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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BO
Nr. 1255
6. Schwat 5780


Diese Woche in der Tora (Ex. 10,1 - 13,16):

Die letzten drei Plagen: Heuschrecken, Finsternis und Tötung der Erstgeborenen; Definition des "ersten Monates"; Vorbereitungen zum Auszug aus Ägypten: Opferblut an Türpfosten, Opferlamm essen; Pessachgesetze; Kinder Israel backen Matze; Gesetze von Tefillin und Erstgeborenen der Haustiere zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten.

Haftara: Jirmijahu 46, 13 - 27

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Der Stand der Dinge...  

Medien und Fortschritt

Rav Nathan Kotler
MACHON MEIR

[Aus der Artikelserie "Spirituelle Evolution"]

Frage: Wenn sich die Welt tatsächlich weiterentwickelt, wie Sie in den bisherigen Artikeln beschrieben haben, wie kann es dann angehen, dass die Medien in ihren Nachrichten unaufhörlich vom moralischen Niedergang der Welt berichten?

Antwort: In diesem Artikel werden wir klären, warum es so scheint, als ob die Welt moralisch verfalle, obwohl sie sich in Wirklichkeit weiterentwickelt. Dafür wollen wir zwei Gründe vorbringen: Der erste, dass die Medien eine große Fiktion präsentieren. Die Medien machen aus einer Seltenheit ein Phänomen und aus einer irrelevanten Minderheit eine relevante; damit erzeugen sie die Illusion, das Schlechte überwiege das Gute. Der zweite Grund besteht darin, dass es schon immer Unrecht und Korruption gab, nur existierten in der Vergangenheit noch keine Medien, sie offenzulegen. Heute aber kann sich das Böse nicht mehr vor den Medien verstecken, und darum hören wir heute mehr als damals von Skandalen und Verbrechen.

Die große Fiktion der Medien

Manchmal nehmen wir einen tiefen Atemzug, bevor wir das Radio einschalten, denn wir fragen uns, welche furchtbaren Dinge seit dem letzten Mal geschahen, als wir Nachrichten hörten? Kommt Ihnen bekannt vor? Manchmal haben wir das Gefühl, diese Welt ist wirklich kein sympathischer Ort und voller Schlechtheit. Aber stimmt das überhaupt? Überwiegt das Schlechte wirklich das Gute? Und wenn nicht - wie kommt es, dass wir nur von den schlechten Dingen hören? Ist es vielleicht naiv, sich auf das Gute zu konzentrieren?

Rabbiner Jonathan Sacks, früherer Oberrabbiner von Großbritannien, erzählt in seinem Buch Celebrating Life von einem Experiment, das er bei seinen Vorträgen durchzuführen pflegte. Er nahm ein weißes Blatt Papier, auf das er vorher einen schwarzen Punkt gemalt hatte, hob es hoch und fragte das Publikum: "Was sehen Sie?". Die meisten Leute antworteten, dass sie einen schwarzen Punkt sehen, worauf er nachfragte: "Wo doch fast das ganze Blatt weiß ist - wieso konzentrieren Sie sich auf einen kleinen schwarzen Punkt?".

Rabbiner Sacks erklärte, darin bestehe die große Fiktion der Medien. Nehmen wir einmal an, die Welt wäre wirklich mehrheitlich schlecht, würden wir uns dann besonders aufregen, wenn wir von Verbrechen und Kriminalität hörten? Wahrscheinlich nicht, und darum, gerade weil die Welt mehrheitlich gut ist, machen wir uns jedes Mal aufs Neue Sorgen, wenn etwas Schlimmes passiert. Je höher der Seltenheitswert einer Sache, desto größer das Interesse daran. Die Medien umgeben uns mit der Illusion, die Welt sei schlecht, indem sie von den negativen Ereignissen berichten. Wenn sich alles um den Teufelskreis aus Rating-Werbung-Geld dreht, warum dann die wahre Realität zeigen?! Eine gute Nachricht lässt sich nur selten zu einer Sensation aufbauschen.

Maimonides schrieb im "Führer der Unschlüssigen" (III,12), es sei ein Irrtum zu glauben, "dass das Übel im Seienden häufiger sei als das Gute". Das Schlechte, das wirklich existiert, stammt nicht aus der Natur der Schöpfung, sondern hauptsächlich von dem Übel, das der Mensch selbst über sich und seine Umwelt bringt. Maimonides schrieb, wenn man sich das Universum in seiner Gänze betrachtet, wird man von der Gnade und Güte G~ttes überwältigt, die G~tt in der Welt bewirkt, und man versteht, dass das Gute das Schlechte überwiegt.

