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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BALAK*
Nr. 1265
12. Tammus 5780

*außerhalb Israels: Chukkat-Balak

Donnerstag, 17. Tammus - Fasttag        Beginn der "Drei Wochen"

Diese Woche in der Tora (Num. 22,2-25,9):

Balak, König von Moaw, fürchtet Invasion der Kinder Israels und lässt Bil'am, den nichtjüdischen Propheten, kommen, um durch dessen Flüche das Schicksal abzuwenden; auf der Reise misshandelt Bil'am seine Eselin und sie beschwert sich; auf G~ttes Befehl segnet Bil'am die Israeliten, statt zu verfluchen, zu Balaks Missfallen; das Volk macht sich an die Moabiterinnen ran, göttliche Strafung durch Seuche; Pinchas, Enkel Aharons, beendet das Treiben durch Aufspießen des Anführers und seiner midjanitischen Gefährtin.

Haftara: Micha 5,6-14, 6,1-8

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Der Stand der Dinge...


Im Tale Schittim

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

"Israel hatte sich in Schittim niedergelassen, da fing das Volk an, unzüchtig zu den Töchtern Moaws hin abzufallen" (Num. 25,1).

"Es gibt Quellen, an denen wachsen Helden, es gibt welche von Schwächlingen, es gibt welche von Hübschen, es gibt welche von Hässlichen, es gibt welche von Sittsamen, es gibt welche von in Ausschweifung Vertiefte. Und die Quelle Schittim war eine der Unzucht, und sie bewässert Sdom. Du findest, dass gesagt wurde: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen, gib sie uns heraus, wir wollen sie kennen lernen" (Gen. 19,5; Midrasch Bemidbar raba 20,22).

Wie kann denn das Trinken von Wasser eine solche Wirkung haben, Wasser ist doch überall Wasser? Vielmehr wollten die talmudischen Weisen damit einen tieferen Sinn andeuten, nämlich dass es auf der Welt verschiedene spirituelle und kulturelle Einflüsse gibt, die sie mit Quellen verglichen, aus denen man trinkt. Die Tora ist eine 'Quelle, die Helden hervorbringt', die von Wahrheit durchsetzt sind, es gibt aber auch Einflüsse, die die Ordnungen der geistigen Welt verwischen, und denen, die von ihnen 'trinken', keinen Grund mehr geben, sich für irgendetwas aufzuopfern - das Resultat: "Schwächlinge". Die Quelle der Tora lässt "schöne" Taten gedeihen - die Gebote G~ttes, es gibt aber auch einen kulturellen Einfluss, der behauptet, da es keine Wahrheit gebe, müsse der Mensch sich und seine Wertvorstellungen kreativ selbst definieren, und so werden seine Taten "hässlich". Die Quelle der Tora lässt Sittsame wachsen, denen die Begegnung mit der diesseitigen Welt nicht die Heiligkeit der Seele nimmt, daneben aber gibt es einen Einfluss, der zur Sittenlosigkeit und dem Ausleben der Triebe führt - das Zeitalter der "Aufklärung", "es gibt welche von in Ausschweifung Vertiefte".

"Und die Quelle Schittim war eine der Unzucht, und sie bewässert Sdom". Es gibt einen Einfluss, der das Abschütteln von jeder Verpflichtung oder Ordnung ermutigt und zu triebhaftem Individualismus als gesellschaftlicher Norm drängt, so wie sie in Sdom galt. Die Quelle Schittim richtet sich zielstrebig gegen die Heiligkeit der Nation. "Wer Redliche irreleitet auf bösen Weg, der fällt in die eigene Grube (Sprüche 28,10), das ist Bil'am; denn am Anfang verhielten sich die Menschen regelrecht, und durch diese seine Worte beschäftigten sie sich mit Unzucht, denn die Ersteren: Da kam Rachel mit den Schafen (Gen. 29,9), und der Priester Midjans hatte sieben Töchter (Ex. 2,16). Da erhob sich Bil'am und führte die Geschöpfe durch Unzucht irre..." (Midrasch raba s.o.).

