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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJIKRA
Nr. 1263
3. Nissan 5780


Diese Woche in der Tora (Lev. 1,1 - 5,26):

Der Opferdienst: welche Tiere oder Nahrung, wer, wo, wie und wofür; die zentrale Bedeutung der Kohanim (Priester) und des Wüstenheiligtums (Vorläufer des Tempels in Jerusalem).

Haftara: Jeschajahu 43, 21-28, 44, 1-23


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 



Frage und Antwort 
   
Fragen zum Coronavirus

Rav Schlomo Aviner
Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Frage: Sollte man den Religionsunterricht für Kinder durchführen oder stoppen?

Antwort: Durchführen. Alles, was das Gesundheitsministerium nicht verboten hat, braucht man nicht strikter zu handhaben.

F: In der Synagoge, wo ich bete, gibt es Leute, die husten. Kann ich da hingehen?

A: Ja. Wenn sie weit weg sind, besteht kein Problem. Wenn sie nah sind, beten Sie mit einem Taschentuch vor dem Mund.

F: Die einen sagen, wir steuern auf eine Katastrophe zu, die anderen sagen, es wird alles in Ordnung gehen. Wer hat recht?

A: Beide. Wenn wir nichts unternehmen - Katastrophe. Mithilfe der Anweisungen des Gesundheitsministeriums wird alles in Ordnung gehen.

F: Ich plane, in einem Monat zu heiraten und fühle mich wegen Corona enorm unter Druck. Mein Glauben an G~tt hat gelitten. Meine Gefühle spielen verrückt. Ich spiele mit dem Gedanken, die Verlobung aufzulösen, vielleicht ist das ein Zeichen vom Himmel. Bis ich endlich einen Bräutigam gefunden hatte - habe ich das verdient?! Was kann mich aufmuntern?

A: In dieser Welt gibt es viele Leiden. Sei glücklich, dass du heiratest. Die Ehe gibt Kraft, bei Problemen standzuhalten.

F: Angesichts der Weltlage - sollte ich überhaupt auf Partnersuche gehen?

A: Aber sicher.

F: Sollte man wegen der Coronaepidemie eine Bar Mitzwa verschieben?

A: Nein. Die feierliche Mahlzeit ist an dem Tag abzuhalten, an dem der Junge Bar Mitzwa wurde, allerdings ist die Zahl der Gäste zu beschränken, und eine kleine, intime Feier hat auch ihre Vorteile.

F: Ist das ein Problem, einen Lehrerinnenabend mit 10 Lehrerinnen zu veranstalten?

A: Nein. Nur muss alles im Einklang mit den Anweisungen des Gesundheitsministeriums organisiert werden; sie sind nicht zu lockern, aber auch nicht zu verschärfen.

F: Bedeuten die Anweisungen des Gesundheitsministeriums bezüglich des Händewaschens eine religiöse Pflicht?

A: Ja. Es ist ein Gebot, auf die Ärzte zu hören.

F: Ist es erlaubt, in diesen Tagen zur Erholung zu fahren oder Ausflüge zu machen, oder nicht, weil dies eine 'Zeit der Not' ist?

A: Absolut erlaubt. Natürlich unter Beachtung der Hygiene.

F: In den Netzwerken geht eine Nachricht um, wonach der Maschiach auf dem Weg sei, und wer diese Nachricht weiterverbreitet, wird vor jeder Krankheit sicher sein. Ist das glaubwürdig?

A: Nicht ein einziger Mensch weiß, wann der Maschiach kommt.

F: Wir befinden uns in einem entlegenen Land, wo es keinen Mohel gibt, und bei Bedarf bringt man einen aus einem anderen Land, aber jetzt ist das unmöglich. Darf die Beschneidung von einem nichtjüdischen Chirurg vorgenommen werden, oder muss man abwarten?

A: Abwarten. Die Beschneidung darf nur von einem Juden ausgeführt werden.

F: Wir sind Soldaten und müssen jetzt 28 Tage ununterbrochen in der Basis bleiben. Darf man sich krank stellen, von wegen Haussegen usw.?

A: Es ist verboten, zu lügen und zu betrügen, und erst recht in der Armee.

F: Darf man wegen Corona am Schabbat Alcogel benutzen?

