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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WA'ERA
Nr. 1292
3. Schwat 5781

Diese Woche in der Tora (Ex. 6,2 - 9,35):

G~tt erinnert Moscheh an seinen Bund mit den Vorvätern und das Versprechen, ihren Nachkommen das Land Kanaan zu geben; schickt ihn zu den Kindern Israels, den Auszug anzukündigen, doch sie wollen nichts davon hören; kleine Stammeskunde; Moscheh und Aharon wieder bei Pharao; Wunderzeichen, Pharaos Zauberer machen es nach; die ersten 7 der 10 Plagen.

Haftara: Jecheskel 28,25-26, 29,1-21

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...


Tauchen und Fischen

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Der Auszug aus Ägypten ist ein so wunderbares Ereignis, dass man den Blick darauf immerzu durch weitere Vertiefung erneuern muss. Wir begegnen in unserer Vorstellung den Geschichten vom Auszug aus Ägypten bereits im frühen Kindesalter, doch dieses kindliche Verständnis, obwohl es wahr ist, darf im Laufe der Jahre nicht an seiner Weiterentwicklung gehindert werden. Diese Geschichte vom Auszug hat etwas ganz Besonderes an sich. Einerseits ist sie ganz real, es gab hier historische Ereignisse in einer der Generationen, Menschen wurden in die Sklaverei hineingeboren, sahen die Plagen der Ägypter und erlebten den Auszug am eigenen Körper. Andererseits, neben den realen Ereignissen entsteht hier eine Geschichte, die über alle noch so genialen Drehbücher hinausgeht, die sich ein Mensch ausdenken kann, und über jede farbenprächtige Produktion mit Riesenbudget und dem größten aller Regisseure. In seiner Weisheit schuf G~tt solche Lebensumstände, die neben den weitreichenden Konsequenzen für jene Generation spirituelle Weisungen zu allen Prinzipien des Glaubens für alle Generationen und die gesamte Menschheit in einem Mantel von Glauben und Realismus enthielten. Hier liegt ein abgestufter Prozess vor vom Auszug in die Freiheit aus einer fast totalen Finsternis der Versklavung in Ägypten bis hin zur höchsten Erleuchtung aller Zeiten bei der Versammlung am Berg Sinai. Das ist der Urtyp aller individuellen und allgemeinen Auszüge aus der Beengung in die Weite, aus der Knechtschaft in die Freiheit, und aus der Finsternis ins Licht.

Die Geschichte vom Auszug ist so sehr von göttlichem Licht durchsetzt, dass man sich niemals daran gewöhnen kann. "Wären wir alle auch weise, vernünftige und erfahrene Menschen, auch Kenner der Tora, so bliebe es dennoch Pflicht, die Geschichte des Auszugs aus Ägypten zu erzählen; und wer am meisten davon erzählt, ist lobenswert" (Pessachhagadah). Auf ein Mal wurde in der Welt ein göttliches Zentrum geschaffen, ein schlagendes spirituelles Herz, eine Quelle der Belehrung und Anweisung in Gestalt des Volkes Israel. Selbst die starren Naturgesetze werden zugunsten dieser göttlichen Schöpfung, der israelitischen Nation, außer Kraft gesetzt. Ägypten, die Großmacht, verliert ihren Zusammenhalt bei der Geburt der Nation, nachdem sie nach dem Willen G~ttes als eine Art Gebärmutter für den materiellen Aufbau der Nation gedient hatte.

