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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT HA'ASINU
Nr. 1277
8. Tischri 5781

Diese Woche in der Tora (Dt. 32,1-32,52):

Weltgeschichte von ihren Anfängen bis zum Ende in kurzer Gedichtform, nochmalige Ermahnung des Volkes, Vorschau auf Moschehs Tod.

Haftara: Hoschea 14,2-10, Jo'el 2,15-27

Schabbat Schuwa - Montag: Jom Kippur

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...


Unendliche Fülle

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Unser großer Lehrer, Rabbiner Josef Albo (führender Religionsphilosoph, 15. Jh., Spanien), Autor des Buches der "Grundsätze" (Sefer HaIkkarim), erklärte, dass G~tt der eigentliche Herr der Liebe/Huld/Gnade (Chessed) sei, und darum ist nur er würdig, dass man sich an ihn in Gebeten wende, mit verschiedenen Bitten, um Verzeihung und Vergebung, und um einem bei der Umkehr zu ihm zu helfen (IV,17). Denn von G~tt gehen viele verschiedene Arten von Chessed aus, und es gibt kein anderes Wesen auf der Welt, das in absoluter Vollkommenheit Chessed verteilen kann. [In tieferem Sinne ist Chessed die von G~tt ausgehende unermessliche Fülle, für deren Empfang durch begrenzte Geschöpfe jeweils ein bestimmtes Maß zugeordnet werden muss, damit die Geschöpfe keinen Schaden nehmen. Bei den Menschen nennt man jemanden Ba'al Chessed, bei dem die Nächstenhilfe eine Charaktereigenschaft darstellt und er keinerlei Gegenleistung erwartet]. Das hat folgende vier Gründe:

"Erstens muss der Gnadenspender unveränderlich sein, denn ist er der Veränderung unterworfen, so ist es umso mehr die von ihm ausgehende Gnade; nun gibt es aber außer G~tt kein unveränderliches Wesen". Wäre er der Veränderung unterworfen, könnte die Gnade auch ganz aufhören, z.B. wie der oben genannte Ba'al Chessed, der mit zunehmendem Alter nicht mehr in der Lage ist, anderen zu helfen.

"Zweitens darf er die Hilfe keines anderen Wesens benötigen, um solche Gnade oder Wohltat spenden zu können", denn dessen Beständigkeit wäre nicht zuverlässig, sodass jene Hilfe auch ganz ausfallen könnte. Zum Beispiel ein reicher Mensch, der mit seinem Geld viele Arme unterstützt, aber ohne das Geld seine segensreiche Tätigkeit nicht fortsetzen kann. Und es gibt auf der Welt niemanden außer G~tt, der nicht irgendeiner Hilfe bedürfe, um Wohltaten auszuüben, wie es heißt: "Ich, der Ewige vollführe alles; ausspannt' ich die Himmel allein, dehnte die Erde aus meiner Macht" (Jeschajahu 44,24).

"Drittens muss der Gnadenspender unter den Gegensätzen gleichmäßig wählen können, denn sonst könnte, wer um Gnade fleht, nicht immer der Erfüllung seines Wunsches gewärtig sein, da ja der Mensch bald dies, bald das Gegenteil braucht, bisweilen Krieg, bisweilen Frieden nötig hat". Und dessen kann sich der Gnadenempfänger nicht sicher sein, dass er die gerade benötigte Gnade auch erhält, außer wenn der Gnadenspender Gegensätzliches in gleichem Maße spenden kann, und außer G~tt kann das niemand auf der Welt. Dazu heißt es: "Der das Licht bildet und Finsternis schafft, Frieden stiftet und Unheil schafft, ich, der Ewige, tue dies alles" (Jeschajahu 45,7).

"Viertens muss die Macht des [vollkommenen] Gnadenspenders der Art sein, dass durchaus niemand ihn an der Vollstreckung seines Willens hindern kann, denn sonst wäre es ja ungewiss, ob die erflehte Gnade erlangt werden könne". Zum Beispiel: Jemand will seinen Freund zu dessen Hochzeit bringen, sie bleiben aber unterwegs in einem enormen Stau stecken. "Nun kann aber jedes andere Wesen in seinem Vorhaben von G~tt verhindert werden, nur G~tt allein kann von niemandem an der Ausführung seines Willens gehindert werden: Siehe, er reißt hinweg, wer will es hindern? Wer kann zu Ihm sagen: Was tust du da? (Ijow 9,12)".