A: Ja. Das gilt nicht als Creme, und darum liegt hier nicht das Verbot des Einreibens vor.

F: Ich bin zur Zeit im Ausland, und ab Sonntag wird der gesamte Flugverkehr für einen Monat eingestellt. Darf ich am Schabbat fliegen?

A: Unmöglich.

F: Es gibt eine Anweisung, nicht mit seinen Händen die Augen zu berühren. Wie sage ich dann den ersten Vers des Schma-Gebetes?

A: Augen schließen und nicht die Hand anlegen. Bessere Lösung: Vor dem Gebet die Hände mit Seife waschen und nicht alle möglichen Dinge in der Synagoge berühren.

F: Unter Freundinnen umarmen wir uns immer. Was soll ich nun tun?

A: Das ist sehr schön, aber jetzt nicht umarmen. Nur mit dem Blick der Augen.

F: Was soll man tun, wenn jemand hustet oder niest? Wenn ich zurückweiche, ist er vielleicht gekränkt?

A: Zwei Meter Abstand halten und um Verzeihung bitten.

F: Ich bin in Quarantäne, und nach den Anweisungen ist für gute Belüftung zu sorgen, mir ist aber kalt! Was kann ich tun?

A: Warme Kleidung anziehen oder Heizung einschalten.

F: Ich bin in Quarantäne, darf ich in den Park gehen, wenn sich dort sonst niemand aufhält?

A: Nein. Den Weisungen des Gesundheitsministeriums ist Folge zu leisten.

F: Jemand, der eigentlich in Quarantäne sein sollte, taucht bei einer Familienfeier auf. Was soll man tun? Wenn man ihn nicht reinlässt, könnte ihn das kränken!

A: Ihm sanft Bescheid geben, und ihn um Verzeihung bitten.

F: Ich arbeite beim Magen David Adom. Es kann sein, dass in Kürze verlangt wird, den Bart abzurasieren, damit die Anti-Corona-Schutzmaske dichthält. Ist das erlaubt?

A: Ja. Es geht um dein Leben. Und wenn du den Magen David Adom verlässt, ist das Leben Anderer gefährdet. Darum ist der Bart mit einer Haarschneidemaschine bis auf die Stoppeln abzuschneiden, und die Stoppeln sind dann mit einer entsprechenden Creme zu entfernen.

HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Der Opferdienst

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

Das Darbringen der Opfertiere bedeutet das Nehmen der Seele eines Lebewesens, das Nehmen seiner Lebendigkeit und deren Rückgabe an den Schöpfer der Welt. Auch die Tiere verfügen über göttliche Lebendigkeit, und das haben sie mit dem Menschen gemeinsam. Aus dieser Begegnung des Menschen mit der Lebendigkeit der Tiere offenbaren sich die Regeln für die Sühne des Menschen. Und so, wie die Möglichkeit besteht, dass sich der einzelne Mensch mit der Lebendigkeit der Tiere solidarisiert und vereint, gilt es auch für den allgemein-israelitischen Menschen - "wenn aber ein Fürst sich vergeht" (Lev. 4,22). Der König ist die vollkommenste Offenbarung der israelitischen Allgemeinheit. Seine Zugehörigkeit zur israelitischen Allgemeinheit leitet sich von der besonderen göttlichen Schöpfung "das Volk, das ich mir gebildet, meinen Ruhm sollen sie erzählen" (Jeschajahu 43,21) ab. Im Gegensatz zu den Nichtjuden, bei denen ebenfalls die Möglichkeit zur Heiligkeit besteht, aber nur auf individueller Ebene (siehe MaHaRaL, Nezach Israel, 11.Kap.), ist sein besonderes Thema die Heiligkeit der Allgemeinheit. Der Herr der Welt schuf sich ein Volk, das "seinen Ruhm" in historisch-göttlichem Sinne "erzählen soll". Die göttliche Lebendigkeit, die vom König des Lebens und dem König der Welt ausgeht und die "lebendige Persönlichkeit" des Menschen (Gen. 2,7) und das "lebende Wesen" der Tiere (Gen. 1,24) einschließt, schließt auch die allgemeine Lebendigkeit des Volkes Israel ein, die alle anderen umfasst.

