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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJAKHEL-PEKUDE
Nr. 1262
25. Adar 5780


Diese Woche in der Tora (Ex. 35,1 - 40,38):

Kein Feuermachen am Schabbat; Aufruf zu Materialspenden für alle Teile des Heiligtums; künstlerische Fertigung und genaue Beschreibung des Stiftszeltes, der Bundeslade, des Tisches der Schaubrote, des Räucheraltars und des Wasserbehälters. Genaue Materialliste des Heiligtums, Details der Dienstkleidung der Kohanim und des Hohepriesters; Abnahme und Aufstellung des Heiligtums durch Moscheh und Einweihung.

Haftara: Jecheskel 45, 16-25, 46, 1-18


Schabbat HaChodesch

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 



Der Stand der Dinge...

Wie verewigt man jemanden?


Rav Lior Engelmann 

lehrt an MACHON MEIR, in Kfar Saba und in Ra'anana

Jeder Leiter einer wohltätigen Organisation oder einer Jeschiwa kann das bezeugen: Es ist leicht, Spendengelder für einen sichtbaren, materiellen Zweck zu sammeln, aber viel schwerer, für die eigentlichen Aktivitäten. Der Jeschiwa wird es eher gelingen, eine erfolgreiche Spendenaktion für einen neuen Lehrsaal oder sogar die Renovierung der Schülerunterkünfte durchzuführen, sich aber viel schwerer tun, die laufenden Gehälter und den Unterricht zu finanzieren. Eine wohltätiger Verein wird mit Leichtigkeit das Geld für neue Ausrüstung zusammenbringen, wenn diese dem Andenken an jemanden gewidmet wird, oder sogar für ein neues Gebäude, muss aber schwer um das tagtägliche Überleben kämpfen. Eine Synagoge bekommt relativ leicht die Spenden für eine neue Torarolle zusammen, die zehnte im Toraschrank, aus der, wenn sie Glück hat, an dem einen oder anderen Simchat Tora gelesen wird (weil man dann aus mehreren Torarollen gleichzeitig liest, damit man schneller fertig wird, weil jeder Anwesende aufgerufen werden muss), aber Spenden für den Religionsunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene - das ist schon eine ganz andere Angelegenheit.

Die manchmal seltsame Konsequenz: Synagogen von beeindruckender Ausstattung, aber einem Mangel an Veranstaltungen für die Mitglieder; schöne Bürobauten von Wohltätigkeitsorganisationen, die um ihr blankes Überleben kämpfen und kaum die Hilfe leisten können, für die sie eigentlich gegründet wurden.

Warum ist das so? Weil die Spender das Gedächtnis an einen Verblichenen verewigen wollen und darum etwas Handfestes zu sehen wünschen, an dem der Name des teuren Verwandten sel. prangt, sei es eine Torarolle, ein Leuchter oder ein Betraum. So wird dem Dahingegangenen Präsenz und Fortdauer verschafft, während Religionsunterricht oder Veranstaltungen für abstrakte und vorübergehende Dinge gehalten werden, die keinen Bestand haben.

Mir scheint das Gegenteil eher zuzutreffen, denn jede Widmung, die mit einem Gegenstand zusammenhängt, hat etwas Temporäres an sich, weil sich doch letztendlich alles Materielle abnutzt und schließlich entsorgt wird. Eine Zuwidmung soll doch aber eine verewigende Wirkung zeitigen. Gerade das Torastudium und die Mildtätigkeit, die man nicht mit Händen greifen kann, haben mehr Ewigkeitswert als alles Materielle.

Beim Ende der Fertigung des Wüstenheiligtums (Mischkan, mobiler Vorläufer des Tempels in Jerusalem) erwähnt die Tora die Gewichte von allem Silber und Gold, das dazu verwendet wurde. "Alles Gold, das verarbeitet wurde zu dem Werke für das ganze Werk des Heiligtums - es war das Gold der Spende neunundzwanzig Kikar und siebenhundertdreißig Schekel, im Gewichte des Heiligtums. Und das Silber der Gemeindezählung hundert Kikar und eintausendsiebenhundertfünfundsiebzig Schekel im Gewichte des Heiligtums" (Ex. 38,24-25).

