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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WA'ERA
Nr. 1254
28. Tewet 5780


Diese Woche in der Tora (Ex. 6,2 - 9,35):

G~tt erinnert Moscheh an seinen Bund mit den Vorvätern und das Versprechen, ihren Nachkommen das Land Kanaan zu geben; schickt ihn zu den Kindern Israels, den Auszug anzukündigen, doch sie wollen nichts davon hören; kleine Stammeskunde; Moscheh und Aharon wieder bei Pharao; Wunderzeichen, Pharaos Zauberer machen es nach; die ersten 7 der 10 Plagen.

Haftara: Jecheskel 28,25-26, 29,1-21

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 



HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Die Erschaffung des Volkes Israel

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

Der "hohe Rabbi Löw" aus Prag (MaHaRaL; Nezach Israel, 11.Kap.) erklärte in der ihm eigenen Terminologie, dass unser Anliegen nicht in der Heiligkeit des Einzelnen besteht, die es ja auch bei den Nichtjuden gibt, den sog. "Frommen der Völker", sondern in der Heiligkeit der Allgemeinheit. Das 1. Buch Moscheh (Bereschit, "Genesis") bildet dazu die Einleitung. Am Anfang offenbart sich der Name G~ttes durch Einzelne - Schem, Ewer usw. - danach wendet sich G~tt an ein Volk. Die Vorväter sind unsere Stammväter, darum erfolgt die erste Hinwendung an unseren Stammvater Awraham. Ihm wurde versprochen: "Ich werde dich zu einem großen Volk machen" (Gen. 12,2). Die Bekanntmachung des Namens G~ttes auf der Welt muss durch die Lebenswirklichkeit eines Volkes erfolgen, eines G~ttesvolkes. Der Name Israels ist mit dem Namen des Heiligen, gelobt sei er, verbunden: "Unseren Namen nanntest du in deinem Namen" (aus dem Gebet an Rosch Haschana). Darum erscheint nach den Wochenabschnitten Bereschit-Noach, die von der Menschheit im Allgemeinen handeln, im zweiten Paar, Lech lecha-Wajera, die große Neuigkeit des "Ich werde dich zu einem großen Volk machen", die erste Hinwendung an ein Volk. Unser Stammvater Awraham stellt die Vorstufe des "großen Volkes" dar, den Beginn einer neuen Geschichte in der Welt, von öffentlicher Heiligkeit, göttlicher Heiligkeit, die sich in der Öffentlichkeit offenbart. Aber Awraham selbst ist noch kein Volk, sondern eine Vorstufe: "Ich werde dich zu einem großen Volk machen". Bei unserem Stammvater Jakov beginnt eine Öffentlichkeit Gestalt anzunehmen, die Stämme bilden bereits das Fundament für ein Volk, und das Volk selbst erscheint beim Auszug aus Ägypten. So wie ein Sklave nicht als vollwertiger Mensch angesehen wird, gilt auch ein versklavtes Volk noch nicht als Volk. Die neue göttliche Weltgeschichte von diesem Volk beginnt mit dem Auszug aus Ägypten. Darum ist die ganze Tora mit dem Auszug aus Ägypten verbunden - nicht nur unsere eigenen besonderen Feste, Pessach, Schawuot und Sukkot, sondern auch Rosch Haschana und Jom Kippur, die allgemein-universalen Feiertage, dienen der Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Auch unser Lehrmeister Moscheh und die Tora erscheinen als Folge des Auszugs aus Ägypten. Moscheh, Israel und die Tora sind eine einzige Angelegenheit. Moscheh "wiegt ganz Israel auf" (Midrasch Mechilta), er war es, der die Tora vom Sinai empfing (Mischna "Sprüche der Väter" 1,1) und sie dem Volk Israel übergab. Alles begann mit dem Auszug aus Ägypten.

Darum besteht das besondere Anliegen des zweiten Wochenabschnitts im Buch Schemot ("Exodus") in der Offenbarung G~ttes vor dem Volk Israel, das nun wirklich schon ein Volk ist. Wir sind ein Volk, das sich gänzlich aus den Enkeln der Vorväter zusammensetzt, mit denen der Bund der Vorväter geschlossen wurde. Aus diesen Vorvätern entstand "das Volk, das ich mir gebildet" (Jeschajahu 43,21), über die ganze Verkettung des Buches Bereschit bis hin zur Offenbarung der großen Neuerung des Volkes der Freiheit. Vorher jedoch kommen zwei Wochenabschnitte notwendiger Vorbereitungen für den Auszug aus Ägypten, Schemot-Wa'era, bis "er sie durch starke Hand aus seinem Lande treiben wird" (Ex. 6,1). Jetzt begegnen wir der Vollendung der göttlichen Behandlung, des großartigen göttlichen Werkes des Übergangs von den Vätern zu den Nachkommen, der Schaffung des Volkes der Nachkommen aus der Wurzel der Vorväter.




