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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHUKKAT*
Nr. 1226
3. Tammus 5779

*außerhalb Israels: Korach


Diese Woche in der Tora (Num. 19,1-22,1):

Wasser mit Asche der roten Kuh zur Beseitigung von Leichenunreinheit im Tempel; Mirjam stirbt, Brunnen versiegt, Volk murrt; Moscheh eröffnet neue Quelle, aber nicht genau wie von G~tt befohlen; Edom verweigert Durchreise; Aharon stirbt nach Übertragung der Hohepriesterschaft auf seinen Sohn Elasar; Kana'aniter greifen an und werden geschlagen; Volk will kein Manna mehr, Strafung durch Giftschlangen; kupferne Schlange; Volk singt Loblied; Eroberung von Moaw und Baschan (Transjordanien und Golan).

Haftara: Richter 11, 1 - 33

 

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...

Ein reines Herz

Rav Joram Elijahu
Rabbiner an MACHON MEIR

RavYoramEliyahu

"Dies ist ein Grundgesetz der Tora" (Num. 19,2). Dazu erklärt der Raschikommentar: "Weil die Ankläger und die Völker der Welt Israel verhöhnen, indem sie sagen, was bedeutet dieses Gebot [der Roten Kuh], und welche Begründung hat es? Darum schreibt er dabei Grundgesetz; es ist ein Gesetz von mir, und du hast nicht das Recht, dagegen Einwände zu machen (Midrasch Tanchuma)".

Zum Vers, den König Schlomo im Buch Kohelet ("Prediger"; 7,23) sagte: "Ich dachte zu erklügeln, was mir zu fern ist" erklärten die talmudischen Weisen, König Schlomo wollte damit sagen: 'Viel habe ich verstanden und wurde weiser durch die Tora, doch gelang mir nicht, die Bedeutung des Gebotes von der Roten Kuh zu verstehen'.

Was wir aus diesem Gebot lernen können, schrieb Rabbiner Sewin (in seinem Kommentar zu Tora und Feiertagen): "Die Rote Kuh dient als Symbol für die ganze Tora, und darum wird sie an dieser Stelle erwähnt, dies ist ein Grundgesetz der Tora. So wie die Rote Kuh ein 'Grundgesetz' ist, ohne die Bedeutung dieser Sache zu wissen ... ebenso die ganze Tora, wir müssen nur glauben, dass wirklich jede Einzelheit eine Bedeutung hat, die in diesen Rahmen gehört: 'das Verborgene ist des Ewigen, unseres G~ttes' (Dt. 29,28), aber 'das Offenbare ist unser und unserer Kinder' (ebda.), um 'all die Worte dieser Lehre auszuüben' (ebda.)...". Gerade die Verordnung und das Grundgesetz können bestehen, was nicht unbedingt der Fall ist, wenn man den Grund kennt, denn wenn der Grund einmal wegfällt, wird auch das Gebot nicht mehr erfüllt, doch das Grundgesetz ist fest auf ewig verankert und sichert die Erfüllung der ganzen Tora.

Auf dieser Basis lässt sich die bekannte Geschichte vom Nichtjuden Dama ben Netina besser verstehen, zu dem die Weisen kamen, um von ihm einen bestimmten Edelstein für den Brustschild des Hohepriesters zu erwerben. Der Schlüssel zur Schatztruhe befand sich allerdings unter dem Kopfkissen seines schlafenden Vaters, den er nicht wecken wollte. So entging ihm eine große Summe. Ein anderes Mal zahlte G~tt ihm seinen Lohn, indem in seiner Herde eine Rote Kuh geboren wurde, an der er so viel verdiente, wie ihm vorher wegen der Ehrung seines Vaters entgangen war (Kidduschin 31a). Und warum erhielt er seinen Lohn ausgerechnet durch eine Rote Kuh? Erklärt der Autor der Chiduschej HaRim, (erster Rabbi von Gur, Polen, um 1850): Das Verhalten dieses Nichtjuden, der für die Vaterehrung auf so viel Geld verzichtet hatte, erweckte im Himmel eine große Anklage gegen das Volk Israel, ob denn auch sie für die Gebotserfüllung so viel Geld aufs Spiel setzen würden? Darum gab ihm G~tt seinen Lohn durch eine Rote Kuh, um zu zeigen, dass der Nichtjude zwar bereit ist, eine große Summe für die Erfüllung von Geboten einzusetzen, die der Verstand erfassen kann, aber die Israeliten sind größer, weil sie bereit sind, große Summen sogar für ein Gebot wie die Rote Kuh auszugeben, das ein Grundgesetz darstellt und logisch nicht zu erklären ist.

