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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT HA'ASINU
Nr. 1240
13. Tischri 5779


Diese Woche in der Tora (Dt. 32,1-32,52):

Weltgeschichte von ihren Anfängen bis zum Ende in kurzer Gedichtform, nochmalige Ermahnung des Volkes, Vorschau auf Moschehs Tod.

Haftara: Schmu'el II, 22, 1 - 51


Montag: Beginn des Laubhüttenfestes (Sukkot)


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der "Betrachtungen"
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...

Tau, Regen und Sukka

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

Der Wochenabschnitt Ha'asinu besteht aus einem einzigen, großen Lied: "Horchet auf, ihr Himmel, und ich will reden; und es höre die Erde die Worte meines Mundes. Träufle wie Regen meine Lehre, fließe wie Tau meine Rede" (Dt. 32,1-2) - jeweils zwei Aspekte, durch die wir dem Schöpfer der Welt begegnen: Himmel und Erde, Regen und Tau. Da gibt es den erhabenen Aspekt des himmlischen Überflusses, der Regen, der von oben kommt, und den Aspekt des Ergebnisses unserer menschlichen Anstrengung, wie es heißt: "Wahrheit muss erst von der Erde aufblühen" (Psalm 85,12), wie der Tau, der den Erdboden auch ohne Regen befeuchtet. Beide Aspekte führen dann zu "es ist G~ttes Name, den ich verkünde, unserem G~tt gebet die Größe" (32,3). Diesen beiden Aspekten begegnen wir auch beim Laubhüttenfest. Das ganze Wesen der Sukka besteht in einer menschlichen Schöpfung, die der göttlichen Natur gegenüber offen bleibt. Einerseits wie ein Bauwerk aus Planken und Laubbedeckung, gleichzeitig aber auch nur ein temporäres Gebilde, durch dessen Bedeckung man die Sterne des Himmels sehen kann. Auch die vier Pflanzen des Feststraußes stammen aus der göttlichen Natur und werden in der Hand des Volkes vereint, das sie in die vier Himmelsrichtungen schwenkt. Ein menschlich-göttliches Volk. Ein wundersames Volk, das den Gesang des Liedes Ha'asinu hört. "Sukka und Lulaw dem auserwählten Volk" (Lied aus den Gebeten der Sefaradim für Sukkot, Rabbi Moscheh Adahan, Marokko, 18. Jh.).



Raschi zur Parscha


Kein Wort ist leer

Rav Joaw Malka
Rabbiner an MACHON MEIR

RavYoavMalka

"Denn kein Wort ist leer für euch, es ist vielmehr euer Leben, und durch diese Sache werdet ihr lange leben auf dem Boden, wohin ihr den Jarden überschreitet, ihn in Besitz zu nehmen" (Dt. 32,47) - Raschi: "Denn kein Wort ist leer für euch - nicht umsonst bemüht ihr euch damit; vielmehr ist großer Lohn davon abhängig; denn es ist euer Leben; andere Erklärung: du hast kein leeres Wort in der Tora, dass nicht, wenn du es deutest, Lohn in ihm enthalten wäre; zum Beweis: unsere Weisen sagen (zu Gen. 36,22) die Schwester Lotans war Timna, (dort V.12) und Timna war die Nebenfrau... weil sie sprach, ich bin nicht würdig, seine Frau zu sein, so möchte ich wenigstens seine Nebenfrau sein; und warum all dies? Um die Größe Awrahams zu zeigen, dass Herrscher und Könige sich danach sehnten, sich mit seinen Nachkommen zu verbinden".

Zwei Arten der Heiligkeit entnehmen wir diesen Worten Raschis. Die eine wohnt dem jüdischen Menschen inne, und wenn er sich mit der Tora beschäftigt, wird sie letztendlich seine Seele erleuchten, so wie "ein Ding auf ein gleichartiges trifft und es erweckt". Und niemals sage ein jüdischer Mensch: "Was soll mir diese Mühe", die Mühe beim Studium der Tora, und lästere obendrein über sie: "ich habe ihr aber keine Jungfräulichkeit gefunden" (Dt. 22,14), wie der Or hachajim hakadosch diesen Vers im weiteren Sinne auf jemanden interpretierte, der die Tora als etwas Fremdes und nicht für ihn Geltendes studiert, wobei ihm zwangsläufig Irrtümer unterlaufen, was ihn wiederum veranlasst, seine eigenen Unzulänglichkeiten der Tora zuzuschreiben und sie abzulehnen, weil sie in seinen Augen weder Kraft gibt noch Glauben enthält.