Am Schabbes-Tisch...


Maß für Maß

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Sagten die talmudischen Weisen: "Mit dem Maß, mit dem ein Mensch misst, wird er selbst gemessen" (Mischna Sota 1,7), G~tt misst immer 'Maß für Maß', wie der Prophet Jirmijahu sagte (32,19): "Groß im Rate und mächtig im Ausführen, du, dessen Augen offen sind über all den Wegen der Menschenkinder, einem Jeglichen zu geben nach seinen Wegen und nach der Frucht seiner Handlungen". Hier wird G~tt "groß im Rate genannt", weil er Umstände und komplizierte Zusammenhänge arrangiert, um den Schuldigen zu bestrafen nach dem Maß seiner Sünde und auf den Wegen, auf denen er sündigte (siehe Sefer HaIkarim 4,9).

Zum Beispiel in der Mischna Sota (s.o.) "Sie hat sich zur Sünde geputzt, daher hat G~tt sie verunziert; sie hat sich zur Sünde entblößt, daher hat G~tt sie bloßgestellt usw.".

Ebenso im umgekehrten Fall, wenn man den guten Weg wählte, wie bei Rabbi Elieser und Rabbi Akiwa (Schabbat 127b): "Und wie du mich zu meinen Gunsten beurteilt hast, so möge G~tt auch über dich zu deinen Gunsten urteilen".

Diese Art der göttlichen Führung bedeutet eine von den Offenbarungen der individuellen göttlichen Vorsehung, die es mit jedem Einzelnen genau nimmt, und sie öffnet dem Erfolg der rein gehaltenen menschlichen Seele ein großes Tor. Denn wenn den Menschen g~ttbehüte Leiden befallen, kann er sich prüfen, wobei er sich nicht richtig verhalten hatte, indem er die Art der Leiden betrachtet.

Auf gleiche Weise lassen sich die zehn Plagen betrachten, die G~tt den Ägyptern verabreichte (im Folgenden verwenden wir Teile aus dem Kommentar Kli jakar zu Ex. 7,17).

Als "sich alles Wasser, das im Fluss, in Blut verwandelte" (Ex. 7,20), war das 'Maß für Maß' den Ägyptern, die den Fluss von einer Quelle des Lebens für lange Zeit in ein Schlachtfeld für israelitische Neugeborene verwandelt hatten. Und Pharao, der sagte: "Mein ist der Fluss, und ich habe ihn mir gemacht" (Jecheskel 29,3), zeigte G~tt, dass er überhaupt keine Macht über den Fluss hatte. Darüber hinaus war das Fischsterben auf ihre Absicht gemünzt, den Israeliten den Segen "und sie mögen sich mehren wie die Fische zur Menge im Lande" (Gen. 48,16) zu verwehren.

"Und die Frösche kamen herauf und bedeckten das Land Ägypten" (Ex. 8,2). Die Ägypter litten hauptsächlich am Gequake der Frösche, die sich überall breitmachten, sodass sie keine Ruhe mehr fanden und nicht einschlafen konnten, bis sie ganz verrückt wurden. Damit haben wir ein 'Maß für Maß' dafür, dass sie weghörten und sich nur um ihre Angelegenheiten kümmerten, aber nicht um die Hilferufe der Israeliten, die mit drückender Zwangsarbeit ausgebeutet wurden und ihre Söhne in den Fluss werfen mussten.

"Da ward das Ungeziefer am Menschen und am Vieh; aller Staub des Landes ward Ungeziefer im ganzen Land Ägypten" (V.13). Bei dem Ungeziefer handelte es sich um Parasiten, die sich vom Blut des Menschen ernähren. Diese Plage bedeutete 'Maß für Maß', weil die Ägypter den Lebenssaft der Israeliten aussaugten, indem sie sie mit Zwangsarbeit zugunsten Ägyptens knechteten, begleitet von physischen und psychischen Qualen.

