mmcap7

DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
Anschrift: Sderot Hame'iri 2
Kirjat Mosche / P.O.B. 34107
IL - 9134002 Jerusalem ISRAEL 
Tel. +972 2 6511906
Fax +972 2 6514820            
www.meirtv.co.il  torah@meirtv.co.il
für Kinder: www.meirkids.co.il

Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJERA
Nr. 1282
20. Marcheschwan 5781

Diese Woche in der Tora (Gen. 18,1-22,24):

Besuch der 3 Engel bei Awraham, Ankündigung Saras Sohn, Verhandlung mit G~tt über Sdom, Engel bei Lot, Vernichtung von Sdom und Amora, Lot und seine Töchter, Awraham und Sara bei Awimelech, Geburt Jizchaks, Vertreibung Hagars und Jischma'els, Bündnis mit Awimelech, Opferung Jizchaks/Widder, göttliches Versprechen zahlreicher Nachkommenschaft und Segen für alle Völker der Erde.

Haftara: Könige II, 4, 1-37

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Der Stand der Dinge...
Raketen statt Pfeile
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

"Sara sah aber den Sohn der Ägypterin Hagar, den sie dem Awraham geboren, Gespött treiben. Da sagte sie zu Awraham: Entlasse diese Magd und ihren Sohn; denn es soll nicht der Sohn dieser Magd mit meinem Sohn, mit Jizchak erben" (Gen. 21,9-10). Der Raschikommentar erklärt dazu: "Aus der Antwort Saras, denn es soll nicht der Sohn dieser Magd mit meinem Sohn, mit Jizchak erben, lernst du, dass er wegen der Erbschaft mit Jizchak stritt und sagte, ich bin der Erstgeborene und erhalte den doppelten Anteil; sie gingen aufs Feld hinaus, da nahm er seinen Bogen und schoss Pfeile auf ihn ab". Unser Stammvater Awraham, der auch Ischma'els Vater ist, tut sich schwer mit Saras Forderung: "Die Sache missfiel sehr in den Augen Awrahams um seines Sohnes willen" (V.11), Raschi: "um seines Sohnes willen - weil sie zu ihm gesprochen, er soll ihn wegschicken". G~tt aber sagt zu Awraham: "Lass es in deinen Augen nicht böse sein um den Knaben und um deine Magd, alles, was dir Sara sagt, gehorche ihrer Stimme, denn in Jizchak wird dir Samen genannt werden" (V.12). Entsprechend heißt es dort im weiteren Verlauf über Ischma'el, dass er in der Wüste blieb und ein Meister der Bogenschützen wurde, ein wilder Mensch (siehe V.20). "Er hielt sich in der Wüste auf und beraubte die Wanderer; das ist, was geschrieben steht (Gen. 16,12), seine Hand sei wider alle", "er wird ein Räuber sein ... alle hassen ihn und streiten gegen ihn" (Raschi).

Nach dem Stand der Dinge gilt auch hier: "Die Taten der Väter - Zeichen für die Jungen". Zwar vergingen Tausende von Jahren, seit Ischma'el Pfeile auf Jizchak abschoss mit dem Ziel, ihn aus dem Land Israel zu verdrängen, aber zu unserem großen Leidwesen hören die Araber, die Nachkommen Ischma'els, nicht auf, uns zu bekämpfen, mit dem Ziel, uns aus dem Land unseres Lebens zu treiben, nur dass sie die Pfeile gegen Raketen getauscht haben und die Steine gegen Gewehre und moderne Waffen. Zwar fiel es unserem Vorvater Awraham schwer, sich von Ischma'el zu trennen - dennoch wurde er von G~tt angewiesen, auf Sara zu hören, die sagte: "Entlasse diese Magd und ihren Sohn". So auch in unserem Zeitalter - wir müssen von unserem Vorvater Awraham lernen und seinem Weg folgen, wenn sich die Nachkommen Ischma'els nicht mit unserer Existenz in unserem Land abfinden können.

Daraufhin wird der Tag nicht mehr fern sein, wenn sich an uns der göttliche Schwur an unseren Stammvater Awraham erfüllt: "..und sprach: Bei mit habe ich geschworen, spricht G~tt ... werde ich unbedingt dich segnen und unbedingt deine Nachkommen vermehren wie die Sterne des Himmels und wie der Sand am Ufer des Meeres, und dein Same wird das Tor seiner Feinde erben", und dann "werden sich durch deinen Samen alle Völker der Erde segnen als Folge dessen, dass du meiner Stimme gehorcht hast" (Gen. 22, 16-18).

In Erwartung der vollkommenen Errettung,

Rav Dov Begon



Am Schabbes-Tisch...


