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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TEZAWE
Nr. 1260
11. Adar 5780


Diese Woche in der Tora (Ex. 27,20 - 30,10):

Die Priester - Aharon und seine Söhne; Priesterkleidung und -ausstattung; besondere Opfer und Amtseinführung; das tägliche Opfer; Opferdienst nur im Heiligtum und nur durch Priester; der Räucheraltar und der Dienst des Räucherwerkes im Heiligtum.

Haftara: Schmu'el I, 15, 2 - 34


Schabbat Sachor

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Der Stand der Dinge...
Eine liebevolle Führung
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

Zwei Schmuckstücke befanden sich auf der Kleidung des Hohepriesters. 1. "Einen Brustschild, ein Schmuck auf dem Herzen" (Raschi zu Ex. 28,4), 2. "und setzte die beiden Steine auf die Achselbänder des Efod, als Steine der Erinnerung für die Söhne Israels, und Aharon trage ihre Namen vor dem Ewigen auf seinen beiden Schultern zur Erinnerung" (Ex. 28,12).

Der Brustschild, der "Schild des Rechtes", bestand aus zwölf Edelsteinen, die die zwölf Stämme Israels repräsentierten. Und auf den zwei Schoham-Steinen rechts und links auf den Schultern des Hohepriesters sind jeweils sechs Namen der Stämme eingraviert. Der Brustschild und die Schoham-Steine deuten uns die Führungsqualitäten und den Edelmut des Hohepriesters an. Der Brustschild deutet ferner an, dass das ganze Volk Israel, nach seinen verschiedenen Stämmen und Strömungen, in seinem großen und liebenden Herzen vertreten waren. Wenn nur ein Stamm oder auch nur ein Jude im Herzen des Hohepriesters fehlt, dann ist sozusagen auch G~tt nicht in seinem Herzen. Der Hohepriester soll das ganze Volk Israel nach seinen Stämmen und verschiedenen Strömungen in Liebe schützen, sühnen, ihm Gutes tun und es segnen. Die Schoham-Steine auf den Schultern des Hohepriesters deuten auf die Verantwortung des Hohepriesters für das ganze Volk Israel bis hin zum allerletzten Juden, so wie ein Offizier in der Armee sein Rangabzeichen auf den Schultern trägt zum Zeichen für seine Verantwortung, die er für seine Untergebenen bis hin zum letzten Soldaten trägt.

Nach dem Stand der Dinge benötigen wir eine spirituelle und politische Führung nach dem Muster des Hohepriesters, eine Führung, die das ganze Volk Israel im Herzen trägt und es eint, trotz der Vielzahl der Strömungen und Ansichten. Damit alle wie ein Herz und eine Seele zusammenstehen wie beim Brustschild, der alle Stämme in sich vereint. Wir brauchen dringend eine Führung, die für das ganze Volk Israel die Verantwortung übernimmt, für die auf der linken Seite und für die auf der rechten Seite, so wie der Hohepriester links und rechts auf seinen Schultern eint. Eine Führung, die die Verantwortung für den Staat Israel trägt, für dessen Existenz, Sicherheit und Wirtschaft, für das ganze Land Israel, für jede Scholle unseres geliebten Landes, Verantwortung für den moralischen und spirituellen Zustand und das jüdische Wesen der ganzen Nation, Verantwortung für die Notleidenden in Volk und Land, für die Fortführung der Generationen und deren jüdische Identität. Dazu muss man dem Wege Aharons des Priesters folgen, so wie es Hillel der Ältere ausdrückte: "Gehöre zu den Schülern Aharons, der den Frieden liebte und dem Frieden nachjagte, der die Menschen liebte und sie zur Lehre führte" (Mischna "Sprüche der Väter", 1.Kap.).

In Erwartung der vollkommenen Errettung

Rav Dov Begon



Am Schabbes-Tisch...


Heilige Gewänder

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

"Und mache heilige Gewänder für deinen Bruder Aharon, zur Ehre und zur Auszeichnung" (Ex. 28,2) - "der Abschnitt von den Priestergewändern ist dem Abschnitt von den Opfern deshalb angereiht worden, um dir zu sagen: Wie die Opfer sühnen, ebenso sühnen die Priestergewänder" (Archin 16a; auch die Zitate über die weiter unten aufgeführten Priestergewänder stammen aus dieser Talmudstelle).

