mmcap6

DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
Anschrift: Sderot Hame'iri 2
Kirjat Mosche / P.O.B. 34107
IL - 9134002 Jerusalem ISRAEL 
Tel. +972 2 6511906
Fax +972 2 6514820            
www.meirtv.co.il  torah@meirtv.co.il
für Kinder: www.meirkids.co.il

Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJIGASCH
Nr. 1198
7. Tewet 5779

Diese Woche in der Tora (Gen. 44,18 - 47,27):

Konfrontation Jehuda-Josef; Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen; beauftragt sie, Jakov und die ganze Familie nach Ägypten zu holen und dort zu siedeln; göttliches Versprechen an Jakov, ihn dort zu einem großen Volk zu machen; Wiedersehen mit Josef; Begegnung mit Pharao; Ansiedlung im Lande Goschen; Josefs Bodenreform; führt allgemeine Einkommensteuer von 20% ein.

Haftara: Jecheskel 37, 15-28


Dienstag, 10. Tewet - Fasttag!

 

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...


Was Josef seinem Vater schickte

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

"Und seinem Vater schickte er wie folgt: zehn Esel, beladen mit dem Besten Ägyptens, und zehn Eselinnen, beladen mit Korn und Brot und Gemüse für seinen Vater auf den Weg" (Gen. 45,23). Der Raschikommentar dazu ist kaum zu verstehen: Er zitiert aus dem Talmudtraktat Megilla (16b), wonach mit dem "Besten Ägyptens", das Josef seinem Vater auf zehn Eseln schickte, alter Wein gemeint ist, an dem der Sinn der Greise Freude hat. Gerade jetzt braucht Jakov überhaupt so etwas, eine so gewaltige Menge Wein?! Und das, wo doch eine Hungersnot im Lande herrscht - warum schickt er nicht auch auf den zehn Eseln Brot und andere Nahrungsmittel, wie auf den zehn Eselinnen? Raschi bringt eine weitere Erklärung, diesmal aus dem Midrasch raba, auch dieser seltsam: das "Beste Ägyptens" seien "Bohnengraupen gegen Seelenpein" - was soll Jakov mit so einer Menge Grieß oder Bohnengrütze anfangen?! In welcher Weise nützen zerkleinerter Weizen oder Hülsenfrüchte der Überwindung von Seelenpein?

Der MaHaRaL ("hohe Rabbi Löw") aus Prag erklärte die Worte der talmudischen Weisen auf besonders tiefsinnige Weise. Die letzten 22 Jahre war Jakov überzeugt, "ein wildes Tier hat ihn gefressen, zerrissen ist Josef" (Gen. 37,33). Wenn ihm seine Söhne erzählen, dass Josef noch am Leben ist und dazu noch Vizekönig von Ägypten, könnte Jakov auf die Idee kommen, dass in der Vergangenheit Einiges nicht mit rechten Dingen zuging und böse auf seine Söhne werden, in dem Gefühl, dass man ihm übel mitgespielt hatte; und wer weiß, wie er reagieren würde. Josef stellt daher eine verschlüsselte Sendung zusammen, die für einen mit Prophetie begabten Menschen wie sein Vater Jakov Andeutungen enthalten, die die Geschehnisse in einem positiven Licht erscheinen lassen. Josef beschäftigt sich nicht mit sich selbst, sondern mit seiner göttlichen Mission, und darum gelingt es ihm, jeglichen Zorn oder jeglichen Groll gegen seine Brüder aus seinem Herzen zu verbannen. Er zieht es vor, sein Leben als einen Teil der allgemeinen göttlichen Vorsehung zu sehen. Seine Ansicht von den Ereignissen kann er seinem Vater nicht in Klarschrift mitteilen, vielleicht würde einer der Brüder den Brief entdecken und der Plan auffliegen, doch 'einem Weisen reichen Andeutungen'. Mit einigen zarten Andeutungen übermittelt er Jakov seine hochgeistige Erkenntnis und das Verständnis der Ereignisse - "da lebte auf der Geist Jakovs, ihres Vaters" (Gen. 45,27).

"Und seinem Vater schickte er wie folgt", genau abgezählt, nicht wie es sich gerade ergab, "zehn Esel" und "zehn Eselinnen". Damit wollte er seinem Vater andeuten, er solle seinen zehn Brüdern nicht zürnen, die ihn verkauft hatten. Und zwar aus dem Grunde, dass seine Brüder zehn Eseln ähnelten, die eine große Last transportieren, aber nicht deren Inhalt kennen; G~tt hatte ihnen die Tat des Verkaufes nach Ägypten aufgeladen, so wie man einen Esel belädt, ohne dass sie die Bedeutung dieser Tat erkannten. "Beladen mit dem Besten Ägyptens", um anzudeuten, dass die Israeliten bei ihrem zukünftigen Auszug aus Ägypten reich beladen sein werden und es "wie eine Vogelfalle, in der keine Getreidekörner und wie eine Meerestiefe, in der kein Fisch" hinterlassen (siehe Brachot 9b).

