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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJISCHLACH
Nr. 1098
17. Kislev  5777

Diese Woche in der Tora (Gen. 32,4 - 36,43):

Jakovs Heimkehr nach Kana'an, Kampf mit dem Engel, Geschenke an Eßaw, Jakov trifft Eßaw, Landkauf bei Sch'chem, Entführung Dinas durch Herrscher von Sch'chem, Scheinvertrag, Tötung der Verantwortlichen durch Levi und Schimon, Jakov>Israel, Beschränkung des Awraham und Jizchak gegebenen Versprechens des Landes Israel auf Jakov und seine Nachkommen, Tod Rachels bei der Geburt Benjamins.

Haftara: Owadja 1, 1-21



HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Nationalismus

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

Der Nationalismus Israels unterscheidet sich vom Nationalismus der Völker. - Im Nationalismus finden die Geschichte und die Lebensweise einer Sammlung von Menschen ihren Ausdruck. Wenn sich ein bestimmter Teil der Menschheit in staatlicher, gesellschaftlicher und kultureller Form ordnet, wenn Tausende und Abertausende von Menschen in gemeinsamer Neigung und Bestrebung für ihr gemeinschaftliches Bestehen sorgen - dann ist das Nationalismus. So verhält es sich bei der Mehrheit der Völker.

Demgegenüber entspringen unser Verlangen nach eigener Existenz und unser Bedürfnis nationaler Existenz spirituellen und göttlich-heiligen Inhalten des "ihr aber, die ihr an dem Ewigen, eurem G~tte hanget" (Dt. 4,4), "der du gütig bist und Gutes erweisest" (Segensspruch), "gütig ist der Ewige gegen alle" (Psalm 145,9). Auf dieser Basis haben wir ein Interesse, eine Bestrebung und ein Bedürfnis, unsere Existenz zu erweitern und zu stärken. Auch wir müssen leben und den Wert des Lebens und die gesellschaftliche und öffentliche Lebenskraft erweitern und stärken, doch all das wegen "ihr aber, die ihr an dem Ewigen, eurem G~tte hanget", wegen der Heiligung des göttlichen Namens - was nicht auf die anderen Völker zutrifft, die nicht auf diese Ebene gehören. Sie standen nicht am Berg Sinai, sie sind nicht "das Volk, das ich mir gebildet" (Jeschajahu 43,21), sie sind nicht die, "die ihr an dem Ewigen, eurem G~tte hanget". Ihr Interesse ist ein egoistisches, gesellschaftliches, privat-persönliches einer Anzahl von Menschen desselben Stammes oder mit den gleichen Zielen, das ihnen festlegt, wie sie im Leben in materieller und kultureller Hinsicht standhalten können. Das ist der entscheidende Unterschied: Handelt es sich beim Fundament um das Gute aus der Quelle "gütig ist der Ewige gegen alle", oder um privaten Egoismus. Und wenn das Fundament aus egoistischem Privatinteresse besteht, folgt automatisch, dass es auch die Basis des Bösen bildet - 'Ich, und nicht du', was wiederum zum Fundament für Kriege der Völker untereinander führt. Das ist nicht die Angelegenheit Israels.

Es gibt dazu einen Begriff (aus den Schriften Rabbiner A.J.Kuks, Orot Hatchija §12): "nationale Neigung" - eine seelische, gefühlsmäßige Neigung, ein nationaler Instinkt. Wenn er egoistisch ausgerichtet ist, kann man daran eine materialistische Seite finden, die zwangsläufig eine Seite des Bösen mit sich bringt. Hier trennen sich die Wege der nationalen Neigung Israels und die der nationalen Neigung der Völker. Die nationale Neigung bei Israel, das existenzielle Bedürfnis, Verlangen nach Existenz und Erweiterung der Existenz erfolgen auf der Basis unserer Anhänglichkeit an G~tt, auf der Basis des "der du gütig bist und Gutes erweisest", auf der Basis des "gütig ist der Ewige gegen alle". Die 'nationale Neigung' lässt sich, oberflächlich gesehen, vergleichen: Es gibt eine ähnliche nationale, staatliche und gesellschaftliche Seite bei Israel wie bei den Völkern. Es gibt aber auch die Seite des Andersseins. In den ersten Kapiteln des Buches Orot begegnen wir der Seite des Bösen in der Politik und der Regierung: eine Mischung aus Kriegen, politischen Machenschaften und schlechten Eigenschaften. All das ist sicher richtig, es gibt aber auch Raum für die Klärung des Unterschiedes zwischen der nationalen Neigung Israels und der nationalen Neigung der Völker. Auch bei uns kann es eine Vermischung der Dinge geben, doch das Fundament, unser Hauptlebenszweck und das Verlangen nach Erweiterung unserer Existenz beruht auf dem Aspekt des Göttlichen, dem Streben nach Heiligkeit.