Darum betont die Schrift: "Denn kein Wort ist leer für euch", und nicht umsonst müht ihr euch mit ihr, "es ist vielmehr euer Leben", eure Seele.

Mit der zweiten Heiligkeit ist die der Tora gemeint, die ein unendliches Licht durchflutet und sich in ihren allgemeinen Regeln und deren Einzelheiten ausbreitet, bis dass sich in allen Einzelheiten keine einzige als überflüssig erweist. Sogar die kleinsten Geschichten, die keinen großartigen Inhalt aufzuweisen haben und sogar leer erscheinen, und man meinen könnte, das göttliche Licht habe sie nicht erleuchtet, wie die Bemerkung über die Ehe von Timna mit Elifas, dem Sohne Eßaws. Selbst bei dieser Information, die uns die Tora präsentiert, spüren wir den Pulsschlag der Heiligkeit und ihre Vibrationen, um uns zu lehren, dass sich sogar ganz verdorbene Leute danach sehnten - und koste es, was es wolle - in irgendeiner Weise mit den Nachkommen unseres Vorvaters Awraham verbunden zu sein! So eine Offenbarung lässt sich nicht mit Gold aufwiegen, lehrt sie doch, wie sehr sich die Menschenseele nach der Nähe G~ttes sehnt, nur dass sich die Dinge in den meisten Fällen verkomplizieren, bis sich der Wunsch nach Heiligkeit ganz verflüchtigt. Die Tora jedoch, die wirklich als Auge G~ttes in jeden Winkel sieht, zeigte uns ganz klar, dass die Tore der Heiligkeit durchlässig sind, selbst bei den verwirrtesten Seelen, deren Augen an der Heiligkeit Israels hängen: "Weil sie sprach, ich bin nicht würdig, seine [Eßaws] Frau zu sein, so möchte ich wenigstens seine Nebenfrau sein; und warum all dies? Um die Größe Awrahams zu zeigen, dass Herrscher und Könige sich danach sehnten, sich mit seinen Nachkommen zu verbinden". "Denn kein Wort ist leer für euch - ...du hast kein leeres Wort in der Tora, dass nicht, wenn du es deutest, Lohn in ihm enthalten wäre" (s.o.).



Guter Rat

Feier- und Festtage in der Ehe

Esther Awrahami
Eheberaterin 

Frage: G~ttseidank sind wir eine große und fröhliche Familie, und doch, gerade zu den Feiertagen, wenn die Erwartung, sich mit allen zu freuen, besonders hoch ist, bin ich manchmal etwas traurig. Ich werde ganz ruhelos, frustriert und ertappe mich dabei, wie ich "Giftpfeile" in Richtung meines Gatten abschieße. Seinerseits macht er so seine Bemerkungen, was zu einer angespannten Atmosphäre zwischen uns führt, sodass die Festfreude futsch ist und ich ein Gefühl des Verpassens und der Enttäuschung mit mir und ihm fühle. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns helfen könnten, die Festfreude richtig zu erleben.

Antwort: Als Vorwort zu Ihrer Frage/Bitte ist es wichtig zu wissen, dass es eine G~ttesgabe ist, ganz allgemein ein freudiges Leben zu leben. Die Festfreude, d.h. die Freude an der Ausführung der jeweiligen Gebote, besitzt die Kraft, auch den übrigen Tagen des Jahres einen freudigen Charakter aufzuprägen. Bezüglich der Festfreude gibt es verschiedene Stellungnahmen der talmudischen Weisen, was eigentlich Freude sei und wie man sie erlangt. Das Thema der Freude im Allgemeinen gehört in einen separaten Artikel. Hier werde ich mich nur auf die gefühlsbedingten Situationen beziehen, die Sie beschrieben haben, und versuchen, einige der Gründe dafür anzusprechen.

Im Allgemeinen hat die Traurigkeit, die sich vor jedem Fest einschleicht, hauptsächlich drei Ursachen:

1. Generell fordert jede Sache von Heiligkeit von uns eine ziemliche spirituelle Anstrengung, um diese Stufe der Heiligkeit zu verinnerlichen und als für uns relevant zu erkennen. Das Gefühl der Traurigkeit, das die Freude verhindert, fordert uns auf, uns zu überwinden und uns anzustrengen, um so zur Freude an der Gebotsausübung zu gelangen.

