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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT SCHEMOT
Nr. 1253
21. Tewet 5780


Diese Woche in der Tora (Ex. 1,1 - 6,1):

Vermehrung und Ausbreitung der Kinder Israels über ganz Ägypten; neuer Pharao "vergisst" Josef und unterdrückt die Israeliten; Tötung der neugeborenen Söhne; Moschehs Geburt; adoptiert von Pharaos Tochter; Moscheh tötet den ägyptischen Schläger; flieht nach Midian und heiratet Jitros Tochter; G~tt schickt ihn zurück um die Kinder Israels zu befreien; Beschneidung seines Sohnes auf dem Wege; Begegnung mit seinem Bruder Aharon; Audienz beim Pharao; Verschärfung der Sklaverei; Protest der Israeliten gegen Moscheh und Aharon.

Haftara: Jeschajahu 27,6-13, 28,1-13, 29,22-23


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...


Als Moscheh groß war

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

"Es erhob sich ein neuer König über Ägypten, der von Josef nichts wusste; der sprach zu seinem Volk: Seht, das Volk der Kinder Israel ist zahlreicher und stärker als wir" (Ex. 1,8-9).

Pharao tat so, als ob er sich nicht an Josef erinnerte, trotz der enormen Wohltat, die Josef den Ägyptern erwiesen hatte. Es steht nicht ausdrücklich geschrieben, dass der vorige König gestorben war, darum gibt es in dieser Hinsicht verschiedene Erklärungen bei den talmudischen Weisen, ob es sich wirklich um einen neuen König handelte oder ob er nur so genannt wurde, weil er ganz neue Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Israeliten anordnete (Midrasch Schemot raba 1,8). Jedenfalls war er der Erste, der die Israeliten als Volk bezeichnete, und das war kein Zufall. Ein König, dem es gelang, uns so viele Jahre lang zu versklaven, hatte sich bestimmt etwas dabei gedacht.

Stimmt es denn überhaupt, dass wir "zahlreicher und stärker" als die Ägypter waren? Es scheint doch viel wahrscheinlicher, dass die Ägypter die ganze Zeit in der Überzahl waren, obwohl die israelitischen Frauen nach dem Midrasch (ebda.) bei jeder Geburt Sechslinge zur Welt brachten. Vielmehr gelang es Pharao, die Quelle zu identifizieren, das Wesen, aus dem das Volk Israel seine Kraft schöpft, und darum war es "zahlreicher und stärker", und im Einklang mit dieser seiner spirituellen Erkenntnis begann er, neue und gezielte Verordnungen zu erlassen.

Die talmudischen Weisen offenbaren uns, dass Pharao dabei ein Mensch von großer Spiritualität und noch größerer Bosheit zur Seite stand, nämlich Bil'am [siehe Wochenabschnitt Balak]. Dieser Bil'am war ein Spezialist des Bösen, und er war es, der Pharao half, jene spirituelle Wurzel Israels zu identifizieren, und gab ihm Ratschläge, wie man deren Einfluss verhindern könne. "Drei fanden sich zu diesem Ratschluss zusammen: Bil'am, Ijow ("Hiob") und Jitro. Bil'am, der den Rat gab, wurde getötet. Ijow, der schwieg, wurde zu Leiden verurteilt. Jitro, der flüchtete - seinen Nachkommen war es vergönnt, in der Quaderhalle [Sitz des Synedrions im Tempel] zu sitzen" (Midrasch Schemot raba 1,9).

Wie nun lautete Pharaos Idee? "Wohlan, lasset uns dasselbe überlisten, dass es sich nicht vermehre etc." (Ex. 1,10). Wer sollte hier überlistet werden? Nach dem einfachen Wortlaut des Verses wollte er das Volk Israel überlisten (siehe Raschikommentar). Doch im Midrasch raba (1,9): "Sagte Rabbi Chama ben Rabbi Chanina: Er sagte: Kommt und lasst uns deren G~tt überlisten". Dieser Midrasch ist problematisch, da er den Vers aus dem Zusammenhang, wo vom Volk die Rede ist, herausnimmt und auf G~tt umdeutet. Doch der MaHaRaL ("hohe Rabbi Löw") aus Prag in seinem Werk Gur Arieh bringt den einfachen Wortlaut mit dem Midrasch auf ganz wunderbare Weise in Übereinstimmung. Pharao versuchte auf einmal sowohl das Volk als auch G~tt zu überlisten. Er wollte den inneren göttlichen Punkt dieser Nation treffen, die göttliche, einigende Wurzel. Durch seine List wollte er die göttliche Erscheinung auf der Welt vermindern, die göttliche Präsenz (Schechina), durch die Versklavung des Volkes Israel. Die Last der Knechtschaft beließ den Kindern Israel keine Möglichkeit, sich als Nation zu vereinen, da jeder Einzelne mit seinen eigenen Problemen und mit der Sorge um die Existenz seiner Familie beschäftigt war. Die Kinder Israel ähnelten verstreuten Körperteilen, denen wegen der Leiden die Seele fehlt, die sie zu einem lebendigen Organismus vereinte. Bei Fehlen des allgemeinen, für eine Nation nötigen Fundamentes bestand erst recht keine Möglichkeit, höhere Stufen der Spiritualität zu offenbaren.

