der kommenden Welt erhält, stammt nur aus jenem Anteil an Tora, die der Toragelehrte dank der finanziellen Unterstützung lernt, aber nicht aus den anderen Teilen.

9. Nach Ansicht der Mehrheit der Autoritäten kann man so eine Vereinbarung mit mehreren Spendern treffen, von denen dann jeder nur seinen entsprechenden Anteil am Lohn in der kommenden Welt erhält, den er zu erzeugen half.

Und die Hauptsache bei allen diesen Dingen - das Licht der Tora in unserer Welt zu mehren, den Willen unseres Schöpfers auszuführen, und nicht der Lohn, den wir in dieser oder der kommenden Welt zu erwarten haben, sondern dem Willen G~ttes in Liebe zu folgen. Und dann stellt sich auch der Lohn ein.




Der Stand der Dinge...  

Kreisschließung

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

Der Wochenabschnitt Wajechi beschließt das 1. Buch Moscheh (Bereschit, Genesis). Dieses Buch enthält die Geschichten von den Fundamenten der Menschheit, nur sind sie leider voll von Gewalt, Spannungen und Streitigkeiten.

Schon im Wochenabschnitt Bereschit stellt Kain eine erschütternde Frage: "Bin ich der Hüter meines Bruders?!" (4,9). Es geht weiter mit den Kämpfen zwischen Jizchak und Jischma'el; Jakov und Eßaw; und der Söhne Jakovs untereinander. Man kann an so einem Beginn der Menschheitsgeschichte glatt verzweifeln. Im Wochenabschnitt Wajechi fassen wir Hoffnung. Alle Söhne Jakovs versammeln sich an seinem Sterbebett, sagen das Schma-Gebet zusammen mit ihrem Vater, und nach den talmudischen Weisen - "wie er in deinem Herzen einzig ist, so ist er auch in unserem Herzen einzig" (Pessachim 56a). Diese Brüderlichkeit erreicht sogar die Ägypter, die Jakovs Tod beweinen; und am Ende finden Josef und seine Brüder wieder zusammen und antworten: Ja, ich bin der Hüter meines Bruders!


Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
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