mmcap6

DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
Anschrift: Sderot Hame'iri 2
Kirjat Mosche / P.O.B. 34107
IL - 9134002 Jerusalem ISRAEL 
Tel. +972 2 6511906
Fax +972 2 6514820            
www.meirtv.co.il  torah@meirtv.co.il
für Kinder: www.meirkids.co.il

Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT RE'E
Nr. 1234
30. Aw 5779


Diese Woche in der Tora (Dt. 11,26-16,17):

Segen und Fluch - abhängig von freier Entscheidung; Vorschriften bezügl. des Opferdienstes, falsche Propheten, koschere Tiere, Erlassjahr, Pessach-, Sukkotopfer.

Haftara: Jeschajahu 66,1 - 24 (Rosch Chodesch)


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Zur Haftara

Die Erlösung als Neuschöpfung

Rav Joaw Uri'el
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Yoav Uriel

Wenn Rosch Chodesch (Neumond) auf Schabbat fällt, wird normalerweise als Haftara das abschließende Kapitel aus dem Buch Jeschajahu gelesen: "Der Himmel ist mein Thron". An jedem Neumond erneuert sich die Welt und neuer Einfluss ergeht an die Geschöpfe. Entsprechend wird in diesem Kapitel die Wiedergeburt des zukünftigen Israels als Neuschöpfung geschildert.

Das Kapitel beginnt mit der Verkündung G~ttes über die Zugehörigkeit der ganzen Welt zu ihm, und seiner Größe: "Also spricht der Ewige: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Wo ist ein Haus, das ihr mir erbauen könntet, und wo ein Ort zu meiner Ruhestatt? Und alles dieses hat meine Hand gemacht, und es ward alles dieses, ist der Spruch des Ewigen" (66,1-2). G~tt beschreibt sich als Herrn des Himmels und der Erde, und das ist ein Ausdruck, der sogleich an die Erschaffung der Welt in der Tora erinnert: "Im Anfang schuf G~tt den Himmel und die Erde" (Gen. 1,1). Die Erwähnung von Himmel und Erde in diesen Kapiteln steht in Zusammenhang mit der allgemeinen Beschäftigung des Propheten mit der Schöpfung von neuen 'Himmel und Erde' in der Zukunft. Diese Neuschöpfung wird zum ersten Mal im vorangehenden Kapitel erwähnt: "Denn siehe, ich erschaffe neue Himmel und eine neue Erde" (65,17). Und weiter in unserem Kapitel erscheint sie ein zweites Mal: "Denn so wie der Himmel, der neue, und die Erde, die neue, die ich schaffe..." (66,22).

G~tt teilt mit, dass zur Zeit der Erlösung seine Herrschaft über Himmel und Erde in neuem Licht erscheinen werde, wenn eine neue Welt geschaffen wird. Alle uns bekannten Natur- und historischen Gesetze existieren nur durch den Willen G~ttes. Darum gibt es kein Naturgesetz und keinen historischen Vorgang auf der Welt, von dem wir etwas zu befürchten hätten. Alles wird sich ändern und neu geschaffen werden. Darüber hinaus offenbart G~tt, dass das neue Grundgesetz für neue Himmel und Erde in der beständigen Wohlfahrt Israels besteht. So heißt es im vorigen Kapitel bei Jeschajahu: "Sondern freut euch und frohlockt fort und fort (dessen), was ich schaffe; denn siehe, ich erschaffe Jeruschalajim zum Frohlocken und sein Volk zur Wonne. Und ich frohlocke über Jeruschalajim und freue mich an meinem Volke, und nicht soll fortan gehört werden darin Stimme des Weinens und Stimme der Wehklage" (65,18-19).

Neugeburt

In diesem Abschnitt wird eines der neuen Gesetze der zukünftigen Welt geschildert. Es wird eine neue Art der Geburt geben: "Bevor sie gekreist, hat sie geboren, bevor ihre Wehen gekommen, ist sie eines Knaben genesen" (66,7). Die Erlösung wird hier mit einer Geburt verglichen, und diese Geburt wird vollkommen schmerzfrei ablaufen! Es geht um eine Erlösung, für die keine Vorbereitung nötig sein wird und auch kein stufenweises Gewöhnen, wie sie in der Welt in ihrem heutigen Zustand herrschen; um zu zeigen, wie weit dieser Weg der Neuschöpfung geht, beschreibt Jeschajahu das Staunen der Welt über diese Erscheinung: "Wer hat solches gehört?, wer dergleichen gesehen? Wird kreisen gemacht ein Land an einem Tage, oder geboren ein Volk mit einem Male? Dass schon Zion gekreist, und auch geboren hat, ihre Kinder?" (V.8). Die Antwort auf diese Verwunderung macht den Unterschied zwischen dem menschlichen Ausblick und einem Ausblick deutlich, der die Erscheinungen mit neuen Augen misst - vonseiten des göttlichen Ausblicks, dass es so sein werde: "Sollte ich erschließen den Mutterschoß, und nicht gebären lassen? spricht der Herr; oder sollte ich, der Zeugende, verschließen? spricht dein G~tt" (V.9). Zwar kann G~tt alle Tage dieser Welt nach seinem Willen ungehindert schalten und walten, doch die Gesetzlichkeit dieser Welt fordert stufenweises Vorgehen und Vorbereitung. In der sich zukünftig erneuernden Welt aber werden sich die Werte der Welt und deren Lebensweise an den unbegrenzten göttlichen Gedanken orientieren. Aus diesem Grund fragte G~tt, warum sich denn die Menschen über die großartigen Vorgänge der zukünftigen Welt wunderten, sie werden doch die neue Normalität bilden.