G~tt rettet den Ausgebeuteten aus der Hand seines Ausbeuters, und straft mit großen Richtersprüchen, Maß für Maß, Pharao und dessen Volk. Aus den ägyptischen Plagen lernen alle Generationen, dass es außer G~tt keinen Herrscher gibt, dass ihn niemand hindern kann, und er alles, was er will, mit seinen unbegrenzten Fähigkeiten tun kann. Wir lernen von der Einheit G~ttes, und davon, "dass der Ewige der G~tt ist in dem Himmel droben und auf Erden hier unten, Keiner sonst" (Dt. 4,39). Er hält sich auch in unserer Mitte auf: "Ich, der Ewige, bin in der Mitte des Landes" (Ex. 8,18), wir lernen, dass G~tt sein Volk Israel liebt, "mein Sohn, mein Erstgeborener ist Israel" (Ex. 4,22). Er nimmt Anteil am Leid Israels, ihr Schmerz ist sein Schmerz, und ihre Erlösung ist seine Erlösung. Der Auszug aus Ägypten bereitete nicht nur jene Generation auf den Erhalt der Tora als göttliche, verpflichtende Anleitung vor, sondern auch alle weiteren Generationen. Der Glauben Israels und der Erhalt der Tora und der Gebote basieren auf der göttlichen Offenbarung, die das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten erlebte.

Im menschlichen Körper erneuern sich alle Zellen alle 7-8 Jahre, außer den Gehirnzellen. Dennoch ziehen wir diese Tatsache nicht in Betracht, wenn wir jemandem nach zehn Jahren wieder begegnen, weil die Seele seinen Körper erhält, obwohl dieser nun aus anderen Zellen besteht. So muss man auch den nationalen Körper ansehen, der von den Generationen erbaut wurde, die in Ägypten lebten. Dieser Körper lebt durch das Volk Israel in seinen Generationen fort. Die Generationen und die einzelnen Menschen wechseln zwar, es entsteht aber eine Kontinuität der Generationen, die einen permanenten Nationalkörper bildet. Diesen Körper belebt die ewigliche Seele der Nation. Alle Generationen haben eine allgemeine, göttliche Mission zu erfüllen, die alle Generationen vereint, die 'Ewiglichkeit Israels' (Nezach Israel). Jede Generation nimmt ihren Anteil auf sich und bringt die Welt der Vervollkommnung unter der Herrschaft G~ttes näher. Jede Generation mit ihren Auseinandersetzungen mit den Völkern und deren Kulturen. Jede Generation mit ihren Versuchungen beim Halten der Treue zur spirituellen Natur der Nation. Auch jeder Einzelne von Israel ist ein Glied der allgemeinen Seele, und er erhält einzigartige Begabungen, um seinen Teil der allgemeinen Mission der Nation erfüllen zu können. Ein Israelit findet seine Mission nur durch seine Zugehörigkeit zur allgemeinen Mission der Nation, weil seine Seele ihre Lebendigkeit von der allgemeinen Seele Israels bezieht.

Selbst die stärkste 'Schale' (Klipah; materielle und/oder spirituelle Trennwand zwischen Israel und seiner Mission), die dem Volk Israel alle Lebendigkeit und Heiligkeit nimmt, verliert ihre ganze Kraft durch reumütige Umkehr, Flehen und Bemühung unsererseits - dies lernen wir für alle Generationen von Pharao und seinen Plänen der Versklavung. Selbst wenn sich die Nation in der kompliziertesten Lage befindet, die man sich vorstellen kann, ist damit doch nicht das letzte Wort gesprochen, man darf niemals aufgeben, denn G~tt ist mit uns. Selbst wenn sich das Volk Israel in spiritueller Hinsicht auf einer niedrigen Ebene befindet, alle 49 Stufen der Unreinheit hinunter, kann es erlöst werden und sich erneuern.

Gut und Böse sind beide Bestandteile des göttlichen Planes, darum werden Matza und Maror (Bitterkraut) zusammen mit dem Pessachopfer gegessen. Die bitteren Leiden werden durch das Verständnis des göttlichen Zieles des Auszuges in die Freiheit versüßt, und wir lernen G~tt für alle seine Wundertaten zu danken. Ebenso lernen wir, dass G~tt uns von den Völkern unterschieden hat: "damit ihr erkennet, dass G~tt unterscheidet zwischen Ägypten und Israel" (Ex. 11,7).

