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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
SUKKOT
Nr. 1278
15. Tischri 5781

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Frage und Antwort

Sukka
   

Rav Schlomo Aviner
Leiter der Jeschiwa "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

RavAviner

Frage: Wir leben an einem Ort, wo die Sicherheitskräfte aus Furcht vor Anschlägen uns angewiesen haben, nicht in der Sukka zu schlafen. Ich habe gehört, da die Sukka nun nicht zum Schlafen geeignet ist, kann man auch nicht darin essen?

Antwort: So schrieben Rabbiner Moscheh Isserles, Aruch Haschulchan und der Chason Isch, aber in der Mischna Brura heißt es, es gebe halachische Autoritäten, die dem widersprechen und es im Nachhinein erlauben, und das gilt auch für unseren Fall, wo keine andere Wahl besteht.

F: Ist eine Sukka als solche zu gebrauchen, wenn sie nachts unter "Beraubung der Nachbarn" ihres Schlafes errichtet wurde?

A: Ja. Das Laub selbst wurde zwar nicht gestohlen, doch ist so ein Verhalten sicher eine Sünde. (Manche Autoritäten sagen, dass "Schlafraub" verboten ist unter "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Lev. 19,18). Andere führen es auf den Vers "Ihr sollt nicht kränken einer den anderen" (Lev. 25,17) zurück.

F: Sind Frauen zur Erfüllung des Gebotes der Sukka verpflichtet?

A: Nein, da es ein von einer bestimmten Zeit abhängiges Gebot ist. Sie dürfen es aber erfüllen. Aschkenasische Frauen sprechen sogar den Segensspruch darüber, sefardische Frauen nicht, außer aus den Gemeinden Nordafrikas und einigen weiteren Ländern, alle nach dem Brauch ihrer Mütter.

F: Wenn sich nachts einer um unser Baby kümmern muss und meine Frau keine Kraft dazu hat, bin ich dann frei vom Gebot der Sukka?

A: Ja.

F: Darf man einen Ausflug unternehmen in ein Gebiet, wo es keine Sukka gibt?

A: Es ist erlaubt, weil Reisende vom Gebot befreit sind, man sollte sich aber Mühe geben, sich nicht in die Lage zu manövrieren, in der man vom Gebot befreit ist.

F: Darf man an Sukkot in einem Restaurant ohne Sukka Dinge essen, für die man keine Sukka braucht, oder ist es verboten wegen Mar'it Ajin (einen falschen Eindruck erwecken)?

A: Erlaubt. In Dingen von Mar'it Ajin fügen wir den von den talmudischen Weisen erlassenen Vorschriften nichts Neues hinzu.

F: Welche Dinge darf man nur in der Sukka machen?

A: Schlafen, Essen von Brot oder einer anderen Speise aus den fünf Getreidearten ab der Mindestgröße eines "Eis" (ca. 56 Kubikzentimeter), ungefähr soviel wie zwei Streichholzschachteln. Es ist aber angebracht, jede feste Mahlzeit in der Sukka einzunehmen, auch wenn sie sich aus anderen Speisen zusammensetzt.

F: Über welches Essen in der Sukka sagt man den besonderen Segensspruch (...leschew baSukka)?

A: Ab der Größe eines Eis Brot oder Kuchen, nach der Ansicht des Gaon von Wilna aber bei jedem Betreten der Sukka.

F: Darf man während einer langen Fahrt einnicken?

A: Ja. Zwar ist die Sukka nun seine Wohnung, aber das ganze Jahr über pflegt man auf langen Reisen einzunicken. "In der Sukka sitzen, so wie man in der Wohnung wohnt".

F: Und wer krank ist?

A: Vom Gebot befreit, sogar nur etwas krank. Ebenso seine Pfleger.

F: Und wenn es regnet?

A: Befreit, außer in der ersten Nacht, wenn man mindestens Brot von der Größe eines Eis (s.o.) in der Sukka essen muss. Und wenn es nur ein bisschen tröpfelt, bleibe man in der Sukka.

F: Und wenn es viele störende Fliegen gibt?

A: Befreit. Auch bei großer Kälte, wenn keine Heizung vorhanden ist. Oder große Hitze, oder starker Lärm.

F: Ich möchte in der Sukka essen, doch das stört meinen Bruder, der schlafen möchte. Wer hat recht?

A: Kommt drauf an, ob es gerade die Zeit fürs Essen oder des Schlafens ist.




Am Jontef-Tisch...  

