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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT SCHLACH LECHA*
Nr. 1262
21. Sivan 5780

*außerhalb Israels: Beha'alotecha


Diese Woche in der Tora (Num. 13,1-15,41):

12 Fürsten kundschaften das Land Kana'an aus; 10 bringen positiven, aber entmutigenden Bericht, 2 optimistisch und verweisen auf göttlichen Beistand; Volk hört auf Mehrheitsbericht, göttliche Strafe: 40 Jahre Wüste, bis Ungläubige ausgestorben sind; jetzt wollen sie doch, aber G~tt lässt sie nicht mehr; weitere Opfergesetze; Strafe für G~tteslästerung; der Holzsammler am Schabbat; Zizit.

Haftara: Jehoschua 2, 1-24


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Frage und Antwort

Zum Gebet
   

Rav Schlomo Aviner
Leiter der Jeschiwa "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

RavAviner

Frage: Ich bete schon lange Zeit für eine bestimmte Sache, und sie kommt einfach nicht. Ich bin sehr enttäuscht.

Antwort: Das Gebet ist kein Zaubertrick und keine List, sondern flehentliches Bitten. G~tt entscheidet, ob er der Bitte entspricht oder nicht.

F: Habe ich also umsonst gebetet?

A: Nein. Das Gebet wirkt immer, aber nicht unbedingt auf dem Gebiet, wo wir es erwartet hätten, sondern dort, wo G~tt es für richtig hält.

F: Wenn G~tt im voraus weiß, was ich brauche und was gut für mich ist, wozu soll ich dann überhaupt beten?

A: Weil das sein Wille ist, dass wir beten. Warum waren die Stammmütter Sara, Riwka und Rachel unfruchtbar? Damit sie beteten. G~tt ersehnt das Gebet der Frommen. Und auch unser Gebet, die wir nicht so fromm sind.

F: Warum sehnt sich G~tt nach unserem Gebet?

A: Weil das Gebet den Menschen läutert, ihn reinigt und heiligt.

F: Wie geht das vor sich?

A: Indem wir reine und heilige Gefühle zum Ausdruck bringen.

F: Aber ich bin doch nur ein Mensch, und ich habe auch nicht ganz so reine Gefühle...

A: Dann drücken Sie diese Gefühle beim Gebet nicht aus. So wie die Geschichte im Talmud von einem Mann, der eine Frau liebte, die aber einen anderen heiratete, und da betete er darum, dass jener Mann sterbe, oder dass er selber sterbe, oder dass die Frau sterbe...

F: Doch wie weiß ich, dass meine Gefühle rein sind?

A: Das können sie im Kitzur Schulchan Aruch über Gut und Böse nachlesen. Aus diesem Grund haben die talmudischen Weisen das Gebet Wort für Wort formuliert, damit alles heilig ist.

F: Also bete ich nun, um das Erbetene zu erhalten, oder um mich zu läutern?

A: Wir beten in Demut zu G~tt, dass er unsere Bitten erfülle. In das Gebet soll man keine Glaubenserkenntnisse einfließen lassen. Das Gebet ist ein Ausschütten der Seele vor G~tt und kein Torastudium. Vor dem Gebet lernt man über das Gebet, aber während des Gebetes betet man wie ein kleines Kind.

F: Warum soll man eigentlich beim Gebet nicht daran denken, dass es uns läutert?

A: Weil das dann kein Gebet mehr ist, sondern eine Art Meditation zur innerlichen Reinigung. Natürlich ist auch das sehr wichtig, aber es ist kein Gebet.

F: Drücke ich nun beim Gebet reine Gefühle aus, oder verwandle ich meine Gefühle in reine?

A: Sowohl als auch.

F: Wo steht in der Tora geschrieben, dass das Gebet Gefühle reinigt?

A: "und ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen" (Dt. 11,13, Schma-Gebet). Das ist der Dienst des Gefühles.

F: Ändert das Gebet etwas bei G~tt oder seinem Willen?

A: Um G~ttes Willen! G~tt ändert sich nicht. Der Mensch ändert sich, und in so einem Fall ändert G~tt seine Entscheidung. Zum Beispiel wie ein König, der entschied: X, der gesündigt hatte, wird bestraft; wenn er aber um Vergebung bittet, wird er nicht bestraft. Die Bitte um Vergebung ändert also nicht den Willen des Königs.