"Und zehn Eselinnen, beladen mit Korn und Brot und Gemüse", um den göttlichen Zweck Josefs Verbringung nach Ägypten anzudeuten, nämlich die ganze Familie während der Hungerjahre mit Nahrung vom Besten Ägyptens zu versorgen, wie Josef sagte: "So hat mich G~tt gesandt vor euch her, euch ein Bleiben im Lande zu bereiten, und euch am Leben zu erhalten durch große Rettung" (Gen. 45,7).

Der MaHaRaL erläutert auch die zweite Deutung, das "Beste Ägyptens" seien "Bohnengraupen gegen Seelenpein". Jakov fürchtete die Auswanderung nach Ägypten, weil ihm die göttliche Prophezeiung an unseren Vorvater Awraham vom "Bund zwischen den Opferteilen" überliefert war: "Und er sprach zu Awram: Du sollst wissen, dass ein Fremdling sein wird dein Same in einem Lande, das ihnen nicht gehören wird, und sie werden sie knechten und sie drücken vierhundert Jahre" (Gen. 15,13). Darum deutete ihm Josef an, dass aus diesem Exil Gutes herauskommen wird, denn die Israeliten werden sich durch die Knechtschaft enorm vermehren, wie es heißt: "Doch wie sie dasselbe drückten, so mehrte es sich und so breitete es sich aus" (Ex. 1,12). So gleichen die Israeliten während ihrer Fronarbeit den Graupen zwischen den Mühlsteinen, die in viele kleine Teile zerbrechen, aus einem werden sechs, so wie die Israelitinnen jedes Mal Sechslinge zur Welt brachten. Auf diese Weise dienten die Bohnengraupen Jakov als Trost für seine Seelenpein, der Furcht vor dem Exil, indem sie ihm das "Beste Ägyptens" aufzeigten, das sie in sich trugen.

Und bezüglich der Erklärung der talmudischen Weisen, dass Josef "alten Wein schickte, an dem der Sinn der Greise Freude hat", besteht der tiefere Sinn darin, dass er an ein altes Geheimnis erinnert, das den Sinn Jakovs beruhigt. Wein (jajin) und Geheimnis (ssod) haben den gleichen Zahlenwert [jedem hebräischen Buchstaben ist eine bestimmte Zahl zugeordnet]. Er erinnert an das alte Geheimnis der göttlichen Vorbestimmung des Exils, wie es beim Auszug aus Ägypten heißt: "Und die Wohnzeit der Kinder Israel, die sie gewohnt in Ägypten, (war) vierhundertunddreißig Jahr" (Ex. 12,40) - aber sie hielten sich dort doch nur 210 Jahre auf! Vielmehr vergingen vom "Bund zwischen den Opferteilen", bei dem die himmlische Entscheidung Awraham bekannt gemacht wurde, und dem Auszug aus Ägypten 430 Jahre. Mit diesem Geheimnis war sein Sinn beruhigt, weil diese Knechtschaft bereits beschlossen war, zweifelsohne aus einer wesentlichen göttlichen Notwendigkeit heraus. Für den äußerlichen Betrachter besteht allerdings kein Zweifel, dass die Sklaverei und die Fronarbeit von schweren Leiden begleitet waren. Doch in innerlicher, spiritueller Hinsicht erfolgte dadurch eine Reinigung Israels von der Sünde des Ersten Menschen, die dadurch wie das Gold wurden, das im Tiegel geschmolzen und von allen Verunreinigungen befreit wird, wodurch sie zum Erhalt der Tora bereit wurden.

Mit professioneller Hand und milden Geistes verflicht Josef den Erhalt der Nachricht, er sei noch am Leben, mit einem allgemeinen göttlichen Prozess und verwandelt die Bitterkeit seines Verkaufes in die Süße der Vorsehung und der Regierungsherrschaft.




Zur Haftara

Holzeinigkeit Israels

Rav Joaw Uri'el
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Yoav Uriel

Nach dem Talmudtraktat Baba batra (14b) "beginnt [das Prophetenbuch Jecheskel] mit Zerstörung und schließt mit Trostverheißung". "Beginnt mit Zerstörung", da er sich bereits zur Zeit der ersten Prophezeiung in der Verbannung befand, vertrieben zusammen mit König Jehojachin. Am Ende des Buches prophezeit er jedoch im Verlauf vieler Kapitel über die Erlösung.

Bei einem der Höhepunkte seiner Trostprophezeiungen spricht Jecheskel von der zukünftigen Einigung der Stämme Jehuda und Efrajim. Als Zeichen und Gleichnis dafür befiehlt G~tt Jecheskel, zwei Holzscheite aneinander zu halten, die jene zwei Kräfte symbolisieren - "Und du, Menschensohn, nimm dir ein Holz und schreibe darauf: Für Jehuda und für die Kinder Israel, seine Genossen. Und nimm ein anderes Holz, und schreibe darauf: Für Josef - es ist das Holz Efrajims - und für das gesamte Haus Israel, seine Genossen. Und füge das eine zu dem anderen, dir zu einem Holze, und sie sollen eins bleiben in deiner Hand" (37,16-17).

