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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BEHA'ALOTECHA*
Nr. 1223
12. Sivan 5779

*außerhalb Israels: Nasso


Diese Woche in der Tora (Num. 8,1-12,16):

Dienstweihung der Leviten; 1. Pessach in der Wüste und Ersatztermin für Verhinderte; Reise und Lagern nach der Wolken-/Feuersäule; die silbernen Alarmtrompeten; Zugordnung des Lagers; Trennung von Jitro; Klage über einseitige Diät; Wachtelschwemme und Strafung; Einsetzung von 70 Weisen zur Unterstützung Moschehs; 2 neue Propheten im Lager; üble Nachrede von Miriam und Aharon über Moscheh, Aussatzstrafung Miriams.

Haftara: Secharja 2, 14-17, 3, 1-10, 4, 1-7

 

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
e-mail: kimi1@kimizion.org
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH (zugänglich über das HAUPTMENÜ):
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Israel, der Westen und der Islam
Die beschleunigte Herbeiführung der Erlösung
Die heutigen Götzen
Das dreiteilige Jerusalem?

Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozess
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 


Am Schabbes-Tisch...


Trau dir nicht

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

"Traue dir selbst nicht bis an deinen Sterbetag (Mischna "Sprüche der Väter" 2,4) - denn Jochanan der Hohepriester war achtzig Jahre Hohepriester, und zuletzt wurde er Sadduzäer" (Brachot 29a). Warum bringen die talmudischen Weisen ausgerechnet dieses Beispiel, es gibt doch so viele andere? Vielmehr dient dieser Fall als ganz besonders deutliche Warnung an die Weisen und erst recht an den Rest des Volkes. Hier ist nicht von einem 'kleinen Mann' die Rede, der an irgendeiner niederen Begierde strauchelte. Jochanan der Hohepriester war wenigstens 110 Jahre alt, als er Sadduzäer wurde, der die mündliche Tora abstritt, denn ein Priester beginnt den Tempeldienst erst mit 30 Jahren. Bevor er vom Wege abkam, erreichte er hohe Stufen der Weisheit und vielleicht sogar heilige Inspiration, wie es einem Hohepriester gut ansteht, und außerdem konnte er einen Stammbaum bis zu den Chaschmonäern vorweisen. Trotz all dieser Vorzüge stand ihm seine Weisheit nicht zur Seite, und er ließ sich von den irrigen Ansichten der Sadduzäer verleiten.

In diesem Fall ging es nicht um ein persönliches Versagen, sondern um einen Richtungswechsel und allgemeinen Niedergang. Die Anleitung der talmudischen Weisen bezieht sich nicht auf eine individuelle Sünde, da doch "kein Mensch gerecht ist auf Erden, der das Gute tue und nimmer fehle" (Kohelet 7,20), vielmehr warnten die Weisen den Menschen, Denkrichtungen zu folgen, die in ihrem Geiste dem Judentum fremd sind; dass man sich ihnen aus keinem Grund - welchem auch immer - nähere, vielleicht ginge man ihnen ins Netz und ließe sich von ihren Erklärungen umgarnen. Jeder Mensch braucht Schutz, Toragelehrte aber am meisten von allen, denn "der böse Trieb, der im Herzen der Menschen versteckt ist ... er lässt die weltlichen Völker und reizt die Feinde Israels [euphem. für Israel]. ... Abaje sagte: Am allermeisten die Schriftgelehrten" (Sukka 52a). Der Fall eines Toragelehrten aus lichter Höhe hinterlässt einen starken Eindruck, und die Seelen, die von ihm empfingen, laufen Gefahr, mit ihm zu fallen.

