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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TASRIA-MEZORA
1. Ijar 5780


Diese Woche in der Tora (Lev. 12,1-15,33):

Das Gebot der Beschneidung; Geburtsunreinheit und Reinigungsopfer; Ausschläge, deren Bedeutung für den Reinheitsstatus des Befallenen, die Begutachtung durch den Priester und die Behandlung; Reinigungsprozedur und zugehörige Opfer; entsprechende Behandlung eines vom Aussatz befallenen Kleides oder Hauses; entsprechende Regelungen für Ausflussleidende und die Monatsblutung.

Haftara: Jeschajahu 66,1 - 24 (Rosch Chodesch)


Mittwoch (5. Ijar): Jom Ha'Azma'ut


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Am Schabbes-Tisch...

Reinhaltung der Rede

Rav Joram Elijahu
Rabbiner an MACHON MEIR

RavYoramEliyahu

König Schlomo lehrt uns im Buch Mischle ("Sprüche") den Wert der Rede: "Tod und Leben sind in der Macht der Zunge" (18,21). Erklärt der MaHaRaL ("hohe Rabbi Löw" aus Prag, Netiw halaschon), dass die Betätigung der Zunge von höchster Leichtigkeit sei, während jede andere Tätigkeit wenigstens einen gewissen Willen voraussetzt, irgendeinen Anstoß, diese Handlung zu vollführen. Das Mundwerk braucht das nicht, denn sobald der Mensch etwas sagen will, sagt er es auch, und darum hängt alles von der Zunge ab. Entsprechend erklärte unser Lehrmeister Rabbiner Zwi Jehuda Kuk die normale Ordnung des Hauses Israel - G~tt führte uns aus Ägypten, gab uns die Tora, baute uns das Wüstenheiligtum und ließ seine Präsenz bei uns ruhen. Dann wechselt die Tora von Dingen der Allgemeinheit hinüber zu Angelegenheiten des Einzelnen mit Anleitungen für diverse Zustände im Hause und auf dem Wege. Zuerst befasst sie sich mit dem gesunden Menschen, lehrt ihn das richtige Essen, was koscher ist (Wochenabschnitt Schemini), und dann mit dem kranken. Die auffälligste aller Krankheiten ist der Aussatz, eine Folge der üblen Nachrede (Laschon ha'ra). "Die hauptsächliche Eigenschaft des Menschen ist die Fähigkeit des Sprechens. Das 'Ebenbild G~ttes' zeigt sich durch Verstand und Rede ... Die Rede bringt sein Inneres zum Ausdruck und offenbart es. Daher kommt es, dass die auffälligste Schwäche des Menschen die Schwäche der Sprache ist, denn der Mensch ist 'der sprechende Mensch' (wie es bei der Schöpfung des Menschen heißt: und es ward der Mensch zu einem Leben-Atmenden (Gen. 2,7), was Onkelos auf Aramäisch mit 'redendem Menschen' übersetzt). Aber im Sinne von 'Gutes redend', 'Heiliges redend', 'Ehrliches redend'"; wenn er aber etwas Ungezogenes spricht, wenn er über seinen Nächsten tratscht, wenn er hinterlistig redet, dann stimmt etwas nicht in seinem Inneren, was auch nach außen hin zum Ausdruck kommt, denn das Äußere des Menschen offenbart sein Inneres - dann erscheint der Aussatz" (Gespräche HaRav Zwi Jehuda Kuk, Wajikra S.207).

Unsere Weisen schrieben mit Schärfe von der Größe der Sünde dessen, der üble Nachrede ausbringt, und sagten, das gelte so schwer wie die drei schlimmsten Sünden - Götzendienst, verbotene Beziehungen und Blutvergießen. Darüber hinaus sagten sie: "Wer Verleumdung spricht, verdient, gesteinigt zu werden ... Ferner sagte Resch Lakisch: Wer Verleumdung spricht, steigert die Sünde bis zum Himmel" (Archin 15b). Eine besondere Mission hatte der Chafez Chajim zu erfüllen (Rabbiner Israel Me'ir Hakohen, so genannt nach seinem Werk über die Vermeidung der üblen Nachrede), der nach Rabbiner Zwi Jehuda Kuk dazu "von G~tt auf die besondere Mission der Reinhaltung der israelitischen Rede geschickt wurde". Und in der Einleitung zu seinem berühmten Buch Schmirat Halaschon (Das Hüten der Zunge) schrieb er, jemand, der üble Nachrede verbreitet, verunreinigt nicht nur seine eigene Kraft der Rede, sondern "auch die Redekraft der Allgemeinheit Israels". Und fügte hinzu: "Und von daher können wir die Größe der Zerstörung begreifen, mit der die Gewohnheitsverleumder die Allgemeinheit Israels zerstören".

