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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BEHAR-BECHUKKOTAI
22. Ijar 5780


Diese Woche in der Tora (Lev. 25,1-27,34):

Gesetze des Siebentjahres, des Joweljahres (alle 50); Bodenrecht; Auslösung des Verarmten; Zinsverbot; Sklaven- und Arbeitsrecht; Götzenverbot; Schabbat heiligen; Wohlstand und Frieden bei Gebotsbeachtung, Armut, Tod und Exil bei Nichtbeachtung; Geldgegenwerte von dem Tempel geheiligten Personen und Sachwerten.

Haftara: Jirmijahu 16, 19-21, 17, 1-14


Freitag, 28. Ijar: Jom Jeruschalajim


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Der Stand der Dinge...


Eine heitere Jahrzeit

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Lag Ba'omer (= der 33. Tag des Omerzählens) bedeutet nicht nur den "Freudentag des Rabbi Schimon bar Jochai" (seine Jahrzeit), mögen seine Verdienste uns zum Schutz gereichen, sondern auch das Fest der Geheimlehre (Sohar). Rabbi Schimon war es nämlich beschert, dass seine reine Erkenntnis der heiligen Inspiration zum zentralen Übermittlungsmedium der Offenbarung und der Niederschrift der Geheimnisse wurde, ein Überbleibsel der Lehre der Propheten.

Normalerweise würde uns das Hinscheiden eines Gerechten traurig stimmen, da er uns nun fehlen wird. Doch an diesem Feiertag geschieht etwas Erfreuliches, denn die Lehre des Gerechten verbreitet sich, man erinnert sich an seine Wohltaten, und das ganze Volk Israel empfängt von der Heiligkeit dieser allgemeinen Seele und erstrahlt in ihrem Glanz. Alle die an diesem Tag üblichen Freudenfeuer vereinigen sich zu einem einzigen nationalen Jahrzeitlicht zu Ehren des Tannaiten Rabbi Schimon bar Jochai.

Die Geheimlehre heißt nicht so, weil ihre Bücher etwa in einem Panzerschrank verschlossen liegen, dessen Ort niemand kennt oder den niemand zu öffnen weiß. Die Bücher sind in vielen Regalen zu finden. Doch obwohl sie relativ leicht zugänglich sind, sind sie vor dem Verstand verschlossen, bis auf die Ausnahme einiger Weniger. Nicht wie anderes Wissen ist diese Lehre nicht offen zugänglich, sondern nur dem, der ihr in der Reinheit seines Herzens wirklich würdig ist und sich mit großer Mühe im Studium der offenbarten Tora darauf vorbereitete, durch unermüdliche Arbeit an seiner Persönlichkeit und an seinen verstandesmäßigen Kapazitäten, an der Reinheit seiner Charaktereigenschaften und Handlungen. Zwar gibt es Viele, die aus der Ferne Begriffe zitieren können, doch deren spirituelles Volumen richtig zu erfassen, bis dass ihr Herz sich in wahrer und ausgeglichener Weise damit füllt - dieser Weg des Baumes des Lebens ist den wenigen Auserwählten vorbehalten, den 'Herren der Geheimnisse'. Die Tore der Erleuchtung öffnen sich gemäß dem Rang der Seele, und dieser lässt sich nicht mit Augen schauen, nur dem Himmel ist er bekannt.

Nun ist dies eine so schöne und vollkommene Sache, dass diese Lehre dem glaubenden Menschen einen Willen zu wahrer spiritueller Größe verursacht, eine Sehnsucht nach der an sich selbst erlebten Erfüllung der Worte König Davids: "Öffne meine Augen, dass ich Wunder schaue aus deiner Lehre" (Psalm 119,18). Die großen Kabbalisten finden sich immerzu in bußfertiger Umkehr und bitten um weitere spirituelle Erhöhung, und dieses Streben wirkt sich auf die übrigen Lernenden aus, und jedem wird das zuteil, was er entsprechend seiner Anstrengungen verdient. Viele Dinge in unserer Welt lassen sich hier und jetzt erreichen, doch diese Lehre verlangt vom Menschen einen Prozess, der sein ganzes Leben dauern kann, von unendlicher Tiefe. Je mehr er begreift, desto mehr weiß er, dass er nur die Spitze des Eisbergs sieht und als kleiner Schüler der Größen der Generationen gilt, die über einen weiten spirituellen Horizont und große Erkenntnisse verfügten.

