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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHAJE SARA
Nr. 1283
27. Marcheschwan 5781

Diese Woche in der Tora (Gen. 23,1-25,18):

Saras Tod, Kauf der Höhle Machpela bei Chewron ("Hebron"), Awrahams Hausverwalter Elieser auf Brautschau für Jizchak, bringt Riwka, Awrahams neue Frau Ketura und ihre Nachkommen, Awrahams Tod, seine Beerdigung in der Höhle Machpela durch Jizchak und Jischma'el, Jischma'els Nachkommen und Tod.

Haftara: Könige I, 1, 1-31

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Kurz und bündig

Dienergespräche

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

Im Wochenabschnitt Chaje Sara gibt es ein ganzes Kapitel, das die Tora dem Kennenlernen von Riwka und Elieser, dem Diener Awrahams, widmet. Wozu?

Die Verse hier schildern in allen Einzelheiten, wie Elieser Riwka am Brunnen begegnete, was er mit ihrer Familie besprach, usw.; warum ist das so wichtig? Sagten die Weisen: "Schöner ist das Gespräch der Knechte der Väter vor dem Ewigen als die Lehre der Kinder" (Raschi zu Gen. 24,42, nach Midrasch raba). Manchmal ist gerade das Gespräch der Knechte der Väter, jene Lehre, die sich nicht in Schlagworten ergeht, sondern bis zu den niederen 'knechtischen' Aspekten des Lebens reicht, die Lehre, die es zu betonen gilt.

Schrieb Rabbiner A.J.Kuk, das Wort ßiach (Gespräch) setze sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben von ßechel (Verstand), Jecholet (Fähigkeit) und Chajim (Leben). Die Fähigkeit, die Tora zu nehmen und sie auf dem Niveau der Fähigkeiten und des Lebens zu präsentieren - das ist das Anliegen unseres Wochenabschnitts. Im weiteren Verlauf heißt es: "Da ging Jizchak hinaus zu sinnen in dem Felde" (Gen. 24,63) - dazu sagten die Weisen, er instituierte das Nachmittagsgebet (Mincha). Die Fähigkeit, hinaus aufs Feld zu ziehen, die Weiten des Lebens zu berühren - das ist die Lehre, die heute vonnöten ist.



Frage und Antwort 
   
G~tt und Corona

Rav Schlomo Aviner
Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

"Corona" ist zwar eine Angelegenheit der Gesundheit, zieht aber auch eine allgemeine Krise nach sich, beeinträchtigt die Erziehung, die Wirtschaft, die Beziehungen innerhalb der Familie, die Freizeitkultur und die G~ttesdienste in den Synagogen. Viele Fragen werden gestellt: Was ist G~ttes Wille? Wie sind diese Ereignisse zu werten? Die entsprechenden Überlegungen werden im Folgenden aufgeführt, ohne eine bestimmte Reihenfolge. Natürlich müssen wir demütig zugeben, keine Antwort auf alles zu haben, und wie bei jedem Thema gibt es mehrere mögliche Antworten auf die einzelnen Fragen; trotzdem ist zu hoffen, dass diese wenigen Zeilen beim Denken helfen, unsere Taten zu bessern und uns G~tt zu nähern.

 
Frage: Warum erlaubt G~tt dem Bösen, auf der Welt zu erscheinen?

Antwort: Die Welt wurde von Anfang an nicht vollkommen geschaffen, sondern steigert sich stufenweise. "In zehn Aussprüchen ward die Welt geschaffen. Was lehrt dies? Hätte sie nicht in einem Ausspruch geschaffen sein können? ... um den Gerechten guten Lohn zu geben, die die in zehn Aussprüchen geschaffene Welt erhalten" (Mischna "Sprüche der Väter" 5,1) und sie Stufe um Stufe emporheben. - Im Prinzip behandelt das ganze Buch Ijow ("Hiob") diese Frage.

F: Lässt sich verstehen, warum eine bestimmte schlechte Sache erscheint?

A: Nein. Nur G~tt kann es uns anhand seiner Propheten offenbaren, oder wird es uns in Zukunft offenbaren, weil es heute keine Prophetie gibt.

F: Wenn es G~tt mit jedermann gut meint, warum lässt er zu, dass böse Menschen ihren Nächsten Schaden zufügen?

A: Weil das einen Teil seiner Güte darstellt, dem Menschen die Entscheidungsfreiheit zu gewähren, Gutes oder Böses zu tun. Schon zu Anbeginn aß Adam vom Baum des Wissens um Gut und Böse, d.h. der Mensch entscheidet, Gutes oder Böses zu tun, wie es Maimonides in den Gesetzen von der reumütigen Umkehr und seinem Kommentar "Acht Kapitel" weiter erklärte.

