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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJEZE
Nr. 1247
9. Kislev 5780


Diese Woche in der Tora (Gen. 28,10 - 32,3):

G~ttes Versprechen an Jakov, ihn im Exil zu schützen, Begegnung mit Rachel, Jakov in Charan bei Lawan, Lea, die vertauschte Braut, Hochzeit mit Rachel, Geburt der Stämme, Lawans Betrügereien und göttliche Wende zu Jakovs Vorteil, beschleunigte Abreise nach Kana'an und Showdown mit Lawan auf dem Wege.

Haftara: Hoschea 12, 13-15, 13, 1-15, 14, 1-10


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...


Das Tor zum Himmel

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

"Jakov ordnete das Abendgebet an, wie es heißt: er kam an den Ort heran (Gen. 28,11), und herankommen ist nichts weiter als beten, denn es heißt: und du sollst für dieses Volk nicht bitten, keine Klage und kein Gebet für sie erheben, und mir mit Fürbitte nicht herankommen, denn ich höre dich nicht (Jirmijahu 7,16), ebenso sagte er: Und wenn sie Propheten sind, und wenn das Wort des Ewigen bei ihnen ist, mögen sie doch herankommen an den Ewigen der Heerscharen (Jirmijahu 27,18) (Midrasch Bereschit raba 68,9; Brachot 26b).

"Und er kam an den Ort heran". Jakov betet zu demjenigen, "der der Ort der Welt, aber die Welt nicht sein Ort ist" (Midrasch ebda.). An jemanden 'herankommen' hat etwas von 'drängen' an sich, mit einer genauen Zielrichtung. Entsprechend muss die Seele des Betenden genau auf das Ziel gerichtet sein, mit klarem Sinn und in innerer Harmonie. Er darf sich nicht von Äußerlichkeiten ablenken lassen, sondern muss sich auf das Thema konzentrieren, um das er seine Seele vor G~tt ausschüttet. Das ist der Grund, warum "die früheren Frommen eine Stunde zu verweilen und dann zu beten pflegten, nämlich um zuvor ihr Herz auf ihren Vater im Himmel zu richten", ihren Sinn zu konzentrieren, ihre Gedanken zu beruhigen und ihr ganzes Denken von materiellen Dingen der diesseitigen Welt zu befreien; erst dann begannen sie zu beten. Denn "man stelle sich zum Beten hin nicht anders als mit schwerem Ernst [wörtl. Schwere des Hauptes]" (Mischna Brachot 5,1).

Am Vorabend des Auszugs in eine lange Nacht der Verbannung (Galut) erbittet Jakov von G~tt Rettung vor Eßaw und Schutz auf seinem Weg ins Unbekannte. Er ist sich seiner Aufgabe bewusst, die israelitische Nation zu gründen. Der Traum von der Engelsleiter bedeutet die göttliche Beantwortung seines Gebetes. In dem prophetischen Traum zeigt G~tt Jakov, wie er selber zu einer Leiter wird, die alle Welten miteinander verbindet (Malbim-Kommentar 'Tora Or'). Jakov ist die "Leiter, gestellt auf die Erde" (Gen. 28,12) seitens seines Körpers, "und die Spitze reichte an den Himmel", seitens seiner Seele. Doch nicht nur das erfüllt sich an ihm. Er ist ein Träger der Göttlichkeit, sodass die göttliche Vorsehung und Oberlenkung, die von den Engeln in die Tat umgesetzt werden, die immer den göttlichen Willen tun, von seinen Taten und seinem Gebet abhängig sind. Wenn er von unten das Wort G~ttes erweckt, erweckt er damit den göttlichen Einfluss aus den himmlischen Höhen. Zuerst steigen die Engel seines Torawissens und seiner Gebotsausführung auf der Leiter hoch, dann erwecken sie jene Engel, die den göttlichen Einfluss in die Welt bringen, die auf der Leiter hinabsteigen. "Und siehe, der Ewige stand über ihm" (Gen. 28,13), über Jakov, der, obwohl er nur als 'kleine Leiter' gilt, durch seine höchste Bedeutung die Einflüsse erweckt, die auf der 'großen Leiter' herabkommen, d.h. die Göttlichkeit, die sich in der Welt ausbreitet, und G~ttes allgemeine Lenkung.

