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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TRUMA
Nr. 1206
4. Adar I 5779

Diese Woche in der Tora (Ex. 25,1 - 27,19):

Sachspendenaktion zum Bau des Wüstenheiligtums (Bundeslade, Tisch der Schaubrote, Leuchter, Stiftszelt, umgebende Trennwand, Vorhänge, Altar), Maße und Anordnung der einzelnen Teile.

Haftara: Könige I, 5, 26-32, 6, 1-13

 

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 



Am Schabbes-Tisch...


Der Mensch als Heiligtum

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Wer sich den Wochenabschnitt Truma so durchliest, der mag sich als außenstehender Betrachter fühlen, der auf eine Sache schaut, die für sein Leben nicht besonders relevant erscheint. Da gibt es eine bedeutsame Ordnung, die in großem technischen Detail beschrieben wird, die Maße und die Materialien des Wüstenheiligtums und dessen Gerätschaften, die auch in Zukunft nach dem Bau des Tempels zur Verwendung kommen werden, bald und in unseren Tagen. Sehr gut, dass alles so schön notiert ist, wenn man es irgendwann mal wieder braucht, aber es kommt doch ein Gefühl auf, als ob die Dinge in unserem Leben keine Rolle spielen.

In Wirklichkeit jedoch finden wir gerade in diesem Wochenabschnitt einen tiefen Einblick in die tiefsten Tiefen der Seele, und wenn sich ein Jude damit beschäftigt, beschäftigt er sich mit den idealen göttlichen Ordnungen, von denen sich seine Seele leiten lassen sollte; diese Dinge werden eingehend in den Lehren der Kabbala beleuchtet.

Erläuterung: Je mehr der Mensch seine Persönlichkeit veredelt und bereinigt, verbessert und klärt sich seine Sichtweise der innerlichen Angelegenheiten, und er erlangt die Fähigkeit, in klaren Linien die tiefen Geheimnisse seiner Seele aufzuzeigen, ebenso die Geheimnisse der Ordnungen seiner spirituellen Welt. Sein Hinhören offenbart ihm mehr und mehr die Stimme G~ttes, die in seinem Inneren spricht, und zusammen mit seinem spirituellen Aufstieg kommt Ordnung und Klarheit in das Stimmengewirr. Darin liegen die Unterschiede zwischen den Rangstufen der Propheten begründet - in der Klarheit des Verstehens ihrer inneren Stimme (siehe Maimonides, "Führer der Unschlüssigen" II, §45). Alle Anleitungen der Tora sind ein Rufen in der Tiefe der menschlichen Lebendigkeit, das dort immer zu hören ist, in der innersten Innerlichkeit, etwa wie 613 [=Anzahl der Ge- und Verbote der Tora] Stimmen, die ihn immer rufen - doch Moscheh war es vergönnt, sie tatsächlich zu hören. Ihm gelang es, sich auf eine Stufe der Prophetie zu erheben, in die sich kein Bisschen der eigenen Einbildung einmischt - der "leuchtende Durchblick" - und lehrte alle Generationen, was in ihrem Innern verborgen liegt. Auf seiner höchsten Stufe lebte er das in jedem Menschen verborgene Potenzial praktisch aus und wurde zum göttlichen Gesandten, die Nation mit den Dingen bekannt zu machen, die in der Natur ihrer Seele enthalten sind.

Der Malbim-Kommentar zum Hohelied erklärt, dass die Seele die Spiritualität G~ttes und seine Göttlichkeit in sich fühlt, weil die Seele selbst göttlich ist. Sie gleicht einer Tafel, auf der alle göttlichen Dinge eingraviert sind, wobei der Teil dem Ganzen ähnelt. Es wird eine Zeit kommen, wenn die Augen des menschlichen Verstandes klarsichtig werden und er sich die Tafeln seiner Seele betrachten wird. Dort wird er den Sitz G~ttes und dessen Tempelhalle vorfinden, und er wird all die Wunderdinge schauen, die mit G~ttes Handschrift auf den Gebotstafeln geschrieben stehen.

"Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne" (Ex. 25,8). "Zu jener Stunde, da der Heilige, gelobt sei er, zu Moscheh sprach: 'Mache mir einen Wohnsitz', begann jener sich zu wundern und sagte: Die Würde des Heiligen, gelobt sei er, füllt die oberen und die unteren Sphären aus, und er sagt, ihm einen Wohnsitz zu machen?!" (Midrasch Schemot raba). D.h. er wunderte sich, wie kann ein Wesen aus Fleisch und Blut der göttlichen Präsenz einen Wohnsitz bauen?! Doch G~tt teilte Moscheh sozusagen mit: Gerade du, mit deinen Fähigkeiten - weil du dich selbst wie ein göttlicher Wohnsitz führst. Die Regeln des Anhaftens der göttlichen Präsenz gelten bei deinem Körper, der ihr als Gefäß dient, und ich werde dir helfen, diese auf äußerliche, materielle Gefäße zu übertragen und deine eigene Führung auf die Arbeitsordnung der Priester und der Leviten. So wurde Moscheh, der ganz Israel aufwog, aufgetragen, einen Wohnsitz zu bauen, an den sich die allgemeine Göttlichkeit bindet, so wie sie sich an seine Seele in seiner kleinen Welt, seinem Körper, anbindet. Das ist die tiefere Bedeutung des Verses: "Alles, so wie ich dir zeige, das Vorbild der Wohnung und das Vorbild all ihrer Geräte, also sollt ihr es machen" (Ex. 25,9), dich selbst sollst du kopieren, d.h. gib dem Geist deiner Prophetie kunstbildnerischen Ausdruck durch materielle Geräte, und den Ordnungen des göttlichen Wohnsitzes in deinem Körper (nach Malbim). Außer dem Ruhen der göttlichen Präsenz infolge des Opferdienstes der Israeliten im Wüstenheiligtum [und deren Wirkung auf sie] werden die Kinder Israel noch in allen späteren Generationen kommen, um von der Form des Heiligtums, seinen Geräten und dem dort auszuführenden Dienst Lehren für ihre eigene Seelenführung zu ziehen.

So schrieb Rabbi Chajim aus Woloschin (bedeutendster Schüler des Rabbi Elijahu "Gaon von Wilna"): "Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne - Alles, so wie ich dir zeige, das Vorbild der Wohnung und das Vorbild all ihrer Geräte, also sollt ihr es machen, dazu lehrten die talmudischen Weisen: 'auch in den späteren Generationen' (Sanhedrin 16b) - glaubt nicht, dass meine Absicht auf die Fertigung des äußerlichen Heiligtums abzielt, vielmehr wisset, dass die Absicht meines Willens darauf abzielt, dass euch die Bauform des Wüstenheiligtums und all seiner Geräte euch zum Hinweis seien, von ihnen abzuschauen und auf euch selbst anzuwenden, wenn ihr euch selbst bildet, dass ihr bei euren untadeligen Taten wie die Bauform des Wüstenheiligtums und dessen Geräte seid, allesamt heilig, würdig und bereit, dass meine Präsenz tatsächlich in euch ruhe" (Nefesch HaChajim I,4).

Danach bleibt uns nur noch, uns in diese erstaunlichen Kommentare unserer Weisen zu vertiefen, daraus göttliche Anleitungen zur Führung unserer Seele und unserer Nation nach dem Bauplan des Heiligtums und all dessen Geräte zu schöpfen. Ein Beispiel dafür: die 'Andeutungen des Wüstenheiligtums' (Rimse HaMischkan), der außergewöhnliche Kommentar des Malbim zum Wochenabschnitt Truma. Und mit der Freude der Seele über die Offenbarung der Geheimnisse des Heiligtums in seinem Kommentar erfülle sich an uns: Mi-schenichnass Adar Malbim baßimcha.



Zur Haftara

Der Bund zwischen Schlomo und Chiram

Rav Joaw Uri'el
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Yoav Uriel

Im Buch der Könige I (5,26) wird ein strategischer Bund zwischen Schlomo und Chiram geschlossen, dem König von Zor: "Und der Ewige gab Weisheit dem Schlomo, so wie er ihm verheißen; und es war Friede zwischen Chiram und Schlomo, und sie schlossen einen Bund miteinander". Der Prophet fährt fort zu schildern, wie Schlomo regelmäßig Leute aus Israel in den Libanon schickte, um von dort die Bäume abzuholen, die für den Bau des Tempels gefällt wurden.

