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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT KEDOSCHIM*
Nr. 1217
29. Nissan 5779

*außerhalb Israels: Acharej Mot


Diese Woche in der Tora (Lev. 19,1-20,27):

Gebot und Versprechen, heilig zu sein; div. Ge- und Verbote und deren Strafen; Inbesitznahme des Landes von Milch und Honig.

Haftara: Schmu'el I, 20, 18 - 42 ("machar chodesch")


 

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...

Frei sein

Rav Chagai Londin
Rabbiner an der Hesder-Jeschiwa Sderot

RavChagaiLondin

Im Wochenabschnitt Kedoschim erscheint das Gebot "seid heilig" (Lev. 11, 44/45; 20,7). Man könnte dieses Gebot einfach so verstehen, heilig zu sein bedeute, sich von dieser materiellen Welt fernzuhalten. Die talmudischen Weisen erklären jedoch im Midrasch (Wajikra raba 24,8) das Wort "Heiligkeit" (Keduscha) nicht als Absondern von der Welt wie die Engel, sondern als menschliche Fähigkeit: "Den Höheren [=Engel] gab er eine Heiligkeit, und den Niederen [=Menschen] gab er zwei Heiligkeiten". Worin besteht die besondere Heiligkeit der Menschen?

In unserem Wochenabschnitt wird ein bestimmtes Gebot gleich dreimal erwähnt: "Und es sei unter euch kein Beschwörer oder Weissager" (19,31; 20,6/27). Dieser Vers beschließt auch diesen Wochenabschnitt.

Der Bedarf an Beschwörern, Weissagern, Zauberern und dergleichen besteht seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte. Der Willen, in die Zukunft zu schauen; sich der Verantwortung zu entledigen; passiv zu bleiben und auf das schon im voraus bekannte Ende hin mit dem Strom zu schwimmen, ist besonders beliebt bei Leuten, die wie Engel leben wollen - ohne Kämpfe, ohne Herausforderungen.

Die Heiligkeit findet sich im Volk Israel in der Entscheidungsfreiheit. Die Menschen können zur Heiligkeit gelangen, gerade weil sie keine Engel sind, sondern durch Freiheit. Es gibt kein "Schicksal", kein Wissen im Voraus. Die Worte der Propheten geben uns die Gewissheit, dass sich die Welt auf das Gute zubewegt. Doch wie trifft man innerhalb dieses Systems eine individuelle Entscheidung? Dazu gibt es die Entscheidungsfreiheit, die mit Hilfe von Verstand und Torastudium zur Anwendung kommt. Es zeigt sich also, dass wir unser Schicksal in unsere eigenen Hände nehmen können, wodurch es schon kein "Schicksal" mehr ist, sondern - Dienst an G~tt...


Der Stand der Dinge...


Die Tora und die Halacha

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Frage: Warum berücksichtigt die Tora nicht den Willen des Menschen, so wie er ist, sondern schreibt mit großer Nachdrücklichkeit z.B.: "Wendet euch nicht den Götzen zu und gegossene Götter macht euch nicht, ich bin der Ewige euer G~tt" (Lev. 19,4) ... "so sollen des Todes sterben, der Ehebrecher und die Ehebrecherin" (20,10) ... "Und so jemand bei einem Manne liegt, wie man bei einem Weibe liegt, ein Gräuel haben sie verübt, sie sterben des Todes, ihr Blut über sie!" (20,13)? Vielen fällt es schwer, solche scharfen Ausdrücke und Ähnliches anzuhören, sie ziehen es vor, 'mit dem Strom zu schwimmen' und dem Weg zu folgen, der ihnen der richtige scheint. Wäre es nicht besser, wenn die Tora mehr Offenheit zeigte und die Rabbiner mehr Geduld und Toleranz? Die Welt ändert sich doch ständig, wozu diese Starrheit?

Antwort: Weil die Tora von G~tt stammt und nicht von Menschen. Ihr Ziel besteht nicht darin, sich auf die Schwächen des Menschen zu fixieren, sondern die Welt zu erheben, das Leben zu heiligen. Menschen können sich irren und auf Abwege geraten. Kulturen werden weiterhin einander ablösen und Götterglauben sich ändern, doch der Herr der Welt hat daran keinen Anteil. Er ist heilig und nicht mit den Versuchen und Erprobungen der Menschen in Verbindung zu bringen, und auch hat seine Lehre ewigen Charakter. Die Tora braucht sich nicht den Schwächen der Menschen anzupassen, vielmehr ist dem Menschen geboten, seinen Trieb zu überwinden und sich auf eine Linie mit der Heiligkeit der Tora zu bringen. "Rede zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel und sprich zu ihnen: Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ich, der Ewige, euer G~tt" (Lev. 19,2).