Einigkeit bringt Erlösung

Rav Nathan Kotler
MACHON MEIR

Der mysteriöse Midrasch

Die talmudischen Weisen lehren uns im Midrasch (Wajikra raba 30,16), es gebe eine enge Beziehung zwischen den "4 Arten" (Lulaw, Etrog, Myrte, Bachweide) und der Erlösung: "Rabbi Berachja sagte im Namen Rabbi Levis: Durch das Verdienst des und nehmet euch am ersten Tage (Lev. 23,40) erlöse ich euch vom Ersten und treibe für euch vom Ersten ein - das ist Eßaw der Bösewicht, zu dem geschrieben steht: Und es kam der erste heraus (Gen. 25,25), und baue euch den Ersten - das ist der Tempel, bei dem geschrieben steht: Ein Thron der Herrlichkeit, eine Höhe vom Ersten ist die Stätte unseres Heiligtums (Jirmijahu 17,12), und bringe euch den Ersten - das ist der König Maschiach ("Messias"), bei dem geschrieben steht: Der Erste (sprach ich) zu Zion: Siehe, da sind sie! und Jerusalem gab ich einen Heilboten (Jeschajahu 41,27)".

Die Frage lautet, warum ausgerechnet durch das Verdienst des Erfüllens des Gebotes der 4 Arten das Volk Israel die Erlösung erlange, wie es der Midrasch beschreibt - dass der Hass auf Israel aus der Welt verschwindet, der Tempel gebaut wird und der Maschiach erscheint?

Machen wir uns also auf den Weg zur Erkundung der 4 Arten und der Erlösung.

Das Geheimnis vom Ende der Tage liegt verborgen in 'versammeln' und 'zusammenhalten'.

Als sein Tod nicht mehr weit entfernt war, heißt es von unserem Vorvater Jakov, dass er seinen Söhnen dieses Ende der Tage offenbaren wollte: "Jakov berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, und ich will euch verkünden, was euch in späten Zeiten begegnen wird. Haltet zusammen und höret, Söhne Jakovs, und höret auf Israel, euren Vater" (Gen. 49,1-2). Nun stellt sich die Frage: Wir haben die ganze Bibel durchsucht und nirgendwo gefunden, dass Jakov tatsächlich offenbarte, was in den "späten Zeiten" geschehen werde! Der Raschikommentar nimmt dazu Stellung und erklärt: "Er wollte das Ende der Zeiten enthüllen, da entfernte sich von ihm die Göttlichkeit, und er begann, andere Worte zu sprechen". Doch diese Erklärung wirft bloß neue Fragen auf: Wenn die Enthüllung des Endes eine gute Sache ist, warum entfernte sich dann von ihm die Göttlichkeit? Und wenn diese Enthüllung eine schlechte Sache ist, warum wollte er es dann überhaupt tun?

Zur Beantwortung dieser Fragen müssen wir einmal die bekannte Deutung der talmudischen Weisen zur Botschaft der Erlösung des Propheten Jeschajahu betrachten: "Der Kleine wird zu Tausend und der Geringe zum mächtigen Volke; ich, der Ewige, zu seiner Zeit werde ich es schnell vollbringen" (Jeschajahu 60,22). Dazu sagen die Weisen: "Rabbi Alexandri sagte: Rabbi Jehoschua ben Levi wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt zu seiner Zeit, dagegen heißt es: schnell vollbringen? - Haben sie sich verdient gemacht, so will ich es schnell vollbringen, haben sie sich nicht verdient gemacht, erst zur Zeit" (Sanhedrin 98a). Wenn es eine festgelegte Zeit für die Erlösung gibt, wie lässt sie sich dann beschleunigt herbeiführen? Die Antwort lautet, es gibt zwei Termine für die Erlösung: Wenn sich die Juden zusammenreißen, können sie die Erlösung beschleunigt herbeiführen, wenn nicht, wird sie erst am festgelegten, nicht bekannten Endzeitpunkt erfolgen.

Demnach wollte Jakov seinen Söhnen den vorbestimmten Zeitpunkt der Erlösung offenbaren, ebenso das Geheimnis, wie sie früher erreicht werden kann. Der vorbestimmte Zeitpunkt entfiel ihm, doch das Geheimnis, wie die Erlösung schneller erreicht werden könne, vergaß er nicht, vielmehr verrat er es seinen Söhnen. Und wo steht das geschrieben?