2. An den Feiertagen tauchen Erinnerungen an vergangene Erlebnisse auf, die lange vorüber sind. Es bilden sich Sehnsüchte vielleicht an Leute, die nicht mehr unter den Lebenden weilen, oder an die einfache Kindheitsfreude, die wir heute nicht mehr haben, und ähnliches. Wir vernachlässigen nicht die Erlebnisse der Vergangenheit. Wir rufen sie in Erinnerung als Teil des Aufbaus unseres Lebens. Um jetzt in Freude zu leben, werden wir uns ansehen, wie wir jetzt freudige und genussvolle Erlebnisse schaffen können. Die positive Beschäftigung in der Gegenwart, für die wir verantwortlich sind, erzeugt Erlebnisse, die sowohl jetzt als auch in Zukunft uns und unseren Kindern in freudiger Erinnerung bleiben.

3. Es besteht eine zu hohe Erwartungshaltung bezüglich der Festfreude, die manchmal an der Realität zerbricht, wenn ungewollte Ereignisse dazwischen kommen, die die Festfreude verringern oder vereiteln. Die Hauptursachen dafür:

- Die Intensität der materiellen und spirituellen Vorbereitungen auf die Zeit der Feiertage erzeugt eine hohe physische und psychische Belastung, die den Willen erweckt, "die Früchte dieser Mühen zu ernten". Proportional zu den Anstrengungen wächst der Wille, auch etwas davon zu haben. Wenn dieser Wille nicht gänzlich befriedigt wird, entsteht eine Enttäuschung, die zu Frust und Traurigkeit führt.

- Am Fest treffen alle zusammen, und damit auch gegensätzliche Willen. Wein wird auf der schönen Tischdecke verschüttet, die Kinder zanken sich lautstark rings um den Tisch herum, und wenn dann noch Gäste anwesend sind, gibt es Situationen, in denen die Eltern aufgeben und sich wegen des Benehmens der Kinder schämen. Unterschiedliche Ansichten der Eheleute, wie darauf zu reagieren sei, führen zu Verärgerung auf beiden Seiten und so weiter... Es entsteht ein Gefühl des Verlustes der Kontrolle über das Geschehen, und die erhoffte Festfreude rückt in weite Ferne.

Maimonides schrieb in den Gesetzen von Sukka und Lulaw (8,15), dass "die Freude bei der Gebotsausführung ein großer Dienst sei". Das bedeutet, wenn sich das Paar gemeinsam an die Arbeit macht und sich an solche Zusammenarbeit gewöhnt, kann es wahrer Freude teilhaftig werden. Darum können Ehepartner, die mit solchen Situationen zu kämpfen haben, besser damit fertigwerden, wenn sie sich entschließen, die Realität ohne Verbitterung zu akzeptieren, indem sie ihre Erwartungen und ihre Handlungen miteinander abstimmen. Wie macht man das?

Beteiligung an den Gedanken, an den Wünschen, an den Träumen und an den Gefühlen im Hinblick auf das Fest vereinigt die beiden und erzeugt eine Gemütsruhe und innere Freude. Die Beteiligung an sich ist die Hauptsache, die Ergebnisse eher nebensächlich.

Ebenso die Abstimmung im Voraus der beiden Eheleute auf eine koordinierte Handhabung der zu erwartenden Situationen, und eine Einigung auf minimale und realistische Erwartungen, wobei als Bonus gewertet wird, wenn sogar weitergehende Erwartungen erfüllt werden.

Die gemeinschaftliche Einigung über diese Dinge ist sehr wichtig, denn obwohl wir unsere eigenen Vorstellungen vom Festablauf haben, verfährt G~tt nach einem anderen Plan, einem unvorhersehbaren, und was dann in der Realität passiert, ist auf uns zugeschnitten. Das Wissen davon flößt uns die Kraft zur Auseinandersetzung ein, anstatt über das Misslingen unserer Pläne Trübsal zu blasen. Die Freude entsteht, wenn man das akzeptiert, was uns das Leben präsentiert, mit all seiner Komplexität, und sich auch über das infolge der Auseinandersetzungen Erreichte freut. Diese Komplexität bietet schließlich den fruchtbaren Boden, von dem die eigene Persönlichkeit und die Ehe sprießen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, das Laubhüttenfest ist in der Tat die 'Zeit unserer Freude', wenn die Eheleute im Schatten des Glaubens sitzen, dass alles, was auch immer geschehen möge, zeitweilig und austauschbar ist, und andererseits - die Bedeutung, die sie dem geben, was auf diese Weise geschaffen wurde, als die Hauptsache ansehen.

Durch innerliche, gemeinschaftliche Arbeit entsteht eine Stabilität des Glaubens, die sich nicht mehr von äußerlichen Einflüssen erschüttern lässt. Chag ßameach.


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