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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJERA
Nr. 1244
18. Marcheschwan 5780


Diese Woche in der Tora (Gen. 18,1-22,24):

Besuch der 3 Engel bei Awraham, Ankündigung Saras Sohn, Verhandlung mit G~tt über Sdom, Engel bei Lot, Vernichtung von Sdom und Amora, Lot und seine Töchter, Awraham und Sara bei Awimelech, Geburt Jizchaks, Vertreibung Hagars und Jischma'els, Bündnis mit Awimelech, Opferung Jizchaks/Widder, göttliches Versprechen zahlreicher Nachkommenschaft und Segen für alle Völker der Erde.

Haftara: Könige II, 4, 1-37


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Am Schabbes-Tisch...

Der verlorene Garten Eden

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

In unserem Wochenabschnitt wird geschildert, wie die drei Engel bei unserem Stammvater Awraham ankommen - "und zu den Rindern lief Awraham" (Gen. 18,7). Awraham beeilt sich, ihnen eine Mahlzeit zu bereiten. Der Midrasch (Pirke deRabbi Elieser) schildert, wie das Rind ausriss und Awraham ihm nachlief, wobei dieses Rind ihn zu einer verborgenen Höhle leitete, aus der ein Geruch wie aus dem Garten Eden strömte und wo brennende Kerzen standen - die Machpela-Höhle. In der Höhle befanden sich die Gestalten von Adam und Chawa ("Eva") auf ihren Ruhestätten liegend. Mit anderen Worten: Es bestand eine Verbindung zwischen der Mildtätigkeit und der Behändigkeit unseres Stammvaters Awraham mit dem Garten Eden. Der Wille zur Wohltätigkeit offenbart in uns den verlorenen Garten Eden, die ideale Welt der Menschheit, unsere Hingabe und Zugehörigkeit zum Unendlichen, zum Geben. Unser Stammvater Awraham lehrt uns, dass wir mit dem Verfolgen von wohltätigen Zielen an die Quelle unseres Lebens gelangen, zum Duft des Garten Eden. Von hier erhält Awraham die Kraft, sich mit allen Schwierigkeiten auseinandersetzen zu können, die sich in diesem Wochenabschnitt vor ihm auftürmen - die Verteidigung Sdoms, die Auseinandersetzung mit Awimelech und Jischma'el und die Prüfung, ob er Jizchak opfern würde.


Der Stand der Dinge...  

Karikaturen und Wundergeburt


Rav Lior Engelmann 

lehrt an MACHON MEIR, in Kfar Saba und in Ra'anana

Auf den ersten Blick ist doch gar nichts komisch an der Person von Jizchak (jizchak="er wird lachen"). Und dennoch erhielt dieser Mann, der die göttliche Eigenschaft des Heldenmutes verkörpert, der so eine Erhabenheit ausstrahlt, dass seine Zukünftige bei seinem ersten Anblick vom Kamel fällt, der sich widerspruchslos als 37-jähriger als Opfer binden lässt, den überraschenden Namen 'Jizchak'. Seine Geburt war von Anfang bis Ende von Gelächter begleitet. Awraham fällt auf sein Angesicht und lacht. Sara lacht innerlich, sie leugnet es, aber der Engel besteht auf seiner Aussage, sie habe gelacht. Als er geboren wird, scheint die ganze Welt zu lachen, "wer es hört, wird über mich lachen" (Gen. 21,6). Später lacht auch Jischma'el, ein Lachen, das zu seiner Vertreibung führt.

Was ist hier eigentlich so sehr zum Lachen, und warum war es so wichtig, dass diese Geburt von Anfang bis Ende von Lachen begleitet wird?

Das Lachen entsteht, wenn die bekannte und natürliche Ordnung durchbrochen wird. Stellen wir uns einen Moment vor, wie Putin bei einem Staatsbesuch von seinem Flugzeug herabsteigt und auf einer Bananenschale ausrutscht. Das ist einfach witzig. Es ist zum Lachen, wenn der ausgefuchste Mann, der mit harter Hand regiert, an einer Bananenschale scheitert. Das war nicht vorhersehbar. Das bekannte Gesetz wurde gebrochen. Schon erklärten die Wortdeuter: zchok (Gelächter) - ze chok (geht aus dem Gesetz). Dort, wo die ehernen Gesetze zerbrechen, entsteht ein großes Gelächter, ein Lachen der Befreiung von den Beschränkungen der Natur, vom Zwang und vom allgemein Akzeptierten.