Alle diese wunderbaren Dinge werden in einem Vers aus unserem Wochenabschnitt erklärt: "Seht jetzt, dass Ich, Ich es bin, und kein Gott mit mir; ich töte und belebe, verwunde, und ich heile, und niemand rettet aus meiner Hand" (Dt. 32,39). Die Völker nämlich, die Israel verfolgten, glaubten, G~tt habe nicht die Macht, es zu retten, und fragten daher: "Wo sind ihre Götter, der Hort, bei dem sie sich bargen" (V.37), weil sie ihn den anderen Himmelskräften gleich hielten, die der Veränderung unterworfen sind, oder dass er die Hilfe eines anderen Gottes bedürfe, weil er nicht alle Probleme allein bewältigen könne, oder nicht die Macht habe, unter zwei Gegensätzen gleichmäßig zu wählen, oder könne etwa durch ein anderes Wesen gehindert werden. Doch der oben genannte Vers vereinigt alle diese besonderen Eigenschaften, die Rabbiner Josef Albo aufgelistet hatte: "Seht jetzt, dass Ich, Ich es bin", Ich bin immer derselbe Ich, keiner Änderung unterworfen, nicht wie die übrigen Wesen. So sagte auch der Prophet Jeschajahu (40,25): "Wem denn wollt ihr mich vergleichen, dass ich ihm ähnlich wäre? spricht der Heilige". Denn jedes andere Wesen verändert sich von Tag zu Tag, ist heute nicht mehr wie gestern. Weiter heißt es in jenem Gesang: "und kein Gott mit mir", d.h. ich bin in meinen Unternehmungen keiner Hilfe eines anderen bedürftig. Ferner ein Hinweis auf die dritte Eigenschaft: "ich töte und belebe", ich besitze die Macht, unter Gegensätzen sowohl das eine als auch das andere zu tun. Und zum Schluss: "und niemand rettet aus meiner Hand", womit die vierte Eigenschaft bezeichnet wird, dass nämlich kein Wesen mich an der Ausführung meines Willens hindern kann.

Das betont König David im Psalm (130,7): "Warte darum Israel auf G~tt; denn bei dem Herrn ist die Liebe und in unendlicher Fülle bei ihm die Erlösung". Wenn er sagt: Hoffe und 'warte auf G~tt', dann eben auf G~tt und keinen anderen! Und sage nicht: Wegen meiner Taten bin ich doch gar nicht würdig, mich an G~tt zu wenden! Wende dich an ihn, und nur an ihn, denn das, was du von ihm erbittest, ist kein Lohn für deine Taten, sondern ausschließlich ein Appell an seine Liebe! Und da G~tt die Quelle aller Liebe und Wohltaten darstellt - "warte darum Israel auf G~tt; denn bei dem Herrn ist die Liebe und in unendlicher Fülle bei ihm die Erlösung".




HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Ha'asinu

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

"Und Moscheh sprach vor den Ohren der ganzen Versammlung Israels die Worte dieses Gesanges bis zu ihrem Schlusse" (Dt. 31,30). Und am Ende unseres Wochenabschnitts trennen wir uns von unserem Lehrer Moscheh, der ganz Israel aufgewogen hatte, der 'König' genannt wurde, sowohl im Verhältnis zur Tora, entsprechend dem Ausspruch der talmudischen Weisen, dass Toragelehrte 'Könige' genannt werden (Gittin 62a), als auch als Heerführer im Kriege. Man muss sich vergegenwärtigen, dass es solche Geschöpfe gibt, solche Seelen, mit der Fähigkeit, sich an Himmel und Erde wenden zu können. Das sind keine Privatseelen, sondern kosmische, allumfassende Weltseelen. "Horchet auf, ihr Himmel ... und es höre die Erde" (Dt. 32,1). Mit Himmel und Erde begann die Welt, "im Anfang schuf G~tt den Himmel und die Erde" (Gen. 1,1), und sie sind der Fortbestand der Welt, "wie die Dauer des Himmels über der Erde" (Dt. 11,21). Sie bedeuten den Fortbestand der Wirklichkeit. Und als sich unser Lehrer Moscheh an sie wandte, sind sie gezwungen, ihm zuzuhören und seine Zeugen zu sein, wie der Raschikommentar zur Stelle vermerkt: "Ihr sollt Zeugen dafür sein ... Zeugen, die immer und ewig bestehen". Welche Aufgabe erfüllt deren Zeugeneigenschaft? Sagte Raschi: "Horchet auf, ihr Himmel - denn mit euch warne ich Israel". "So soll dieser Gesang ihm ins Angesicht sprechen als Zeuge" (Dt. 31,21), "dass ich es in ihm vor allem, was es treffen würde, gewarnt habe" (Raschi). Nicht nur Zeugen, die vor Gericht erscheinen, um zu erzählen, was sie gesehen haben, sondern Zeugen der Vorwarnung. Die Vorwarnung ist die Grundlage jeder Rechtsprechung. Sagten die Weisen: "Man bestraft nur, wenn man vorgewarnt hat" (Sanhedrin 56b). Dieses Bezeugen und diese Vorwarnung kommen aus kosmischer Quelle, aus der Quelle von Himmel und Erde.