Nur keine G~ttesfurcht

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Aufgrund der Hungersnot im Lande Israel sieht sich Awraham genötigt, nach Gerar zu ziehen, und wenn jemand danach fragt, sagt er, Sara sei seine Schwester. "Awimelech sagte zu Awraham: Was hast du denn gesehen, dass du Solches getan? Da sprach Awraham: Weil ich sagte: es ist nur keine G~ttesfurcht in dieser Gegend, und man wird mich um meines Weibes willen töten" (Gen. 20, 10-11). Warum gab Awraham Sara als seine Schwester aus?

In der Antwort Awrahams finden wir ein äußerst wichtiges Grundprinzip. Es kann durchaus ein Volk geben, das sich ein anständiges Moralverhalten und gute Eigenschaften angewöhnt hat, ebenso Recht und Wohlfahrt. Doch wenn sich all dies nur auf den Ratschluss des menschlichen Verstandes stützt, kann man sich auf die Angehörigen dieses Volkes nicht verlassen! "Weil ich sagte: es ist nur keine G~ttesfurcht in dieser Gegend". Ohne G~ttesfurcht wird die Moral eher als eine Empfehlung angesehen und nicht als etwas sonderlich Verpflichtendes. Selbst bei einem Philosophen oder einem bedeutenden Wissenschaftler, wenn sie ihr Trieb zu einer bösen Tat verleiten will, wird nicht immer ihr Verstand ihr Verlangen niederkämpfen. Wenn das Feuer des Verlangens in einem Menschen brennt, nach der schönen Nachbarsfrau oder nach dem Eigentum des Nächsten, wenn keiner hinschaut, kann es sein, dass ihm alle seine Weisheit nichts nützt. Im Gegenteil, sein Verstand wird ihn noch mit Argumenten versorgen, die sein Verhalten rechtfertigen, um ihn bis hin zu Mord, Ehebruch, Diebstahl und jeder anderen Untat anzutreiben, weil er von der Befriedigung des Triebes bestochen wurde.

Nur ein g~ttesfürchtiger Mensch, der weiß, dass G~tt seine offenen und verdeckten Taten beobachtet und dem selbst die Gedanken seines Herzens bekannt sind, wird sich zu der Zeit, da ihn sein Trieb zu überwältigen droht, vor dem großen König fürchten und schämen. Darum wird er sich vorsehen, das Böse zu tun, wie es heißt: "Die Furcht des Ewigen ist Anleitung zur Weisheit" (Sprüche 15,33). Und so wird das Wort "nur" in Awrahams Antwort verständlich, "Weil ich sagte: es ist nur keine G~ttesfurcht in dieser Gegend", d.h. obwohl ich dein Volk sah, Leute mit guten Eigenschaften, die sich auch um Recht und Wohlfahrt kümmern, und nichts Schlechtes beobachten konnte, nur einen Mangel musste ich feststellen: "es ist nur keine G~ttesfurcht in dieser Gegend, und man wird mich um meines Weibes willen töten"!

Der Philosoph Immanuel Kant behauptete, es gebe einen 'kategorischen Imperativ' bezüglich der Werte der Ethik, der vom Menschen fordert, seine Taten in einen universalen Zusammenhang zu setzen und sie zu beurteilen, als ob er ein allgemeingültiges Gesetz vor sich habe. Das bedeutet, der Mensch muss seinen Verstand benutzen, um einzusehen, bestimmte Dinge seien nicht würdig zu tun, weil er nicht wollte, dass die universale Gesellschaft sich so verhalte. "Ich soll niemals anders verfahren als, dass ich auch wollen könne meine Maxime solle ein allgemeines Gesetz werden" (Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten). Diesem Prinzip zufolge muss ein Mensch seine Versprechen einhalten, weil er selbst nicht will, dass andere Menschen ihre Versprechen nicht einhalten. Ein Mensch wird eine Bananenschale nicht einfach auf die Straße werfen, nachdem er gerade die Banane gegessen hatte, weil er nicht will, dass alle Straßen verdreckt sind, weil jeder seinen Abfall auf die Straße wirft. Darum wird er auch nicht stehlen, weil er nicht in einer Gesellschaft leben will, in der das Privateigentum nicht respektiert wird.

Auf den ersten Blick scheinen seine Worte sehr einleuchtend, ein bisschen wie "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Lev. 19,18). Praktisch aber helfen sie vielleicht bei einer leichten Versuchung, verpuffen aber wirkungslos bei einer starken Versuchung. Nur die G~ttesfurcht kann einem Menschen helfen, einer starken Versuchung zu widerstehen, während das intellektuelle Verstehen der Bedeutung der Dinge oder deren Stören der gesellschaftlichen Ordnung eher wie eine oberflächliche Moral erscheint, die nicht ins Herz vordringt. Darum hat der Toravers einen Zusatz: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst - ich bin der Ewige".

