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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT HA'ASINU
Nr. 1187
13. Tischri 5779

Diese Woche in der Tora (Dt. 32,1-32,52):

Weltgeschichte von ihren Anfängen bis zum Ende in kurzer Gedichtform, nochmalige Ermahnung des Volkes, Vorschau auf Moschehs Tod.

Haftara: Schmu'el II, 22, 1 - 51


Montag: Beginn des Laubhüttenfestes (Sukkot)

 


Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Der Stand der Dinge...
Wer ist weise?
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

"Gedenke der Tage der Vorzeit, begreifet die Jahre der Geschlechter, frag' deinen Vater, dass er dir erzähle, deine Alten, dass sie es dir deuten" (Dt. 32,7). Der Raschikommentar erklärt: "deinen Vater", das sind die Propheten, "deine Alten", das sind die Weisen. Entsprechend obliegt jedem einzelnen Juden die heitere Pflicht, die Geschichte von Anbeginn bis zu den späten Tagen zu erinnern und zu erforschen - und so werden wir die Gegenwart verstehen. "Begreifet die Jahre der Geschlechter" - mit dem Begreifen aller früheren Zeitalter werden wir auch unser eigenes verstehen. Aber wie macht man das? Wie kann man die ferne Vergangenheit mit der erwarteten guten Zukunft verbinden? Dazu muss man die Propheten konsultieren, die in ihrer heiligen Inspiration nicht nur den Anbeginn der Zeiten sahen, sondern auch das Ende; und die Weisen, die im Lichte ihrer Weisheit die gegenwärtige und zukünftige Wirklichkeit durchleuchten. "Wer ist ein Weiser? Wer die Folgen voraussieht" (Tamid 32a). Wer aber nur die gegenwärtige Wirklichkeit sieht, ohne sie mit dem allgemeinen Plan zu verbinden - dem wird es schwerfallen, seine eigene Ansicht zu bilden, er wird von Zweifeln geplagt werden und vielleicht sogar der Verzweiflung verfallen. Man kann das mit einem Winzer vergleichen, der Rebstöcke pflanzt. Er weiß, wenn die Pflanzen im Herbst die Blätter abwerfen, dass der Rebstock immer noch lebt und nur für die nächste Periode des Blühens und Wachsens Kräfte sammelt. Gerade die Periode der Entlaubung im Winter, wenn der Rebstock wie ein trockener Stamm aussieht, ist eine Bedingung für gute und süße Früchte im Sommer. Wer aber nichts vom Weinbau versteht und die blattlosen Rebstöcke sieht, wird erschrecken und die Pflanzen für tot halten.

So verhält es sich auch mit dem Leben der Allgemeinheit und des Einzelnen. Da gibt es Perioden der 'Entlaubung', mit Problemen und Komplikationen, wenn es scheint, G~tt habe sich abgewendet. Dann muss man die Weisen fragen - deinen "Vater" und "die Alten" - und die werden dir sagen, dass nach einer Periode des Verbergens G~tt sein Antlitz wieder leuchten lassen wird - das unabänderliche Ziel G~ttes bei der Lenkung seiner Welt.

Nach dem Stand der Dinge befinden wir uns mitten in der Zeit zwischen Jom Kippur und Sukkot, zwischen den Tagen des Gerichtes und den Tagen der Freude, die sich am Laubhüttenfest offenbart - Tage, die im jüdischen Kalender festgeschrieben sind - und auch im Wandel der Geschichte ziehen wir von der Finsternis ans Licht, vom Verbergen des göttlichen Lichtes zu dessen Offenbarung; möge er bald "ein neues Licht über Zion aufleuchten lassen" (Morgengebet).

Mit den besten Wünschen für ein freudiges Sukkot-Fest und in Erwartung der vollkommenen Erlösung,

Rav Dov Begon



Zur Haftara

Ein Lied zum Ende der Probleme

Rav Joaw Uri'el
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Yoav Uriel

Am Schabbat des Liedes vom Wochenabschnitt Ha'asinu lesen wir in der Haftara das Lied Davids am Ende seines Lebens.

