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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT LECH LECHA
Nr. 1281
13. Marcheschwan 5781

Diese Woche in der Tora (Gen. 12,1-17,27):

Awra(ha)ms Umzug nach Kana'an, göttliches Versprechen, seinen Nachkommen das Land zu geben, ägyptisches Intermezzo, Trennung von Lot, dessen Rettung aus der Gefangenschaft nach den Kriegen mit 4-5 Königen, "Bund der Opferteile", Geburt Jischma'els durch die ägyptische Magd Hagar, Awram>Awraham, Sarai>Sara, Versprechen der Fruchtbarkeit, Gebot der Beschneidung

Haftara: Jeschajahu 40, 27-31, 41, 1-16

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...


Awraham im Götzenladen

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Terach, Awrahams Vater, war ein Götzendiener und hatte einen Laden für Standbilder, wie der Midrasch (Bereschit raba 38,13) erzählt. Eines Tages überließ er Awraham den Laden, damit er an seiner Stelle verkaufe. Kam ein Mann und wollte einen Götzen kaufen. Da fragte ihn Awraham: Wie alt bist du? Antwortete jener: 50 oder 60 Jahre. Sagte Awraham: Schmach über einen 60-Jährigen, der sich vor einem nagelneuen Standbild verbeugen will. Da schämte sich der Mann und ging fort. Danach kam eine Frau, die eine Schüssel mit Feinmehl dabei hatte. Sie bat Awraham, das Mehl den Götzen vorzusetzen, auf dass sie äßen. Da nahm Awraham einen Knüppel zur Hand und zerschlug alle Standbilder außer dem größten, und gab ihm den Knüppel in die Hand. Als sein Vater zurückkam, erschrak er und fragte, wer denn all die Götzen kaputt gehauen hätte? Antwortete Awraham, eine Frau brachte eine Schüssel Feinmehl, und die Götzen stritten darum, wer als erster essen dürfe. Da stand der größte auf, nahm einen Knüppel und zerschlug alle anderen. Sagte ihm sein Vater: Machst du dich über mich lustig?! Was verstehen denn die Götzen?! Sagte ihm Awraham: Sie wissen also von nichts; mögen deine Ohren hören, was dein Mund redet! Da nahm ihn sein Vater und lieferte ihn an König Nimrod aus. - Im weiteren Verlauf erzählt der Midrasch, dass Nimrod Awraham in einen Feuerofen werfen ließ, aus dem G~tt ihn rettete.

Warum zerschlägt unser Stammvater Awraham die Götzen im Laden seines Vaters? Awraham ist doch für seine Barmherzigkeit bekannt, der die Menschen mit Liebe näherbringt, der für die Bösewichte Sdoms betet, der den Namen G~ttes bekanntmacht! Befürchtet er denn nicht, als Fanatiker gebrandmarkt zu werden, als einer, der das Recht in die eigene Hand nimmt? Der keine anderen Ansichten duldet? Der seinen Vater nicht respektiert und dessen Geschäft ruiniert? Dass er seinen Einfluss auf seine Umgebung verliert?

Awraham kümmert das alles nicht. Er hat noch nicht einmal Angst vor Nimrods Feuerofen, so wie er, lebte er in unserer Zeit, keine Angst vor dem Feuer öffentlicher Angriffe ("Shaming") in den Medien hätte. Er bleibt fest in seinem Glauben, dass der Ewige G~tt ist, und im Gegenzug wirkt G~tt Wunder zu seinem Schutz und zeigt seine Göttlichkeit der Welt durch Awraham. Nimrod, das Symbol des Bösen in der Welt, schafft es nicht, Awraham zu verbrennen. Im Gegenteil, dessen Bekanntheit nimmt dadurch nur zu. Gerade weil er ein Mann der Barmherzigkeit ist, zerstört er die Standbilder. Kann es denn einem barmherzigen Menschen gleichgültig sein, wenn die ganze Welt Hirngespinsten nachrennt? Ist es denn Awraham angenehm zu sehen, wie sein Vater zu seinem Lebensunterhalt die Dummheit der Götzendiener ausnutzt? Barmherzigkeit bedeutet nicht den Verzicht auf Grenzen und deren Verwischen. Awraham spürt die Not der Menschheit und sorgt sich um eine bessere Zukunft der Welt, dass sie der göttlichen Ordnung folge. Er setzt sein Leben aufs Spiel, um die Verlorenen durch die Bekanntmachung des Glaubens in den einen G~tt zu retten.