Wie gelang es Bil'am, die Menschen irrezuführen? Er entwickelte eine Philosophie der Zügellosigkeit, die das Gute schlecht nennt und das Schlechte gut. "Da sprach Bil'am zu Balak: Der G~tt jener hasst unzüchtige Ausschweifung. Stellt eure Töchter für die Ausschweifung zur Verfügung, und ihr werdet jene beherrschen. Da sagte er zu ihm: Werden denn [die Leute von Moaw] auf mich hören[, ihre Töchter freizugeben]? Sagte er ihm: Gib deine Tochter zuerst frei, dann werden sie es dir nachtun. Das ist es, was geschrieben steht: Und der Name der erschlagenen midjanitischen Frau: Kosbi, Tochter des Zur; Haupt der Völkerschaften eines Stammhauses in Midjan war er" (Num. 25,15; Talmud jeruschalmi Sanhedrin 10,2). Die Völker, und ihr König allen voran, sind bereit, selber einen hohen Preis zu zahlen, nur damit ihr Einfluss Israel zum Stolperstein wird. So etwas finden wir auch heutzutage in der postmodernen Kultur, die wie eine Quelle in das Tal Israels strömt und 'schwache', 'hässliche' und 'in Ausschweifung vertiefte' Gewächse hervorbringt, und zwar durch umfassende und mit Fondsmitteln ausgestattete Gehirnwäscher, die einen Identitätswechsel erzeugen wollen.

Im seinem Buch '1984' beschreibt George Orwell einen dystopischen Zustand - eine Realität, in der negative gesellschaftliche Grundregeln herrschen, die von der Regierung bestimmt werden. Obwohl sein Buch eine totalitäre kommunistische Herrschaftsform anprangert, fällt es überraschend leicht, darin heute die Fundamente der gesellschaftlichen Ausrichtung des gegenwärtigen pluralistischen Geistes zu erkennen. In diesem Buch zwingt sich die Herrschaft auch den Gedanken des Menschen auf. Im gegenwärtigen Pluralismus gilt die Meinungsfreiheit nur dem äußeren Anschein nach, weil in Bezug auf die Idee des Pluralismus an sich im öffentlichen Sektor ein Zwang herrscht. Zwar darf jeder sein Privatleben frei gestalten, doch in der Öffentlichkeit herrscht ständige Sorge - akademisch, medial, politisch, juristisch und religiös - vor der Eliminierung von Ideen, die der Idee des Pluralismus widersprechen, nach dem Motto: "Es gibt keine Wahrheit, und das ist die höchste Wahrheit". Wenn demnach zum Beispiel ein Rabbiner im Namen der Tora über eine göttliche Anleitung als Weisung für die Allgemeinheit spricht, wird er entweder als finsterer und dämonischer Typ dargestellt und in den Medien heruntergemacht ("shaming"), eine moderne Version der Verfrachtung nach Sibirien, oder man macht seine Worte lächerlich, indem man sie als 'sein Narrativ' bezeichnet, als seine Weltanschauung innerhalb einer Vielfalt von anderen Ansichten.

Im Buch '1984' wird die Sprache, 'Neusprech' genannt, den Herrschaftsbedürfnissen auf eine Weise angepasst, die die Möglichkeit der Kritik und das Denken der Bürger einschränkt. Diese Idee wurde auch von den Vordenkern der postmodernen Kultur übernommen. Der Philosoph Michel Foucault behauptete, der gesellschaftliche Dialog unterliege bestimmten Regeln, es gäbe Dinge, die gesagt werden dürften, und solche, die verboten wären. Die Sprache formt so sehr das Bewusstsein, bis sich das Individuum dem nicht mehr entgegenstellen kann oder auch nicht versteht, wie sehr seine Gedanken bereits künstlich vorgezeichnet sind.

So auch bei weiteren Prinzipien: Über Neuigkeiten wird in den Nachrichten auf tendenziöse Weise berichtet, Geschichte wird neu geschrieben, oder wenigstens ihr Wahrheitsgehalt in Zweifel gezogen. Wie geschieht das? Durch eine Unzahl akademischer Forschungen mit dem Ziel der Erschütterung festbestimmter Ereignisse, die mit der Schaffung eines Volkes oder der Verbindung mit einem versprochenen Erbbesitz in Zusammenhang stehen. Die Wissenschaft wird auch dafür eingespannt, den Unterschied zwischen Mann und Frau zu verwischen, z.B. durch Untersuchungen, deren Resultate von vornherein feststehen. Die Bibel wird so interpretiert, dass sie nicht mehr eine absolute göttliche Weisung repräsentiert, sondern als assoziativer Aufhänger, an dem der postmoderne Toraerklärer sein Glaubensbekenntnis befestigt, ohne dass dafür eine spirituelle Basis und der Bedarf einer Vertiefung in das Thema oder für das Konsultieren der talmudischen Weisen bestünde.