Die Gefahr: Ein Mensch, der in eine bestimmte kulturelle Epoche hineingeboren wird, gewöhnt sich leicht deren Denk- und Verhaltensmuster an, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Ein so fixierter Blick kann leicht die Sicht auf die wahren spirituellen Entwicklungen versperren.

"Erwäget die Jahre vergangener Geschlechter" (Dt. 32,7). Wenn wir uns in groben Zügen die Wurzeln der Historiosophen der westlichen Kultur betrachten, entdecken wir erstaunliche Dinge bezüglich der Einflüsse auf unsere Generation. Zur Zeit des Ersten Tempels wurde in unserer Nachbarschaft der Vielgötterei gefrönt, ein Beispiel dafür bietet die griechische Mythologie. Zur Zeit des Zweiten Tempels begann die Blüte der griechischen Philosophie, doch blieb die Welt mehrheitlich bei der Vielgötterei. In der nächsten Stufe, vor zweitausend Jahren, entstand das Christentum, das sich auszubreiten begann, bis es ganz Europa erobert hatte. Das Christentum lässt sich mit dem 'Goldenen Kalb' vergleichen, indem es das Judentum verfremdet und sich auf den Wunsch stützt, G~tt auf eine Weise zu dienen, die er niemals geboten hat. Das Christentum kopierte und entstellte auf billige Weise die Inhalte des Judentums und band sie in einem Einband mit heidnischen Grundsätzen und übersteigerten Fantasien [siehe F. Nietzsche, "Jenseits von Gut und Böse", 52.Kap.]. Vielen Völkern wurde die christliche Auffassung aufgezwungen, und über Hunderte von Jahren wurden deren Gegner auf Scheiterhaufen verbrannt.

Das Christentum selbst durchlief eine Reform, als sich die Protestanten gegen die Katholiken erhoben. Als Konsequenz des Mutes, die katholische Auslegung abzuschütteln, sagte sich die Menschheit später, lasst uns doch das ganze Christentum abschütteln. Da begann das Zeitalter der Renaissance, das Zeitalter der Aufklärung, die industrielle Revolution und die wissenschaftliche Revolution. So begann das 'moderne Zeitalter', in dem der Mensch seine Werte selbst bestimmt und nicht die Kirche. In diesem Zeitalter gab es immer noch Raum für konservative Werte wie Nation und Familie, doch auch an diesen wurde auf der nächsten Stufe gerüttelt...

In der Zeit zwischen und nach den beiden Weltkriegen, als die Menschheit vor -zig Millionen Opfern stand, dem Resultat des Glaubens an menschliche Grundwerte, zeigten sich die ersten Sprosse der postmodernen Einstellung, die die Möglichkeit der Existenz verbindlicher Grundwerte gänzlich ablehnt, weder göttlichen noch menschlichen Ursprungs. Es gibt keine absolute Wahrheit, alles ist relativ; es gibt keine historischen Wahrheiten, alles hängt ab von der Ansicht des Betrachters. Der Wille des Menschen allein bestimmt dessen Handlungen. Die Postmoderne löscht jede Grenze und jede Regel, es gibt kein Familienwesen und keine Nationalitäten mehr. Der Mensch definiert sich selbst in geschlechtlicher, nationaler und religiöser Hinsicht, und so lässt er alle Gesetzlichkeiten aus seinem Leben verschwinden und macht sich alle seine Fantasien zu seinem neuen Gesetz.

In der gegenwärtigen Menschheit finden sich Einflüsse von all den genannten Entwicklungen und Epochen, und dem Judentum erstehen daraus ständig neue Herausforderungen. Daneben zeigt sich, dass die letzte Neuerung, die Postmoderne, von allen die rabiateste ist.

Der postmoderne Mensch hat ein Problem mit Leuten, die seine Liberalität nicht akzeptieren. Gegenüber dem, was er als Beispiel seiner Erleuchtung vorbringt, wird zitiert: "...ein Gräuel haben sie verübt, sie sterben des Todes, ihr Blut über sie!". Seine Reaktion darauf lautet: 'Ihr seid intolerant und homophob'. Und weil sich niemand gerne 'intolerant' nennen lässt, hält man lieber den Mund - und immer mehr Grenzen werden durchbrochen. Das postmoderne Denken enthält einen weiteren cleveren Schutzmechanismus, durch den jeder Ausspruch, so absolut er auch gelten mag, durch Bezweifeln abgeschmettert wird, da ja 'alles relativ ist, das ist dein Narrativ, und ich gehe einen anderen Weg'.

