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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT MIKEZ
Nr. 1288
4. Tewet 5781

Diese Woche in der Tora (Gen. 41,1 - 44,17):

Pharaos Träume und Josefs Deutung: 7 fette und 7 Hungerjahre, Josef Vizekönig, Anlage von Vorratsspeichern, Neuordnung der ägyptischen Wirtschaft, Josefs Brüder kommen Getreide zu kaufen, erkennen ihn aber nicht.

Haftara: Könige I, 3,15 - 4,1

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...


Japhet in den Hütten Schems

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

[In Zusammenarbeit mit der Kunstschule Tov weJafeh (Gut und Schön)]

Ein Teil der Lichter, die an Chanukka bei uns neu aufleuchten, erhellen die Aufklärung über den Unterschied zwischen der Kunst Israels (gut und schön) und der hellenistischen Kunst (schön, aber nicht gut). Kunst ist etwas Lebendiges, das Leben spendet. Man kann die Kunst in vier Stufen teilen, parallel zu Körper (guf), Körperseele (nefesch), Geist (ruach) und Geistesseele (neschama), und auf diese Weise die vier Stufen des Kunstschaffens in Bezug auf seinen Einfluss und seine Gefahren betrachten.

Der 'Körper' des Kunstschaffens ist das, was von einem der fünf Sinne aufgenommen werden kann. Jedes Kunstwerk hat einen Körper, doch nicht jeder Körper enthält zusätzliche Ebenen von innerlichem Gehalt und Lebendigkeit. Zum Beispiel eine hübsch gefaltete Papierserviette ist ein ästhetischer Körper und sonst nichts. Ihr Wert besteht darin, dass sie dem Betrachter gefällt, und dem, der sie schuf.

Ein Kunstwerk mit 'Körperseele' ist bereits eine Schöpfung, die Inhalt vermittelt. Die 'Körperseele' treibt den Körper an und kommt in der Gefühlswelt, der Fantasie und dem Willen des Menschen zum Ausdruck. So auch ein Kunstwerk mit nefesch, es bewegt etwas in dem, der ihm begegnet, erweckt Gefühle, es ist ein Erlebnis, erweckt mehr als eine Kreation ohne Inhalt, die einem seelenlosen Körper gleicht. Doch so wie es in der Seele des Menschen einen guten und einen bösen Trieb gibt, finden wir in der Kunst zwei Abteilungen: 'seelische' Kunstwerke, die das Gute erwecken - edle Gefühle und guten Willen, und welche, die die 'tierische Seele' erwecken, die mit Mängeln behaftete Seite des Menschen.

Die Kultur des Westens ist voller Kunst und Schaffen, die die tierische Seele des Künstlers zum Ausdruck bringen, und deshalb berühren sie auch die tierische Seele des Konsumenten, indem sie in ihm niedere Triebe und Begierden erwecken. So eine Kunst wird manchmal höchst ästhetisch geschaffen, und es gibt in technischer Hinsicht geniale Kunstwerke, die eine äußere Umhüllung niederer Inhalte bilden. Das kann zum Beispiel ein unsittliches Gemälde oder eine entsprechende Skulptur sein, ein unsinniger Roman, oberflächliche Musik usw. Hier beginnt die Aufteilung in jüdische und in hellenistische bzw. westliche Kunst, die eine deutliche Neigung zu Trieben und Begierden enthält. Das Judentum hingegen legt genaue Grenzen fest, was man nicht aus dem Leben greifen darf und entsprechend auch nicht vom Markt der Kunst, wie z.B. Obszönitäten, Gewalt und wirre Inhalte. Manchmal sind die Grenzen ein wenig verschwommen und nicht so klar, wie beim Stil der Musik, sofern der Inhalt der Texte keine Probleme enthält. Werke, die sich auf die Körperseele beziehen, werden sich mit Genuss, Befriedigung, Interessen und Glück beschäftigen und nicht mit ideellen Werten wie Treue, Verantwortung, Pflicht oder Moral.