F: Also soll ich beim Gebet daran denken, dass ich mich ändere, und dann wird G~tt meine Bitte erfüllen?

A: Nein. Wir sagten bereits, dass einfach und in Demut zu beten ist.

F: Und wenn jemand es sich anders überlegt und auf das verzichtet, was er wollte, und nicht betet?

A: Er muss trotzdem beten. Dafür schuf G~tt den Mangel. Ein Mensch, der nicht betet, dessen Leben ist kein Leben. Es fehlt ihm der Dienst des Herzens.





Am Schabbes-Tisch...


Holz und Stein

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

"Rabbi Elasar ben Proto sagte: Komm und sieh, wie groß die Kraft der Verleumdung ist. Woher dies? Von den Kundschaftern: Wenn es dem, der über Holz und Stein [des Landes Israel] eine üble Nachrede ausbringt, so ergeht, um wie viel mehr dem, der eine üble Nachrede über seinen Nächsten ausbringt" (Archin 15a). Der Talmud bringt dagegen eine andere Ansicht - vielleicht wurden sie für etwas anderes bestraft und nicht für die üble Nachrede, "Rabbi Chanina bar Papa sagte nämlich: Ein starkes Wort sprachen die Kundschafter in jener Stunde. Es heißt: denn er ist stärker als wir (Num. 13,31), und man lese nicht: ­...als wir, sondern als er [als G~tt]; der Hausherr kann, als ob dies denkbar wäre, seine Geräte von dort nicht holen". Darum muss der Talmud einen Beweis bringen, dass sie gerade wegen übler Nachrede bestraft wurden - "vielmehr sagte Rabba im Namen des Resch Lakisch, die Schrift sagt: und es starben die Männer, die das üble Gerücht über das Land ausgebracht (Num. 14,37), wegen des üblen Gerüchtes, das sie über das Land ausgebracht" (Archin ebda.).

Was die talmudischen Weisen über das Ausbringen von übler Nachrede über "Holz und Stein" sagten, ist höchst merkwürdig. Zwar berichteten die Kundschafter auch über Holz und Stein: "...und das ist seine Frucht", "und die Städte sehr fest und groß", "ist ein Land, das seine Bewohner verzehrt" (Num. 13.Kap.), doch ihr Bericht beschrieb hauptsächlich die Bewohner des Landes: "Nur dass das Volk stark ist, das im Lande wohnt", "Amalek wohnt im Lande des Südens", "Wir können nicht gegen das Volk ziehen, denn es ist uns zu stark", "und alle Leute, die wir darin gesehen, sind von großer Länge. Und dort haben wir Riesen gesehen - die Söhne des Enak sind von den Riesen..." (ebda.). Warum betont der Talmud gerade, dass sie die üble Nachrede über "Holz und Stein" ausbrachten, wo es sich dabei nur um eine Nebensache zu handeln scheint?

Um den tieferen Sinn der Worte der talmudischen Weisen zu verstehen, müssen wir eine Einleitung vorausschicken. Jedes Geschöpf gehört zu einer von zwei Kategorien: 'Natur' oder 'Heiliges'. Zur Kategorie der Natur gehören die Steine, die Bäume, die Tiere und auch die Völker - "das Volk, das in dem Lande wohnt" (13,28). Der Talmud fasst alle diese unter einem Oberbegriff zusammen: "Holz und Stein". Was demgegenüber in die Kategorie des 'Heiligen' einfließt, gehört unter den Oberbegriff der Göttlichkeit, wie z.B. 'das Volk Israel', 'das Land Israel' und 'die Tora'. Diese drei bieten Hüllen für die Ausbreitung der Offenbarung G~ttes in seiner Welt.