Natürlich dürfen wir nicht naiv sein, das Schlechte auf der Welt existiert real und stellt eine große Bedrohung dar, gegen die wir ankämpfen müssen. Doch gerade weil wir wissen, dass das Gute das Schlechte überwiegt, schöpfen wir Hoffnung und Kraft dazu, das Böse aus der Welt zu schaffen.

Das Böse kann sich nicht verbergen

Manchmal entsteht das Gefühl, dass wir heute in einer Welt voller Korruption und Verbrechen leben, während wir in Nostalgie auf vergangene Zeiten zurückblicken. In Wahrheit jedoch waren die früheren Generationen keinen Deut besser (siehe Prediger 7,10). Auch früher gab es Korruption und Verbrechen, in der Vergangenheit konnten Menschen allerdings in dunklen Winkeln der Welt ihre Brutalität und Gewalt ausleben, ohne dass jemand davon wusste; Korruption wurde verschwiegen und das Böse verdrängt. Heute jedoch hat sich eine hohe öffentliche Sensibilität entwickelt, die moralischen Messlatten wurden höher gelegt, und die Menschen sind nicht mehr bereit, Korruption und Verbrechen zu dulden. Heute fürchten sogar langjährige Diktatoren die internationale öffentliche Meinung.

Allerdings sind die Medien manchmal gar nicht objektiv, sondern mit Interessen und Einseitigkeit behaftet, doch die generelle Entwicklung der Welt geht in eine positive Richtung. Wenn die Medien Korruptionsfälle und Verbrechen aufdecken und die Öffentlichkeit aufbraust, dann ist das ein Zeichen für die Weiterentwicklung der Welt. Wenn man schon kein Verbrechen mehr begehen kann, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden, dann ist das ein Zeichen für den Fortschritt der Welt.

Die talmudischen Weisen erklärten dies als eines der deutlichsten Erkennungszeichen für die endgültige Erlösung: "Rabbi Jizchak sagte: Der Sohn Davids wird erst dann kommen, wenn die Regierung ganz der Ketzerei verfallen sein wird. Rawa sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf? Ist er ganz und gar weiß geworden, so ist er [der Aussatz] rein" (Lev. 13,13; Sanhedrin 97a).

Doch dazu ist zu fragen: Inwiefern ist das 'Verfallen der Regierung in Ketzerei' ein Zeichen für die Erlösung?!

Nach der offensichtlichen Bedeutung handelt es sich um ein negatives Zeichen - wenn die Lage erst so schlimm ist, dass sie nicht noch schlimmer werden kann, dann ist das ein Zeichen für die Erlösung. Doch der Rabbi von Lubawitsch bietet eine weitere, tiefergehende Deutung an: "Das Verfallen der Regierung in Ketzerei ist ein Zeichen für die Klärung und Reinigung der Welt, denn die Welt ist, entsprechend ihres Zustandes, reif für die Erlösung, und dann kommt von sich aus der Sohn Davids" (Sammlung der Kurzvorträge, Band 32, S.82).

In noch tieferem Sinne handelt es sich dabei um ein positives Zeichen, wenn es vor Aller Augen deutlich sichtbar wird, dass es Regierungen gibt, die auf Diktatur und Unterdrückung basieren, und wenn eine empfindlicher gewordene Welt ihnen keine Legitimation mehr erteilt - dann ist das ein Zeichen die für gesteigerte Anteilnahme der Menschen. Gerade wenn sich Ketzerei und Korruption nicht mehr im Dunkeln verstecken können, sondern von der Menschheit ans Tageslicht gezerrt werden - das ist das Zeichen, dass die Menschheit für die Erlösung bereit wird.



Am Schabbes-Tisch...

Massenhaft Heuschrecken

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

Im Wochenabschnitt Bo begegnen wir den letzten drei der zehn Plagen: Heuschrecken, Finsternis und Tod der Erstgeborenen. König Schlomo schreibt im Buch der Sprüche: "Heuschrecken haben keinen König" (30,27). Heuschrecken, das sind viele Lebewesen, Millionen kleiner Lebewesen, eines separat vom anderen, jedes selbstständig, das alle Pflanzen in seinem Bereich frisst; alle zusammen "verhüllen das Auge der Erde" (Ex. 10,5). Auch im Zusammenhang mit der Plage der Finsternis drückt sich die Schrift so aus, dass drei Tage lang kein Ägypter seinen Nächsten sehen kann, jeder bleibt in seiner Ecke; auch bei der Plage der Tötung der Erstgeborenen heißt es: "denn kein Haus, worin nicht ein Toter war" (Ex. 12,30), jedes Haus und sein privater Schmerz.