Das ist doch höchst erstaunlich: Wie kann das Tragen von Priestergewändern so gravierende Dinge sühnen wie die im weiteren Verlauf von den talmudischen Weisen genannten Blutvergießen, Unzucht, sündhafte Gedanken, Hochmut, Götzendienst und Frechheit? Der Toßafotkommentar (ebda.) erklärt, dass es mit dem hier erwähnten Blutvergießen nicht wirklicher Mord gemeint ist, sondern Rufmord (der dem Mord insofern ähnelt, als dass der Beschämte bleich wird, indem sein Blut das Gesicht verlässt). Ebenso bei der Unzucht, dort wird als Beispiel das Verhalten der Priester Chofni und Pinchas, der Söhne Elis genannt, die die Darbringung der Vogelopfer der Gebärenden und damit deren Rückkehr zu ihren Ehegatten hinauszögerten, was ihnen angerechnet wurde, als hätten sie ihnen beigewohnt. Die Sühne erfolgt also hauptsächlich nicht für tatsächlich ausgeführte Sünden, sondern für bestimmte Charaktereigenschaften. Es bleibt aber immer noch zu klären, wie die Priestergewänder sühnten.

Zuerst müssen wir den Stellenwert der Charaktereigenschaften betrachten, den sie in der inneren Ordnung des Menschen einnehmen. Die 'Seele der Lebendigkeit' (Nefesch) nimmt einen Rang zwischen dem Geist des Menschen und dessen Körper ein, und genau dort sind die Charaktereigenschaften lokalisiert, und in diesem Zusammenhang ist oft von einer 'Korrektur der Seeleneigenschaften' die Rede. Die göttliche Seele des Menschen (Neschama), oder sogar sein Verstand, können den Körper nicht alleine kontrollieren, sondern nur über die Nefesch-Seele. So schrieb Rabbiner Chajim Vital (Schüler des Kabbalisten Ari sel.): "Die Eigenschaften sind der fundamentalen Seele (Nefesch) aufgeprägt und sind zusammengesetzt aus Gut und Böse, und die Verstandes-Seele hat nicht die Kraft, die Gebote durch die 613 Glieder des Körpers zu erfüllen, nur durch die fundamentale Seele" (Scha'arej Keduscha, 1,2).

Wenn sich die Charaktereigenschaften in perfektem Zustand befinden, lässt sich der Körper durch alle Gebote der Tora verzögerungslos leiten. Wenn sich die Charaktereigenschaften allerdings nicht in perfektem Zustand befinden, erscheint das Licht der göttlichen Seele nur unvollständig und trübe, je nach Größe des Mangels oder des Defektes. Zur Veranschaulichung kann man das mit einem klugen Menschen vergleichen, der seine Materie beherrscht, doch seine Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration mindern seinen Erfolg beim Examen. So verhält es sich auf der Ebene der Entscheidungsfreiheit - obwohl die Seele voller göttlichen Gutes ist, sind es die Charaktereigenschaften, die das Erscheinen dieses Lichts ermöglichen oder verhindern.

Demgemäß ist die "Wirkung der schlechten Charaktereigenschaften gravierender als die tatsächliche Ausführung der Sünden", weil sie deren Wurzel darstellen. Darum äußern sich die talmudischen Weisen bezüglich der Charaktereigenschaften in Superlativen, zum Beispiel: "Jeder, der zürnt, gleicht einem, der Götzen dient" (siehe Schabbat 105b, Maimonides, Sittenlehren 2,3). Der Zorn wird nicht nur für sich selbst gesehen, sondern als grundlegendes Potenzial für viele folgenschwere Verdorbenheiten, und er hat mit dem Götzendienst gemeinsam, dass beide von ihren Trieben befördert werden. "Wenn einem Menschen Hochmut innewohnt ... ist es ebenso, als würde er G~tt verleugnet haben ... verdient, dass man ihn wie einen Götzenbaum niederhaue ... wird sein Staub nicht aufgewirbelt [bei der Auferstehung der Toten]" (Sota 4b/5a).