Die Forderung der Seele. Der Postmoderne beschäftigt sich mit der Abkoppelung von fast Allem. Doch von einer Sache wird er sich niemals trennen können - von der Forderung seiner Seele. Die Seele ist göttlich, und über ihre Natur und ihre Bedürfnisse kann er sich nicht mit seiner Cleverness hinwegsetzen. Die kulturellen Moden mögen den Menschen zwar verwirren, doch die Seele folgt ihrer eigenen göttlichen Ordnung.

Die Entfernung des Menschen von der Natur seiner Seele verursacht ihm Traurigkeit. Sie bietet dem Menschen den Prüfstein, ob er richtig lebt. Und wenn man behaupten möge, es gebe doch viele sehr fröhliche Sünder, erwidern wir, dass sie die Gunst der Stunde genießen, d.h. ein temporärer Zustand. Der traurige Postmoderne muss ständig die körperlichen Genüsse steigern, um das Weinen seiner Seele zu übertönen, doch das hilft nur eine bestimmte Zeit. Der Körper lebt und der Mund redet Großes, doch das Herz ist tot, verstopft.

Der Herr der Welt hat Vertrauen zum Menschen, darum brachte er dessen Seele in die Welt und gab ihm dazu eine Gebrauchsanweisung, die Tora. Die von der Tora gesteckten Grenzen bezeichnen die Wege, auf denen der Mensch zur freien Entfaltung seiner Seele gelangt. Die Gesetze der Tora sollen nicht das Leben abwürgen, sondern es auf sein wahres Wesen erheben. Ganze Welten von Heiligkeit und Weltlichkeit voller Sinn wurden dem Menschen nicht verboten, nur was spirituell verunreinigt. Der Verlust der genauen Grenzen vertreibt alles Licht aus dem Leben.

Die göttliche Anleitung erzieht den Menschen dazu, von der Welt das zu nehmen, was ihn G~tt näherbringt und sich von dem fernzuhalten, was seine Seele verunreinigt. Im göttlichen Eifer verbirgt sich unendliche Gnade gegenüber dem Menschen. In der beständigen Gewissheit, die sich nicht in experimentelle Richtungen leiten lässt, liegt die Hoffnung der ganzen Welt. Die Welt wird wieder zu einem Garten Eden werden und noch darüber hinaus wachsen, wenn der Mensch seine Seele wieder voll auslebt. "Und ihr sollt mir heilig sein, denn ich, der Ewige, bin heilig; und ich habe euch aus den Völkern ausgesondert, mein zu sein" (Lev. 20,26).


Frage und Antwort - SMS
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. 
Hier eine kleine Auswahl

Frage: Meine Eltern hatten seinerzeit großen Druck auf mich ausgeübt, meine Frau zu heiraten. Sie ist eine ganz wunderbare Frau, aber es ärgert mich bis auf den heutigen Tag, dass sie durch den Druck meiner Eltern zu mir kam, und das beeinflusst meine Beziehung zu ihr.

Antwort: Unsinn! Wenn sie eine gute Frau ist, was kümmert es Sie, wie sie zu Ihnen kam?! Sie sollten allerdings einen anderen Rabbiner fragen, denn ich bin in dieser Sache voreingenommen, weil mein Ur-Ur-Ur-Urgroßvater auch ohne seine Zustimmung verheiratet wurde und erst später herausfand, dass meine Ur-Ur-Ur-Urgroßmutter eine außerordentlich heilige Frau war. Ich bin ein Kohen, d.h. Nachkomme von Levi, Sohn unserer Stammmutter Lea, und auf diese Weise wurde Jakov mit ihr verheiratet. Sie sollten also einen Rabbiner fragen, der von Rachel, Bilha oder Silpa abstammt.

SMS175

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
auf hebräisch
im Internet (audio/video online):

www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.israel7.ru

Bücher von Rabbiner Aviner: www.havabooks.co.il
Seine Handy-Nr. (auch SMS): +972 (0)52 3653028
(hebr./frz./engl./jid.)


Radio "Kan Moreschet"
 Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live im Internet 
jede Woche Montag 22.05-23.00
 israelische Zeit (=GMT+2, Sommerzeit GMT+3)
nur hebräisch!
http://www.kan.org.il/live/radio.aspx?stationId=6
Wollen Sie selbst eine Frage stellen während der Sendung?
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Archiv der bisherigen Sendungen:

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MACHON MEIR
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Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

MACHON ORA - für Frauen

Lernen Sie bei uns über das Judentum, stärken Ihren Glauben im Geiste der Liebe zu den Geschöpfen in einem reichhaltigen und umfassenden Programm mit persönlicher Note, Verbindung zu Torapersönlichkeiten, Unterbringung in besonderer, familiärer Atmosphäre.
Wir freuen uns, zusätzlich zur hebräischen Abteilung die Eröffnung eines spanischsprachigen und eines russischsprachigen Programmes bekanntgeben zu können.

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