Beim Dienst des Menschen, von 'unten' nach 'oben', gibt es Stufen und Nuancen. "Ein Mensch, wenn er von euch ein Opfer G~tt nahebringen will..." (Lev. 1,2). Das Ganzopfer bedeutet eine Annäherung und Hinwendung des Menschen zu G~tt, ohne dass er gesündigt hätte. Im weiteren Verlauf des Wochenabschnitts wird die Möglichkeit "wenn eine Person sündigte" (Lev. 4,2) erwähnt. Von vornherein sollte natürlich nicht sündigen, aber im Nachhinein, wenn man sündigt, besteht die Möglichkeit, das zu reparieren. Am Anfang wird das freiwillige Opfer genannt, d.h. ein Opfer, eine freiwillige Gabe, die dem inneren Antrieb zur G~ttesnähe entspringt. Es gibt Unterschiede zwischen den Opfern je nach ihrem Ausdruck von G~ttesanhänglichkeit. Auch in Bezug auf diese Annäherung selbst gibt es Stufen: "Das Schlachten [des Opfertieres] durch einen Nicht-Priester ist gültig", und danach gibt es innerlichere Opferdiensthandlungen, die nur von besonderen Gruppen im Volk Israel ausgeführt werden dürfen, nämlich von den Priestern (Kohanim).

Nach dem Idealzustand des Vornherein des "alle meine Gebeine werden sprechen" (Psalm 35,10), Annäherung an G~tt, gelangen wir zum Thema des Nachhinein, dem Opfer wegen einer Sünde. Das Sündopfer repräsentiert nicht den Idealzustand, aber es gibt nun mal die Sünde in der Welt, und dazu besteht die Möglichkeit der Versöhnung und die Korrektur der Komplikationen; "wenn eine Person sündigte". Das ist der allgemeine Inhalt des Sündopfers, und auf dieser Grundlage lassen sich Abstufungen bei den sündigen Seelen erkennen: das Sündopfer des Einzelnen, das Sündopfer der Öffentlichkeit und des obersten Gerichtes (des Synedrions), das Sündopfer dessen Fürsten oder des Königs, ebenso das Sündopfer, das mit mündlichen Aussprüchen zu tun hat. Das Sündopfer wird natürlich begleitet von Schuldbekenntnis und reumütiger Umkehr dargebracht, denn sonst hätte das Opfer überhaupt keinen Wert. Darum existiert ein öffentlich-allgemeines Sündopfer, so wie es eine reumütige Umkehr der Öffentlichkeit gibt. Zusätzlich zum Sündopfer erscheint ein besonderes Thema, das Schuldopfer, das etwas mit der Begegnung von Irdischkeit und Himmlischkeit zu tun hat, wie die Sünde des Ausdrucks der Lippen und des Schwurs, ebenso Komplikationen und Krisen im Zusammenhang mit der himmlischen Opferabsicht des Menschen, wie z.B. bei der fehlerhaften Zeitplanung der G~tt geheiligten Opfer.

Zwischen Ganzopfer und Sündopfer begegnen wir dem Friedensopfer, das zu den freiwilligen Gaben gehört. Auch bei den Friedensopfern bestehen Rangunterschiede: Friedensopfer des Einzelnen und Friedensopfer der Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu Ganzopfer und Sündopfer, die einen allgemeinen Charakter tragen, besteht bei den Friedensopfern eine Art Partnerschaft zwischen dem Hohen und dem Menschen. Die Friedensopfer werden nicht vollständig verbrannt, sondern auch vom Menschen verzehrt. Das ist eine Hinwendung zu G~tt, die auch den Menschen beteiligt und Himmel und Erde in der Opferdienstordnung selbst verbindet.

Allerdings sollte man immer im Gedächtnis behalten, dass sich die Opfer allesamt aus "dass ich wohne in ihrer Mitte" (Ex.25,8) ergeben, als göttliches Versprechen: "Und ich werde unter den Kindern Israel thronen und werde mein Volk Israel nicht verlassen" (Kö. I, 6,13), niemals, auch nicht in allen Krisen. Es besteht die Möglichkeit der Bereinigung aller individuellen oder öffentlichen Krisen. Aus der innerlichen Quelle der G~tteslade im Heiligtum und der Tora vom Himmel erstrahlt das Licht auch auf alle Krisen.


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