Im Midrasch stellt Awraham eine simple Frage - ein 60-Jähriger würde ein Standbild anbeten, das soeben die Werkstatt verlassen hat? Der Kunde schämt sich und geht, denn diese Aussage ist so einfach und offensichtlich, sogar für diesen Kunden selbst, nur dass er in seiner Schwäche in den Verhaltensmustern der Gesellschaft gefangen ist. Auch an seinen Vater wendet sich Awraham mit dem gesunden Menschenverstand - du sagst doch selber, die Götzen können nichts wissen und nichts tun, warum also verkaufst du sie in deinem Laden? Warum führst du die Leute an der Nase herum? Doch sein Vater ist ein Gefangener seiner Vorstellungen und liefert ihn an Nimrod aus.

Es wird Leute geben, die Awraham in seiner Generation als gewalttätigen Menschen darstellen wollen, der gegen das Gesetz verstößt, der anderen seine Ansichten aufzwingt, der Mission betreibt. Doch jeder, der so etwas behauptet, interessiert sich in Wirklichkeit wenig für das Böse, das in der Welt herrscht. Er will Zügellosigkeit und glaubt nicht daran, dass es auch anders geht. Gefangen in seinen Gewohnheiten hat er Angst vor der Wahrheit oder ist sich ihrer gar nicht bewusst. Die Wahrheit fordert von ihm Änderungen, die auszuführen ihm schwerfallen. Es ist leichter, Awraham zu bekämpfen, als den eigenen Lebensweg neu zu bewerten.

Unser Vorvater Awraham, der große Mensch unter den Größten, der umfassend Gerechte, übernimmt Verantwortung, indem er versucht, der Welt eine moralische Richtung und Hoffnung zu geben. Sein Hauptwerk besteht darin, das Gute zu stärken und das Licht G~ttes in der Welt zu verbreiten. Er beschäftigt sich mit Aufbau und dem Näherbringen der Leute, sein Kampf gegen das Böse bleibt eher Nebensache. Der ist im Nachhinein nötig zur Vervollkommnung der Welt, so wie auch der Krieg gegen die "vier Könige". Es ist leichter, keinen Krieg zu führen, und man bekommt obendrein eine bessere Presse. Darum betonten die talmudischen Weisen: "Jede Liebe, die keine Ermahnung enthält, ist keine Liebe" (Bereschit raba 54,3).

Die Menschheit gibt sich in den Tagen Awrahams als tolerant und offen, jeder hat das Recht auf freie Religionsausübung. Doch das ist bloß ein falscher Anschein, weil in der Praxis die Kultur der Vielgötterei den heidnischen Pluralismus gewaltsam durchsetzt. Das Tabu der Freiheit der Gedanken und der Religionsausübung wird mit einer solchen Krampfhaftigkeit gehütet, bis dass Terach seinen Sohn an Nimrods Gericht ausliefert. Die gesellschaftliche Grundannahme lautet, dass man alles infrage stellen kann, außer den heidnisch-pluralistischen Grundgedanken an sich. Awraham ist frei, sich welchen Götzen auch immer auszuwählen. Wenn er aber behauptet, dass der Ewige G~tt ist, und keiner außer ihm, wird er ins Feuer geworfen.

Awraham hat nicht nur die Courage, ein paar Götzenfiguren im Laden seines Vaters zu zerschlagen. Dieser Midrasch öffnet uns einen Spalt zum Verstehen des Wesens des größten Revolutionärs in der Menschheitsgeschichte. Awraham kommt daher, jene Denkmuster zu zerstören, die das Vorankommen der Welt verhindern. In seiner Freiheit ist er fähig, in einer Weise zu denken, zu der die Welt noch nicht bereit ist, und er ist bereit, den Preis dafür zu zahlen. Darum ist unser Stammvater Awraham der Erste unter den Gläubigen an die Einzigkeit G~ttes. Er ist der geistige Vater aller reumütigen Umkehrer, die ihre kulturellen Götzen zerschlagen, zu denen sie erzogen wurden.

In einer ganzen Menschheit ist es gerade Awraham vergönnt, die Stimme G~ttes zu hören, die zu ihm spricht: "Geh' aus deinem Land und aus deinem Geburtsort und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde. Und ich werde dich zu einem großen Volk machen und dich segnen, und deinen Ruf groß machen; und du sollst ein Segen sein" (Gen. 12,1-2).




HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Die Jagd nach Ehre

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

Es gibt eine Gier nach Geld, und es gibt eine Gier nach Ehre. Der Mensch möchte geehrt werden. Die Jagd nach Ehre zeugt von seelischer Leere. Je weniger der Mensch in seinem Selbst über Inhalte und göttlichen Überfluss verfügt, desto mehr möchte er geehrt sein, d.h. dass andere ihn ehren. "Was war der erste Anlass für die Verfolgungen Davids durch Scha'ul? Die Ehrsucht! Weil die Schrift berichtet: Als sie nun heimkamen ... da hoben die Frauen an und riefen: Scha'ul hat seine Tausende geschlagen, David aber seine Zehntausende ... Und Scha'ul sah von jenem Tage an und weiterhin David scheel an (Sam.I, 18,6-8). Joaw hat den Amassa getötet, weil David diesem in Aussicht stellte, er solle allzeit sein Heerführer sein (siehe Sam.II, 19,14)" ("Der Weg der Frommen", 11.Kap.).

Frage: War Joaw nicht davon überzeugt, Amassa als Aufständischen gegen den König töten zu müssen?
Antwort:
Allerdings, aber es bestand zwischen ihnen auch ein Konflikt bezüglich ihrer Rangstellung in der Armee.

Ferner sagten die Weisen: "Zieh einem Kadaver auf freiem Markte das Fell ab und lass dir nicht einfallen, zu sagen: Ich bin ein großer Mann, ich bin ein Kohen (Priester)" ("Der Weg der Frommen" ebda., nach Pessachim 113a). Hier lässt sich eine interessante Abweichung vom Text im Talmud beobachten. Dort heißt es nämlich in umgekehrter Reihenfolge: "... Ich bin ein Kohen, ich bin ein großer Mann". Auch Maimonides änderte die Reihenfolge und schrieb: "...sage nicht: Ich bin ein großer Weiser, ich bin ein Kohen" (Gesetze von den Armengaben, 10,18). Anscheinend steckt eine Absicht dahinter. Im Talmud wurde das genannte Zitat von Raw an Rav Kahana gerichtet. Der Tossafotkommentar stellt Betrachtungen an, ob dieser Rav Kahana ein Kohen war oder nicht, da er sich selbst sogar Schuld zuwies, eine Priestertochter geheiratet zu haben (Pessachim 49a). Es gab auch jene, die behaupteten, es gäbe zwei 'Rav Kahana', einer Kohen und einer keiner. Man könnte unterscheiden: In Hinsicht auf "Zieh einem Kadaver auf freiem Markte das Fell ab usw." gibt es Gründe, einen Toragelehrten keine niedere Arbeit vor den Augen anderer ausführen zu lassen. Ebenso gibt es ein Gebot, sich nicht eines Kohens für alle möglichen Dienste und Arbeiten zu bedienen. Rav Kahana hatte zwei Eigenschaften: Sein Name lautete Kahana, und er war ein Toragelehrter. War er außerdem ein Kohen? Wie dem auch sei, hier lehrt man uns, dass sogar diese strengen Regeln zurückgedrängt werden, wenn es darum geht, der Gemeinschaft nicht auf der Tasche zu liegen.

Ferner heißt es: "Lieber vermiete sich ein Mensch für Fremdendienst, nur nicht seiner Mitmenschen bedürftig werden. Er glaubte, unter 'Fremdendienst' sei der Götzendienst zu verstehen [der auf Hebräisch 'fremder Dienst' heißt], dem ist aber nicht so, unter Fremdendienst ist ein Dienst zu verstehen, der einem fremd ist" (Baba batra 110a), nicht seiner gewohnten Arbeit entspricht, unter seiner Würde ist, mit dem er sonst nichts im Sinn hat; "nur nicht seiner Mitmenschen bedürftig werden".

Eine Anleitung der Weisen lautet: "[Wer ist reich?] Der mit seinem Teil vergnügt ist" (Mischna "Sprüche der Väter" 4,1). Du musst fühlen, dass das, was du bisher erreicht hast, gut ist, und von dieser Grundlage aus kannst du noch mehr erreichen. Wenn das bisher Erreichte dem Menschen Befriedigung verschafft, ob auf spirituellem, materiellem oder gesellschaftlichem Gebiet, wird er noch mehr erreichen. Das ist ein anständiges und richtiges Verhalten. Das ist ein Fundament der geistigen, materiellen und gesellschaftlichen Lebensordnung des Menschen.


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