Davids Lied dient der Danksagung für die endgültige und absolute Rettung von den vielen schweren Problemen, die er durchzustehen hatte: "Und David redete zum Ewigen die Worte dieses Gesanges an dem Tage, da der Ewige ihn gerettet aus der Hand all seiner Feinde und aus der Hand Scha'uls" (Schmu'el II, 22,1).

Nichts würde besser als Haftara zum Lied von Ha'asinu passen als dieser Gesang, der den guten Ausgang der so zahlreichen Schwierigkeiten begleitete. Denn so definiert die Tora das Ziel des Liedes Ha'asinu (Dt. 31,21): "So soll es geschehen, wenn viele Leiden und Not es [das Volk Israel] treffen, so wird dieser Gesang vor ihm als Zeuge aussagen". Das muss man erst mal verstehen: Von was für einem Zeugnis spricht die Tora? Was soll das Lied Ha'asinu bezeugen, wenn alle Schwierigkeiten des Volkes Israel überwunden sind? Der Neziw (Rabbiner Naftali Zwi Jehuda Berlin, Leiter der Jeschiwa zu Woloschin) schrieb in seinem Kommentar Ha'emek Dawar zu diesem Vers, es gehe dabei nicht um ein "Zeugnis der Ermahnung" (wie es andere Kommentatoren erklären), sondern um ein Zeugnis des Trostes - im Lied Ha'asinu erfahren die Israeliten, dass sie G~tt trotz der Probleme und Leiden am Ende ohne weitere Bedingungen erlösen wird, "wenn Recht schafft der Ewige seinem Volk und sich über seine Knechte erbarmt" (Dt. 32,36). So schrieb der Neziw: "so wird dieser Gesang vor ihm als Zeuge aussagen ... wird dieses Lied bezeugen, trotz allen Zornes, den G~tt über sie zürnte, dass sie trotz alledem G~ttes Volk sind, und er wacht über sie und am Ende erlöst er sie ... und dann wird dieses Lied bezeugen, dass sie sich nie von mir haben ablenken lassen".

Es gilt hier eine Besonderheit dieser beiden Lieder zu beachten, Ha'asinu und das Lied Davids; während die meisten Lieder im Tanach [Tora, Propheten, Schriften] vor dem Hintergrund einer Errettung aus einer bestimmten Notlage verfasst wurden, entstammen diese beiden Lieder einer viel allgemeineren Rettung - der Errettung aus vielen Unglücken, die sich über einen längeren Zeitraum verteilt ereigneten. Der Dank bezieht sich hier nicht auf ein bestimmtes Ereignis, sondern umfasst eine ganze Lebensentwicklung. Im Midrasch zum Buch Bereschit betonen die Weisen die Ähnlichkeit dieser beiden Lieder bezüglich der vielen Unglücke, die ihnen vorangingen: "David wurde von Problemen heimgesucht, wie es heißt: Denn mich umringen Leiden ohne Zahl (Psalm 40,13), und als ihn G~tt von allen errettet hatte, stimmte er sofort ein Lied an... darum [auch im Lied von Ha'asinu]: So soll es geschehen, wenn viele Leiden und Not es treffen, so wird dieser Gesang vor ihm als Zeuge aussagen (s.o.)".

Weiten wir den Blick etwas aus: Die beiden Lieder, die wir diesen Schabbat lesen, ergänzen sich auf ganz wunderbare Weise. Der Blickwinkel, aus dem sie die Rettung nach den vielen Sorgen betrachten, unterscheidet sich radikal. Das Lied Ha'asinu singt von der Zukunft. Noch bevor die Unglücke Israel befallen, prophezeit G~tt Israel, dass sie sündigen werden, Leiden werden einstecken müssen, und am Ende wird G~tt sie erretten. So wie der Neziw erklärte, soll dieses Lied verhindern, dass die Kinder Israel den Glauben an die Nähe G~ttes aufgeben. Nach diesem Lied von der Zukunft kommt das Lied Davids, das von der Vergangenheit handelt. Viele Feinde setzten David viele Jahre lang zu, und dennoch verblieb er in seinem Glauben an und Vertrauen auf G~tt. Sein Lied bricht hervor, als sich die Richtigkeit seines Glaubens in die göttliche Rettung vor Aller Augen bewahrheitet, und wie am Ende dieser Glauben alle Feinde besiegte - "In meiner Bedrängnis ruf' ich den Ewigen, und zu meinem G~tte fleh' ich, er erhört aus seinem Palaste meine Stimme, und mein Flehen vor ihm kommt zu seinen Ohren ... Er langet aus der Höhe, fasst mich, zieht mich aus mächtigem Gewässer. Er rettet mich von meinem Feinde, dem trotzigen, und von meinen Hassern, wenn sie mich überwältigen" (Psalm 18,7/17-18).