Indem sie sich mit der natürlichen Seite befassten, brachten die Kundschafter eine furchtbare üble Nachrede über das Land aus. Wie gesagt gehört das Land Israel doch in den Bereich der Göttlichkeit. Naturbezogene Überlegungen, auch wenn sie der Wahrheit entsprechen, bilden eine Beschränkung und zeugen von mangelndem Verständnis des Wesens des Landes und sind damit automatisch üble Nachrede. Das kann man mit jemandem vergleichen, der seinem Freund erzählt, wie er in den Vortrag eines großen Toragelehrten geraten war, der als heiliger Mann bekannt ist. Fragt ihn der Freund, was er denn dabei gelernt habe? Antwortet der Erste, er habe gelernt, dass dieser Toragelehrte ein ziemlich ungekämmter Bursche sei...

Die Eroberung des Landes und alles, was darin geschieht, unterliegen einer exakten göttlichen Oberaufsicht wegen seiner so großen Bedeutung, und nicht einer natürlichen Lenkung, obwohl sie sich in ein natürliches Aussehen kleiden. Das Land Israel ist "ein Land, für das der Ewige, dein G~tt, sorgt; beständig sind die Augen des Ewigen deines G~ttes darauf, vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres" (Dt. 11,12). Das ist der Grund, warum Kalew in seinen Worten nur den göttlichen Aspekt erwähnt: "Wohl werden wir hinaufziehen und es in Besitz nehmen, denn wir können es überwältigen" (Num. 13,30), "wenn der Ewige an uns Gefallen hat, so wird er uns in dieses Land bringen ... Fallet nur nicht vom Ewigen ab, so habt ihr das Volk des Landes nicht zu fürchten" (14,8-9). Er misst dem Volk des Landes keine besondere Bedeutung zu. Die Kundschafter konzentrierten sich auf die starken Streitkräfte, die befestigten Städte und die Riesen. Auch heutzutage gibt es welche, die von 'Besetzung' reden, vom internationalen Druck, von demografischen Entwicklungen und humanitären Überlegungen, doch all diese Argumente stammen von einer säkularen Sichtweise.

Nach der Sichtweise, die das Heilige einbezieht, hängt die Vervollkommnung der Welt davon ab, dass das Volk Israel sein Land in dessen ganzer Länge und Breite bewohnt, was auf jeden Fall erfolgen wird. 'Das Volk des Landes' ist niemals stärker als der Herr der Welt, und die menschliche Barmherzigkeit ist nicht genauer als die Weisung G~ttes, der die Völker geschaffen und uns geboten hat: "So sollt ihr austreiben alle Bewohner des Landes vor euch ... und ihr sollt austreiben (die Bewohner) des Landes und sollt darin wohnen, denn euch habe ich das Land gegeben, es zu besitzen" (Num. 33,52-53). Wer nicht zum Stamme Israels gehört, hat seinen Platz in einem Land, das seiner natürlichen Rangstufe entspricht, während seine Ansiedlung im Lande Israel die göttliche Wohltat an aller Existenz behindert. Wäre Israel dessen würdig, würde der Herr der Welt selbst sie entfernen (siehe Ex. 23,27-30). Zwar führten unsere Sünden dazu, dass wir zu Waffen greifen mussten, doch den lokalen Bewohnern eine Bedeutung beizumessen - das ist üble Nachrede, die in der Ableugnung der göttlichen Auserwähltheit Israels ihre Wurzeln hat und Israel und das Land Israel auf die Ebene des Natürlichen stellt.

Darum endet dieser Wochenabschnitt mit dem Abschnitt von den Schaufäden (Zizit): "Und das sei euch zu Schaufäden, dass wenn ihr sie ansehet, ihr euch aller Gebote des Ewigen erinnert und ihr sie erfüllt, und ihr nicht nach eurem Herzen und nach euren Augen umherspähet, denen nachfolgend ihr mir untreu werdet" (Num. 15,39). Die Überlegungen des mit dem bösen Trieb und den Ratschlägen der Urschlange vermischten Gefühles - "nach eurem Herzen", und die kurzsichtige, menschliche Betrachtungsweise - "nach euren Augen", sie sind die ersten, die das Volk Israel in eine weltliche Lebensführung stürzen, die von selbst jedes Heilige aus dem Leben verbannt. Die nationale Führung muss in erster Linie von einem Ausgangspunkt des Glaubens und der göttlichen Weisung erfolgen, "ihr euch aller Gebote des Ewigen erinnert", damit die göttliche Weltanschauung nicht von 'Holz und Stein' verwirrt wird.




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