Die talmudischen Weisen erklärten die Sache von der Roten Kuh (im Midrasch raba) anhand noch eines anderen Verses, nämlich aus den Worten König Davids: "Sei mein Herz ganz in deinen Satzungen (Psalm 119,80) - das sind die Grundgesetze vom Pessachopfer und der Roten Kuh". Es scheint, die Weisen wollten uns auch hier lehren, dass trotz der Wichtigkeit, den Wert und die Bedeutung der Gebote zu kennen, auch das einfache G~ttvertrauen beim Dienst an G~tt großen Wert besitzt, das nicht debattiert und nicht nachforscht, sondern G~tt in Liebe und vollem Vertrauen dient.

Wir erziehen unsere Kinder zur Erfüllung von Tora und Geboten und bemühen uns, ihnen die Bedeutung der Gebote zu erklären, damit sie sich besser mit deren vollständiger Erfüllung identifizieren. Doch sollten wir dabei nicht vergessen, sie auf den Aspekt der 'Grundgesetze' hinzuweisen, denn auch wenn wir nicht die Bedeutung kennen, müssen wir sie in vollem Vertrauen auf G~tt erfüllen.



Zur Haftara

Die Größe Jiftachs

Rav Joaw Uri'el
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Yoav Uriel

Wenn man sich die Persönlichkeit Jiftachs betrachtet, läuft man Gefahr, ihn wegen der Geschichte um seinen Schwur zu unterschätzen. Auch sein Krieg gegen die Söhne Efraims könnte dazu führen, ihn in ein schlechtes Licht zu rücken. Auch die Worte der talmudischen Weisen, die Jiftach zu den 'spirituellen Leichtgewichten' zählen, sind dazu angetan, die Missachtung Jiftachs zu provozieren.

Darum sollte man sich einmal die großen Vorzüge aller Richter vergegenwärtigen, zu denen auch Jiftach HaGil'adi gehörte. Es besteht eine breite Übereinstimmung in den Worten der Weisen und den Kommentatoren der Mischna, dass die mündliche Tora durch die Richter überliefert wurde. Alle Einzelheiten der Tora samt den allgemeinen Regeln, die Moscheh am Sinai erhielt, wurden dem Volk Israel in seinen Generationen durch das intensive Studium, die Wiederholung des Erlernten und den großen Lerneifer der Richter überliefert, vom einen zum nächsten. Dadurch lässt sich die geistige Größe und die Heiligkeit der Richter erklären.

Die Richter: Überlieferer der mündlichen Lehre

In den "Sprüchen der Väter nach Rabbi Nathan" heißt es: "Moscheh erhielt die Tora am Sinai und übergab sie an Jehoschua, und Jehoschua an die Ältesten, und die Ältesten an die Richter, und die Richter an die Propheten, und die Propheten an Chagai und Secharja und Maleachi. Chagai, Secharja und Maleachi übergaben sie an die Männer der großen Versammlung". D.h. die Richter waren ein untrennbares Glied in der Kette der Überlieferung der Tora von unserem Lehrmeister Moscheh an bis hin zu uns.

In der Lesart der Mischna "Sprüche der Väter" (1,1) werden die Richter nicht erwähnt, nur die Ältesten - "und Jehoschua an die Ältesten". Doch sind sich die Kommentatoren einig, dass der Begriff "Älteste" die Richter einschließt. So erklärt z.B. der Me'iri (einer der Rischonim, in seinem Werk Bet Habechira): "...und Jehoschua überlieferte die mündliche Lehre an die Ältesten ... und diese überlieferten sie an andere Älteste, eine Generation nach der anderen, bis sie zur Periode der Richter kam, die auch zu den Ältesten gehörten ... und die Richter sind bei den Ältesten inbegriffen".