Jakov hat nichts zu fürchten und braucht sich um nichts zu sorgen, weder von Eßaw noch dem Auszug in die Verbannung - so ist seine nächtliche Vision zu verstehen. Ist doch die ganze Führung der Welt von ihm abhängig, "Und siehe, ich bin mit dir und werde dich behüten, wo auch immer du gehst, und dich zurückführen in dieses Land; denn ich werde dich nicht verlassen, bis dass ich getan, was ich geredet habe zu dir" (V.15). Diese erhabene Vision enthält auch den verborgenen Segen des Volkes Israel bei dessen Dienst an G~tt für die gesamte Menschheit, "und mit dir werden sich segnen alle Geschlechter der Erde, und mit deinen Nachkommen" (V.14).

Jakov erwacht aus seinem Schlaf und versteht die Bedeutung dieser erhabenen Vision. Die ganze Welt hat das Potenzial, ein "Haus G~ttes" zu sein, und der Dienst an G~tt ist das "Tor zum Himmel". Diese spirituelle Erkenntnis der Zentralität des Einflusses und der Verantwortung des Dienstes, die auf seine Nachkommen vererbt wird, "sagte Rav Acha: In der Zukunft wird dieses Tor für viele Gerechte wie du geöffnet werden" (Midrasch Bereschit raba 68,9).

Die Steine dieses Ortes, die Jakov unter seinen Kopf legte, wurden zu einem einzigen Stein. Die Realität, die in viele Teile getrennt erscheint, findet sich zu einem einzigen göttlichen Sein zusammen, das darum bittet, "auf mich soll der Fromme sein Haupt legen" (Raschi zu Gen. 28,11). Vom spirituellen Blickwinkel aus sieht die Welt wie ein einziger Körper mit verschiedenen Gliedern aus, der von seiner Seele Leben verlangt, von Israel.


Am Schabbes-Tisch...

Das Haus meiner Träume

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

Im Wochenabschnitt Wajeze begegnen wir der Persönlichkeit unseres Stammvaters Jakov. Die talmudischen Weisen erklärten, dass Jakov G~tt als 'Haus' bezeichnete. Will sagen, das Verhältnis von Jakov zur göttlichen Wirklichkeit ist wie das zu einem Haus. Ein 'Haus' besteht aus einer Mischung von Material und Geist. Einerseits hat das Haus viele technische Aspekte, eine Architektur aus diversen Baumaterialien, andererseits ist das Haus aber auch der Ort, wo der Mensch seine Träume verwirklicht, ein 'Traum-Haus'. Er gestaltet es im Einklang mit seiner Seele, und er führt das Innenleben dieses Hauses auf seine individuelle Weise - in der Erziehung, im Eheleben, bei der Aufzucht der Kinder. Das Haus ist der Ort, wo sich die Welten miteinander verbinden.

Die Verbindung zwischen den Welten - das ist die charakteristische Eigenschaft unseres Stammvaters Jakov. Zu Beginn des Wochenabschnitts träumt Jakov einen Traum von einer Leiter, die auf die Erde gestellt war, und ihre Spitze reichte an den Himmel, und Engel G~ttes stiegen an ihr (bo) auf und ab (Gen. 28,12). Zum Wort bo erklärte Rabbiner Chajim aus Woloschin, es sei damit 'der Mensch selber' gemeint. In der Seele des Menschen gibt es ein Auf und Ab von Engeln - eine Begegnung von göttlich-irdischen Kräften und göttlich-spirituellen Kräften. So wird das Haus Israel gebaut. "Haus Jakovs, auf, lasst uns wandeln im Licht des Ewigen" (Jeschajahu 2,5).

Der Stand der Dinge...

Unterordnung unter den Willen G~ttes

Rav Joram Elijahu
Rabbiner an MACHON MEIR

RavYoramEliyahu

"Und es war am Morgen, siehe, da war es Lea" (Gen. 29,25) - wie hat Jakov bis zum Morgen nach der Hochzeitsnacht nicht gemerkt, dass es Lea war? Erklären die talmudischen Weisen, dass Rachel zu Jakov sagte, sie vermute, dass ihm ihr betrügerischer Vater ihre größere Schwester Lea unterjubeln wolle. Da vereinbarte Jakov mit ihr Kennworte, die sie sagen sollte, wenn sie sein Zelt betreten würde. Und dann sah Rachel wirklich, wie man Lea an ihrer Stelle unter die Chuppa schleuste, stellte sich aber vor, wenn Lea ins Zelt kommt und die Kennworte nicht zu sagen weiß, eine große Beschämung die Folge wäre. Rachel konnte diesen Gedanken nicht ertragen und verriet Lea die Kennworte, und darum merkte Jakov den Tausch erst am Morgen, als er Lea vor sich sah.