F: So wird es auf immer und ewig sein?

A: Nein. Am Ende der Zeiten wird uns die Erfüllung von Tora reinigen und läutern, und unser ganzer Willen wird sich nur aufs Gute richten.

F: Das Böse wird verschwinden, oder sich in Gutes verwandeln?

A: Kommt drauf an. Jetzt aber besteht unsere Arbeit gemäß der Tora in der Anstrengung, das Gute zu tun und sich vom Bösen fernzuhalten, sowohl in den Dingen zwischen Mensch und G~tt, als auch zwischen dem Menschen und seinem Nächsten.

F: Wer bestimmt, was in der Welt geschieht - G~tt, die Naturgesetze oder der Mensch?

A: Nach außen hin der Mensch, im Verborgenen die Naturgesetze, und im Inneren der Naturgesetze G~tt.

F: Ist das nicht nervig, dass der Mensch Entscheidungsfreiheit hat?

A: Im Gegenteil. Wenn der Mensch keine Entscheidungsfreiheit hätte, würde er sich g~ttbehüte bei G~tt beschweren, er sei wie ein Diktator. Auf lange Sicht jedoch gibt es keine Entscheidungsfreiheit, alles wird gut.

F: Manche Menschen müssen wegen Corona furchtbar leiden. Warum hat G~tt sie verlassen und hilft ihnen nicht?

A: G~ttbehüte, G~tt hat die Erde nicht verlassen, nur dass wir nicht verstehen, wie er im Einzelnen hilft.

F: Wenn G~tt die Welt leitet, was ist dann unsere Aufgabe?

A: G~tt setzte Adam und Chawa in den Garten Eden und beauftragte sie, ihn "zu bearbeiten und zu hüten" (Gen. 2,15). Wir arbeiten für G~tt.

F: Ist G~tt fern von uns oder unter uns?

A: Er umgibt alle Welten und erfüllt alle Welten (Tanja, Nefesch Hachajim). Er ist transzendentisch und immanent. Sein Licht lebt in uns, und er ist über alles erhaben.

F: Ist diese ganze Corona-Geschichte nicht ein Werk des Satans?

A: Der ­ßatan (von hebr. lisstot, abweichen) ist kein eigenständiges Wesen, sondern ein Diener G~ttes, wie aus dem ersten Kapitel des Buches Ijow hervorgeht. Und wer ist dieser ßatan? Die talmudischen Weisen sagten: "Der ßatan, der böse Trieb und der Todesengel sind identisch" (Baba batra 16a).

F: Wie haben wir uns gedanklich mit der Gesundheitskrise und der Wirtschaftskrise auseinanderzusetzen?

A: Das ist eine gute Gelegenheit, einmal über die Bedeutung der Welt und die Bedeutung unseres Lebens nachzudenken.

F: Ist das ein Zeichen vom Himmel für irgendwas? Für das Kommen des Maschiach ("Messias")?

A: Wir sind keine Propheten, niemand kennt die Geheimnisse G~ttes, und man muss sich sehr inachtnehmen vor allen möglichen Hellsehern, die in verschiedene Richtungen zielen und den Leuten Ängste oder falsche Hoffnungen erwecken. Vielmehr handelt es sich um eine Gelegenheit für uns, unser Gewissen zu prüfen, wie wir uns verhalten und wie wir G~ttes Wort verwirklichen.

F: Die Weisen sprachen von den "Leiden des messianischen Zeitalters", vielleicht deuten also unsere Leiden auf sein Kommen?

A: Eine Frau kurz vor der Geburt bringt das Kind nicht gleich nach der ersten Wehe zur Welt, sondern erst nach vielen Wehen. Wenn man jede Krise zur "letzten Krise" macht, ermüdet man damit bloß die Leute. Vielmehr sollte man den Maschiach jeden Tag erwarten, d.h., man sollte sich so verhalten, wie es seiner Gegenwart geziemt, z.B. durch Steigerung der Nächstenliebe.

F: Kann man Corona als Strafe vom Himmel sehen?

A: Nicht unbedingt. Lässt sich etwa behaupten, die Schoa war eine Strafe vom Himmel?! Jetzt leiden doch auch vollkommen unschuldige Menschen, wie z.B. alte Leute, Kleinkinder oder chronisch Kranke. Wir sagten bereits, nicht den "Zauberlehrling" des Propheten zu spielen.