Mit der Geburt unseres Lehrmeisters Moscheh beginnt eine entgegengesetzte Entwicklung. In der furchtbaren Finsternis der Sklaverei in Ägypten blitzt auf einmal ein Lichtstrahl der Erlösung auf. "...und sie gebar einen Sohn und sah, dass er gut war" (Ex. 2,2) - "als er geboren wurde, füllte sich das ganze Haus mit Licht" (Raschi). "Und als Moscheh groß war" (V.11) - je größer er wurde, desto mehr wuchs die göttliche Präsenz im Lande. In einem Volk von Sklaven, das seine Gestalt verloren hatte, wächst eine einzelne freie Seele unter besonderer göttlicher Aufsicht heran, und sie wird es sein, die die verlorene spirituelle Gestalt erneuert. Moscheh, der im Hause Pharaos aufwuchs, unberührt vom Erlass der Sklaverei, wird zur Rettung des Volkes befähigt sein, das seine Freiheit verloren hat. Als Gesandter G~ttes wird Moscheh der Seele der Nation Stufe um Stufe zu erneutem Erscheinen verhelfen, bis hin zu ihrer vollständigen Erlösung beim Auszug aus Ägypten und dem Erhalt der Tora am Sinai.




Der Stand der Dinge...  

Normale Religiöse?


Rav Lior Engelmann 

lehrt an MACHON MEIR, in Kfar Saba und in Ra'anana

"Ein Ort für normale Religiöse" verkündet eine große Reklametafel am Straßenrand und ruft jeden Interessierten dazu auf, sich anzuschließen. Für einen Moment flammte mein Wandertrieb auf, und im nächsten verlöschte er wieder, denn anscheinend kann ich dort nicht beitreten. Peinlich, zugeben zu müssen, aber Hand aufs Herz - ich bin ein ganz und gar nicht normaler Religiöser. Nachdem ich aufgehört hatte, mich über die Unerreichbarkeit des Wohnens an einem Ort zu ärgern, dessen Bevölkerung mich ganz besonders interessiert hätte, dachte ich voller Schmerz an das Aufnahmekomitee dieses Ortes; wenn es sich nämlich auf 'normale Religiöse' versteift, könnte es womöglich überhaupt keine Religiösen in diesem Ort geben, denn ich bin mir gar nicht sicher, ob es sowas überhaupt gibt, 'normale Religiöse'. "Religiös" und "normal" bilden fast einen Widerspruch in sich, nach meiner eigenen, privaten Definition. Ich weiß... Mir reicht dieser Satz für meine Überzeugung, dass ich nicht normal bin.

Ein normaler Religiöser denkt nüchtern und rational, jedenfalls in der Vorstellung der Auftraggeber dieser Reklame. Man kann diese Logik nachvollziehen. Er ist nicht radikal, kein Fantast, und lässt seinen Geist nicht von übermäßigem Messianismus und übertriebener Verpflichtung gegenüber der Halacha verwirren. Vor lauter "Torameinungen" hat er seine eigene Meinung nicht verloren. Er macht sich nichts vor, er ist halt normal.