Schon zu Beginn des Erscheinens des Volkes Israel in der Weltgeschichte war uns ein Gesang beschieden, nämlich der 'Gesang am Meer' nach der Teilung des Schilfmeeres. Doch der Gesang, dem wir hier begegnen, ist allgemeinerer Natur: "Dein Königtum ist ein Königtum aller Ewigkeiten, und dein Walten ist in jeglichem Geschlecht" (Psalm 145,13), ein Gesang, in dem alles enthalten ist. Dieser Gesang umfasst die Jahre aller Geschlechter, und aus ihm lässt sich ein vollständiges Bild für jene zeichnen, die sich den Dingen des Glaubens annähern kommen. Er erklärt, es gebe viele Völker, ihr seelisches Zentrum aber bildet "sein Volk". "Das Volk, das ich mir gebildet" (Jeschajahu 43,21). Ebenso, wie die Zugehörigkeit zum Menschengeschlecht einem aufgezwungen wird, verhält es sich mit der Zugehörigkeit zum Volk Israel, eine absolute, göttliche Realität, die uns aufgezwungen wurde.

Die Offenbarung G~ttes vollkommenen Werkes durch die Generationen entwickelt sich so weit, bis die Menschheit zur großen Reife des Erscheinens "seines Volkes" gelangt. Dieser zentrale Ausdruck erscheint nochmals am Ende des Gesanges, besiegelt ihn sozusagen: "..und es versöhnt seinen Boden sein Volk" (Dt. 32,43). Sein Boden und sein Volk sind eine einzige Angelegenheit. Die allgemein-israelitische Seele offenbart sich nur beim Erscheinen Israels als Öffentlichkeit in dieser Welt - und in diesem Land. Darum wurde unserem Lehrer Moscheh geboten, diesen Gesang auf der Schwelle zum Land Israel zu lehren: "Und nun schreibet euch auch diesen Gesang nieder und lehre ihn die Kinder Israel, lege ihn in ihren Mund" (Dt. 31,19), und mit ihm Jehoschua, wie es heißt: "Und Moscheh ging und redete all die Worte des Gesanges vor den Ohren des Volkes, er und Hoschea Sohn Nuns" (Dt. 32,44). Jehoschua, der Jeschiweschüler, der zum Volks- und Heerführer wurde, leitet die kosmische, faktische Einnahme des Landes Israel durch das Volk Israel.



Frage und Antwort - SMS
   

Rav Schlomo Aviner
Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. 
Hier eine kleine Auswahl:

Frage: Welche elektrischen Rasierapparate sind erlaubt?
Antwort:
Alle sind problematisch. Manche halachische Autoritäten erlauben sie unter der Bedingung, dass man sie nicht zu sehr gegen die Haut drückt, sodass man hinterher noch etwas die Stoppeln spüren kann (Rabbiner Schlomo Salman Auerbach; Rabbiner Moscheh Feinstein wollte in seinem Werk 'Igrot Moscheh' keine Response über den Gebrauch von Elektrorasierern schreiben, auch wenn sie nicht verboten sein sollten, weil das Gesicht eines Juden einen Bart haben müsse!).

Frage: Welche Psalmen sollte ich sagen, um bessere Chancen zu haben, einen Schidduch zu finden?
Antwort: Alle sind dafür geeignet.

Frage: Wo war G~tt während der Schoa?
Antwort: Wer so eine Frage in einer Textmitteilung stellt, muss ernsthaft bußfertige Umkehr tun.

Frage: Kann man aus der Tora Physik lernen?
Antwort: Nein.
Frage: Aber der Gaon von Wilna tat es doch!
Antwort: Sie sind nicht der Gaon von Wilna.

SMS189-191

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 21.05-22.00
(!)  israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
Telefon: +972 (0)72 3332925
SMS: +972 (0)55 9663991
Archiv der bisherigen Sendungen:

www.kimizion.org/shiur/shut.html
 

MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch -Französisch - Spanisch/Portugiesisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
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Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

Lernen Sie bei uns über das Judentum, stärken Ihren Glauben im Geiste der Liebe zu den Geschöpfen in einem reichhaltigen und umfassenden Programm mit persönlicher Note, Verbindung zu Torapersönlichkeiten, Unterbringung in besonderer, familiärer Atmosphäre.
Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

Einzelheiten: Spanisch - Tel. +972 (0)2 6512194, +972 (0)52 4621830
Russisch - +972 (0)2 6537835
 

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Schomron: 18.06/19.08