HaRav Aviner

Der größte Feind der Menschheit

Rav Schlomo Aviner
Leiter der Jeschiwa "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

RavAviner

[Interview]

Frage: Die großen Rabbiner greifen das Smartphone von einem religionsgesetzlichen Standpunkt aus aufs Schärfste an. Kann man das aber auch einem nichtreligiösen Menschen erklären?

Antwort: Natürlich, selbst einem Nichtjuden. Das Smartphone beraubt den Menschen seiner wesentlichen Eigenschaft, der Kraft des Denkens.

F: Gilt das auch für "koschere" Smartphones ohne Pornografie?

A: Allerdings. Übrigens gibt es Schmutz auch bei den "koscheren" Smartphones. Sie lassen sich nicht hundertprozentig abriegeln. Und auch dieser Schmutz ist schon furchtbar genug. Aber selbst wenn es ein wirklich "koscheres" Gerät gäbe, wäre es immer noch schrecklich, weil es den Menschen Tag und Nacht beschäftigt und ihn keinen eigenen Gedanken fassen lässt. Der Verstand ist "das Ebenbild G~ttes" im Menschen, wie im ersten und im letzten Kapitel des "Führers der Unschlüssigen" von Maimonides erklärt wird, ebenso im Raschikommentar zu Gen. 2,7, wonach sich der Mensch von den Tieren durch Vernunft und Sprache unterscheidet.

F: Warum verliert der Mensch den Verstand?

A: Wie wir bereits sagten. Jeden freien Augenblick schaut er auf das Gerät, denn vielleicht ist eine Mitteilung angekommen, vielleicht gibt es etwas Neues, und auch sonst vertieft er sich in das Gerät. Er verliert die Verbindung zur Umgebung, verliert die intime Verbindung mit seiner Frau und verliert sogar die intime Verbindung zu sich selbst.

F: Die Leute auf der ganzen Welt sind also dumm? Keiner ist sich dessen bewusst?

A: Das ist ein generelles Problem. Die Herrschenden und die Vermögenden auf der Welt sind nicht daran interessiert, dass die Leute denken, damit sie nicht dem Verbrechen und der Ungerechtigkeit auf die Spur kommen und die Gesellschaftsstruktur zu ändern versuchen. Darum betäubt man die Masse mit Unterhaltung.

F: So wie Marx sagte, Religion sei Opium fürs Volk?

A: Genau. Nur dass heutzutage ein großer Teil der Menschheit an keine Religion mehr glaubt oder es mit der Religion nicht so genau nimmt, und darum schläfert man sie mit Unterhaltung ein und erzeugt bei ihnen ein Scheinbewusstsein. Damit beschäftigten sich die Philosophen der Frankfurter Schule, wie Max Horkheimer - der übrigens Jude war, wie überhaupt die meisten dort.

F: Warum interessierten sie sich dafür?

A: Sie waren Sozialisten, Neo-Marxisten, und darum kämpften sie gegen die kapitalistische Bourgeoisie. Horkheimer beschrieb, wie die Unterhaltungsindustrie der herrschenden Elite dient und damit zum neuen 'Opium fürs Volk' wurde. Sie beherrscht die Bedürfnisse der Verbraucher, erzeugt, kanalisiert, ordnet. Die Unterhaltung bestimmt die Sprache und den Ausblick auf die Realität. Anstatt die Arbeitszeit zu verlängern, um den Arbeiter zu beschäftigen, damit er nicht an Revolution denke, verlängert man eben auf diese Weise den Tag. Darüber hinaus genießen die niederen Stände eine scheinbar hohe Kultur, die in Wirklichkeit sehr seicht ist, was ihnen das Gefühl falscher Gleichberechtigung gibt, die diesen Zustand noch zementiert. Kurz gesagt, die Kultur erzeugt falsche Bedürfnisse und baut ein falsches Bewusstsein auf, frei nach dem Motto "Schwer laste der Dienst auf den Leuten" (Ex. 5,9).

F: Das war doch der Rat Pharaos...

A: Genau das. Er hatte daran schon vor der "Frankfurter Schule" gedacht, wie im 2. Kapitel des Buches "Der Weg der Frommen" über die "Achtsamkeit" steht: "[Pharao] sagte auch: 'Die Arbeit muss diesen Menschen erschwert werden, damit sie daran zu tun haben und sich nicht an trügerische Reden kehren'. Er wollte ihnen keine Ruhe lassen, damit sie gar nicht zum Denken kämen und gegen ihn beratschlagen könnten, durch die ununterbrochene, stetige Arbeit sollte ihnen das ausgetrieben werden"; siehe auch im 5. Kapitel zu den Hinderungsgründen der Achtsamkeit.

