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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT MISCHPATIM
Nr. 1205
27. Schwat 5779

Diese Woche in der Tora (Ex. 21,1 - 24,18):

Gesetze vom Umgang mit Sklaven, von den Schädigungen durch Mensch, Tier und Feuer, Diebstahl, Leihe, Hütung, Wucher, Gerichtsbarkeit, Schabbat u.v.a.m. G~tt verspricht Segnungen und Hilfe bei der Eroberung des Landes Israel, wenn die Gebote eingehalten werden; das Volk verspricht die Einhaltung der Gebote, und sie zu erlernen; Moscheh steigt auf den Berg Sinai, um die Gesetzestafeln zu erhalten.

Haftara: Jirmijahu 34,8-22, 33,25-26

 

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 



Zur Haftara

Meine Diener sind sie

Rav Joaw Uri'el
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Yoav Uriel

In der Haftara zum Wochenabschnitt Mischpatim lesen wir aus dem Buch Jirmijahu (34.Kap.) über die Massenbefreiung von Sklaven, die von Zidkijahu, dem König von Judäa ausging, wenige Jahre vor der ersten Tempelzerstörung - "Das Wort, welches erging an Jirmijahu vom Ewigen, nachdem der König Zidkijahu einen Bund mit dem ganzen Volke geschlossen, das in Jeruschalajim war, dass sie unter sich Freiheit ausrufen. Dass ein Jeglicher entlasse seinen Knecht und seine Magd, den Hebräer und die Hebräerin, dass nicht ferner unter ihnen mit einem Jehudi, seinem Bruder, irgendein Mann arbeite" (V.8-9). Zidkijahu schloss einen Bund mit dem ganzen Volk, die diesbezüglichen Gebote der Tora einzuhalten und die jüdischen Sklaven nach Ablauf von sechs Dienstjahren zu entlassen. Dieser Bund hielt allerdings nur kurze Zeit. Nach der Befreiung fingen die Herren ihre Sklaven wieder ein und beuteten sie weiter aus. Da verkündete G~tt dem Volk mittels Jirmijahu, dass wegen dieser Sünde Zerstörung über das Land kommen werde: "Darum spricht also der Ewige: Ihr habt mir nicht gehorcht, Freiheit auszurufen, Jeglicher seinem Bruder, und Einer dem Anderen; siehe ich rufe über euch Freiheit aus, ist der Spruch des Ewigen - dem Schwert, der Pest und dem Hunger, und mache euch zum Entsetzen aller Königreiche der Erde" (V.17).

Nun besteht aber Raum für Verwunderung darüber, dass G~tt die Zerstörung an das Festhalten an den Sklaven knüpft; hatte doch schon zu Beginn dieses Kapitels (34) der Prophet Jirmijahu dem König Zidkijahu mitgeteilt, dass auch ohne die Sklavenbefreiung die Zerstörung Jerusalems bereits beschlossene Sache sei und als vollendete Tatsache angesehen werden könne: "So spricht der Ewige, der G~tt Israels: Geh und sprich zu Zidkihaju, König von Jehuda, und sprich zu ihm: So spricht der Ewige: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs von Babel, dass er sie verbrenne in Feuer. Du aber wirst nicht entrinnen aus seiner Hand..." (V.2-3). Wieso sagt G~tt also zu einem späteren Zeitpunkt, dass nur wegen der ungesetzlichen Sklavenhaltung das Unglück über die Stadt kommen werde?

Vielmehr zeigt sich in diesem Kapitel, dass auch nach dem Fällen des Urteils über das Schicksal Jerusalems und den Beginn der Belagerung der Schlüssel zur Verhinderung des Untergangs immer noch in den Händen Israels war, und zwar in Gestalt der Sklavenbefreiung. So heißt es im Talmud jeruschalmi im Traktat Rosch Haschana (3.Kap., Hal.5): "Sagte Rabbi Hila: Israel wurde nur bestraft wegen der Sache mit der Sklavenbefreiung, wie geschrieben steht: Nach Verlauf von sieben Jahren sollt ihr entlassen ein Jeglicher seinen Bruder, den Hebräer etc. (Jirm. 34,14)". Wieso kann die Freisetzung der Sklaven das Urteil über die Tempelzerstörung aufheben? In der Tora wird das Gebot des fristgerechten Entlassens der jüdischen Sklaven damit erklärt, dass damit gezeigt wird, dass sie Knechte G~ttes sind und nicht Knechte von Knechten: "Denn mir sind die Kinder Israel Knechte, meine Knechte sind sie, die ich sie geführt aus dem Lande Ägypten. Ich bin der Ewige euer G~tt" (Lev. 25,55). Wenn also die Israeliten dieses Gebot immer konsequent eingehalten hätten, wären sie ausschließlich "Knechte G~ttes" gewesen und damit befreit von jeglichem Joch fremder Nationen, wie z.B. dem König von Babel.