Beim Zeichen, das Jecheskel machen soll, macht er sich ein Holz, das Efrajim und die ihm nahen Stämme symbolisieren soll, und ein Holz, das Jehuda und die ihm nahen Stämme symbolisieren soll. Doch die Formulierung der Beschriftung der beiden Hölzer scheint unklar - "...nimm dir ein Holz und schreibe darauf: Für Jehuda und für die Kinder Israel, seine Genossen. Und nimm ein anderes Holz, und schreibe darauf: Für Josef - es ist das Holz Efrajims - und für das gesamte Haus Israel, seine Genossen"; welche Stämme sollen nun auf welches Holz geschrieben werden?

1. Nach dem Malbim-Kommentar gibt es hier eine Vorstufe von Einigkeit und Verbindung, noch vor der allgemeinen Verbindung von Jehuda und Josef. Die erste Stufe der Einigkeit Israels besteht in der Sammlung und im Zusammenschluss der Stämme in zwei großen Lagern, eines um Jehuda, und eines um Josef. Danach, während der zweiten Stufe, spielt sich der größere Zusammenschluss ab, der des Lagers Jehuda mit dem Lager Josefs. So schrieb er: "Dazu gebot er, die beiden Hölzer einander zu nähern, wobei jedes einzelne eine Einheit bildete, eines dem anderen ... und gebot, ein Holz zu nehmen und darauf zu schreiben: Für Jehuda und für die Kinder Israel, seine Genossen, denn zuerst verbanden sich Jehuda und Binjamin, die während des Ersten Tempels in die Verbannung gerieten und sich unter Serubawel einsammelten, zur Zeit des Koresch, und während des Zweiten Tempels zu einem Volk wurden ... und am Ende der Tage werden die zehn Stämme eingesammelt, die Verlorenen und die Verstoßenen, unter dem Banner Josefs, des Maschiach ben Josef, der die Verstoßenen einsammelt, und das ist das Gleichnis vom zweiten Holz, Für Josef - es ist das Holz Efrajims - und für das gesamte Haus Israel, das sich mit ihm am Ende der Tage verbindet, und danach bringt er die beiden [Lager] zusammen...".

Es zeigt sich, dass bereits vor der generellen Vereinigung des ganzen Volkes, auf dem Wege dorthin, eine Bestrebung zur Einigkeit besteht. Wenn unterschiedliche Stämme zu diesem Zusammenschluss bereit sind, einen geeinten Block zu bilden, ist der Weg geebnet für den Zusammenschluss des ganzen Volkes.

2. Man kann diese "Holzbeschriftung" auch auf etwas andere Weise erklären: Der Prophet erläutert, dass in Wirklichkeit sowohl Jehuda als auch Josef Freunde ganz Israels sind. G~tt gebietet dem Propheten nicht, auf jedem Holz diejenigen Stämme aufzuführen, die zum jeweiligen Lager gehören. So eine detaillierte Liste der getrennten Stämme hätte den Streit und die Unterscheidung zwischen ihnen vertiefen können. Stattdessen gebietet G~tt, sowohl auf dem Holz Jehudas als auch auf dem Holz Efrajims die Freundschaft der Stämme Israels festzuhalten. Das soll andeuten, dass sowohl Jehuda als auch Josef die Aufgabe haben, ganz Israel um sich zu sammeln. Dieses Verständnis leitet die Einigkeit ein - da diese beiden führenden Stämme nur daherkommen, ganz Israel zu einer Einheit zu verbinden, können sich auch diese beiden friedlich miteinander verbinden.



Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 22.05-23.00
 israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
Telefon: +972 (0)72 3332925
SMS: +972 (0)55 9663991
Archiv der bisherigen Sendungen:

www.kimizion.org/shiur/shut.html
 

MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch -Französisch - Spanisch/Portugiesisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
-ULPAN GIJUR
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

Lernen Sie bei uns über das Judentum, stärken Ihren Glauben im Geiste der Liebe zu den Geschöpfen in einem reichhaltigen und umfassenden Programm mit persönlicher Note, Verbindung zu Torapersönlichkeiten, Unterbringung in besonderer, familiärer Atmosphäre.
Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

Einzelheiten: Spanisch - Tel. +972 (0)2 6512194, +972 (0)52 4621830
Russisch - +972 (0)2 6537835
 

SPENDEN
Überweisungen an:
MACHON MEIR, Konto bei Postal Bank, Jerusalem, Konto Nr. 4-16179-3 oder  
Bank Mizrahi-Tefahot, Jerusalem
Bank Code 20, Branch 539
SWIFT CODE: MIZBILIT
IBAN: IL19 0205 3900 0000 0128 018

oder per Scheck direkt an
MACHON MEIR
P.O.B. 34107
JERUSALEM 9134002
ISRAEL
oder via Kreditkarte / Paypal per Webseite von Machon Meir 

Lichterzünden/Schabbatausgang in:
Jerusalem: 16.01/17.16
Tel Aviv: 16.19/17.17
Haifa: 16.09/17.14