Das ist eigentlich unsere Geschichte. Wir sind ein "komisches" Volk. Kein rationales Argument kann die jüdische Existenz erklären, die Zauberformel, die dieses Volk erhielt trotz aller Wellen der Feindseligkeit, die es fortzuschwemmen drohten. Das ist nicht natürlich, nicht logisch, das bricht alle Gesetze.

Rabbiner Schimschon (ben) Raphael Hirsch erklärte, dass genau deswegen Jizchak nicht auf natürliche Weise geboren wurde. G~tt wartete, bis Sara und Awraham bereits das Greisenalter erreicht hatten, um das Unglaubliche auszuführen, um es ins Bewusstsein von Awraham und Sara einzuprägen - und danach ins Bewusstsein der ganzen Welt: Dieses Volk ist nicht den Naturgesetzen unterworfen, es tritt aus dem Gesetz aus, es sorgt für Gelächter und Wunder, was die rationale Welt nur schwer verdauen kann. Nicht nur Jizchak, sondern auch Jakov und einige seiner Söhne wurden geboren, nachdem schon kaum noch Hoffnung darauf bestand; so ist das halt, wenn ein Wundervolk geboren wird. Auch unser Glauben ist wundersam - welches Volk glaubt sonst noch an die Heiligkeit des Lebens, welches andere Volk steht sonst noch an seinem Neujahrstag und betet und glaubt, dass "alle zu einem einzigen Bund" werden, während die Welt aussieht wie ein blutendes Menschenbündel. Awraham lachte offen heraus, und Sara lachte innerlich. Ihr Lachen rührte nicht von einem Mangel an Glauben her, im Gegenteil, gerade weil sie daran glaubten, war das so sehr komisch und wunderbar.

Und als Sara abstritt, gelacht zu haben, war es wichtig, darauf zu bestehen - Du hast gelacht! Zu Recht hast du gelacht! Hier wurde ein Wunder geboren.

Und die rationale Welt tut sich schwer, dieses Wunder zu verdauen; die Spötter jenes Zeitalters behaupteten, Jizchak wäre der Sohn Awimelechs. Ist das nicht logisch? Das Wunder ist zwar am Körper Saras erkennbar, aber Awraham bleibt ein Greis, und neun Monate vorher war sie in Gefangenschaft bei Awimelech - der Fall liegt doch glasklar. Auch stellte man das ganze Wunder infrage und behauptete, sie hätte ein ausgesetztes Kind aufgenommen, da brachte man ihr Kinder, um sie zu säugen, um ihre Mutterschaft unter Beweis zu stellen. Doch alle Beweise nützten nichts, und im Laufe der Generationen würden sie von uns antisemitische Karikaturen zeichnen, in denen wir seltsam und anders aussehen, denn der Welt fällt es schwer, unsere Andersartigkeit zu akzeptieren, die tatsächlich existiert, und was ist leichter, als das Judenproblem mit einer Hakennase im Gesicht eines Wucherers zu lösen. Denn ein Wunder bleibt ein Wunder, entweder staunst du und wunderst dich, oder du spielst es herab und machst es lächerlich, wie Jischma'el. Und obwohl es Sara gelang, alle Neugeborenen zu säugen, kann man wohl davon ausgehen, dass der Spott hinter ihrem Rücken weiterging. So ist das eben. Es ist schwer, ein Wunder mit logischen Beweisen einzugrenzen. In der Zwischenzeit ist es wichtig, dass wir laut lachen und dieses Wunder erkennen.


Der Stand der Dinge...  

Das Engelsichten

Rav Nathan Kotler
MACHON MEIR

Das Haus unseres Stammvaters Awraham: eine Schule des Engelsichtens

Im Tanach (Tora, Propheten, Schriften; die Bibel) werden viele Begegnungen von Menschen mit Engeln beschrieben. Bei manchen war den Menschen überhaupt nicht klar, dass sie es mit einem Engel zu tun hatten, bei anderen war es ihnen schon klar, aber sie wurden von großer Furcht erfasst, so wie Manoach, der zu seiner Frau sprach: "Wir müssen sterben, denn einen G~tt haben wir geschaut" (Richter 13,22). Doch bei einem Teil der Begegnungen verstanden die Menschen, dass sie Engel vor sich hatten und fürchteten sich nicht vor ihnen, so wie Hagar, die Magd Saras, die nacheinander vier oder fünf Engel sah und sich nicht vor ihnen fürchtete (Midrasch Bereschit raba 45,7).