F: Wie lässt sich zusammenfassen, was mit uns geschieht?

A: Dafür ist es noch zu früh, wie haben noch keine Perspektive, wir sind noch mittendrin. Aber Nachdenken können wir schon, und am Schluss ziehen wir die alles umfassende Bilanz.

F: Bringt uns die Pandemie zur vollkommenen Erlösung?

A: Man braucht Ernsthaftigkeit, um zu verstehen, dass die vollkommene Erlösung ein sehr tiefgreifendes Thema ist. Mit G~ttes Hilfe war uns der Beginn der Erlösung beschieden, und sogar noch viel mehr, und dafür müssen wir G~tt Tag und Nacht danken. Doch die vollkommene Erlösung liegt noch in weiter Ferne.

F: Welche Autorität besitzt eigentlich die Regierung, Anordnungen bezüglich Corona zu erteilen?

A: So wie bei jeder anderen Sache stützt sie sich auf drei Quellen: 1. Königsrecht; jede autorisierte und akzeptierte Führung hat in bestimmter Hinsicht die halachische Autorität eines 'Königs', wie Rabbiner A.J.Kuk in den Responsen Mischpat Kohen schrieb. 2. "Recht der [nichtjüdischen] Regierung ist Recht", gilt nach der Mehrheit der Rischonim auch für das Land Israel. 3. Die "7 Vorsteher der Stadt", d.h. die dazu Gewählten, dasgleiche gilt für den Staat.

F: Und wenn das der Tora zuwiderläuft?

A: Dann ist das null und nichtig. Siehe Maimonides, Gesetze von Königen und Kriegen, 3.Kap. Allerdings widersprechen die Corona-Bestimmungen nicht der Tora, sondern stehen mit ihr im Einklang, nach dem Gebot der Lebensrettung und der Beachtung einer gesunden Lebensführung.

F: Gibt es auch eine tiefsinnigere Bedeutung für die Pflicht, auf die Regierung zu hören?

A: Der Wille G~ttes offenbart sich durch sie. "Das Herz des Königs in der Hand des Ewigen" (Sprüche 21,1), "Der sich als Haupt über alles erhebt (Chronik I, 29,11) - Selbst ein Zisternenaufseher wird vom Himmel eingesetzt" (Baba batra 91b).

F: Warum werden die Synagogen geschlossen? In Psalm 91 heißt es doch ausdrücklich, wer in den Wegen G~ttes wandelt, ist geschützt! "Boten einer g~ttgefälligen Handlung kommen nicht zu Schaden" (Pessachim 8a)?

A: Dort, wo Schaden zu erwarten ist, schon (ebda. 8b). Siehe auch "Der Weg der Frommen" Ende des 9. Kapitels, dass man sich auch zur Erfüllung eines Gebotes nicht in Gefahr begeben sollte. Rabbi Awraham Sohn des Maimonides erklärte in seinem Buch Hamasspik le'owdej Haschem, wenn G~tt etwas versprach, dann kann man sich darauf verlassen, wenn man sich aber blind auf ihn verlässt, wo er nichts versprochen hat, dann ist das Frechheit.

F: Warum schickt G~tt uns Leiden? Liebt er uns nicht?

A: Wir wissen es nicht, es ist aber zu unserem Besten. Wir wissen nicht, warum. Sicher liebt er uns.

F: Corona treibt uns zur Verzweiflung.

A: Man muss die Zukunft im Blick haben.

F: Corona verursacht uns Leiden.

A: Richtig, darum muss man den Kranken, den Alten und den anderen Leidenden helfen. Das ist eine gute Gelegenheit für ein Mehr an Barmherzigkeit.

F: Die Zukunft liegt im Dunkeln, und wir sind von Zweifeln geplagt. Was kann man tun?

A: Es bedarf innerer Festigkeit, um das Leben in unsicheren Zeiten zu erlernen, und sich an das Sichere halten, das unendlich größer und stärker ist.

F: Warum nützen unsere Gebete für ein Ende der Plage nichts?

A: Jedes Gebet nützt, man darf aber keine Zauberei erwarten, vielmehr ist alles nach G~ttes Willen.

F: Warum erscheint dieses Virus gerade jetzt?

A: Viren gab es zu allen Zeiten und in allen Ländern, nur haben wir das vergessen. Und natürlich - das gefährlichste Virus ist der Böse Trieb.

F: Wozu gibt es überhaupt Leiden?

A: Um sich vom Materialismus zu befreien und sich G~tt anzunähern.


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