Frage: Warum schrieb Rabbiner A.J.Kuk: "Der geradlinige Mensch muss an sein Leben glauben. D.h., er glaube an das Leben seines Selbst und seiner Gefühle, die einem geraden Weg aus dem Fundament seiner Seele folgen, denn sie sind gut und gerade, und sie führen auf einen geraden Weg" (Orot Hatora 11, 2) - während die talmudischen Weisen empfahlen: "Traue dir selbst nicht bis an deinen Sterbetag" (s.o.)? Bevor wir die Frage beantworten, wollen wir anmerken, dass einer der größten [im jüdischen Sinne] neukonservativen Einflussnehmer in unserer Generation diese Worte Rabbiner Kuks in abgefälschter Weise auslegte, wobei er folgende Schlüsse zog: "Das religiöse Erziehungswesen ermuntert das Akzeptieren von Autorität und Gehorsam gegenüber den großen Rabbinern, was zu einer Armut des Geistes, Abhängigkeit und Unterwürfigkeit führt. Wir müssen davon abkehren und die Erziehung zu Selbstständigkeit, zu einem persönlichen Freiheitsbewusstsein und Bestärkung des Einzelnen vertiefen. Die talmudische Tradition und die Tradition der religionsgesetzlichen Entscheidungen lehren uns, dass kein Rabbiner, so weise und groß er auch sein mag, nicht heilig ist und nicht unser Herr sein kann". Die Worte Rabbiner Kuks waren nicht für diesen Mann geschrieben worden, denn es heißt doch dort: "Der geradlinige Mensch", während dieser Herr die Dinge unvollständig und pervertiert wiedergibt. Im weiteren Verlauf des Textes (den dieser Dozent ausließ), schrieb Rabbiner Kuk, dass "die Tora ein Licht für seinen Weg sein muss, denn durch sie wird er den Ort sehen, wo ein Irrtum begründet liegen kann, denn manchmal verirrt sich die Seele in ein unwegliches Durcheinander. Der ständige Zustand muss jedoch einer von innerer Sicherheit sein...". Rabbiner Kuk bezweckt, den geradlinigen Menschen zu ermuntern, seiner Seele zu vertrauen, die einem geraden Weg folgt, doch immer innerhalb der von der Tora gesteckten Grenzen, und nicht wie die Worte jenes Dozenten, die zur Abwendung von Toragelehrten und damit zwangsläufig von der Tora ermuntern, in einem postmodernen Stil der Selbstdefinierung. Außerdem kann man nicht gleich jeden Menschen für gerade erklären, und in strittigen Dingen wird ein geradliniger Mensch sicher einen großen Rabbiner fragen gehen und nicht auf sich selbst vertrauen! Es könnte nämlich sein, dass ihm seine Triebe den Weg weisen wollen und nicht die Geradlinigkeit seiner Seele...

Dieses Beispiel wurde nicht zufällig gewählt, denn genau vor solchen Ausführungen wollten die talmudischen Weisen mit "Traue dir selbst nicht" warnen. Leider mehren sich heutzutage Bewegungen, die sich mit dem Judentum mit dem Ziel beschäftigen, vom Judentum abzubringen. Der konservative und reformatorische Geist benutzt zwar die heiligen Schriften, doch gibt er ihnen eine neue Richtung, die man nicht mehr mit Judentum bezeichnen kann. Er nutzt das gesunde Streben nach Spiritualität aus, um auf ausgeklügelte Weise die Leute von G~ttes Wegen fortzulenken. Es gibt keine Pflicht gegenüber der Halacha mehr, es herrscht eine liberale, pluralistische Atmosphäre, die ein Vermischen der Geschlechter und ein Vermischen mit den Nichtjuden fördert. Auch wenn man das populäre 'Tägliche Kapitel' aus dem Tanach [Tora/Propheten/Schriften] lernt - weil die Deutung von mir ist, so wie ich mich persönlich mit dem Tanach verbunden fühle, von meinem Glaubensverständnis aus und ohne irgendeine Verpflichtung gegenüber den Erklärungen der talmudischen Weisen - wird die Tora zum 'Mittel des Todes'. Tanach, Gesänge, Gleichnisse der Weisen und sogar die Kabbala werden zu Geräten umfunktioniert, die den vermischenden Geist weitertragen.

Viele und gut finanzierte Versuche werden unternommen, um die Religiösen und sogar die Rabbiner zum Geist des konservativen Judentums zu verleiten, der behauptet, die Halacha müsse sich den Notwendigkeiten der Zeit anpassen. Zahlreiche Seminare und Artikel reden über die 'sich erneuernde Halacha', über die Relevanz der Toraauslegung im Sinne der allgemeinen kulturellen Entwicklung, z.B. Postmoderne, Feminismus, Demokratie, LGBT und über den 'Mut zur Änderung'. Bei jenen Seminaren bemühen sich die Veranstalter auch um die Teilnahme eines Rabbiners, der als Feigenblatt die wahren Hintergründe verdecken soll. Die Anwesenheit eines Toragelehrten mit ihnen am selben Tisch, oder dessen Einflechtung im Rahmen ihrer Vorträge, verkündet vor der ganzen Welt: Seht her, auch das Judentum hält kreative Bewegungen für legitim, die den Namen G~ttes aus der Welt entwurzeln, es ist halt eine Methode von vielen und für alle ist Platz da.