Der Sforno-Kommentar weist darauf hin, dass diese Mengen an Gold und Silber weitaus geringer waren als die, die später in den beiden Tempeln verwendet wurden, dennoch fielen die Tempel den Feinden in die Hände und wurden zerstört, während der Mischkan seine Aufgabe bis zu Ende erfüllte. Das hat nach seiner Ansicht mit der Tatsache zu tun, dass beim Mischkan das ganze Volk beteiligt war, unter der Leitung von Gerechten, ohne die Hilfe von Chiram, dem König von Zor, und nicht unter der Schirmherrschaft von Koresch, dem König von Persien. Die materielle Seite des Mischkan war vergleichsweise dünn, aber sein Geist von Heiligkeit erfüllt, und das ist das Rezept für ewigen Bestand und Gedächtnis.

HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Der Wert der Arbeit

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

In unserem Wochenabschnitt erscheint die Erfüllung des Gebotes vom Bau des Wüstenheiligtums (Mischkan) durch menschliche Arbeit. Wir begegnen handfester Tätigkeit beim heiligen Werk. Das Thema Arbeit nimmt in der Lebenswirklichkeit des Menschen einen breiten Raum ein. "Sechs Tage soll Werk geschaffen werden" (Ex. 35,2). Hierin liegt der Schlüssel zur wahren und grundlegenden Beziehung zur Arbeit. Wie lautet die lexikale Definition dieses Begriffes? Manche fassen diesen Begriff der Arbeit als eine körperliche, materielle, äußerliche und weltliche Tätigkeit auf. Das ist ein Irrtum. Unsere erste Begegnung mit der Arbeit findet beim Bau des Mischkans statt, bei der Arbeit am heiligen Werke, und von hier leitet sich der Wert der Arbeit ab, unser ganzes Leben lang. Der Wert der Arbeit beginnt beim Innerlichen, beim Heiligen. Er gelangt vom Heiligen ins Weltliche, nicht vom Weltlichen zum Heiligen. Der Anfang der Arbeit hängt zusammen mit der Ausführung des Gebotes: "...dass ich wohne in ihrer Mitte" (Ex. 25,8) - dem Fundament des ganzen Lebens. Das Heilige kommt vor dem Weltlichen, und nicht das Weltliche vor dem Heiligen. "Sechs Tage soll Werk geschaffen werden, aber am siebten Tage soll euch ein Heiligtum, ein durch Werkeinstellung G~tt zu begehender Schabbat sein" (Ex. 35,2). Der Schabbat ist die Seele, die Zentralität, die Innerlichkeit, und von ihm erstreckt sich der Wert der Arbeit auf die sechs Tage. Der Mensch ist an die Zeit gebunden, und die Zeit erhält ihren Wert nur durch das Volk Israel, das die Zeit heiligt. Der Wert des ganzen Lebens ergibt sich aus der Heiligkeit der Zeiten.

In den Abschnitten von der Erteilung der Gebote erscheint der Schabbat im Allgemeinen: "So sollen die Kinder Israel den Schabbat hüten" (Ex. 31,16). Und jetzt, in den Abschnitten des Erfüllens der Gebote, erscheint er in den gesetzlichen Einzelheiten. Es gibt einen Unterschied zwischen den beiden Abschnitten vom Schabbat, dem Abschnitt des Gebietens und dem Abschnitt des Erfüllens. Das Gebieten bedeutet die Weiterleitung der Heiligkeit vom Himmel herab. Das Erfüllen bedeutet die Ankunft der Heiligkeit in unserem Inneren. Im Wochenabschnitt Wajakhel erscheint die praktische Seite des Schabbat aus der Quelle des himmlischen Ruhens.

Der Begriff der Arbeit sollte noch weiter vertieft und untersucht werden. Es gibt zwei Wege, das Wesen der Arbeit anzugehen. Einerseits die Arbeit an sich: der Körper, die praktische, materielle Handlung. Der Mensch schlägt mit dem Hammer und vollführt eine Tat. Andererseits gibt es das allgemeine Anliegen der Arbeit, die abstrakte Seite. Daraus resultiert der prinzipielle Unterschied zwischen dem ersten Schabbat-Abschnitt und dem zweiten. Im Wochenabschnitt Ki Tissa befinden wir uns noch in der himmlischen Atmosphäre der Gebotserteilung. Darum begegnen wir dort einer spirituellen Realität der Gedankenarbeit. Und in unserem Wochenabschnitt nimmt man den Hammer zur Hand, um die Arbeit auszuführen. Darum gibt es einen grammatikalischen Unterschied. Hier heißt es: "Sechs Tage soll Werk geschaffen werden (te'aßeh), aber am siebten Tage soll euch ein Heiligtum usw." (s.o.), weibliche Form, denn hier ist die Rede von der handfesten Ausführung der Arbeit im Verhältnis zum Menschen. Im Wochenabschnitt Ki Tissa heißt es: "Sechs Tage soll man Werk ausführen (je'aßeh), aber am siebten Tage ist ein durch Werkeinstellung zu feiernder Schabbat" (Ex. 31,15), männliche Form, denn hier geht es um den höchsten, allgemeinen und abstrakten Begriff der Arbeit. Von der Gedanklichkeit der Arbeit entsteht deren Körperlichkeit. Die praktisch ausführende Seite hat ihren Ursprung im Denken des Menschen, seiner Planung und seinem Willen.



