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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJELECH
Nr. 1239
6. Tischri 5779


Diese Woche in der Tora (Dt. 31,1-31,30):

Moschehs 120. Geburtstag, moralische Unterstützung für seinen Nachfolger, Jehoschua, Ausblick auf die Zukunft, Wohlstand wird zur Abwendung von G~tt und Strafe führen.

Haftara: Hoschea 14,2-10, Jo'el 2,15-27

Schabbat Schuwa

Mittwoch: Jom Kippur


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...

Rein vor dem Ewigen

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

Gegen Ende des Wochenabschnitts Wajelech hören wir das Gebot G~ttes "und nun denn, schreibt euch diesen Gesang auf" (Dt. 31,19). Die Tora wird auch 'Gesang' (Schira) genannt. Ein Gesang ist der Ausdruck der Fähigkeit, viele Einzelheiten zu nehmen und sie harmonisch miteinander zu verweben. Im Leben gibt es viele Einzelheiten, doch der Blick des Glaubens kann in jeder von ihnen die Bedeutung für das Ganze sehen. Wenn der Mensch die Harmonie in der Natur sehen will, lerne er die Mischna- und Talmudordnung von den Saaten; wenn er die Harmonie der Zeiten kennenlernen will, lerne er die Ordnung von den Feiertagen; wenn er über die Harmonie der Familie etwas wissen will, lerne er die Ordnung 'Frauen' usw.

Jom Kippur, Jom Hakippurim, der kurz bevorsteht, verkörpert auch eine Harmonie zwischen verschiedenen Einzelheiten. Kippurim ist ein Plural. Viele Kippurim (Sühnen). An Jom Hakippurim fassen wir die verschiedenen Enden unseres Lebens, alle Sünden, die Bekenntnisse, die Leiden, die Gelöbnisse, die Enthaltungsversprechen - führen sie in allen Einzelheiten auf und erlangen so Sühne für sie. Wir singen sie.

Sowohl beim Torastudium als auch an Jom Hakippurim erheben wir uns über die Widersprüche und die Wirrungen, die es so im Leben gibt und finden den Punkt der Einheit, und dadurch werden wir rein vor dem Ewigen. "...sollt ihr rein werden vor dem Ewigen" (Lev. 16,30).




Der Stand der Dinge...


Rabbi Nathan der Strahlende

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Im Talmudtraktat Schabbat (56b) gibt es einen Meinungsstreit zwischen den Weisen darüber, wer der größte reumütige Umkehrer (Ba'al Tschuwa) ihrer Generation war. Nach der Ansicht Rav Josefs war es Ukaban bar Nechemja, der Resch Galuta (Oberhaupt aller Exiljuden), auch Nathan der Strahlende (Zuzita) genannt. Rav Josef erzählt dort, dass er etwas eingenickt war und im Traum sah, wie der Engel seine Hand ausstreckte und ihn [d.h. dessen Tschuwa] annahm, und wegen der Feuerfunken (Nizozot), die da waren, erhielt er seinen Namen. Eine andere Erklärung für seinen Namen: weil ihn der Engel an den Enden seiner Haare (Zizit roscho) festhielt (Raschi ebda.).

Ferner wird im Traktat Sanhedrin (31b) erzählt, dass die Weisen eine Frage, mit der sie Schwierigkeiten hatten, an Mar Ukaba sandten. Sie begannen ihr Schreiben mit den Worten: "An den, dem ein Glanz eigen, wie dem Sohne der Bitja", d.h. die Frage ist an den gerichtet, dessen Gesichtshaut strahlt wie die von Moscheh, der von Batja, der Tochter Pharaos aufgezogen worden war. Eine andere Erklärung: der zum göttlichen "Haushalt" gehört wie Moscheh, wie es heißt: "in meinem ganzen Hause ist er bewährt" (Num. 12,7), denn das Antlitz von Mar Ukaba leuchtete, weil er ein Weiser war, wie geschrieben steht: "Die Weisheit des Menschen erleuchtet sein Angesicht" (Kohelet 8,1). Dort (Sanhedrin 31b) heißt es im Raschikommentar: "Ich fand in einem Buch mit Geschichten, dass Mar Ukaba ein Ba'al Tschuwa war, der einmal seinen Blick auf eine Frau warf und ein Verlangen in seinem Herzen entstand, was ihn krank machte, und sie war verheiratet. Eines Tages musste sie von ihm Geld leihen, und weil sie arm war, bot sie sich ihm an. Er überwand seinen Trieb, schickte sie fort in Frieden und wurde geheilt. Und wenn er auf die Straße ging, leuchtete ein Licht vom Himmel über seinem Kopf, und deswegen wurde er Rabbi Nathan der Strahlende genannt (Schabbat 56b) ... nach dem Licht, das über ihn schien".