König Zidkijahu hatte dieses Prinzip wohl verstanden, und als letzten Ausweg zur Rettung Jerusalems erließ er das Gesetz zur Sklavenbefreiung und schloss dazu einen Bund. Am Ende übertraten die Israeliten jedoch das Gebot G~ttes und unterwarfen sich wiederum ihre Sklaven. Damit riss die letzte Faser der Rettungsleine G~ttes, und der Untergang wurde möglich. So heißt es in Vers 17: "Darum spricht also der Ewige: Ihr habt mir nicht gehorcht, Freiheit auszurufen, Jeglicher seinem Bruder, und Einer dem Anderen; siehe ich rufe über euch Freiheit aus, ist der Spruch des Ewigen - dem Schwert, der Pest und dem Hunger".

Doch die Haftara unseres Wochenabschnittes geht nicht damit zu Ende. Nach der himmlischen Entscheidung über den Untergang, der nach dem Bruch des Bundes über die Sklavenbefreiung nicht mehr abzuwenden war, lesen wir aus dem vorhergehenden Kapitel des Buches Jirmijahu über einen weiteren Bund, der nicht von den Taten der Israeliten abhängt: "Also spricht der Ewige: Wenn ich nicht meinen Bund mit Tag und Nacht, die Gesetze des Himmels und der Erde nicht gemacht, so werd' ich auch die Nachkommen Jakovs und meines Knechtes Davids verwerfen, dass ich nicht nehme von seinen Nachkommen Herrscher für die Nachkommen Awrahams, Jizchaks und Jakovs; denn ich führe zurück ihre Gefangenen und erbarme mich ihrer" (33,25-26). G~tt schloss seinen Bund mit der ganzen Schöpfung, denn die Nachkommen Israels bestehen vor ihm auf ewig, und er erlöst sie und erbarmt sich ihrer.


HaRav Aviner

Für die moderne Familie
   

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Ein schwerer Kulturkampf tobt in der westlichen Welt und auch bei uns in Israel, zwischen zwei Weltanschauungen bezüglich der Familie, die man als die "altertümliche" und die "moderne" Ansicht bezeichnen kann.

Die Einen sagen: Die Familie - das ist Vater und Mutter, und die Anderen sagen: Familie - das sind auch zwei Väter, zwei Mütter, Vater allein oder Mutter allein.

Die Einen sagen: männlich oder weiblich - das ist im Wesen verankert, und natürlich hat der Mensch die Entscheidungsfreiheit, ob er seinem Wesen treu bleibt oder daran Verrat übt, und die Anderen sagen: Der Mensch hat kein bestimmtes Wesen, sondern eine tatsächliche Existenz, und er entscheidet darüber, ob er Mann oder Frau oder beides zusammen sein will, oder abwechselnd, mal Mann, mal Frau.

Die Einen behaupten, dass zwei Väter bzw. zwei Mütter oder ein alleinstehender Vater oder eine alleinstehende Mutter das Recht haben, mithilfe einer Leihmutter Kinder zur Welt zu bringen, und die Anderen behaupten, dass so eine Familienstruktur das Kind in Armseligkeit stürzt, und dass man es auf jeden Fall nicht ohne seine Zustimmung in so einen Rahmen zwingen kann.

Die Anhänger des Vater-Mutter-Systems bilden die Mehrheit, weit über 90%, doch handelt es sich um eine schweigende Mehrheit, wohingegen die Anhänger des freizügigen Systems sehr aggressiv und aktivistisch vorgehen und ihre Ansichten ins Erziehungsministerium einschleusen, ebenso in die Gesetzgebung in Form von sozialen Rechten.