Am Schabbes-Tisch...

Von rechts nach links und von links nach rechts

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

In den Wochenabschnitten Wajakhel-Pekude begegnen wir zwei Persönlichkeiten, auf die die Verantwortung für den Bau des Wüstenheiligtums gelegt wurde: Bezalel ben Uri aus dem Stamm Jehuda, und Aholiaw ben Achißamach aus dem Stamm Dan. Diese beiden sind nach den Worten der talmudischen Weisen (Brachot 55a) "gute Gemeindeverwalter" - zwei Arten Beamte, die die Wohnung der göttlichen Präsenz in dieser Welt bauen. Bezalel kommt vom Stamm Jehuda, der die Führungsposition innehält, und Aholiaw aus dem Stamm Dan, der als hinterster Stamm gilt. Die Kabbalisten nennen den Führungsstil von Bezalel 'von links nach rechts'. Der Name 'Bezalel' bedeutet "im Schatten G~ttes" (bezel-el), wie der Schatten als Übergang zwischen Licht und Dunkelheit; er ist fähig, Dinge vom Weltlichen ('links', die schwache Seite) zu nehmen und sie zum Heiligen zu bringen (nach 'rechts', die starke Seite). Bezalel verfügt über die Begabung, die Welten 'von unten nach oben' zu verbinden, den weltlichen Baumaterialien für den Mischkan Heiligkeit einzuflößen. Demgegenüber, sagen die Kabbalisten, wendet sich die Führung von Aholiaw 'von rechts nach links'; Aholiaw ben Achißamach, so ist er, wie sein Name: Stütze und Hilfe. Damit das Heilige in der Welt erscheinen kann, werden auch Persönlichkeiten aus dem Stamm Dan gebraucht, aus einer niederen Realität, um die großen Ideen ('rechts') zu nehmen und sie in die Welt des Materiellen ('links') zu übersetzen. Aholiaw verbindet die Welten 'von oben nach unten'. Er hilft dabei, große Ideen zu nehmen und ihnen in materieller Kunst Ausdruck zu verleihen.

Nur durch die Kombination jener beiden Kräfte wurde der Mischkan gebaut; wie Rachel (der Stamm Dan) und wie Lea (der Stamm Jehuda), die beide das Haus Israel erbauten.



Frage und Antwort - SMS
   

Rav Schlomo Aviner
Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. 
Hier eine kleine Auswahl:

Frage: Wo sollte man die Ketuba aufbewahren?
Antwort: Sie gehört der Frau. Es gibt drei Bräuche: 1. Die Frau bewahrt sie auf, wo sie will. 2. Im Haus des Ehepaars 3. Wie ein Bild an der Wand aufgehängt.

Frage: Widerspricht die Urknall-Theorie der Schöpfungsgeschichte in der Tora?
Antwort: Nein. Die Schöpfungsgeschichte ist nicht wörtlich zu verstehen, vielmehr enthält sie tiefste Geheimnisse.

Frage: Ich bin in ein Naturschutzgebiet durch ein Loch im Zaun gelangt, außerhalb der Öffnungszeiten. Was soll ich tun?
Antwort: Sofort bezahlen.

Frage: Sind Bläschen auf dem Kaffee ein Zeichen für baldigen Geldgewinn?
Antwort: Unsinn.

SMS184

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 22.05-23.00
 israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
Telefon: +972 (0)72 3332925
SMS: +972 (0)55 9663991
Archiv der bisherigen Sendungen:

www.kimizion.org/shiur/shut.html
 

MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
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Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
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-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
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Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

Lernen Sie bei uns über das Judentum, stärken Ihren Glauben im Geiste der Liebe zu den Geschöpfen in einem reichhaltigen und umfassenden Programm mit persönlicher Note, Verbindung zu Torapersönlichkeiten, Unterbringung in besonderer, familiärer Atmosphäre.
Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

Einzelheiten: Spanisch - Tel. +972 (0)2 6512194, +972 (0)52 4621830
Russisch - +972 (0)2 6537835
 

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