Zum Gebet

Der uns nicht geschaffen wie die Völker der Länder
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

[Kommentar zum Gebet "Alenu leschabe'ach"]

"An uns ist es, den Herrn des Alls zu preisen", ihn immer zu preisen, Tag und Nacht zu preisen, ob er uns Alles gibt oder ob er uns gar nichts gibt. In Wahrheit gibt er uns so viel Segen, ob auf natürlichem oder auf übernatürlichem Wege, dass selbst wenn wir ihm Tag und Nacht danken wollten, wir der Sache nicht gerecht würden.

Wir müssen ihn preisen für die Luft, die wir atmen, für die Augen, mit denen wir sehen, für die Sonne und für den Mond, für die Blumen und für die Gärten, für den Körper und für die Seele.

Doch vor Allem ist es an uns, ihn zu preisen, "dass er uns nicht geschaffen wie die Völker der Länder, und uns nicht eine Stellung gegeben gleich den Familien der Erde, indem er unser Anteil nicht dem ihrigen gleich sein ließ und unser Los nicht dem ihrer ganzen Menge". Er ist der Herr über Alles, doch in diesem "Allem" nehmen wir einen besonderen Platz ein. Wir gehören zur Familie des Erdballs, doch innerhalb dieser Familie bilden wir eine besondere Familie, die Seele Awrahams, Jizchaks und Jakovs, Sara, Riwka, Rachel und Lea, eine besondere Familie, eine wundersame Familie, eine Familie wie keine andere. Eine Familie schon vor der Übergabe der Tora, die Familie des Volkes der besonderen Eigenheit, die in Ewigkeit geliebte Familie.

Das ist die größte Gnade auf der Welt. Wir können uns glücklich schätzen, wir zu sein. Ob wir uns dessen bewusst sind, oder ob wir uns dessen nicht bewusst sind.

Wir sehen Arten von Nichtjuden, G~tt möge sich ihrer erbarmen, wilde Menschen, Menschen von außen und Bestien von innen. Gelobt seist du, Ewiger, der uns nicht zu Nichtjuden gemacht hat.

Wir hassen sie nicht. Jeden Tag beten wir für sie, dreimal am Tag, jeden Tag: "...dass die Welt gegründet wird auf das Reich des Allmächtigen und alle Menschenkinder deinen Namen anrufen, dass sich dir zuwenden alle Frevler der Erde".

Wir hassen sie nicht. Am Ende unserer Gebete beten wir für sie, dass es ihnen allen vergönnt sei, Gerechte der Völker zu werden. "An diesem Tage wird der Ewige einzig und seine Name einzig sein". Doch in der Zwischenzeit sind wir das.

"Geliebt ist der Mensch, denn er ist im Ebenbild (seines Schöpfers) erschaffen"; darüber: "geliebt ist Israel, denn sie werden Kinder des Allgegenwärtigen genannt" (Mischna "Sprüche der Väter", 3.Kap.), und in der Zukunft werden alle Menschen geliebt und fromm sein, im Frieden der Welten.

Wir sind die Familie Awrahams des Hebräers (iwri), die ganze Welt auf der einen Seite (ewer), und er auf der anderen Seite, und gleichzeitig segnete ihn G~tt: "und es werden durch dich alle Familien des Erdbodens gesegnet werden" (Gen. 12,3). "Dass sich dir zuwenden alle Frevler der Erde". So wird es geschehen. Nicht heute und nicht morgen, und wahrscheinlich auch nicht übermorgen, aber es wird geschehen, und wir warten mit Geduld.