Die Versuchung des Mar Ukaba, der auch Ukaban bar Nechemja hieß und dem ein weiterer Name beschieden war - Rabbi Nathan der Strahlende, war eine äußerst schwere Versuchung. Es fing damit an, dass er seine Aufmerksamkeit auf eine Frau lenkte, denn "das Auge sieht, und das Herz begehrt, und der Körper begeht die Sünde" (Raschi zu Num. 15,39). Und vor lauter Verliebtheit wurde er krank, wie ein Süchtiger, dessen ganzes Leben blass und bedeutungslos wird, bis sein Verlangen gestillt ist. Und aufgrund wirtschaftlichen Druckes war sie dazu bereit, und sie befinden sich im stillen Kämmerlein, wo sie kein Mensch sieht, und obendrein bietet seine Liebeskrankheit noch Rechtfertigung zusätzlich zu seinem Trieb... doch er überwand seinen Trieb und wurde geheilt! Der Trieb rät einem, wenn man nur sein Verlangen stillt, wird man sich besser fühlen und geheilt werden. Natürlich stimmt das nicht, das Gegenteil ist wahr. Wenn sich jemand im Netz seines Triebes verfängt, wird er Leere und sich schlechter mit sich selbst fühlen, so wie in der Geschichte von Amnon und Tamar (siehe Schmu'el II, 13.Kap.). Gerade durch das Bezwingen seines Triebes kommt der Mensch zu Freude, denn damit offenbart er seine Seele - "Wer ist ein Held? Der seinen Trieb bezwingt" (Mischna "Sprüche der Väter" 4.Kap.). Gerade dann erfüllen eine innere Befriedigung und ein Gefühl der Annäherung an G~tt sein Herz. Versuchungen treffen den Menschen gerade dort, wo sie ihm am schwersten zu Schaffen machen. Die Vervollkommnung, zu der seine Seele in diese Welt kam, hängt von seiner Standfestigkeit gegenüber diesen Versuchungen ab (nach Ba'al Schemtov).

Die Ausstrahlung des Gesichtes eines Menschen hängt davon ab, inwieweit der innere Glanz seiner Seele zur Oberfläche durchbrechen kann, wodurch seine spirituelle Größe und Reinheit zum Ausdruck kommen (RaMChaL, Da'at Tewunot). Am Schein des Rabbi Nathan dem Strahlenden war für alle die hohe Qualität seiner Umkehr abzulesen. Vielleicht möge jemand behaupten, letztendlich hinterließen doch sicher auch seine früheren Taten irgendeinen Eindruck? Dem ist aber nicht so, denn "der Ba'al Tschuwa meine nicht, er sei wegen seiner Sünden und Verbrechen weit entfernt von der Stufe (der Vollendung), die die Gerechten erreichen. Dem ist nicht so, er wird vielmehr von G~tt so innig geliebt, als hätte er niemals gesündigt" (Maimonides, Gesetze von der Umkehr, 7,4). "Die Tschuwa bringt die G~ttfernen Ihm nahe. Gestern konnte der Mensch noch g~ttfern sein, von Ihm gehasst und vollkommen verworfen sein, und heute schon wird er innig von Ihm geliebt, ist Ihm nahe und wird Sein Liebling" (7,6).