Im Kontrast zur zersplitterten Welt der Ägypter wird dem Volk Israel das Pessachopfer geboten. Das zentrale Kennzeichen des Pessachopfers ist die Gemeinschaftlichkeit, denn es darf nur in Gruppen verzehrt werden, durch ganze Familien und gegebenenfalls unter Hinzuziehung der Nachbarn. Eine weitere Besonderheit beim Pessachlamm: "du sollst ... keinen Knochen daran zerbrechen" (Ex. 12,46). Sie müssen ganz bleiben; auch darf das Opfer nur am Spieß gebraten gegessen werden. Im Gegensatz zum Kochen, das das Fleisch weich und aufgedunsen macht, schrumpft es durch das Braten zu einer Einheit.

Beim Auszug aus Ägypten sammelt das Volk Israel die Einzelnen gemeinsam zu einem Ziel. Wir erziehen die Welt für ein neues Zeitalter, in dem der Einzelne nicht mehr isoliert dasteht und den anderen egal ist, vielmehr offenbart sich der gemeinsame Nenner. Beim Auszug aus Ägypten ziehen wir aus der Vielzahl der Heuschrecken, der Trennung durch die Finsternis und der Einsamkeit der Plage der Erstgeborenen und festigen eine Nation, die zu "einem Königreich von Priestern und einem heiligen Volk" (Ex. 19,6) wird.



Frage und Antwort - SMS
   

Rav Schlomo Aviner
Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. 
Hier eine kleine Auswahl:

Frage: Muss man nach dem Blutspenden die Hände waschen (Netilat Jadajim), wie es nach einem Aderlass vorgeschrieben ist? Und nach der Entnahme einer Blutprobe?
Antwort:
Nein. Da es hier um spirituelle Angelegenheiten geht, halten wir uns an die festgeschriebenen Gesetze und fügen nichts hinzu. Manche rabbinische Autoritäten sagen allerdings, dass die Blutspende in dieser Hinsicht dem Aderlass gleicht, und es ist recht, sich nach der strengeren Ansicht zu verhalten. Sicher aber nicht nach einer Blutprobe (so auch nach Rabbiner Josef Schalom Eliaschiv, da die entnommene Menge beim Blutspenden der des Aderlasses gleicht, während eine Blutprobe nur eine sehr geringe Menge erfordert).

Frage: Ich erhalte in verschiedenen Läden 30% Rabatt, weil ich Soldat bin. Darf ich diesen Rabatt ausnutzen, um etwas für einen Freund zu kaufen?
Antwort:
Frag direkt die Armee.

Frage: Ich hörte von einem Fall, wo Jemand bereit war, die Sünden eines Anderen für $500 zu übernehmen. Gibt es sowas?
Antwort: Unsinn (siehe Sefer Chassidim, Ausgabe Rav Re'uven Margoliot S. 591).

Frage: Welchen Segensspruch sagt man über Papaya?
Antwort: Bore pri ha'adama.

Frage: Wenn eine verheiratete Frau zuhause alleine betet, muss sie dann ihr Haar bedecken?
Antwort: Dem einfachen Gesetz nach nicht, aber praktisch hat sich der Brauch durchgesetzt, dass eine verheiratete Frau beim Beten ihr Haar bedeckt, auch wenn sie allein ist.

SMS181-182


Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 22.05-23.00
 israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
Telefon: +972 (0)72 3332925
SMS: +972 (0)55 9663991
Archiv der bisherigen Sendungen:

www.kimizion.org/shiur/shut.html
 

MACHON MEIR
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Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

Lernen Sie bei uns über das Judentum, stärken Ihren Glauben im Geiste der Liebe zu den Geschöpfen in einem reichhaltigen und umfassenden Programm mit persönlicher Note, Verbindung zu Torapersönlichkeiten, Unterbringung in besonderer, familiärer Atmosphäre.
Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

Einzelheiten: Spanisch - Tel. +972 (0)2 6512194, +972 (0)52 4621830
Russisch - +972 (0)2 6537835
 

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