Die Geltung von Zor

Der von Schlomo mit Zor geschlossene Bund war von höchster Bedeutung. Dieser Bund galt nicht nur dem wirtschaftlichen Nutzen allein. Der Bund mit Zor war wertvoll im Hinblick auf die Stellung des Tempels innerhalb der Menschheit. Um diese Sache zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass Zor damals den Mittelpunkt des Welthandels bildete. In der Prophezeiung Jeschajahus über Zor wird es als Motor des internationalen Handels geschildert: "...und sie war der Markt der Völker" (23,3). Die Kaufleute von Zor galten als Fürsten der Welt und deren Würdenträger - "Zor, die Kronenträgerin, deren Kaufleute Fürsten, deren Händler Angesehene der Erde" (V.8).

Diese Eigenschaft Zors erscheint auch in der Prophezeiung Jecheskels: "Und sprich zu Zor, welche wohnt an den Einfurten des Meeres, Händlerin der Völker nach vielen Eilanden hin: So spricht G~tt der Herr: Zor, du sprichst: Ich bin vollendeter Schönheit. Im Herzen der Meere sind deine Grenzen, deine Baumeister vollendeten deine Schönheit. ... sättigtest du viele Völker, mit der Fülle deiner Güter und deines Handels bereichertest du Könige der Erde" (27,3-4,33). In diesem Zusammenhang beschreibt der Prophet die Handelsbeziehungen Zors mit einer Vielfalt von Ländern: Senir, Libanon, Baschan, die chittiischen Inseln, Ägypten, Zidon, Gebal, Persien, Put, Lud, Arwad, Tarschisch, Griechenland, Tubal, Meschech, Togarma, Aram, Damaskus und andere.

Die Sünden Zors

Man hätte glauben können, die Handelsgeschäfte Zors wären eine neutrale Angelegenheit und ließen sich leicht mit Heiligkeit verbinden. Doch dem war nicht so - im Laufe von Generationen war Zor Israel feindlich gesinnt. In der Prophezeiung Jecheskels (26,2) erscheinen Worte der Freude Zors über den Untergang Israels - Zor hatte verstanden, dass der Untergang Israels, das im Mittelpunkt der Welt stand, zur Erstarkung Zors als alternativem Zentrum führen würde: "Weil Zor gerufen hat über Jeruschalajim: Ha, zerbrochen ist die Pforte der Völker, sie ist zu mir übergegangen; ich werde voll werden, sie ist verödet" (Raschi: "Ich werde mich von der zerstörten Stadt Jeruschalajim anfüllen"). Darum wird es 'Zor' genannt, wie im Vers zar we'ojew, "Dränger und Feind" (Esther 7,6; Midrasch Tanchuma zum Wochenabschnitt Wa'era, §13). Die Feindschaft Zors gegen Jerusalem rührt vom Bestreben her, der Welt ein hoch entwickeltes materialistisches Zentrum zu bieten, während Israel danach strebt, ein spirituelles Zentrum der Gerechtigkeit und des Wissens um G~tt zu sein und als Grundlage für die Entwicklung der Welt zu dienen.

Die Heilung Zors

Im Lichte der Feindschaft Zors gegen Israel und dessen Bestreben, die Wertvorstellungen der ganzen Welt auf seine Handelsgeschäfte zu konzentrieren, wird die Bedeutung des Bundes zwischen Chiram und Schlomo verständlich. Indem sich Chiram Schlomo zur Verfügung stellte und den Bau des Tempels unterstützte, beendete er selbst den internationalen Einfluss Zors zugunsten der Heiligkeit Israels. Schlomo verband die materielle Kraft Zors mit der Heiligkeit, indem er sie in eine materielle Hilfskraft zum Tempelbau verwandelte. Während der Herrschaft Schlomos offenbarte sich also der erhabenste Aspekt der Zukunft und erfüllte sich schon ein wenig die Prophezeiung Secharjas (9,7): "und auch das verbleibt unserem G~tte". Es offenbarte sich die Möglichkeit der Heilung des Königreiches von Zor. Es kann sehr wohl mit der ganzen Welt Handel treiben, ohne dies zu einem Gegenpol der spirituellen Führung Israels zu machen, im Gegenteil - als Vorbereitung und Einführung Israels als Mittelpunkt der Welt.

Die Bindung Zors an Israel hielt nicht lange nach der Herrschaft Schlomos, vielmehr sah sich Zor als Feind Israels. Für die kommende Zukunft jedoch, prophezeite Jeschajahu, wird Zor Unheil für seine Sünden 'vergönnt' sein, doch danach wird all sein Gewinn zu den Heiligtümern Israels geleitet werden: "und es wird ihr Erwerb und ihr Buhlerlohn heilig sein dem Ewigen" (23,18).


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