Wie kam es, dass Hagar die Engel erkannte und sich nicht vor ihnen fürchtete?

Die talmudischen Weisen offenbaren uns dazu eine interessante Idee: "Sagte Rabbi Jizchak: Sie bewacht die Gänge ihres Hauses (Sprüche 31,27), das lehrt, dass die Hausgenossen unseres Stammvaters Awraham Seher waren, und sie [Hagar] war es gewohnt, welche zu sehen" (Midrasch ebda.). Rabbi Jizchak lehrt uns, dass man in Awrahams Haus lernte, Engel zu sehen, und deshalb hießen diese Leute "Seher". Awrahams Haus war auch eine Schule, in der man lernte, den Engel in jedem Menschen zu sehen. Unser Stammvater Awraham lehrte die Welt, dass in jedem Menschen ein Engel steckt, man muss nur an ihn glauben und das Gute in ihm offenlegen, dann offenbart sich die Engelhaftigkeit und erleuchtet die Welt.

G~tt glaubt an den Menschen

Unser Stammvater Awraham war ein Revolutionär, der das Antlitz der Menschheit änderte. Er war der Erste auf der Welt, der die Menschheit lehrte, dass G~tt an den Menschen glaubt. Awraham sah das Gute in Lot, und darum nahm er ihn mit auf die Reise (Gen. 12,5). Awraham sah das Gute sogar in Götzendienern und behandelte sie mit Respekt und Anständigkeit (Neziw). So schloss er einen Bund mit Awimelech (Gen. 12 und weiter), und wie beim Erwerb der Machpela-Höhle von den Chittitern (23.Kap.), obwohl ihm das ganze Land Israel versprochen war. Unser Stammvater glaubte an das Gute in der Welt, und darum kämpfte er für die Rettung des Unterdrückten aus der Hand seines Unterdrückers, und gegen das Böse, das in der Welt tobte, und zog in den Krieg gegen die vier Könige (14.Kap.). Nach dem Krieg befreite unser Stammvater Awraham die Kriegsgefangenen und gab ihnen ihr Eigentum zurück, weil er daran glaubte, dass jeder Mensch an sich frei geboren ist und frei bleiben soll.

Und warum erschienen die drei Engel am Anfang des Wochenabschnitts Wajera in Gestalt von Menschen? Unser Stammvater Awraham sah das Gute in den drei Leuten, die zu ihm gelangt waren "in der Hitze des Tages" (Gen. 18,1). Immer sah er den Engel im Menschen.

Awraham glaubte an das Potenzial der Besserung von Sdom und bat um die Rettung der Stadt, wenn sich dort wenigstens zehn Gerechte fänden. Er sah das Gute in Hagar und Jischma'el und darum fiel es ihm so schwer, sich von ihnen zu trennen.

Ein Edelstein, der das Edle abbildet

"Rabbi Schimon bar Jochai sagte: Ein Edelstein hing am Halse unseres Vaters Awraham, und jeder Kranke, der ihn ansah, genas sofort. Als unser Vater Awraham aus der Welt schied, hing ihn der Heilige, gepriesen sei er, an das Sonnenrad" (Baba batra 16b).

Was hatte es mit diesem Edelstein auf sich, und warum wurden alle, die ihn ansahen, geheilt?

Unser Stammvater Awraham sah das Gute in jedem Menschen und hielt jeden Menschen für einen Edelstein, der vielleicht höchstens etwas geschliffen und zu dem Verständnis gebracht werden muss, dass G~tt ihn liebt und ihn besonders geschaffen hat mit einer Aufgabe, die nur er ausführen kann. Awraham lehrte Alle, das Gute in sich zu sehen. Darum lässt sich vielleicht sagen, dass der "Edelstein", den unser Stammvater Awraham an seinem Hals trug, ein geschliffener Stein war, in dem jeder Mensch das in ihm verborgene Gute widerspiegelt sehen konnte. Demnach wurde jeder, der das Gute bei sich sah, von der Verzweiflung und der negativen Ansicht von sich selbst und der Welt 'geheilt'.

Eine der großen neuen Auslegungen des Rabbi Nachman von Breslav besagt, dass der Glaube an das Gute im Menschen auf die Wirklichkeit wirkt, "und dadurch, dass er an ihm etwas Gutes findet und ihn nach der guten Seite beurteilt, hebt er ihn wirklich auf die gute Seite und kann ihn so zu bußfertiger Umkehr bringen" (Likutej Moharan 282).


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