In den Worten 'versammeln' und 'zusammenhalten' steckt das Geheimnis der Erlösung! Der 'goldene Schlüssel zur Erlösung' liegt in der Versammlung und dem Zusammenhalten der Kinder Israel. Einigkeit führt zu Erlösung, wie es der Midrasch ausdrückt: "Ich aber sage euch, wenn ihr euch versammelt und zusammenhaltet, in dem Moment werdet ihr erlöst".

Worin besteht echte Einheit?

Rabbiner Samson (ben) Raphael Hirsch erklärte zur Stelle, dass unser Vorvater Jakov seine Söhne sich zu versammeln und zusammenzuhalten aufrief, um ihnen zu offenbaren, dass die Vereinigung der verschiedenen Teile der Nation zur Herbeiführung des Endes der Zeiten führe: "Wir wissen ..., dass Jakob in diesem Augenblick seine Söhne nicht in ihrer Übereinstimmung, sondern in ihren charakteristischen Verschiedenheiten im Geiste erblickte. Deshalb: 'So verschieden ihr auch seid, gebt euch in eurer Verschiedenheit ganz dem einen Geiste hin, so will ich euch enthüllen, was euch am Ziele der Tage werden wird'. Erst muss ein Sinn alle Söhne der Jakobsfamilie durchdringen, ehe das Acharit Hajamim [Ende der Tage] kommt. Es kommt nicht, solange nicht das he'assfu [versammeln] sich verwirklicht hat". Entsprechend bedeutet Einheit nicht Einheitlichkeit, sondern gerade das Zusammenfügen aller verschiedenen Stile und die Vielfalt der Ansichten im Volk Israel; das ist wahrhaftige Einheit.

Die "4 Arten": Zusammen in Vielfalt

Bekannt ist auch der Midrasch über die 4 Arten als Symbole für die verschiedenen Teile des Volkes Israel: Der Etrog symbolisiert jene, die sowohl über Tora als auch über gute Taten verfügen. Der Lulaw: Tora, aber keine guten Taten. Myrtenzweig: keine Tora, aber gute Taten. Bachweide: weder - noch. "Vielmehr, sagte der Heilige, gelobt sei er, werden alle zu einem Bund zusammengefasst, und die einen sühnen für die anderen. Und wenn ihr so tut - in jener Stunde erhebe ich mich" (Midrasch Wajikra raba, 30,12). Die Botschaft dieses Midrasch lautet, dass gerade wenn alle Teile des Volkes Israel bereit sind, miteinander zu leben und voranzuschreiten, trotz unterschiedlicher Ansichten und Lebensweisen, dann ist das echte Einigkeit. "Denn durch ihren gemeinsamen Zusammenhalt lernen sie Einer vom Anderen, dadurch wird G~tt in der Welt erhaben und geehrt" (Etz Josef zur Stelle).

Doch was lässt sich von den 'Bachweiden' lernen, die weder Tora noch gute Taten vorzuweisen haben? Der Gaon (Rabbiner Elijahu) von Wilna erklärte, wir können von ihnen 'Nationalstolz' lernen, da sie zum Volk Israel gehören und sich auch dazu bekennen. Im Volk Israel gibt es ein gemeinschaftliches Bürgen einer für den anderen, und sie sind darin inbegriffen, sie halten sich nicht separat von der jüdischen Öffentlichkeit (Aderet Elijahu). Man kann also von jedem etwas lernen, wie Ben Soma sagte: "Wer ist weise? Der von jedem Menschen lernt. So heißt es: Durch alle meine Lehrer bin ich weise geworden" (Psalm 119,99; Mischna "Sprüche der Väter", 4,1).

Damit haben wir die Antwort auf die Frage, die wir zu Beginn stellten, warum ausgerechnet durch das Verdienst des Erfüllens des Gebotes der 4 Arten das Volk Israel die Erlösung erlange. Wenn man die in dem Gebot der 4 Arten verborgene Idee verinnerlicht, nämlich dass alle Teile des Volkes Israel miteinander in Meinungsvielfalt und Unterschiedlichkeit leben und voneinander lernen können, dann wird die Erlösung wirklich kommen. Und wie Rabbiner A.J.Kuk schrieb: "Bekenne sich der Eine dem Anderen im allgemeinen Namen Israels, nicht im Namen einer Partei oder eines Lagers. Wir werden verstehen, dass es in jedem Lager viel zu verbessern und viel vom Licht und vom Guten Einer vom Anderen zu erhalten gibt" (Ma'amerej Hara'aja, S.77).



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