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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TRUMA
Nr. 1259
4. Adar 5780


Diese Woche in der Tora (Ex. 25,1 - 27,19):

Sachspendenaktion zum Bau des Wüstenheiligtums (Bundeslade, Tisch der Schaubrote, Leuchter, Stiftszelt, umgebende Trennwand, Vorhänge, Altar), Maße und Anordnung der einzelnen Teile.

Haftara: Könige I, 5, 26-32, 6, 1-13

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Der Stand der Dinge...  

Wahlen? Höchste Gefahr!
   

Rav Schlomo Aviner
Leiter der Jeschiwa "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

RavAviner

[Interview]

Frage: Ist es vor Wahlen erlaubt, oder vielleicht sogar geboten, schlimme Dinge über die Kandidaten zu veröffentlichen, da es doch der Stärkung der Nation dient?

Antwort: Im Gegenteil, das ist der Untergang der Nation. Grundloser Hass und üble Nachrede (laschon hara) zerstören die Nation.

F: Wie kann man dann die Vorzüge seiner Partei präsentieren?

A: Ein großes Prinzip stellte Rabbi Israel Salanter auf: Grabe dem Anderen keine Grube, sondern baue dir selbst einen Hügel. Erkläre deine Vorzüge, aber schwärze Andere nicht an. Sage nicht: Ich bin großartig, und alle Anderen sind einen Dreck wert. Es lässt sich gar nicht beschreiben, welchen Schaden sowas der Nation zufügt.

F: Wir sehen aber doch auch Himmelsfürchtige, die sich so etwas erlauben. Auf welche Erlaubnis stützen sie sich?

A: Das ist ein Beispiel für einen traurigen Witz: "Die Erlaubnis des Rabbi Huna". "Sagte Rabbi Huna: Es begeht ein Mensch eine Sünde und wiederholt sie immerzu, bis sie ihm als Erlaubtes erscheint".

F: Und was ist nun wirklich erlaubt?

A: Man darf über unterschiedliche Ansichten debattieren. Übrigens gibt es einen Unterschied zwischen Ansichten und Tatsachen. Man darf die Ansicht des Gegners verneinen, aber keine Tatsachen verfälschen. Das ist auch nach dem bürgerlichen Gesetz verboten, und man kann dafür auf Hunderttausende verklagt werden. Es nützt auch nichts zu behaupten, 'das habe ich von Soundso gehört'.

F: Demnach ist das kein neues Problem?

A: Genau. Es wird allerdings durch die neuen Medien verstärkt: feindselige Plakate, Radio, Fernsehen, E-Mail, WhatsApp, soziale Netzwerke und dergleichen mehr. Die dadurch erzeugte moralische Versumpfung ist geradezu unermesslich. Das ist schlimmer als viele in der Tora genannte Sünden; sagten doch die talmudischen Weisen, 'wer üble Nachrede verbreitet ist so schlimm wie ein G~ttesleugner' (Archin 15b).

F: Wie lässt sich das verstehen? Er ist doch ein religiöser Jude!

A: Die Weisen selbst nennen dazu den Vers: "Die schon sagen: unserer Zunge schaffen wir die Herrschaft, unsere Lippen sind mit uns, wer ist uns Herr!" (Psalm 12,5).

F: Die Weisen sagten auch, die üble Nachrede wiege so schwer wie Götzendienst, Unzucht und Blutvergießen (Archin ebda.). Wie ist das zu verstehen? Das sind doch extrem schlimme Sünden?

A: Das Buch Orchot Zadikim gibt dazu im Kapitel über die üble Nachrede einige Antworten:

- weil der Mensch mit der üblen Nachrede wieder und wieder sündigt, und selbst eine leichte Sünde, die man häufig wiederholt, wird zu einer schweren, so wie Millionen Haare zusammen.

- weil man diese Sünde für unbedeutend hält und darum keine bußfertige Umkehr ausführt.

- weil der Schaden über Jahre und alle Generationen andauert.

- weil der Betreffende vergisst, was und gegen wen er geredet hat, und kann darum nicht um Vergebung bitten, was ihn an der bußfertigen Umkehr hindert.

Diesen Worten ist hinzuzufügen, wie es heißt: "Verflucht sei, der seinen Nächsten im Geheimen schlägt" (Dt. 27,24).

F: Und zum Abschluss?

A: So wie wir uns um den Umweltschutz und die Lebensqualität sorgen und Umweltverschmutzer an den Pranger stellen, müssen wir uns, und sogar noch mehr, um den Schutz und die Qualität der spirituellen Umwelt kümmern.




HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Die Bundeslade, der Leuchter und der Brotetisch

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

"Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne" (Ex. 25,8). Die Architektur des Tempels wird durch Prophetie bestimmt. Im Buche Schmu'el wird erzählt, wie Schmu'el und David "in Najot in Rama" saßen (Schmu'el I, 19,18-19). "Sie saßen in Rama und befassten sich mit dem Schmucke (noj) der Welt" (Sewachim 54b). Sie saßen beisammen und entwarfen kraft ihrer Prophetie einen detaillierten Bauplan für den Tempel, so wie es einen detaillierten Bauplan für das Wüstenheiligtum gab, "nach der Weise, wie dir gezeigt worden auf dem Berge" (Ex. 26,30).

Die göttliche Präsenz verbindet sich mit dem Tempel, aber das Innere, die Seele, die Hauptsache des Tempels konzentriert sich in der Bundeslade. Von höchstem Rang ist diese "Lade des Zeugnisses"; das Allerheiligste, das Gehirn, das Herz, die lebende Lebendigkeit des Tempels. Vor allem sind die Tora und der Heilige, gelobt sei er, die Hauptsache im Tempel, die Seele des Tempels. Hier beginnt "das Wohnen in ihrer Mitte" (s.o.), auf dem Erdboden, in dieser Welt. "Die Lade nimmt keinen Raum ein" (Megilla 10b). Die Lade ist etwas Wirkliches, Handfestes, lässt sich aber nicht messen. "Er hat nicht die Gestalt eines Körpers und ist unkörperlich" (Jigdal, das von G~tt handelt), wo ihr Wesen doch von G~tt und der Tora bestimmt wird. Von dieser innersten Innerlichkeit aus ergießt sich eine Fülle an Licht und Lebensheiligkeit auf das ganze Land, auf das ganze Volk und auf die ganze Welt.

Von der Lade gelangt die Fülle zum Brotetisch und zum Leuchter, den zwei Seiten des Lebens. Der Tisch auf der Nordseite, und der Leuchter auf der Südseite - oder mit anderen Worten: Wirtschaft und Kultur, das Materielle und das Spirituelle, wie es beim "Kusari" heißt (II,26). Der Leuchter ist für das Licht da, das Licht der Tora, das Licht des Verstandes, das Licht des Wissens - Kultur und Weisheit. Der Tisch ist für das Brot da, die Wirtschaft. Diese beiden Übertragungswege - des ganzen Lebens und aller Ordnungen des Dienstes an G~tt - folgen aus "und lege in die Lade das Zeugnis, das ich dir geben werde" (Ex. 25,16). Vom Fundament des Lebens im Allerheiligsten dient der Mensch im zweiten Teil des Tempels: "und der Vorhang mache euch eine Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten" (Ex. 26,33) - eine Unterscheidung, aber keine Trennung. Das Brot und das Licht sind nicht als getrennt von der Tora zu sehen, sondern als ein Ergebnis derselben. Aufgrund der Tora gibt es Erfolg und Segen sowohl beim Brot bzw. der Wirtschaft in Israel und in der ganzen Welt, als auch bei der Kultur bzw. der Spiritualität der Gesellschaft. Das steht in Zusammenhang mit dem Licht der Tora, das bis jenseits des Vorhangs leuchtet: "Wer weise werden will, wende sich gegen Süden, wer reich werden will, wende sich gegen Norden" (Baba batra 25b).

Diese drei Dinge, die Bundeslade, der Brotetisch und der Leuchter gehören in einem Atemzug genannt, allerdings gibt es Rangunterschiede zwischen ihnen: "und der Vorhang mache euch eine Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten". Das Allerheiligste ist das Herz, die Quelle, die Seele. Die Heiligkeit ist nicht als etwas Schwächliches oder Unproduktives zu verstehen, im Gegenteil, sie ist der stärkste Ausdruck der Wirklichkeit, wie die talmudischen Weisen sagten: "Das Heilige existiert auf ewig" (Sanhedrin 92a). Existenz ist Wirklichkeit. Die Heiligkeit entspringt der Quelle des Heiligen, der wahrhaftigen Wirklichkeit. "...und alle Geschöpfe ... nur eine Folge der Wahrhaftigkeit seines [G~ttes] Daseins sind" (Maimonides, Fundamente der Tora, §1, Hal.1). Weil es eine seelische Quelle gibt, gibt es auch Raum für Erweiterung und Ausbreitung.





Am Schabbes-Tisch...