Ich nehme mal an, dass ein normaler Religiöser den Wochenabschnitt mit dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael Hirsch lernt, der ein großer Rabbiner war, aufgeklärt und "normal"... Hier muss ich leider enttäuschen, denn Rabbiner Hirsch hat selber seinen ganzen Kommentar hindurch die jüdische Wirklichkeit als nicht normal definiert. Es war nicht normal, dass Jizchak einem greisen Ehepaar geboren wurde, es war nicht normal, dass unsere Stammmütter stets unfruchtbar waren und erst am Rande der Verzweiflung mit Kindersegen bedacht wurden. Es war nicht normal, dass die Erlösung ausgerechnet durch jemanden erfolgte, der Sprachschwierigkeiten hatte und keine großen Reden schwingen konnte und zuallerletzt daran dachte, ein ganzes Volk in die Freiheit zu führen. Es war nicht normal, dass Jakov einen Engel besiegte. Es war nicht normal, dass sich Wunder ereigneten. Nach Rabbiner Hirsch sollte all dies Unnormale uns dazu bewegen, nicht mehr so furchtbar normal zu sein und damit aufzuhören, für alle Fragen bloß auf den engen Menschenverstand beschränkte Lösungen zu suchen, da es doch Dinge gibt, die darüber hinaus reichen - es gibt Göttlichkeit in der Welt.

Ich nehme an, dass es in einem Ort für normale Religiöse eine Synagoge gibt, darinnen Leute, die über den Himmel reden. Ich nehme an, dass man dort an Sukkot den Feststrauß in alle Himmelsrichtungen schüttelt. Höchstwahrscheinlich legen diese Religiösen Tefillin, und gerade ganz schwarze, genau quadratische, nur aus dem Leder eines reinen Tieres gefertigte; ja sogar normal-religiöse Vegetarier legen Tefillin aus echtem Leder. Diese normalen Religiösen nehmen auch die Beschneidung an einem acht Tage alten Säugling vor, lösen ihn nach dreißig Tagen beim Kohen aus, küssen die Mesusa, in der Verse des Glaubens und des Jochs der Gebote zusammengerollt geschrieben stehen und lösen den Erstgeborenen eines Esels aus. Klarer Fall, die sind ganz normal...

Und plötzlich fiel mir auf, dass dieser Ort nach einem der Steine des Brustschildes des Hohepriesters im Tempel benannt ist, nach dem ersten Stein in der dritten Reihe, der den Stamm Dan repräsentiert, aus dem Schimschon hervorging, von dem man wohl kaum behaupten kann, er sei ein normaler Religiöser gewesen. Und nebenbei bemerkt, im Tempel als Hohepriester herumzulaufen, wobei der Leschem-Stein und noch elf weitere auf seinem Brustschild prangen, Räucherwerk aufzuräuchern und noch dergleichen Tempeldienste mehr - Hand aufs Herz, das kommt euch normal vor?

Es bleibt uns nichts Anderes übrig als die Feststellung, dass unsere Geschichte nicht normal ist und sich nicht im engen Rahmen des rationalen Menschenverstandes erklären lässt. Der jüdische Glauben und die Erfüllung der Gebote zielen immer darauf ab, den engen menschlichen Verstand für das Unendliche, Göttliche zu öffnen, das sich nicht in beschränkte Schablonen der Wirklichkeit pressen lässt.

Andererseits Hut ab vor dem Werbefritzen, dem es großartig gelungen ist, uns alle zu provozieren, und ich bin glücklich, meinen Beitrag zu diesem Rummel zu leisten, vielleicht werden, angespornt durch meine Worte, noch ein paar Wohneinheiten mehr in Leschem, im Schomron ("Samaria") gelegen, gebaut werden. Übrigens ein bezaubernder Ort, und was für eine Freude, dass normale Religiöse im Schomron leben und sicher sind, dass das normal ist.

Ein besonderer Ort, dieses "Leschem", ein ganz unnormaler Ort für ganz unnormale Leute, die sich sicher sind, normal zu sein.




Frage und Antwort - SMS
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. 
Hier eine kleine Auswahl

Frage: Einer meiner Lehrer hat einen schlechten Körpergeruch. Was kann ich tun?
Antwort:
Lassen Sie ihm eine höflich formulierte, anonyme Mitteilung zukommen, oder informieren Sie den Direktor. Das gleiche gilt für schlechten Atem.

Frage: Darf ich mir Kleider von meiner Schwester nehmen, schließlich haben unsere Eltern dafür bezahlt?
Antwort:
Natürlich nicht. Die Kleider gehören ihr.

Frage: Sollte ich die 12-Schritte-Methode anwenden, um mein Benehmen zu ändern?
Antwort:
Auf keinen Fall. Diese Methode ist nur für Süchtige bestimmt. Sie ist wie eine Medizin, die heilt, aber auch Nebenwirkungen hat. Man darf sie darum nicht benutzen außer für eine Sucht, die sich nicht anders heilen lässt.

SMS180


Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 22.05-23.00
 israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
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SMS: +972 (0)55 9663991
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MACHON MEIR
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Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

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Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

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