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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJAKHEL-PEKUDE
Nr. 1112
27. Adar  5777

Diese Woche in der Tora (Ex. 35,1 - 40,38):

Kein Feuermachen am Schabbat; Aufruf zu Materialspenden für alle Teile des Heiligtums; künstlerische Fertigung und genaue Beschreibung des Stiftszeltes, der Bundeslade, des Tisches der Schaubrote, des Räucheraltars und des Wasserbehälters. Genaue Materialliste des Heiligtums, Details der Dienstkleidung der Kohanim und des Hohepriesters; Abnahme und Aufstellung des Heiligtums durch Moscheh und Einweihung.

Haftara: Jecheskel 45, 16-25, 46, 1-18


Schabbat HaChodesch

 
 


Am Schabbes-Tisch...

Das Reisen beim Lagern

Rav Nathan Kotler
MACHON MEIR

Manchmal fühlen wir uns festgefahren, treten auf der Stelle und kommen nicht voran. Es gibt aber eine Möglichkeit, dieses 'Anhalten' zu einer 'Reise' zu gestalten.

Am Schluss des Buches Schemot ("Exodus") erscheint eine logische Frage: Bekanntlich war das Stillstehen der Wolkensäule über dem Stiftszelt ein Zeichen für das Anhalten der Wüstenwanderung und zur Lagerung des Volkes. Und wenn die Wolkensäule sich vor dem Lager erhob, war das ein Zeichen fürs Weiterziehen. Wenn dem so ist, dann stellt uns der letzte Vers des Buches vor ein Problem: "Denn die Wolke des Ewigen war über der Wohnung des Tages, und eine Feuerflamme war darin nachts vor den Augen des ganzen Hauses Israel auf all ihren Zügen" (Ex. 40,38). Wenn das Stillstehen der Wolkensäule über dem Stiftszelt das Lagern symbolisiert, warum heißt es dann "auf all ihren Zügen"? Es hätte doch stehen müssen: "Denn die Wolke des Ewigen war über der Wohnung des Tages ... vor den Augen des ganzen Hauses Israel bei all ihren Lagerungen"!

Der Raschikommentar vermittelt uns einen bedeutungsvollen Gedanken: "der Ort, an dem sie lagerten, wird auch Zug genannt".

Manchmal befinden wir uns in unserem Leben in einem Zustand, den man mit der Lagerung vergleichen kann, wir fühlen uns an einen Ort gebunden und kommen nicht weiter. Das kann eine Situation sein, in der wir an einen Menschen gebunden sind, mit dem man schwer zurechtkommt, oder dass wir keine Arbeit finden, keinen Ausbildungsplatz, keinen Ehepartner - oder jede andere Sache, die uns am Vorwärtskommen und an der Verwirklichung unserer Träume und unserer Bestimmung hindert. Doch Raschi lehrt uns, dass sich das Feststecken in ein Weiterziehen verwandeln lässt, dass es möglich ist, gerade durch das Anhalten voranzukommen.

Zum Beispiel: Es lässt sich viel von unangenehmen Zeitgenossen lernen. "Er pflegte zu sagen: Halte keinen Menschen für gering und keine Sache für zu fernliegend, denn es gibt keinen Menschen, für den nicht eine Stunde kommen könnte (die ihn erhebt), und keine Sache, die nicht eintreten könnte" (Mischna "Sprüche der Väter", 4,3). Auch sieht der Mensch häufig seine eigenen schlechten Eigenschaften nur bei seinem Nächsten, und wenn er also diese Eigenschaften bei sich selbst verbessert, kommt er plötzlich viel besser mit dem anderen zurecht. "Wie Wasser Angesicht dem Angesicht (Sprüche 27,19) - wie das Wasser, wenn der Mensch hineinschaut und dort ein Gesicht wie sein Gesicht sieht; wenn er lächelt, dann lächelt es ihm, wenn er sein Gesicht verzieht, dann verzieht es ihm das Gesicht; so verhält es sich vom Herzen des Menschen zu einem anderen Menschen: wenn er ihn liebt, dann liebt er ihn wieder, und wenn er ihn hasst, dann wird auch der andere ihn wieder hassen", Raschi zu Jewamot 117a).

Und wenn es dem Menschen nicht gelingt, einen Arbeits- oder Studienplatz oder jemanden zum Heiraten zu finden, dann ist das eine Gelegenheit, mehr über sich selbst zu lernen, mehr die Tiefe seines Selbst zu erkunden und seine Mängel zu reparieren.