Die Weisen preisen Rachel ganz außerordentlich für diese Tat, und darum sollte man sich damit intensiver beschäftigen. Die Übergabe der Kennworte an Lea bedeutet einen enormen Verzicht für Rachel, sie ahnt ja nicht, dass Jakov auch sie heiraten wird, es wäre sogar möglich gewesen, dass sie Eßaw hätte heiraten müssen. So schrieb Rabbi Levi-Jizchak aus Berditschew in seinem Buch Keduschat Levi zum Wochenabschnitt Wajeze, im Sinne der Mischna in den "Sprüchen der Väter" Seid nicht solchen Knechten gleich, die ihrem Herrn nur unter der Bedingung dienen, Lohn zu empfangen (1,3) - "das Prinzip lautet, dass der Mensch dem Schöpfer, gelobt sei er, nicht für irgendeinen Lohn dienen soll, sondern seinen Teil in dieser Welt wie auch seinen Teil an der kommenden Welt nutze, dass der Wille des Schöpfers geschehe, so wie wir bei Rachel vorfanden, die das Gebot erfüllte und die Zeichen an Lea übermittelte, obwohl Jakov sie nun nicht mehr heiraten würde, und nunmehr Eßaw sein Schicksal mit ihr teilen würde ... und sie würde g~ttbehüte ihren Anteil an der kommenden Welt verlieren ... trotz alledem übergab sie die Kennzeichen und setzte sowohl ihren Anteil an dieser Welt als auch ihren Anteil an der kommenden Welt aufs Spiel, damit der Wille des Schöpfers geschehe".

Rachel hatte ganz andere Hoffnungen und Pläne hinsichtlich der Gründung einer Familie und über ihren Anteil am Aufbau des Hauses Israel, doch als sie sah, dass man Lea unter die Chuppa schickte, sah sie ein, dass die Entwicklung einen anderen Weg nahm, nicht ,wie sie es sich vorgestellt hatte, was sie in Liebe akzeptierte, denn das war nun G~ttes Wille. Sie versuchte nicht, den Prozess zu stoppen, obwohl sie es mit Leichtigkeit hätte tun können, vielmehr unterwirft sie ihren eigenen Willen dem Willen G~ttes und passt sich dem göttlichen Entwicklungsprozess zum Aufbau des Hauses Israel an. So heißt es: "Wegen der Frömmigkeit Rachels war es ihr beschieden, dass Scha'ul von ihr hervorging" (Megilla 13b). Sie unterwarf und verbarg ihren Willen vor dem Willen des Herrn der Welt mit dem Wissen, dass er alles Geschehen lenkt.

Auch wir machen in unserem Zeitalter keine einfachen Perioden im Entwicklungsprozess der Erlösung durch. Viele Dinge scheinen im diametralen Gegensatz zu dem zu stehen, wie sie sein sollten, doch eine Hallstimme wird dereinst verkünden: "Wer es mit G~tt gehalten hat, komme und hole seinen Lohn" (Midrasch Wajikra raba 27,2). Es "mit G~tt zu halten" bedeutet das Verstehen, dass es sich um einen göttlichen Vorgang handelt, dem wir uns mit Opferbereitschaft anschließen, auch wenn sich die Dinge nicht immer im Einklang mit unserem Willen und unseren Plänen entwickeln. Wir müssen von unserer Stammmutter Rachel, der Hüterin des Hauses, dieses tiefe Verständnis von G~ttes Taten lernen und es unseren Kindern vermitteln, die ihre Schwierigkeiten damit haben, wenn sich die Prozesse der Erlösung verkomplizieren und wie Rückschritte aussehen. Lernen und lehren wir, dass G~tt gut von seinem Volk redet und die Wege der Erlösung tief und verdeckt verlaufen, und jedem, der es in Glauben und Geduld mit G~tt hält, wird es vergönnt sein, seinen Lohn in voller Höhe zu erhalten.


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