Und so schrieb Rabbiner A.J.Kuk: "Die weltliche Moral ist nicht tief und erreicht nicht das Innere der Seele. Und obwohl sich der Mensch dadurch zum Guten geleiten lässt, indem er die Geradheit logischer Dinge anerkennt, hat diese Anleitung ihn nicht im Griff, dem Ansturm verschiedener Begierden zu widerstehen, wenn sie mit Macht erwachen. Und erst recht kann so eine schwächliche Moral nicht die Allgemeinheit anleiten, die menschliche Öffentlichkeit in ihrer Tiefe und dem Umfang ihrer Größe, in die Tiefe der Seele vorzustoßen, und dem allgemeinen und dem individuellen Menschen das Herz von Stein in ein Herz von Fleisch zu verwandeln. Es gibt keinen anderen Rat als deren Anleitung durch die göttliche Moral" (Orot Hakodesch III, Mussar Hakodesch §1).

Außerdem bildet die G~ttesfurcht die Basis für die moralische Analyse, weil wahre und geläuterte Werte nur jene sind, die den Vergleich mit der absoluten göttlichen Anleitung bestehen. Von Menschen erdachte Grundwerte könnten, weil sie auf bestimmten Argumenten beruhen, nur eine Teilgültigkeit besitzen oder Verzerrungen enthalten. Hier beginnt eine doppelte Komplikation, nicht nur, dass der Mensch von G~ttes Willen abweicht, die Gesellschaft könnte in der Abweichung sogar einen würdigen und akzeptablen Weg sehen.

So zum Beispiel: Was die G~ttesfurcht als Götzendienst deklariert, würde die westliche Kultur ein 'unverbindliches Narrativ' nennen. Jene Kultur wird den Götzendienst als Beispiel für Religionsfreiheit ausgeben, als 'Vielfalt des Glaubens' und als archäologische und touristische Schätze. Was die G~ttesfurcht verbotene Geschlechtsbeziehungen, Abartigkeit, Abscheu, Ehebruch usw. nennt, wird in der westlichen Kultur als Freiheit des Individuums, Fortschritt, Liebe und Selbstverwirklichung dargestellt.

Über das Blutvergießen herrscht allerdings der Konsensus, dass es tabu ist. Doch die talmudischen Weisen erweiterten den Begriff des Blutvergießens auch auf die künstlich herbeigeführte Abtreibung, sofern sie nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgt (ohne hier weiter auf die Einzelheiten einzugehen), und auf anderem Gebiet sagten sie, dass "wenn jemand seinen Nächsten öffentlich beschämt, so ist es ebenso, als würde er Blut vergießen" (Baba mezia 58b). Heutzutage gelten üble Nachrede (laschon hara), Tratsch, Irreführung und Verleumdung als journalistische Freiheit und als Recht der Öffentlichkeit auf Information. "Verflucht sei, der seinen Nächsten im Geheimen schlägt" (Dt. 27,24) heißt heute Talkback und 'legitime Reaktion'.

Die Tora ist die Seele der menschlichen Kultur und göttliche Anleitung zu den vier ewigen Bestrebungen: das Streben nach Spiritualität, das Streben nach Moral, das Streben nach einer Gesellschaft und das Streben nach Glauben und Religion. Die Tora erleuchtet, verbessert und veredelt die Kultur und deren Werte, und befreit sie von ihren Verunreinigungen. Ohne G~ttesfurcht würden diese vier Bestrebungen keine schönen Gewächse hervorbringen und nicht auf das Ziel ihrer Kreation hinwirken (nach Ma'amerej Hara'aja).

Möge es uns gelingen, den Wegen unseres Vorvaters Awraham zu folgen und "G~ttesfurcht in dieser Gegend" und an jedem anderen Ort zu mehren.


Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 21.05-22.00
(!)  israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
Telefon: +972 (0)72 3332925
SMS: +972 (0)55 9663991
Archiv der bisherigen Sendungen:

www.kimizion.org/shiur/shut.html
 

MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch -Französisch - Spanisch/Portugiesisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
-ULPAN GIJUR
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

Lernen Sie bei uns über das Judentum, stärken Ihren Glauben im Geiste der Liebe zu den Geschöpfen in einem reichhaltigen und umfassenden Programm mit persönlicher Note, Verbindung zu Torapersönlichkeiten, Unterbringung in besonderer, familiärer Atmosphäre.
Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

Einzelheiten: Spanisch - Tel. +972 (0)2 6512194, +972 (0)52 4621830
Russisch - +972 (0)2 6537835
 

SPENDEN
Überweisungen an:
MACHON MEIR, Konto bei Postal Bank, Jerusalem, Konto Nr. 4-16179-3 oder  
Bank Mizrahi-Tefahot, Jerusalem
Bank Code 20, Branch 539
SWIFT CODE: MIZBILIT
IBAN: IL19 0205 3900 0000 0128 018

oder per Scheck direkt an
MACHON MEIR
P.O.B. 34107
JERUSALEM 9134002
ISRAEL
oder via Kreditkarte / Paypal per Webseite von Machon Meir 

Lichterzünden/Schabbatausgang in:
Jerusalem: 16.10/17.22
Tel Aviv: 16.28/17.24
Schomron: 16.20/17.22
Winterzeit!