Die Geheimlehre fordert enorme Demut. Die in ihr offenbarten Wahrheiten nehmen keine Rücksicht auf den kleinen Gehirnkasten und das beschränkte Wissen des Menschen. Sie landet auf ihm aus der Höhe, bringt Vieles durcheinander, was er für selbstverständlich gehalten hat, als ob sie ihm sagen wollte: 'Das ist die Wahrheit, du musst sie akzeptieren, denn so ist aus der Höhe bekannt gemacht'. Wenn der Mensch sich angewöhnt, seinen Blick geradeaus zu richten im Einklang mit der Reinheit des Himmels, und nicht wie ein Stückwerk von menschlichen Erklärungen von unten nach oben, werden die einfachen Aussagen der Tora von Neuem mit teurem und tiefen Licht erhellt. Der Baum des Lebens vereinigt sich mit dem Baum des Wissens, und die tiefere Bedeutung der Tora und der Lenkung der Wirklichkeit offenbaren sich mehr und mehr.

Nicht umsonst vergleicht man die Beschäftigung mit den Geheimnissen der Tora mit einem Spaziergang im Obstgarten. Bei diesem Spaziergang besteht der Zweck im Gehen an sich und nicht im Ernten. Zwischen den höchsten Pflanzen im Garten G~ttes wandert der Mensch, dessen Verstand dazu bereit ist, und seine Seele taucht in milden Gewässern und kostet vom himmlischen Nass. Die ursprünglichen Erleuchtungen vereinigen sich in seiner Erkenntnis zu den Grundregeln des ganzen Seins, aus denen Leben entspringt. Seine Lebensfreude steigt, seine Bestrebungen wachsen, sein Wille wird zu einem allgemein-israelischen und universalen Willen. Eine Liebe zu Allem schlägt Wurzeln in seinem Herzen, sein Auge blickt auf das Gute und das Licht, sein Rechtsgefühl wird versüßt durch Mildtätigkeit, seine Träume werden klarer, und seine ganze Persönlichkeit erhebt sich in vereinigendem Ausblick. Das ganze Leben offenbart sich ihm als ein Beispiel für die verborgene Parallelwelt, "und Gestaltung G~ttes schauet er" (Num. 12,8). Doch wenn der Mensch sich g~ttbehüte erdreist, den Garten G~ttes mit 'schmutzigen Kleidern' zu betreten, mit Lebenskräften, die ihm zu Größe hätten verhelfen können, wenn er nicht unvorbereitet ankäme, so wenden sie sich nun gegen ihn, und seine Seele läuft Gefahr, am Durchbruch des höchsten Lichtes zu zerschellen, , da sie nicht auf fruchtbaren Boden fallen.

Die großen Kabbalisten gehören auch zu den großen Gerechten, denn sonst wären ihnen die Einblicke gar nicht vergönnt gewesen. Wer sich also mit den innerlichen Erkenntnissen Rabbi Schimon bar Jochais beschäftigen will, der muss viel an seinen Charaktereigenschaften arbeiten und hohe Forderungen an sich selbst stellen.

Von dem Tage an, als sich den letzten Generationen der heilige Sohar offenbarte, richteten sich die Augen aller Toragrößen auf dieses Werk, sei es in direktem Studium dieses Buches, sei es durch die Kommentare dazu, oder über den Einfluss anderer Kabbalisten und der Weisen des Glaubens und der Frömmigkeit. Der Sohar führt zur Konzentration eines göttlichen und seelischen Ausblicks auf eine gespaltene und materielle Welt. Ganz Sehnsucht und Streben nach einer vollkommenen Welt, und Liebeslied göttlicher Geheimnisse.

Das Wissen um die Geheimnisse führt zum Auszug Israels aus der Zerstreuung in göttlicher Barmherzigkeit. Wenn sich die Quellen der Weisheit öffnen, in einer Sprache, die deren Offenbarung würdig ist, kehrt die Gemeinschaft Israels zu ihrem himmlischen Zustand und zu ihrem vollkommenen Einfluss auf die Welt und alles, was darinnen, zurück. "Bar Jochai, gesalbt, Glücklicher, in heiterer Weihe vor deinen Genossen" (aus dem "Bar-Jochai-Lied").



Am Schabbes-Tisch...