Wenn wir also einen der Richter behandeln, müssen wir uns dessen Heiligkeit und enorme Toragelehrsamkeit vergegenwärtigen.

Die Richter - mit heiliger Inspiration (Ruach Hakodesch, Vorstufe der Prophetie)

Und nicht nur das: Alle Richter verfügten über heilige Inspiration. Die talmudischen Weisen lernen dies im Midrasch raba von Jiftach Hagil'adi. Jiftach gilt als der Geringste der Richter, und dennoch verfügte er über die heilige Inspiration zu wissen, dass die Israeliten seinerzeit Boten an den König von Moaw gesandt hatten, obwohl die Sache nicht in der Tora festgehalten wurde. So heißt es im Midrasch: "Und danach sandten sie an den König von Moaw, der nicht [dem Transit der Israeliten] zustimmte. Obwohl es hier [in der Tora] nicht ausdrücklich erwähnt wird, so steht es doch ausdrücklich bei den Richtern. Das lehrt, dass alle [Richter] über Ruach Hakodesch verfügten, denn unter ihnen gab es keinen Geringeren als Jiftach, und der erklärte dies...".

Jiftachs Lehrmeister

Wenn man sich die Kette der Überlieferung einmal genauer betrachtet, wird man überrascht feststellen, wer denn der Lehrer war, der Jiftach die ganze Tora überlieferte. Es war kein anderer als Pinchas, der Hohepriester jenes Zeitalters. So steht es in der Liste der Tanna'im und Amora'im (von einem der Geonim verfasst, 1.Teil; diese Liste erscheint auch im Machsor Vitri): "Moscheh erhielt die Tora am Sinai und übergab sie an Jehoschua, und Jehoschua an die Ältesten, und die Ältesten an Otni'el ben Kenas, und Otni'el ben Kenas an Ehud, und Ehud an Schamgar, und Schamgar an Dvora, und Dvora an Barak, und Barak an Gid'on, und Gid'on an Awimelech, und Awimelech an Tola', und Tola' an Ja'ir Hagil'adi, und Ja'ir an Pinchas, und Pinchas an Jiftach, und Jiftach an Iwzan, und Iwzan an Elon, und Elon an Awdon, und Awdon an Manoach, und Manoach an Schimschon, und Schimschon an Elkana, und Elkana an Eli, und Eli an Schmu'el". Hier steht nicht, dass Jiftach die Lehre von seinem Vorgänger unter den Richtern erhielt (Ja'ir Hagil'adi), sondern von Pinchas. Und das ist verwunderlich: Warum hat Pinchas seinen Platz in der Kette der Überlieferung ausgerechnet zwischen Ja'ir Hagil'adi und Jiftach, war er doch der Hohepriester und Prophet des Zeitalters im Laufe von Hunderten von Jahren?

Weiter lässt sich fragen: Im Midrasch (Bereschit raba §60) finden wir einen großen Streit zwischen Pinchas und Jiftach, die sich weigerten, einander zu sehen. Wie kann hier von Lehrer und Schüler die Rede sein?

Man kann annehmen, dass Jiftach zu Beginn seiner Karriere nicht unbedingt zu den Toragrößen der Generation zählte. Das passt jedenfalls zum einfachen Wortlaut der Geschichte, wonach er schon in jungen Jahren von seiner Familie verstoßen wurde und sich mit "leeren Leuten" (Ri. 11,3) herumtrieb. Es sieht nicht so aus, als ob er damals viel Zeit bzw. Gelegenheit zum Torastudium hatte. Demnach zeigt sich, dass erst nachdem Jiftach das Banner des Glaubens an G~tt erhoben hatte - vor den Ältesten Gil'ads und den Söhnen Ammons, und erst nachdem ihm die heilige Inspiration vergönnt war - er ein neues Kapitel seines Lebens mit dem intensiven Studium der Tora und ihrer Überlieferung sowie dem Richten der Israeliten begann. Gerade als Folge der großen Konfrontation, die er nach den talmudischen Weisen mit Pinchas hatte - beim Streit, wer zu wem kommen müsse - wandelten sich Pinchas und Jiftach zu Lehrer und Schüler und sorgten für die Fortsetzung der Kette der Überlieferung der mündlichen Tora.


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