Wir sind Schüler des Jehoschua ben Nun, der das Land eroberte und es besiedelte - und genau er war es, der das Gebet Alenu leschabe'ach verfasste, das wir durch alle Zeitalter beteten, über die Völker, die unser Blut vergossen, und es auch heute noch vergießen.

Und wir - wie gut unser Anteil und angenehm unser Schicksal. Glücklich wir, die wir wir sind.


Der Stand der Dinge...

Stellen Sie sich das vor...

Dr. Michael Abulafia
Kinder- und Jugendpsychiater, gefragter Dozent an Machon Meir, Rosch Jehudi und vielen anderen jüdischen Bildungsinstitutionen

DrMichaelAbulafia

Einer der schwersten und tiefsten Mängel, die die westliche Kultur in unsere Welt einbrachte, ist eine Verarmung der Vorstellungskraft. Die vielen technischen Geräte, die unsere Wohnungen anfüllen, beschäftigen sich hauptsächlich damit, uns mit von draußen kommenden Fantasievorstellungen anzufüllen, anstatt die Kinder zu lehren, ihre Vorstellungswelt von innen heraus anzufüllen, aus sich selbst. Wenn der Mensch dann erwachsen wird, mangelt es ihm an einer Welt der guten Absichten, einer Welt von origineller Kreativität, bis das ganze Leben aussieht wie von irgendwo abkopiert, ohne ein Gefühl von Besonderheit.

Der Mensch zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, sich etwas vorstellen zu können. Zum Beispiel wenn ich einem Menschen begegne, den ich nicht kenne, werde ich ihn so weit wie möglich von innen betrachten und weniger einer irregeleiteten Beurteilung nach dem Äußerlichen verfallen. Ich beschäftige mich weniger damit, was er über mich denkt, und konzentriere mich mehr auf das Erlebnis dieser Begegnung. Das Vorstellungsvermögen ermöglicht uns mehr das Leben zu leben, als sich darüber von außen Gedanken zu machen.

Der Mensch muss sich fragen: Wie viel lebe ich eigentlich jedes Jahr, jeden Tag, jeden Augenblick? Wie sehr bin ich mit meinem Körper verbunden, mit der Luft, die mir über das Gesicht streicht, mit meinen Mitmenschen usw. Die Verbindung wird immer schwächer, je mehr sich der Mensch falschen Fantasien hingibt, fremden Einflüssen, Posen, die nichts mit seiner inneren Welt zu tun haben. Es gibt zum Beispiel Menschen, die an innerer Unruhe leiden und nur vor dem laufenden Fernseher einschlafen können. Oder ob der Mensch Erfolg hat, oder keinen Erfolg hat, in einer guten Ehe zu leben - alles hängt von seiner Bereitschaft ab, sich seinen Ehepartner von innen in innerlicher und positiver Weise vorstellen zu können. Die Langeweile, die Entfremdung voneinander, ein geringes Selbstwertgefühl, die Schwierigkeit, mit traumatischen Erlebnissen fertig werden zu können, sind nur ein Teil des schmerzlichen Resultats ärmlicher Vorstellungskraft.

Die nötige Arbeit zur Bereicherung der Vorstellungskraft ist denkbar einfach: "Weiche vom Bösen" (Psalm 34,15), d.h. vermeide, soweit wie irgend möglich, alles Schädliche, "und tue Gutes" (ebda.), übe dich in bekannten Übungen von Entspannung und geleiteter Fantasie zum Zweck der Entwicklung der Vorstellungskraft.


Frage und Antwort - SMS
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. Hier eine kleine Auswahl


Frage: Darf man während des stillen Schmone-Esre Gebets "Tal uMatar" oder "Ja'aleh wejawo" laut sagen, um andere daran zu erinnern?
Antwort:
Man muss das Schmone-Esre Gebet in heiliger Ehrfurcht beten, als ob man vor einem König stünde. Es ist darum verboten, obwohl einige halachische Autoritäten dabei erleichtern.

Frage: Wenn man am Schabbatmorgen nicht die Tora gelesen hat, kann man es dann im Minchagebet nachholen?
Antwort: Ja.

Frage: Sagen Frauen den Segensspruch vor oder nach dem Anzünden der Schabbatkerzen?
Antwort: Aschkenasische Frauen - nachher, einige sefardische Frauen vorher, einige nachher. Jede Familie sollte dem Brauch ihrer Vorfahren folgen.

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