"Es kamen Tiere der Wüste in schwerer Menge zum Hause Pharaos und zum Hause seiner Diener, und im ganzen Lande Ägypten wollte das Land zugrunde gehen vor dem Tier der Wüste" (V.20). Maß für Maß wegen des Verhaltens der Ägypter wie wilde Tiere, die andere zum Füllen ihrer Bäuche reißen, ohne Rücksicht und Gnade.

"Über Pferde, über Esel, über Kamele, Rinder und Schafe - eine sehr drückende Seuche" (Ex. 9,3). Als die Kinder Israel nach Ägypten kamen, hatten sie viel Vieh, und nun mussten sie stattdessen mit Lehm und Ziegeln arbeiten, wodurch ihnen ihr Vieh verlorenging - darum "starb alles Vieh Ägyptens" (V.6).

"Und er ward zum Aussatz, der in Blattern ausschlug an Menschen und an Vieh" (V.10). Der Aussatz gehört zu den schwersten körperlichen Qualen, wie es bei den Prüfungen Ijows heißt: "Da antwortete der Ankläger dem Ewigen und sprach: Haut vor Haut, und alles, was der Mensch hat, gibt er für sein Leben" (2,4). Dies kam zum Ausgleich der Körperqualen der Israeliten bei ihrer Knochenarbeit, und dafür, dass sie die jüdischen Frauen von ihren Männern trennten, denn Aussatz stört beim intimen Zusammenleben (Midrasch Bereschit raba 41), wie die Weisen zum Vers "Und der Ewige plagte Pharao mit großen Plagen und auch sein Haus, wegen Sarai, der Frau Awrams" (Gen. 12,17) erklärten.

"Und es war Hagel, und Feuer um sich greifend mitten im Hagel, gewaltig schwer" (Ex. 9,24). Die Plage des Hagels erhielt Pharao, weil er nicht auf das Wort G~ttes hören wollte, und darum ließ ihn G~tt furchtbare und erschreckende Töne hören, von Hagel, der überall, wo er niedergeht, alles zerstört, der auf dem Wege des Wunders sowohl Eis als auch Feuer enthält. Darum gab Pharao gerade hierbei seine Sünde zu und sagte: "Ich habe gesündigt dieses Mal! Der Ewige ist der Gerechte, und ich und mein Volk sind die Frevler" (V.27).

"Und hierauf kamen die Heuschrecken (arbäh) über das ganze Land Ägypten und ließen sich nieder im ganzen Gebiet Ägyptens in großer Menge" (Ex. 10,14). So wie die Ägypter auf einmal über die Israeliten herfielen, so fielen die Heuschrecken in einer alles vernichtenden Wolke über Ägypten her und ließen nichts übrig. Auch wollten sie Israel an der Verwirklichung des göttlichen Segens "dass ich deine Nachkommen mehren (arbäh) werde" (Gen. 22,17) hindern, als sie sagten: "dass es sich nicht vermehre" (Ex. 1,10).

"Und es war eine dichte Finsternis im ganzen Lande Ägypten drei Tage" (Ex. 10,22), weil die Ägypter Israel, das Licht der Welt, verdunkeln wollten, wie es heißt: "Und es wandeln Nationen bei deinem Lichte" (Jeschajahu 60, 3), denn wegen der Knechtschaft konnten die Israeliten ihre göttliche Seele nicht offenbaren. Ebenso verringerten die Ägypter die Geburtenrate, sodass es weniger erleuchtende Seelen auf der Welt gab, denn "eine Leuchte des Ewigen ist des Menschen Seele" (Sprüche 20,27).

"Da schlug der Ewige alle Erstgeburt im Lande Ägypten" (Ex. 12,29). Die Plage der Tötung der Erstgeborenen wird in der Tora ausdrücklich begründet, Maß für Maß: "Und du sollst zu Pharao sprechen: Also spricht der Ewige: Mein erstgeborener Sohn ist Israel. Und ich spreche zu dir: Entlasse meinen Sohn, dass er mir diene! Weigerst du dich, ihn zu entlassen, siehe, so will ich töten deinen Sohn, deinen Erstgeborenen" (Ex. 4,22-23).

Möge es der göttliche Wille sein, dass uns schnell und in unseren Tagen der Anblick entsprechend dem Schriftvers: "Die Vergeltung der Frevler siehst du an" (Psalm 91,8) Maß für Maß vergönnt sein wird, wenn sich an allen Feinden Israels erfüllt: "Ihr Schwert dringt in ihr eigenes Herz, und ihre Bogen werden zerbrochen" (Psalm 37,15).


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