Obwohl sie der Vergangenheit angehört, ist die Geschichte von Rabbi Nathan dem Strahlenden ohne weiteres übertragbar auf jeden, der sich überwindet und sich von jedem individuellen Sündenfall in Tschuwa abwendet, wie auch immer er geartet sein mag. Der Böse Trieb befällt jeden Menschen auf andere Weise und in unterschiedlicher Intensität. Rabbiner Chaim Vital (Schüler des Ari sel.) erklärte in seinem Werk Scha'arej Keduscha über die "tierische" Seele [die körperlichen Aspekte] des Menschen, sie beruhe auf vier Fundamenten, und von denen erwachsen ihm verschiedene Versuchungen. Vom Fundament des Staubes - Traurigkeit und Faulheit. Vom Fundament des Feuers - Stolz und Zorn. Vom Fundament des Wassers - die Liebe der Vergnügungen, d.h. die Begierden. Vom Fundament des Windes - die üble Nachrede, Tratsch und Klatsch, Selbstbeweihräucherung, Lästerei usw. Manchem fehlt die Faulheit, doch hat er z.B. mit Zorn und Begierden zu kämpfen. Mancher verspürt kaum Neigung, über andere Leute zu tratschen, doch muss er sich mit Traurigkeit auseinandersetzen, und entsprechend gibt es viele andere Kombinationen.

Der Sohar (Truma 163a) bringt ein sehr eindrucksvolles Gleichnis dazu von einem König, der einen einzigen Sohn hatte, den er über alles liebte, und in seiner Liebe befahl er ihm, sich niemals einem 'leichten Mädchen' zu nähern, denn jeder, der sich mit leichten Mädchen abgibt, ist nicht würdig, den Königspalast zu betreten. Außerhalb des Königspalastes befand sich eine solche Dame von gutem Aussehen, und der König bat sie, seinen Sohn zu verführen, um dessen Liebe zu ihm auf die Probe zu stellen. Da machte sich diese Frau auf und versuchte, den Sohn des Königs auf allerlei Weise zu verführen. Wenn der Sohn auf seinen Vater hört, wird er sie ermahnen, nicht auf sie hören und sie fortschicken, und dann würde sich der König an seinem Sohn freuen, ihn in die Geheimgemächer des Palastes einführen, ihm große Geschenke machen und ihm große Ehre zuteilwerden lassen. Und wem hätte der Sohn all das Gute zu verdanken? Doch wohl jener Frau! Diese Frau erfährt nun Lob von beiden Seiten - denn einerseits führte sie den Willen des Königs aus, andererseits verursachte sie dem Sohn, mit allem Guten bedacht zu werden.

Der König ist der Herr der Welt, und der Sohn ein jeder von uns. Und jene Dame, die zu verführen kam, ist ein Beispiel für den Bösen Trieb, der zu jedem Menschen auf unterschiedliche und kreative Weise kommt. So ergibt sich, dass die Geschichte von Rabbi Nathan dem Strahlenden in Wahrheit die Geschichte eines jeden Einzelnen ist. Möge es G~ttes Wille sein, dass durch die Kraft Jom Kippurs das Licht der Seele wie eine Kerze über dem Kopf eines jeden erstrahle, der mit sich wirklich vor G~tt ins Reine kommen will.




Frage und Antwort - SMS
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. 
Hier eine kleine Auswahl

Frage: Darf man zwischen den Segenssprüchen unter der Chuppa singen?
Antwort: Nein. Das gilt als eine [disqualifizierende] Unterbrechung der Segenssprüche. Immer, wenn Leute zu singen anfingen, forderte sie Rabbiner Awraham Schapiro sel. (früherer aschkenasischer Oberrabbiner Israels) auf, damit aufzuhören, indem er seine Hand erhob, weil es durch alle Generationen unüblich war.

Frage: Wie ist es möglich, dass Leute einerseits streng religiös sind, andererseits aber sich in abstoßender Weise verhalten?
Antwort: Das ist ein Fall von Entweihung des heiligen Namens (Chillul Haschem).

Frage: Darf ich ein Buch in einem Buchladen lesen, obwohl ich es nicht kaufen will, wenn ich vorsichtig bin, es nicht zu beschädigen?
Antwort: Das ist Diebstahl. Das Buch gehört dem Laden, und es ist verboten, es ohne Erlaubnis zu benutzen.

Frage: Ist es verboten, WhatsApp zu benutzen?
Antwort: Wenn es üble Nachrede, Beleidigungen und leeres Geschwätz usw. enthält.

SMS177-178


Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 22.05-23.00
 israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
Telefon: +972 (0)72 3332925
SMS: +972 (0)55 9663991
Archiv der bisherigen Sendungen:

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MACHON MEIR
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Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
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Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

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Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

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