Kreationen auf der Ebene des Geistes berühren bereits das Gebiet der Ethik, d.h. ihr Schwerpunkt liegt in der Vermittlung theoretischer oder moralischer Inhalte. Der Künstler benutzt sein Werk als 'Verpackung' zur Vermittlung seiner Weltanschauung und seiner Gedanken. Auch solche Kreationen brauchen einen 'Körper', doch dieser Körper dient als 'trojanisches Pferd', um tief in die Seele eindringen zu können und sich ihrer zu bemächtigen. Je klüger und ästhetischer dieser 'Körper' gestaltet wurde, desto eher wird er akzeptiert und sein Gedankengut Einfluss ausüben. Hier ist die Absonderung vom hellenistischen Geist viel zwingender, denn der Unterschied bei den Grundwerten bildet das Schwergewicht der Auseinandersetzung mit dem Hellenismus. "Gemüter öffnet G~tt dem Japhet, wohnt jedoch in Hütten Schems" (Gen. 9,27). Vom Hellenismus können wir die künstlerische Technik und den äußerlichen Stil übernehmen, die dem 'Körper' des Kunstwerks zuzurechnen sind, doch nicht den Inhalt. Der Inhalt muss immer aus den "Hütten Schems" stammen, den "Hütten" der Tora. Dazu heißt es bei den talmudischen Weisen: "Wenn dir jemand sagt: Es gibt Weisheit bei den Völkern - glaube es; es gibt Tora bei den Völkern - glaube es nicht" (Midrasch Eicha raba 2,13).

Rabbiner A.J.Kuk schrieb, dass wir von den Völkern all das nicht übernehmen können, was mit Moral und Weltanschauung zu tun hat (Moadej Hara'aja), und jene sind genau die Themen, mit denen sich die Kunst der Welt des Geistes beschäftigt. Die antiken griechischen Tragödien und Komödien handeln von einer Welt, die unserer Welt fremd ist. Die Skulpturen basieren meist auf der mythologischen Götterwelt, häufig obszön, oder zeugen von einer Welt, in der die menschliche Einsicht das Maß aller Dinge bildet und nicht die Welt des Glaubens an einen einzigen G~tt. Das Kunstwerk beeinflusst die Seele des Betrachters mit den Wertvorstellungen seines Schöpfers. "Griechische Lieder hörten aus seinem Munde nicht auf", des Elischa ben Abuja, der am Ende ausartete und Schaden anrichtete. "Man erzählt von Acher [=Elischa ben Abuja], dass, als er im Lehrhaus aufstand, zahlreiche minäische [g~ttesleugnende] Bücher aus seinem Schoß fielen" (Chagiga 15b). Die Kunst des Geistes ist keineswegs unschuldig, und nur ein einfältiger Mensch sieht eine Theatervorstellung oder einen Film ohne das Bewusstsein, dass ihm hier jemand seine Wertvorstellungen unterjubelt.

Die Kunst der Geistesseele

Eine große Verantwortung, die innerliche Welt des Menschen mit guten Inhalten zu beeinflussen und dabei keinen Schaden anzurichten. Das ist das Anliegen der 'glaubensorientierten Kunst' auf allen ihren Ebenen, nämlich den Menschen seinem G~tt näherzubringen, in ihm die Treue zu seiner Seele zu entwickeln, idealistische Gedanken in ihm zu erwecken, ehrlichen Willen, gute Eigenschaften, wie sie in allen Generationen zu finden waren, und ursprüngliche und tiefsinnige jüdische Inhalte zu vermitteln. Einerseits ist die jüdische Kunst nicht vollkommen frei, sie hat ihre klaren religionsgesetzlichen Grenzen. Andererseits verfügt sie über die unendliche Weite der spirituellen Welt der Tora, die sie auszudrücken vermag. Das Judentum strebt nach seelischer Freiheit und nicht nach körperlicher Freiheit, und ebenso die 'glaubensorientierte Kunst'. Die Freiheit künstlerischen Schaffens beruht gerade auf der genauen Beschränkung der Begegnung des Menschen mit der diesseitigen Welt auf Taten, die ihn nicht spirituell verunreinigen, sondern die Heiligkeit seiner Seele offenbaren. Ebenso wie die griechische Philosophie bekämpft die griechische Kunst das Heilige, indem beide ein Gebäude von menschlichen, nicht göttlichen Werten schufen, das in der Kunst ihres Geistes integriert ist. Zur Kunst des Heiligen haben die Völker keine Berührungspunkte.