Das ist nur eine teilweise und minimalistische Liste. Nicht umsonst sind so viele Gebote und Feiertage dem Andenken an den Auszug aus Ägypten gewidmet. Viele Lichter entstehen in uns alleine durch die Beschäftigung mit der Geschichte vom Auszug und deren Erwähnung. Diese Abschnitte, die wir im 2. Buch Moscheh und in der Pessachhagadah lesen, haben einen großen Einfluss auf unsere Ansichten, auf unseren Glauben, auf unseren Optimismus und auf die Art und Weise, wie wir uns mit Schwierigkeiten auseinandersetzen, im Einzelnen und im Allgemeinen. Wollen wir in die Abschnitte vom Auszug aus Ägypten eintauchen, und daraus Erkenntnisse und ewige Schätze fischen, die unsere Seelen und das Volk Israel noch viele Generationen ernähren werden.

Kurz und bündig  

Zu viel Ausgelassenheit 

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

Wa'era ist Teil einer Reihe von Wochenabschnitten, die in der Geheimlehre (Kabbala) mit dem Namen Schowewim (die Ausgelassenen) bezeichnet werden, entsprechend den Anfangsbuchstaben der Wochenabschnitte, die wir in diesen Wochen lesen: Schemot, Wa'era, Bo, Beschallach, Jitro, Mischpatim (in einem Schaltjahr wird diese Periode in den 1. Adar hinein verlängert, und dann Schowewim Tat genannt, mit den zwei zusätzlichen Wochenabschnitten Truma und Tezawe). Diese Wochen gelten in der Kabbala als besonders geeignet zur Korrektur bestimmter Sünden und der reumütigen Umkehr, hauptsächlich in Sachen der Sittlichkeit.

Einer der Gründe, warum gerade diese Tage zu reumütigen Umkehr geeignet sind, hat mit den Themen dieser Abschnitte zu tun, die sich im Großen und Ganzen mit dem Auszug aus Ägypten beschäftigen. Der Midrasch (Mechilta, Jitro) lehrt, dass "zu Beginn kein Sklave aus Ägypten weglaufen konnte, das hermetisch abgeriegelt war", d.h. Ägypten war nicht nur eine geografische Entität, sondern auch das größte Sklavenhaus der Antike. Selbst wenn es einem Sklaven gelang, physisch aus Ägypten zu flüchten, so beherrschte ihn weiterhin die "Ägyptischkeit". "Ägypten" (Mizrajim) vom Wortstamm Mezar, ein Ausdruck für den Zustand einer seelischen Sperre, Horizontenge und mangelnden Fortschritts, oder anders ausgedrückt: Knechtschaft. Die ägyptische Kultur diente als Musterbeispiel für die Kultur der Vielgötterei im allgemeinen, eine Kultur, die die Stärkung der triebhaften und groben Seiten der Psyche auf ihre Fahnen geschrieben hatte.

Das Fehlen der Möglichkeit, den deterministischen Beschränkungen zu entkommen, das Fehlen der Fähigkeit, die Begierden und Schwächen zu überwinden - das ist der Kern der ägyptischen Kultur. Mit dem Auszug aus Ägypten erscheint auf der Bühne der Weltgeschichte eine Nation, die die Menschheit die Möglichkeit lehrt, sich über die Beschränkungen der Wirklichkeit hinwegzusetzen; eine Auswahl von verstreuten Sklaven für ein Leben als Nation zu sammeln. Die Essenz des Wesens des Volkes Israel ist der Auszug aus den gegenwärtigen Engen in eine zukünftige Welt. Darum ist es nur natürlich, wenn der Auszug aus Ägypten von den zehn Plagen begleitet wird, von denen sieben in unserem Wochenabschnitt erscheinen, d.h. Änderung und kosmologische Neukalibrierung der Rahmenbedingungen der Natur. Auch bei der Auseinandersetzung mit den Trieben, mit denen wir in unserem Leben konfrontiert werden, besteht die Notwendigkeit zu übernatürlicher Überwindung, die Ausgelassenheit hinter sich zu lassen und in ein Leben der Reife, der Selbstbeherrschung und des Vermeidens von schnellen Befriedigungen einzutreten. In diesen Tagen erinnern wir daran, dass man alles besiegen kann, dass man den Abgrund überschreiten und überspringen kann, durch das Sammeln von verstreuten Kräften zu einem Leben des Schaffens.



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