Am Jontef-Tisch...


Weitung des Lebens

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Warum wurde Jom Kippur vor Sukkot festgelegt? Einer der Gründe besteht darin, damit wir uns nicht im Begriff des "Heiligen im Weltlichen" irren. Dieser erhabene Begriff, mit dem sich Rabbiner Awraham Jizchak Kuk (erster Oberrabbiner Israels) in seinem Werk Orot ausführlich beschäftigt, läuft wie jeder tiefsinnige spirituelle Begriff Gefahr, in primitiver und somit destruktiver Weise aufgefasst zu werden. Beabsichtigt ist hierbei allerdings die Weitung des Heiligen, die Ausbreitung der inneren, edlen Welt auf Ebenen des Lebens jenseits des Lehrhauses, die Ausbreitung des Lebens von den Wurzeln zu den Zweigen. Die Seele der Nation und die Seele des Menschen erscheinen und kleiden sich auch in dem, was in der Welt auf [von der Wurzel] getrennte Weise erscheinen kann, nämlich im Weltlichen.

Nehmen wir zum Beispiel die Kunst. Bekanntlich kann sie einem entsprechend begabten Menschen als Hilfsmittel dienen, seine innere Seele zum Ausdruck zu bringen. Wenn die Seele des Künstlers eine sanfte und reine ist, wird seine Kunst dies von ganz alleine zum Ausdruck bringen. Wenn wir aber einmal eine rohe Musik nehmen, die sich mit wilden Rhythmen an das Tier im Menschen wendet, und die als Text mit einem Vers aus dem Buch der Psalmen versehen wurde, dann erscheint hier noch lange nicht die Heiligkeit des Materiellen, sondern eine Erniedrigung des Heiligen; keine 'Einsammlung von verstreuten Funken', sondern ein Verfallen des Lichtes unter eine grobe Kruste.

Das Leben sucht immer sich auszuweiten. Im Buch "Der Weg der Frommen" (Meßilat Jescharim, Rabbiner Moscheh Chajim Luzatto) wird erklärt, dass letztendlich nur das Abstandhalten von allem Schlechten - sogar von Erlaubtem, aber Überflüssigem - den Menschen für die Heiligkeit geeignet macht und ihn ihr näherbringt, d.h. dem volleren Leben. Auf dieser Stufe, die überhaupt nur einige Wenige erreichen, stellt das materielle Leben eine Ausweitung der seelischen Heiligkeit dar, eine Offenbarung der Reinheit der Seele in den Gefilden des Lebens, "ich möge bleiben im Hause des Ewigen alle meine Lebenstage, zu schauen die Anmut des Ewigen, und ihn aufzusuchen in seinem Tempel" (Psalm 27,4).

Nachdem die Seele an Jom Kippur gereinigt wurde, ist das Herz offen und bereit für die Erleuchtung in der Sukka. Die Nation und der Einzelne sind nun besser vorbereitet auf die Verbindung mit der Natur, auf den Auszug ins offene Gelände. Auf der äußeren Ebene werden auch die Völker der Welt beeinflusst, erleuchtet durch die siebzig Rinderopfer des Festes, die auf dem Tempelaltar dargebracht werden. Die Einheit G~ttes erscheint durch uns auf vielfältigen Ebenen der Wirklichkeit. Wellen der Freude durchfluten uns mit Erneuerung durch alle Gebote des Festes, seelische Erhellungen wechseln einander ab, weilen als Gäste in unseren Laubhütten, nisten sich heimlich in unserem Leben ein. Wasser wird geschöpft in Reinheit aus der innerlichen Quelle, auf den Altar als Wasseropfer gegossen, das Licht wird stärker, das Gute ergießt sich im Überfluss, die Welt geht ihrer Vervollkommnung entgegen. "Und freue dich an deinem Feste" (Dt. 16,14).


Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen
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