Die künstlerische Gestaltung der Tempelgeräte gilt als Beispiel für eine Offenbarung der Kunst, die das Heilige in dieser Welt zum Vorschein bringt. Ebenso das Buch der Psalmen, die Melodien und der Gesang der Leviten, und die vielen Gebetsgesänge. Bei all diesen ist die innerliche Seite der Persönlichkeit des Autors getränkt von seelischen Inhalten, und er offenbart durch seine künstlerische Begabung nur göttliches Licht und Güte. Wer den Gesang der Leviten hörte, tauchte in der Quelle des Heiligen unter, in einer geeinten, harmonischen und gleichzeitig göttlichen Welt. In unserer Generation, dem Zeitalter der nationalen Wiedererstehung, brauchen wir eine Kunst, die die göttliche Seele des Künstlers auf ästhetische Weise und mit praktischer Begabung repräsentiert und die auf allen Gebieten nicht hinter den großen Künstlern der Welt zurücksteht. So eine Kunst kann Kulturbereichen zur Blüte verhelfen, die das Lehrhaus niemals erreichen würde, und in diesen einen großen Einfluss ausüben. Das ist einer der 'gefallenen Funken der Heiligkeit', die es im Zuge des Kampfes gegen die hellenistische Finsternis einzusammeln gilt. Anderenfalls wird die Neigung zur Kunst weiter zu Werten drängen, die dem Geist Israels fremd sind, wegen ihres hohen technischen Standards der äußerlichen Ausführung.

Die nationale Wiedererstehung umfasst alle Aspekte des Lebens, und einer der zentralen Aspekte, mit dem man sich nicht in angemessener Weise auseinandersetzt, ist die Kunst. Möge es uns gelingen, reine, glaubensorientierte Künstler heranzuziehen, die den Pfad zum jüdischen Herz finden.




Frage und Antwort

Keine Geburten?!
   

Rav Schlomo Aviner
Leiter der Jeschiwa "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

RavAviner

Frage: In der Agenda 21 des israelischen Umweltministeriums (vor etwa 20 Jahren) befindet sich ein Plan, die Zunahme der Bevölkerung auf der Welt und Israel wegen Abnahme der Ressourcen zu bremsen. Es heißt dort, je gebildeter eine Frau, desto später wird sie zum ersten Mal schwanger und bringt auch weniger Kinder zur Welt. Genau heißt es dort: "Israel ist einer der dichtbesiedelsten Staaten der Welt, doch die offizielle Politik ermuntert nur die Geburten ... Es gibt überhaupt keine ausdrückliche Bestrebung von Seiten des Staates oder Bevölkerungsgruppen zur Ermunterung der Frauen, die erste Schwangerschaft aufzuschieben und eine höhere Bildung zu erwerben".

Antwort: Das ist ja furchtbar! In der Tora heißt es: Seid fruchtbar und mehret euch. Eine Geburt ist sowohl ein Gebot als auch ein großes Glück. In einem miserablen Leben besteht natürlich keine große Lust zu Geburten, um noch mehr Unglückselige in die Welt zu setzen. Doch wer ein glückliches Leben lebt, hat eine Lust auf Kinder, damit auch sie glücklich werden, wie Rabbiner A.J.Kuk in seinem Werk Orot (S.112) schrieb.

Stimmt es überhaupt, dass die Ressourcen begrenzt sind und sogar abnehmen? Schon seit Jahrhunderten prophezeien dies alle möglichen Unglückspropheten, und dass es mit der Menschheit zuende geht. Darum sind sie Antinatalisten, gegen Geburten oder gegen Geburtenmehrung. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus, denn die Landwirtschaft z.B. bringt immer mehr hervor, das Verdienst wissenschaftlicher Entwicklungen.

Wir glauben daran, wie es heißt: "...der alle ernährt" (Tischgebet). Und wenn es heute so viele Hungernde gibt, liegt das nicht an einem Mangel an Nahrungsmitteln, sondern an deren ungerechter Verteilung, an ungeheurer Vergeudung, und an Kriegen.

Die talmudischen Weisen sagten sogar, dass in der Zukunft eine Frau jeden Tag gebiert (Schabbat 30b). Ob sie es wörtlich oder als Gleichnis gemeint haben - auf jeden Fall geht es um eine große Vermehrung. Rabbiner Kuk erklärte zu dieser Talmudstelle, dass die Zukunft auch praktische Lösungen zu den in diesem Zusammenhang entstehenden Fragen bieten wird (Ejn Aja).

Zu unserem Glück ist aus dieser Empfehlung des Umweltministeriums nichts geworden, und wir werden weiter 'Ebenbilder G~ttes' und gute Kinder in der Welt mehren.


itere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
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Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
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Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 21.05-22.00
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nur hebräisch!
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Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
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MACHON MEIR
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MACHON ORA - für Frauen

Lernen Sie bei uns über das Judentum, stärken Ihren Glauben im Geiste der Liebe zu den Geschöpfen in einem reichhaltigen und umfassenden Programm mit persönlicher Note, Verbindung zu Torapersönlichkeiten, Unterbringung in besonderer, familiärer Atmosphäre.
Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

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