In '1984' werden die drei zentralen Parolen der Partei den Bürgern unaufhörlich ins Gehirn getrommelt: Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Vom Parteimitglied wird erwartet, besonders in "Doppeldenk" geübt zu sein, die Fähigkeit, zwei einander widersprechende Denkweisen gleichzeitig als wahr zu akzeptieren und die Logik gegen die Logik anwenden zu können. Heutzutage benutzt die kulturelle Vorgabe das "Doppeldenk", um den Menschen Parolen einzutrichtern, auch wenn sie nicht spezifisch ausformuliert sind: Der Gräuel wird zu 'Familie', Unwahrheit zu 'Wahrheit', Reformismus zu 'Religiosität', Zionismus zu 'Eroberung', Rechte des Einzelnen zu 'Moral', G~ttesfurcht zu 'Schwäche', Araber zu 'Israeli', Maschiach ("Messias") zu 'Weltuntergang', Israel zu 'Staat aller seiner Bürger', illegale Eindringlinge zu 'Unterdrückten', weiblich zu 'kampftauglich'.

In der Zwischenzeit verbleibt uns nur, die Augen offenzuhalten und mit aller Macht gegen die Einträufelungen der Postmoderne durch den Neuen Israel Fonds und die übrigen bil'amischen Organisationen zu kämpfen und zu protestieren, die auf einen Identitätswechsel der israelischen Nation, auf die Unterdrückung ihrer Heiligkeit und die Untergrabung ihrer Existenz hinarbeiten. Göttliche Anleitung und ehrliche Wahrheit müssen wir selbstbewusst auf allen Ebenen mehren, um die vergiftete Quelle trockenzulegen - "und in dem Maße, da die Quelle zerstörerisch wirkte, wird der Heilige, gelobt sei er, sie zukünftig austrocknen, wie es heißt: und ein Quell wird ausgehen vom Hause des Ewigen und tränken das Tal Schittim" (Jo'el 4,18; Midrasch ebda.).



Am Schabbes-Tisch...

Die drei Wanderfeste

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

Im Wochenabschnitt Balak begegnen wir Bil'am, der ankommt, Israel zu verfluchen - und am Ende segnet er das Volk.

Auf seinem Weg zu den Lagerstätten Israels erlebt er einige Ereignisse im Zusammenhang mit seiner Eselin. Drei Mal macht ihm die Eselin 'Probleme' und er schlägt sie, bis sich ihm der Engel offenbart. Die talmudischen Weisen stellen eine Verbindung her zwischen diesen drei Malen (regalim), die Bil'am seine Eselin schlug, und den drei Wanderfesten (regalim), an denen das Volk Israel, solange der Tempel stand, nach Jerusalem pilgerte. Mit anderen Worten: Es besteht eine Parallele zwischen dem Verhalten der Eselin und der Verhaltensweise der israelitischen Nation in ihrem Idealzustand. Beim ersten Mal wendet sich die Eselin vom ausgetretenen Weg in Richtung Feld - das Volk Israel hat eine Neigung zur Weite, der ausgetretene Weg genügt ihm nicht, und es versucht unaufhörlich, sich neuen Welten zu öffnen und sie aufzunehmen. Beim zweiten Mal drängt sich die Eselin hartnäckig durch den engen Pfad, als sich der Engel vor ihren Augen offenbart, wobei sie die Beine Bil'ams gegen die Wegmauern drückt - beim Volk Israel, neben der Neigung zur Horizonterweiterung und Aufnahme des Neuen, besteht die Fähigkeit des Vordringens zu den kleinsten Einzelheiten, des Eindringens in den kleinsten Winkel und in die Feinheiten der Halacha, dort, wo der Fuß eines groben Menschen nur Enge und Druck verspürt. Beim dritten Mal kauert sich die Eselin nieder und ist trotz der Drohungen Bil'ams nicht bereit, sich zu bewegen - beim Volk Israel gibt es da die Eigenschaft der Hartnäckigkeit, 'ein hartnäckiges Volk' im positiven Sinne; die Fähigkeit, auf seine Prinzipien zu bestehen und keinem Druck nachzugeben.

Bil'am lernt auf die harte Tour aus dem Munde des Engels, dass der Weg der Eselin der rechte ist, und sie ist es, die am Schluss den Sieg davonträgt.



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