Der allgemeine Pluralismus versteht sich nicht von selbst, und es besteht überhaupt kein Grund, dass sich das toratreue Judentum auf authentische Weise darin einfügt. Das brächte keine Annäherung, sondern viele Schäden. Es ist unbedingt zu fordern, dass die geistige Quelle immer edel und rein sei, entsprechend der Anleitung der Weisen: "denn eines Priesters Lippen sollen sich an die rechte Lehre halten, und Unterweisung erwartet man aus seinem Munde; denn er ist der Gesandte des Herrn der Heerscharen (Maleachi 2,7) - wenn der Lehrer einem Gesandten des Herrn gleicht, so erwarte man Unterweisung aus seinem Munde, wenn aber nicht, so erwarte man keine Unterweisung aus seinem Munde" (Mo'ed katan 17a).




Zur Haftara

Zustrom vieler Völker

Rav Joaw Uri'el
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Yoav Uriel

Zu Beginn des Buches Secharja sieht der Prophet in einer Vision eine 'Gesandtschaft von Pferden', die von G~tt losgeschickt wurden, die Weiten der Erde zu durchstreifen und einen Lagebericht zu liefern. Das geschah zur Zeit des persischen Großreiches, zu Beginn der Periode des Zweiten Tempels. Die Kinder Israel begannen bereits durch Koresch, nach dem Lande Israel zurückzukehren, doch dann wurde der Tempelbau gestoppt. Die meisten Juden blieben im Exil, und die Rückkehrer aus Babylon befanden sich in einem Zustand der Armut und der Schwäche.

Die genannte 'Gesandtschaft' durchstreifte also die Welt und berichtete wie folgt: "Wir haben die Erde durchwandelt, und siehe, die ganze Erde wohnt ruhig" (1,11). D.h., die Lage auf der ganzen Welt steht im Gegensatz zu den Kindern Israel, die in Schwierigkeiten steckten, während die Völker der Welt in Ruhe wohnten. Es schien nicht, dass sie die Probleme Israels irgendwie beunruhigten.

Das war eine bittere und schmerzliche Lage. Das Volk Israel, das Herz der Welt, am Boden, und alle Völker wohnen in Ruhe. In dieser schweren Situation steigt ein Flehen vom Engel auf: "Da rief der Engel des Ewigen und sprach: Ewiger der Heerscharen, wie lange noch willst du dich nicht Jerusalems und der Städte Jehudas erbarmen, denen du schon siebzig Jahre grollst?" (1,12). Der Engel bringt die Bitte vor, das 'Ende nach siebzig Jahren', das dem Propheten Jirmijahu verkündet worden war, nun zu veranlassen, den unterbrochenen Erlösungsprozess fortzuführen und an sein Ziel zu bringen.

Die Wende

Angesichts der Forderung des Engels antwortet G~tt, dass die Dinge vor einer Änderung stünden: "Da antwortete der Ewige dem Engel, der mit mir redete, gütige Worte, tröstliche Worte" (1,13). Der Prophet verkündet die Wende: Die Völker werden leiden, während Zion in altem Glanz erstrahlt - "und in großem Zorne zürne ich über die sorglosen Völker, der ich wenig gezürnt, aber sie halfen dem Unheil nach. Darum, so spricht der Ewige: Ich kehre heim nach Jerusalem in Liebe, mein Haus wird darin aufgebaut, ist der Spruch des Ewigen der Heerscharen ... und wiederum tröstet der Ewige Zion, und wiederum hat er Wohlgefallen an Jerusalem" (1,15-17).

Doch auch dieser Zustand bedeutet noch nicht die gewünschte Vollkommenheit. Ein Teil des Problems der Welt, von dem die obige 'Gesandtschaft' berichtet hatte, besteht in der Abtrennung der Völker von Israel, das das Zentrum der Welt sein soll. Darum ist die Botschaft von der Heilung der Leiden Israels keine vollkommene, solange die Völker die Zentralität Israels nicht anerkennen.

Und wirklich erreicht die Prophezeiung im weiteren Verlauf eine höhere Stufe. Im 2. Kapitel, zu Beginn der Haftara Beha'alotecha, erklärt G~tt, dass Israel an seinen natürlichen Platz als Herz der Welt zurückkehren wird. Alle Völker werden herbeiströmen, um in den Genuss des Lichtes zu gelangen, das von Israel ausgeht. Nur dann kann man von vollkommener Freude reden - "Juble und freue dich, Tochter Zion; denn siehe, ich komme und throne in deiner Mitte, ist der Spruch des Ewigen. Und es schließen sich viele Völker dem Ewigen an selbigen Tages, und sie werden mir ein Volk sein, und ich throne in deiner Mitte, und du wirst erfahren, dass der Ewige der Heerscharen mich zu dir gesandt hat" (2,14-15).

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