F: Aber das hat nicht unbedingt nur mit dem Kampf gegen den Kapitalismus zu tun?

A: Natürlich nicht. Der "Trieb zum Smartphone" hat tiefere Wurzeln. Die griechischen Philosophen der Stoa, die Stoiker, schrieben, dass sich der Mensch der Unterhaltung hingibt, obwohl er weiß, dass sie keinen Gehalt hat, um sich von seinen Leiden abzulenken. Der Philosoph Seneca schrieb, der Mensch könne sich selbst nicht ertragen, er schämt sich für sich, versinkt in Traurigkeit, Neid auf andere, ist nervös im Hinblick auf sein Schicksal, ekelt sich vor sich selbst voller Beschwerden gegen sein Schicksal, und so wendet er sich der Unterhaltung zu. Ebenso schrieb Montaigne, der Mensch befinde sich in innerlicher Not, und so findet er Heilung in der Unterhaltung. Doch am Gründlichsten beschäftigte sich der Philosoph Blaise Pascal mit der Analyse von Vergnügen und Zerstreuung.

F: Nicht unbedingt mit dem Smartphone...

A: Richtig. Jede Vergnügung und jede Beschäftigung kommen daher, um den Menschen von seinen negativen Gedanken über sein miserables Schicksal abzulenken, von seiner Einsamkeit, von seinen Problemen, von seiner Bedeutungslosigkeit. Die Lösung liegt darin, mit dem Denken aufzuhören. Doch dadurch wird der Mensch, laut Pascal, erst richtig armselig, er verliert seinen wesentlichen Vorzug, die Vernunft. Er beginnt ein Leben voller Einbildungen.

F: Was war daran so neu gegenüber den früheren Philosophen?

A: Er gab der Zerstreuung eine metaphysische, theologische Bedeutung. Das wahre Glück des Menschen liegt in der Wahrheit, im Guten. Der Böse Trieb ist eine Leere ohne G~tt. Ohne G~tt ist seine Verfassung kümmerlich.

F: Nicht schlecht für einen Nichtjuden...

A: Dies sind einfache Dinge, die auch jeder aufrechte Nichtjude verstehen kann.

F: Demnach besteht die Lösung für die Seelennot des Menschen nicht im Smartphone, sondern im Dienst an G~tt.

A: Das haben wir schon vorher gewusst. Allen Smartphones auf der Welt wird es nicht gelingen, die Seelennot des Menschen zu lindern. Seine Seele ruft aus seinem Inneren nach dem höchsten Licht. So schrieb Rabbiner A.J.Kuk: "Wenn der Geist zusammenbricht, wird der Mensch niedrig. Die Frage des Lebens verwandelt sich gänzlich in eine mechanische, niedrige Frage, sozusagen wie man an Holz gelangt, den kleinen Ofen zu heizen, um dadurch das 'Mensch' genannte materielle Haus zu erwärmen. Und dieses Holz ist teuer, weil es 'Brot' ist, und darum braucht man zu seiner Beschaffung viel Arbeit. Dieses Haus hat allerdings auch Fenster, durch die Lichtstrahlen eindringen, und diese stören die trostlose Ruhe, die im Innern herrscht, und darum braucht er auch Mittel, die diese Fenster verstopfen, und aus dieser Notwendigkeit heraus wurden all die schönen Wissenschaften geboren, die Zeit totzuschlagen" (Eder hajakar, S.21).

F: Und zum Schluss?

A: Das Smartphone ist Feind Nummer Eins der Menschheit. iPhone, wie man sagt: Eijeijeijeijei...


Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 22.05-23.00
 israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
Telefon: +972 (0)72 3332925
SMS: +972 (0)55 9663991
Archiv der bisherigen Sendungen:

www.kimizion.org/shiur/shut.html
 

MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch -Französisch - Spanisch/Portugiesisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
-ULPAN GIJUR
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

Lernen Sie bei uns über das Judentum, stärken Ihren Glauben im Geiste der Liebe zu den Geschöpfen in einem reichhaltigen und umfassenden Programm mit persönlicher Note, Verbindung zu Torapersönlichkeiten, Unterbringung in besonderer, familiärer Atmosphäre.
Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

Einzelheiten: Spanisch - Tel. +972 (0)2 6512194, +972 (0)52 4621830
Russisch - +972 (0)2 6537835
 

SPENDEN
Überweisungen an:
MACHON MEIR, Konto bei Postal Bank, Jerusalem, Konto Nr. 4-16179-3 oder  
Bank Mizrahi-Tefahot, Jerusalem
Bank Code 20, Branch 539
SWIFT CODE: MIZBILIT
IBAN: IL19 0205 3900 0000 0128 018

oder per Scheck direkt an
MACHON MEIR
P.O.B. 34107
JERUSALEM 9134002
ISRAEL
oder via Kreditkarte / Paypal per Webseite von Machon Meir 

Lichterzünden/Schabbatausgang in:
Jerusalem: 18.29/19.44
Tel Aviv: 18.47/19.46
Haifa: 18.40/19.46