Weltneuschöpfung

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

"Und es war vollendet das ganze Werk an der Wohnung des Stiftszeltes" (der Mischkan; Ex. 39,32). Es gibt viele Midraschim, die den Bau des Wüstenheiligtums (mobiler Vorläufer des Tempels in Jerusalem) als Parallele zur Erschaffung der Welt sehen. Zum Beispiel im Midrasch Bemidbar raba (§12) beschreiben die talmudischen Weisen, wie jedes Geschöpf auf der Welt zum zweiten Mal durch die Aufstellung des Wüstenheiligtums 'geschaffen' wurde; das geht so weit, bis dass die Weisen den Vers: "Und es geschah am Tage, da Moscheh fertig war mit der Aufrichtung der Wohnung" (Num. 7,1) mit dem Vers: "Und G~tt hatte vollendet am siebenten Tag sein Werk, das er gemacht" (Gen. 2,2) verglichen.

Das Wüstenheiligtum, der Mischkan, auf dem die göttliche Präsenz ruht, repräsentiert die wirkliche Welt. Bei den Arbeiten zum Mischkan lernen wir, wozu die Metalle auf der Welt geschaffen wurden; wozu die Baumstämme auf der Welt bestimmt sind; wofür es unterschiedliche Arten von Stoffen gibt; welchen Zweck bestimmte Tiere in der Wirklichkeit haben, und worin unsere Bestimmung liegt - und sie alle streben ein einziges Ziel an: die Annäherung an G~tt! Die Welt wurde nicht für das materielle Leben und die physische Bedürfnisbefriedigung geschaffen; das Ziel des Ganzen lautet: Truma (der Name dieses Wochenabschnitts; siehe Ex. 25,2 - 'Hebe'), nicht nur eine Abgabe, sondern auch spirituelle Erhebung.

Wie macht man das? - "Und es war vollendet das ganze Werk an der Wohnung des Stiftszeltes" (bei Rabbiner Samson [ben] Raphael Hirsch liest sich dieser Vers folgendermaßen: "Die ganze zu lösende Aufgabe der Wohnung des Zusammenkunftsbestimmungszeltes war vollendet") - also durch "Werk" und "Zusammenkunft". Wir arbeiten an unseren Kräften und bereiten auf diese Weise die Zusammenkunft mit dem Schöpfer der Welt vor.

Wenn der Mensch G~tt näherkommt, wenn sich der Mensch zu seinem Schöpfer erhebt, während er in seinem Herzen seinen persönlichen Mischkan baut - schöpft er sich selbst aufs Neue. Er wird neu geboren.




Frage und Antwort - SMS
   

Rav Schlomo Aviner
Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. 
Hier eine kleine Auswahl:

Frage: Wenn man nicht-koscheres Geschirr von einem Nichtjuden erworben hat, was soll man zuerst tun: es kaschern oder in einer Mikwe untertauchen?
Antwort: Erst kaschern.

Frage: Darf man am Schabbat mit dem Finger auf einem beschlagenen Fenster schreiben?
Antwort: Nein.

Frage: Gabe es jemals einen Propheten, der zum Judentum konvertiert war?
Antwort: Der Prophet Owadja.

Frage: Hatte Rabbiner Zwi Jehuda Kuk mit Absicht kein Jiddisch gesprochen?
Antwort: Er sprach Hebräisch, außer mit jemandem, der nur Jiddisch verstand. Doch das kam selten vor.

SMS182-183



Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 22.05-23.00
 israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
Telefon: +972 (0)72 3332925
SMS: +972 (0)55 9663991
Archiv der bisherigen Sendungen:

www.kimizion.org/shiur/shut.html
 

MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch -Französisch - Spanisch/Portugiesisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
-ULPAN GIJUR
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

Lernen Sie bei uns über das Judentum, stärken Ihren Glauben im Geiste der Liebe zu den Geschöpfen in einem reichhaltigen und umfassenden Programm mit persönlicher Note, Verbindung zu Torapersönlichkeiten, Unterbringung in besonderer, familiärer Atmosphäre.
Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

Einzelheiten: Spanisch - Tel. +972 (0)2 6512194, +972 (0)52 4621830
Russisch - +972 (0)2 6537835
 

SPENDEN
Überweisungen an:
MACHON MEIR, Konto bei Postal Bank, Jerusalem, Konto Nr. 4-16179-3 oder  
Bank Mizrahi-Tefahot, Jerusalem
Bank Code 20, Branch 539
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IBAN: IL19 0205 3900 0000 0128 018

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Lichterzünden/Schabbatausgang in:
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