Auf diese Weise wird eine schwere Frage verständlich, nämlich warum die Schrift praktisch auszuführende Gebote enthält, aber nicht die Besserung der Charaktereigenschaften gebietet? "Weil die Charaktereigenschaften etwas Grundsätzliches und Fundamentales sind, zählen sie nicht zu den 613 Ge- und Verboten, die von der Verstandes-Seele abhängen. Es ergibt sich, dass man sich vor schlechten Charaktereigenschaften mehr vorsehen muss als bei der Ausführung der Ge- und Verbote, denn wer über gute Charaktereigenschaften verfügt, dem ist es ein Leichtes, alle Ge- und Verbote zu erfüllen". Ein ähnliches Prinzip erwähnte auch Maimonides in seinem "Buch der Gebote" bei der 4. Grundregel: "Es ist nicht angebracht, Weisungen unter den Geboten mitzuzählen, die die ganze Tora umfassen", darum zählte er nicht umfassende Gebote mit wie z.B. "heilig sollt ihr sein", denn das ist das Ziel der ganzen Tora, ebenso das Verbot, mit dem Atmen aufzuhören, ebenso das Gebot des Wohnens im Lande Israel, durch dessen Nichtausführung alle Toraerfüllung verloren geht. Darum schrieb Rabbiner Elijahu ("der Gaon") von Wilna: "Aller Dienst an G~tt hängt von der Besserung der Charaktereigenschaften ab" (Ewen Schlema, 1.Kap.).

Die Priestergewänder werden auch Madim (heute gebräuchlich für "Uniform") genannt, womit sie die Charaktereigenschaften (Midot) andeuten, die zum Dienst an G~tt erforderlich sind, und sie symbolisieren dem Volk, wie sie ihre Seelen mit guten Charaktereigenschaften in Heiligkeit und Reinheit kleiden sollen. Die Priestergewänder dienen dem Kohen bei seinem Dienst in G~ttes Tempel, so wie sich die Seele in die Charaktereigenschaften bei ihrem Dienst im Körper kleidet. Durch die Besserung der Charaktereigenschaften wird die Wurzel aller Taten vervollkommnet und dem Volk Sühne zuteil, denn es gibt keine größere Sühne als das Wandeln in den Wegen G~ttes.

"Die Beinkleider sühnen die [Sünde der] Unzucht", denn sie sind eine untere Bekleidung, symbolisch für die niedere Seite der tierhaften Seele, und sie sollen daran erinnern, die Kraft der Begierden zu zähmen. "Der Rock sühnt das Blutvergießen", ein Hinweis auf: "Und sie nahmen den Rock Josefs und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock in das Blut" (Gen. 37,31), sie tauchten ihren inneren "Rock" in das Blut des Zornes und der Rache (Malbim-Kommentar zu den Priestergewändern). "Der Gürtel sühnt die sündhaften Gedanken des Herzens", er versenkt böse Vorstellungen in die Tiefen der Seele, damit sie nicht ins Herz aufsteigen. "Der Kopfbund sühnt den Hochmut", "es komme das, was hoch ist, und sühne den Hochmut".

"Das Oberkleid sühnt die Verleumdung", "möge das Tönende kommen und die Handlung des Tones sühnen". Dieses Oberkleid steht parallel zur Rede, die zur höheren Seite der Seele gehört, und deutet an, seine Rede zu hüten und was man über die Lippen bringt, um kein leeres Geschwätz zu reden und erst recht keine üble Nachrede oder Klatsch, und "eine Borte sei an der Öffnung ringsum" (Ex. 28,32; dort waren viele kleine Glöckchen angebracht), die den Worten Einhalt gebietet, nur "dass dessen Klang gehört werde, wenn er in das Heiligtum geht" (V.35), dass er von der Tora und G~ttes Geboten spreche.

"Das Efod sühnt den Götzendienst" [Efod des Hohepriesters: nach Ansicht Raschis eine Art Schürze, nach Ansicht Maimonides' eine Art Weste], wie es heißt: "ohne Efod und Terafim" (Hoschea 3,4). Das Efod war ein besonderes Gewand der Götzendiener, und demgegenüber sollte das Efod des Hohepriesters die Diener G~ttes repräsentieren, die seinen Namen einigen.

"Der Brustschild sühnt [Vergehen gegen] das Recht", wie es heißt: "Du sollst einen Brustschild des Rechtes machen" (Ex. 28,15). Die Einigkeit Israels besteht dadurch, dass es zwischen ihnen eine wahre Rechtsprechung gibt, als Offenbarung des Namen G~ttes. Nur er kann jeden Streit und jeden Schandfleck beseitigen, die deren Zusammenhalt stören könnten. Zuletzt "das Stirnblatt [aus Gold an der Stirn des Hohepriesters] sühnt die Frechheit". Es steht geschrieben: "Und es sei auf der Stirn Aharons" (Ex. 28,38), und zur Frechheit steht: "du hattest die Stirn eines Hurenweibes" (Jirmijahu 3,3).

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