Der Zug während des Anhaltens kann sich in einer spirituellen Reise der Annäherung an G~tt ausdrücken, gerade aufgrund der Sehnsucht nach einer besseren und vollkommeneren Wirklichkeit. Darum bedeutet das eine wunderbare Gelegenheit, aus tiefstem Herzen zu beten. Auch wenn sich mit bloßem Auge nicht erkennen lässt, dass das Gebet schon erhört wurde, muss man wissen, dass kein Gebet umsonst ist. Jedes Gebet wird gehört, wirkt und übt einen Einfluss aus. Das Gebet verändert den Betenden zum Guten, und es verändert auch die Wirklichkeit - auf verborgenen und wunderbaren Wegen - zum Guten.

Wenn man es versteht, einen Haltepunkt zum Vorankommen zu nutzen und auf innerliche, spirituelle Erkundungsfahrt zu gehen - dann kann auch das 'Anhalten' zur 'Reise' werden.

Darüber hinaus lehrte uns Rabbiner A.J.Kuk, dass wir auch, wenn wir manchmal keinen Fortschritt sehen, wissen müssen, dass 'hinter den Kulissen' immer eine Weiterentwicklung stattfindet: "In Betracht jeder Kraft, die sich entwickelt und erhebt, gibt es keine unnütze Entwicklung, vielmehr ist sie ihr eine Erhebung ... alles geht und fließt weiter, alles strebt höher" (Orot hakodesch II, S.515). Es kann sein, dass sich gerade durch die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen Kräfte in unserem Inneren offenbaren, von denen wir nie etwas gewusst hatten, und wenn die Zeit naht, zur nächsten Stufe vorzurücken, stellen wir fest, dass wir vorangekommen sind!

Nach den Worten Rabbiner Kuks müssen wir daher "der Reinheit und Heiligkeit entgegensehen, und nicht aufgeben, und den Mut nicht sinken lassen bei allem, was man durchsteht".




Der Stand der Dinge...


Die vereinigte Allgemeinheit

Rav Chanoch Ben Pasi 
Rabbiner an MACHON MEIR

RavYoramEliyahu

Zum Ende der Arbeiten am Wüstenheiligtum (Mischkan) heißt es: "...und die Kinder Israel hatten (es) gemacht, ganz so wie der Ewige dem Moscheh geboten, so hatten sie (es) gemacht" (Ex. 39,32). Diese Aussage scheint verwunderlich, denn den Mischkan und seine Geräte bauten Bezalel, Oholiaw und die "Kunstverständigen"; warum heißt es also "und so hatten die Kinder Israel es gemacht"?

Darauf gab der Or hachajim hakadosch zwei Antworten: 1. Obwohl nur Bezalel und die Kunstverständigen (am Mischkan) arbeiteten, gilt der Beauftragte eines Menschen wie der Auftraggeber selbst, d.h. als ob ganz Israel an der Arbeit beteiligt waren, und obwohl Bezalel seinen Auftrag eigentlich direkt von G~tt erhielt, so gelten doch alle Israeliten als Beteiligte, weil sie ihre Zustimmung gaben.

2. Hier erklärt der Or hachajim hakadosch die Idee auf abstraktere Weise, unter der Überschrift "Die vereinigte Allgemeinheit". Die Tora lässt sich nicht auf einer einsamen Insel erfüllen. Ihre umfassende und vollständige Erfüllung ist nur in einer Gesellschaft der jüdischen Allgemeinheit möglich, im Sinne von "und es bilden alle eine Vereinigung, deinen Willen mit ganzem Herzen zu vollziehen" (Schmone-esre Gebet von Rosch Haschana). Die Tora wurde in Gegenwart ganz Israels übergeben, und dem ganzen Volk Israel, und sie kann nicht in die Wirklichkeit umgesetzt werden außer durch die ganze Nation mit allen ihren Verzweigungen und durch alle ihre Generationen. Wie es heißt: "und nicht mit euch allein stelle ich diesen Bund fest ... und mit dem, der nicht hier mit uns heute ist" (Dt. 29,13-14). Und wie der Or hachajim hakadosch (zu Ex. 39,32) erklärte: "Hier schuf die Schrift eine vereinigte Allgemeinheit bei der Erfüllung der Tora und zeigte, dass die Kinder Israel Einer den Anderen verdienstlich mache, da die Tora gegeben wurde, um von der Allgemeinheit Israels erfüllt zu werden: Jeder Einzelne tut nach bester Kraft, und so wird Einer durch den Anderen verdienstlich. Und vielleicht deutet der Vers 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst' (Lev. 19,18) gerade diesen Sachverhalt an, erklärt nach dem Aspekt, dass der Nächste wie du sei, denn von seiner Vervollkommnung profitierst auch du, und durch ihn erlangst auch du deine Vervollkommnung, und in diesem Falle ist er kein anderer, sondern du selbst, wie ein Teil von dir. Und nun können wir beruhigt sein [bezüglich der Frage], wie G~tt uns 613 Gebote gab, und es findet sich kein einziger Mensch, der zu allen verpflichtet wäre ... und wie sollte es demnach dem Einzelnen möglich sein, seine 248 Organe und 365 Glieder [=613] durch die Erfüllung der Gebote zu vervollkommnen, von denen jedes einzelne für ein bestimmtes Organ bzw. Glied zuständig ist, vielmehr steht fest, dass die Tora von der vereinigten Allgemeinheit erfüllt wird und Einer vom Anderen Verdienst erhält, und das ist es, was die Schrift hier sagt, 'die Kinder Israel hatten (es) gemacht, ganz so wie der Ewige geboten', schrieb sie das ganze Werk allen zu, obwohl die Einen freiwillige Gaben brachten und Andere die Arbeiten ausführten - das nannte sich 'die Allgemeinheit tat alles'".