Die Einen benutzen die üblichen Begriffe wie Ehebruch, während die Anderen in diesem Begriff eine Beleidigung und Grobheit sehen und ihn lieber durch 'Polyamorie' ersetzen, d.h. Mehrfachpartnerschaften, als Lösung für die Langeweile.

Die Einen sehen es als Barmherzigkeit an, einem/einer Homosexuellen zu helfen, sofern der Wunsch dazu besteht, die Neigung zu ändern, während die Anderen gegen diese Einstellung heftig opponieren und dafür negative Ausdrücke ähnlich der Zwangskonversion verwenden, wobei sie allerdings chirurgischen Eingriffen zur Geschlechtsumwandlung wohlwollend gegenüberstehen.

Die Einen versuchen, die Familienstruktur von Vater-Mutter mithilfe der Tora zu verteidigen, mit der natürlichen Einsicht und der natürlichen Moral, während die Anderen diese Ansicht heftig und mit Schimpfworten angreifen, wie z.B.: Rassisten, Verfinsterte, Primitive, Menschenfeinde und dergleichen mehr.

Wir haben es tatsächlich mit Primitiven und mit Modernen zu tun.

Genauer gesagt: Wer für zwei Väter, zwei Mütter usw. ist, gehört zum primitiven Typus von vor dem Ersten Menschen. Den Geschöpfen, die ihm vorangingen, Homo sapiens und Neandertaler, war die gegenwärtige Familienstruktur unbekannt, vielmehr lebten sie in absoluter Regellosigkeit und totalem Durcheinander, wie Tiere. Dem stand der Erste Mensch gegenüber, der im 'Ebenbild G~ttes' geschaffen war, und aus wunderbarer innerer spiritueller Tiefe heraus sagte: "Dieses Mal ist es Gebein von meinen Gebeinen und Fleisch von meinem Fleische. Diese werde genannt Männin, denn vom Mann ist diese genommen worden. Darum verlässt der Mann seinen Vater und seine Mutter und schließt sich seinem Weib an, und sie werden zu einem Fleisch" (Gen. 2,23-24).

Das bedeutet: eine feste Verbindung von Mann und Frau, eine tiefe Verbindung, eine innerliche Verbindung, eine Verbindung des Lebens, eine heilige Verbindung, eine Verbindung der Anhänglichkeit.

Der Erste Mensch, der moderne Mensch.

Sicher läuft die moderne Zeit sehr schnell, und nicht immer gelingt es dem Menschen, mit den neuesten Entwicklungen mitzuhalten, doch sollte man sich wenigstens alle paar Tausend Jahre mal informieren, um sich von der Primitivität der Zeit vor dem Ersten Menschen (Adam) und unserer Stammmutter Chava ("Eva") zu lösen und sich auf den Rang der modernen heiligen Familie von Vater-Mutter zu erheben.

Frage und Antwort - SMS
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. 
Hier eine kleine Auswahl

Frage: Manche behaupten, es wäre besser für uns in Israel, Staat und Religion auseinanderzuhalten.
Antwort:
Das Judentum ist keine Religion, sondern eine Nation - eine Nation mit einer Religion (wie wir im Segensspruch über die Tora sehen: "..der uns aus allen Völkern erwählt hat und uns seine Tora gegeben hat").

Frage: Ist es akzeptabel fürt einen religiösen Jugendlichen, Energiedrinks wie "BLU" zu trinken?
Antwort:
Es ist verboten, auch für nichtreligiöse Jugendliche. Diese Getränke enthalten viel Koffein, und das ist gefährlich.

Frage: Wenn jemand seine Frau am Schabbat ins Krankenhaus fährt, um dort ihr Baby zur Welt zu bringen, darf er dann 'Waze' einschalten, um den kürzesten Weg zu nehmen?
Antwort:
Ja, denn die Aktivierung von Waze ist ein rabbanitisches Verbot, während es sich beim Fahren eines unnötig weiten Weges um ein Toraverbot handelt.

Frage: Darf man sich ein Foto des Ewen Haschtia (der Fels auf dem Tempelberg, wo das Allerheiligste stand) ansehen?
Antwort:
Es ist verboten, weil es von jemandem fotografiert wurde, ob Jude oder Nichtjude, der das Verbot des Betretens des Tempelberges begangen hatte.

SMS171

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
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(Audio +TV) aus Israel:
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- auf russisch:
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Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 22.05-23.00
 israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
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Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
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