Vielleicht möge jemand behaupten, wenn das so schlimm ist, sollte man sich lieber ans Schweigen halten, wie im Talmud (Chulin 89a) steht: "Was sei die Beschäftigung des Menschen in dieser Welt? Er stelle sich stumm". Allerdings lehren dazu die Weisen: "Man könnte glauben, auch in Bezug auf Worte der Tora, so heißt es: Gerechtigkeit zu sprechen". "Die 'Beschäftigung des Menschen' ist es, sich dieser seiner fundamentalen Begabung für Reden der Tora, G~ttesdienst (Gebet) und Mildtätigkeit zu bedienen..." (Gespräche ebda.).

Auf ganz besondere Weise hat dies Rabbiner A.J.Kuk in seinem Werk Ejn Aja Schabbat (II, S.253) ausgedrückt, wo er die Talmudstelle kommentiert, nach der der hebräische Buchstabe peh in seiner gewöhnlichen Form und in seiner Schlussform einen geschlossenen bzw. einen geöffneten Mund (hebr.: peh) andeutet. So schrieb Rabbiner Kuk: "Die Rede und das Stillschweigen, beide zusammen bilden die Fundamente der Welt", und er erklärte, dass wenn man die Kraft der Rede dazu benutzt, die Dinge zu reden, für die das Mundwerk bestimmt war, "das Licht der Tora und die wahre Weisheit in der Welt zu verbreiten", dann lassen sich alle Fundamente der Welt damit bauen. Und ebenso, wenn das Schweigen die Lippen vor Nachrede und schädlichem Geschwätz verschließt, dann verschönert auch diese Stille alle Existenz, und "es ergibt sich, dass der offene Mund und der geschlossene Mund ... sowohl den himmlischen Königspalast als auch den irdischen erbauen, um dadurch ewige Heiligkeit auf aller Existenz ruhen zu lassen". Möge es uns beschieden sein, die Kraft der Rede auf die bestmögliche Weise einzusetzen, um dadurch die Welt und alles was darinnen aufzubauen.



Guter Rat

Herrschaft oder Führung

Esther Awrahami
Eheberaterin 

Ehepaare, die sich mit dem Thema der Herrschaft auseinandersetzen, landen beim Kampf, wer von ihnen "die Hosen anhat", die Führungsrolle beansprucht, die Entscheidungen trifft und den Einfluss im Hause ausübt.

Dabei ist es wichtig, vorher die Begriffe der Herrschaft und der Führung zu definieren, um dadurch die Unterschiede zwischen ihnen zu erkennen.

Diese Ehepaare kommen meistens ganz zerbrochen an, mit Narben, die von gegenseitigen Erniedrigungen herrühren. Der Schmerz ist groß, weil er ihre ganze Präsenz erfasst, den Ausdruck ihrer Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl. In der Mehrheit der Fälle gibt einer der Ehepartner nach und verzichtet unter der Annahme, dass so der "Hausfrieden" gesichert sei; bloß nicht streiten, es ist nicht angenehm, in so einer Atmosphäre zu leben, und dergleichen mehr. Ein Mangel an Ausdruck und persönlicher Präsenz kann zu Depression führen, zu Machtkämpfen, oder zu vergleichsweiser Ruhe, bis der Nachgebende explodiert, wobei die Partnerschaft auf der Stelle tritt und zu enden droht.

Der "im Ebenbild G~ttes" geschaffene Mensch möchte und muss auch fühlen, dass er einen würdigen Platz in der Gesellschaft im Allgemeinen und in seinem Haus im Einzelnen einnimmt. Er möchte seine Persönlichkeit auf vollkommenste Weise entsprechend seiner Bestimmung zum Ausdruck bringen. Wenn Mann und Frau heiraten, finden sie sich in einer Situation wieder, im Lichte der Unterschiede und Gegensätze zwischen ihnen ihre Präsenz demonstrieren zu müssen. Es besteht das Gefühl, wenn einer sich auf seine Art ausdrückt, er damit sozusagen den anderen ausbremst und dessen Präsenz unterbindet. Eheleute, die ihr Leben auf der Grundlage von freier Wahl und Selbstständigkeit führen, haben ein Ohr für den anderen und gelangen zu Einverständnis und Zustimmung trotz der Gegensätze. So erbauen sie ihr eigenes Selbst und ihre partnerschaftliche Beziehung, die sich ständig weiterentwickelt. Doch wenn einer von ihnen oder sogar beide das Bedürfnis nach Herrschaft verspüren, da beginnen die Schwierigkeiten.