Alles beginnt am Berge Sinai

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

[zu Parschat Behar]

Im Wochenabschnitt Behar, der hauptsächlich die Gebote bezüglich des Siebentjahres (Schmitta) und des Joweljahres behandelt, wird besonders hervorgehoben, dass diese Gebote "am Berge Sinai" verkündet wurden. Die talmudischen Weisen bezeichnen dies als Basis für die Grundeinstellung, dass alle Gebote als direkte Folge der Versammlung am Berge Sinai anzusehen sind. Die Gebote von Schmitta und Jowel enthalten auch Aspekte von wirtschaftlichen Interessen - sie helfen, die wirtschaftliche Balance innerhalb der Gesellschaft zu erhalten, Knechte und Grundstücke freizusetzen und allgemein gesellschaftliche Diskrepanzen einzuschränken. Dabei besteht die Befürchtung, dass ein Mensch, der diese Gebote erfüllt, zur Überzeugung gelangt, dass darin die Aufgabe der Tora liegt - sich seiner persönlichen Probleme anzunehmen; darum betont die Tora den direkten Zusammenhang der Gebote mit der Versammlung am Berge Sinai, wo wir lernten, "wollen wir tun und hören" (Ex. 24,7) zu sagen - auch wenn die Sache in dieser Welt nicht immer zu unserem Vorteil gereicht. Die Kultur, in der wir leben, gewöhnte uns daran, alles nur an seinem Nutzen zu messen, den das Individuum daraus ziehen kann. Langsam aber sicher sickert diese Einstellung auch in die Welt des Glaubens durch: Selbst die höchsten Ideale werden durch den 'Geldautomaten' geschickt - das Gebet, die Erfüllung der Gebote, das Geben von Spenden, alles unter der Bedingung, dass es doch bitteschön privates Glück, den erhofften Ehepartner und ein geregeltes Einkommen bringen möge. Im Wochenabschnitt Behar lernen wir, die Wirklichkeit tiefer mit den Augen des Glaubens zu betrachten, der sie mit den Maßstäben der absoluten Wahrheit misst und nicht nach dem persönlichen Profit. In diesen Tagen des Übergangs von den Gedenktagen der Opfer und der Gefallenen und des Unabhängigkeitstages hin zum Wochenfest, dem Fest der Übergabe der Tora - sollten uns nicht Fragen der Bequemlichkeit beschäftigen, wie wir unser Leben leben und wie wir es zu beenden gedenken, sondern nur die eine Frage - was haben wir mit diesem Leben angefangen? Wollen wir hoffen, dass wir, wenn der Tag gekommen ist, vor unserem Schöpfer erklären können, ein Leben des 'Berges Sinai' geführt zu haben, ein Leben des "wollen wir tun und hören"!


Spirituelle Initiativen

[zu Parschat Bechukkotai und Lag Ba'omer]

Der Wochenabschnitt Bechukkotai beendet das 3. Buch Moscheh (Wajikra). Das ganze Buch hindurch beschäftigten wir uns mit den verschiedenen Pflichten des Menschen - mit den Gesetzen von der Reinheit und der Unreinheit, mit den Opfern, Geboten des Einzelnen usw. Gegen Ende des Buches finden wir das Thema der Zuheiligungen, nämlich wenn jemand aus eigenem Antrieb etwas für den Tempel spenden will. Das ist ein ganzer Abschnitt von spirituellen Initiativen - eine detaillierte Liste des Gegenwertes von Mensch, Tier und sonstigen Bewertungen - die ihren Wert dem Tempel spenden wollen.

Um sich dem Heiligen zu nähern, kann man sich nicht mit der reinen Pflichterfüllung begnügen, man muss schon eine höhere Stufe erklimmen. Eine Stufe der freiwilligen Gabe, eine Stufe der Initiativen.

Lag Ba'omer, der Feiertag von Rabbi Akiwa, Rabbi Schimon bar Jochai und Bar Kochba - ist der Feiertag all jener, die sich nicht mit dem Bestehenden begnügen, sondern von Welten träumen und ihnen zustreben, die weit jenseits der einfachen Pflicht liegen. Rabbi Akiwa, der gegen alle Chancen zusammen mit Bar Kochba kämpfte, damit das Feuer des Aufstands und der Hoffnung im Laufe der zweitausend Jahre währenden Zerstreuung nicht erlösche; und Rabbi Schimon bar Jochai, der sich in dunkelster Stunde der Verfolgung in die Höhle zurückzog und dort den Grundstein für die Geheimlehre legte, aus der der Sohar (Hauptwerk der Kabbala) entsprang, und "dadurch, dass sie davon kosten, werden sie mit großer Gnade aus dem Exil ziehen". So halten es heilige Menschen, die ihr Leben voranbringen und heiligen für die Ewigkeit.


Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
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