Der Chafez Chajim erwähnte diesen Gedanken in seinem Torakommentar zum Abschnitt der Stammesfürsten. Zweimal spendeten die Stammesfürsten für den Mischkan, das erste Mal vor dem Bau, als sie nach allen Anderen ihre Spenden brachten, und das zweite Mal bei der Einweihung, da beeilten sie sich und brachten ihre Gaben vor allen Anderen. So schrieb er dort: "'Und die Fürsten (Nessi'im) brachten die Schohamsteine (Ex. 35,27)', und hier, wegen ihrer Trägheit, minderte die Tora den Buchstaben jud aus ihrem Namen (Nessim), und bei ihrer Spende im Wochenabschnitt Nasso (Num. 7.Kap.) berichtete die Tora ausführlich über die Bestandteile der Spende eines jeden einzelnen Fürsten und widmete jedem einen separaten Abschnitt, und das, obwohl jeder Fürst genau die gleiche Spende brachte, dennoch fasste sie die Spenden nicht summarisch zusammen. All das soll uns lehren, wie sehr eine Sache G~tt lieb ist, wenn die Menschen sie vereinigt mit der Gemeinschaft ausführen und keiner sich über seinen Bruder erhebt". Und nur in der Verbundenheit mit der Allgemeinheit lässt sich der Rang des Einzelnen vervollkommnen.



Frage und Antwort - SMS
 


Rav SchlomoAviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. Hier eine kleine Auswahl

Frage: Darf man an Schabbat eine Babywindel benutzen, die durch einen Farbwechsel den Eltern anzeigt, wenn sie nass ist?
Antwort: Ja. Das ist eine unabsichtliche Tat. Außerdem wird sie von einem Baby ausgeführt.

Frage: Darf ich zwei Rabbiner konsultieren, den einen zu bestimmten Themen, und den anderen zu anderen Themen?
Antwort: Ja. Im Talmud folgte Abaje immer den Entscheidungen Raws, außer in drei Dingen, zu denen er sich nach Schmu'el richtete.

Frage: Gilt eigentlich immer noch die Halacha, wonach eine Tochter nicht erbt?
Antwort: Ja. Natürlich dürfen die Söhne auf ihren Anteil verzichten, was sicher lobenswert ist, aber nichtsdestoweniger muss für den Lebensunterhalt der Töchter gesorgt werden, was manchmal den anteiligen Betrag an der Erbschaft übersteigen kann.

Frage: Hat es irgendeine besondere Bedeutung, wenn jemand am Jahrzeittag eines große Gerechten stirbt?
Antwort: Nein. In unserer Geschichte gab es Hunderttausende große Gerechte, und an jedem Tag starben viele von ihnen.

Frage: Gibt es eine Quelle für den Brauch, einen Teppich auszulegen, wo die Kohanim ihren Priestersegen sprechen?
Antwort: Nein.

Frage: Darf ich bei der Arbeit im Büro Schreibmaterialien, Papier, Klebestreifen usw. für Privatzwecke gebrauchen?
Antwort: Der Arbeitgeber sieht darüber hinweg, solange es sich um Geringfügigkeiten handelt.

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