Das Bedürfnis nach Herrschaft entspringt dem Gefühl der Furcht, dass der Mensch keine Herrschaft über sein Leben hat. Zum Beispiel ein Kind, das wegen der Streitereien der Eltern mit Ängsten aufwächst und dadurch einen Mangel an Beständigkeit verspürt, besitzt nicht die Fähigkeit, die Realität zu ändern. Fast zwangsläufig entwickelt es Minderwertigkeitsgefühle, weil die Eltern keine Gefühle für es frei haben. Selbst wenn sie es umarmen, sind die Botschaften verwirrend und nicht konsequent. So ein Kind verspürt auch eine Schuld, dass es die Lage nicht beherrscht und es ihm nicht gelingt, seine Eltern zu beruhigen. Es nimmt sich vor, dass ihm sowas nicht passieren wird, wenn es einmal groß ist. Doch die Angst, dass es doch passieren wird, begleitet es, es verspürt das Bedürfnis, die Wirklichkeit unter Kontrolle zu halten, um sich sicher zu fühlen. So entwickelt es starre Vorstellungen und Ansichten, dass nur auf diese Weise die Lage beherrschbar sei und man nicht zu Streit komme. So entstehen Forderungen und Vorschriften gegen den Ehepartner, wie er denken und sich verhalten soll, was den anderen daran hindert, sich selbst zum Ausdruck zu bringen und sich abgeblockt und stranguliert fühlt. Das Bedürfnis der Herrschaft schafft all die Elemente, vor denen sich der Herrschaftsbedürftige fürchtet: Angst und Schreckensgefühle vor dem, was passieren mag, Herrschaftsversuche durch Bevormundung, ermüdende Zankereien und Geschrei, denn vielleicht hört man nur so auf ihn.

Viele Dinge in unserem Leben befinden sich außerhalb unserer Kontrolle, zm Beispiel die Handlungen der Leute in unserer Umgebung, oder andere Autofahrer auf der Straße, oder die Ansichten und Entscheidungen der Leute in unserer Umgebung usw. Wir haben die Entscheidungsgewalt nur über unsere eigenen Gedanken und Taten als Resultat unserer Überlegungen entsprechend den zeitlichen Umständen und Gegebenheiten.

Darauf begründet verstehen wir, dass Führung verbunden ist mit einem Bewusstsein unserer selbst, unserer Bedürfnisse, unserer Träume und Ziele, mit bewusster Auswahl und dem Voraussehen der Konsequenzen jeder Wahlentscheidung. Darum ist es wichtig, auf unsere Gefühle und Intuition zu achten, mit Offenheit, Flexibilität und Bereitschaft, zu entdecken und zu ändern, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und unsere Auswahlkriterien zu erweitern, über die Betrachtung des Standpunktes des Anderen.

Der Führende schwimmt mit dem Strom und konzentriert sich auf die tatsächlichen Gegebenheiten, das Mögliche, und beschäftigt sich nicht mit der Betonung seines Egos auf Kosten anderer. Der Führende beschäftigt sich nicht mit Vorschriften machen, wie die Dinge sein sollen, was fehlt, was nicht in Ordnung ist. Der Führende hört auf andere, zeigt Interesse und übernimmt die Verantwortung, das Beste aus der gegenwärtigen Lage zu machen. So bringt der Führende seine besten Seiten und die der anderen zum Vorschein, und des Lebens, in einem fließenden Miteinander und besonders mit dem Ehepartner.

Die Fähigkeit, Herrschaft durch Leitung zu ersetzen, bedeutet, mit einem Gefühl der Wahlfreiheit zu leben, unter bestmöglicher Anpassung an die Bedürfnisse der Umgebung (dazwischen besteht kein Widerspruch), unter Veränderungen, mit Freude und ständiger Erneuerung.



Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
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