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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TEZAWE
Nr. 1110
13. Adar  5777

Diese Woche in der Tora (Ex. 27,20 - 30,10):

Die Priester - Aharon und seine Söhne; Priesterkleidung und -ausstattung; besondere Opfer und Amtseinführung; das tägliche Opfer; Opferdienst nur im Heiligtum und nur durch Priester; der Räucheraltar und der Dienst des Räucherwerkes im Heiligtum.

Haftara: Schmu'el I, 15, 2 - 34


Donnerstag: Fasten Esther

Schabbat Sachor

Sonntag (+Montag) : Purim

 
 


HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Vernachlässigung von Grundsätzen

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

Nur sehr Wenige entwickeln ihre verstandesmäßigen Begabungen - den Verstand der Himmelsfurcht, den Verstand vom Dienst an G~tt, den Verstand der Klärung der Wege der Moral - aus der Quelle der Tora. Das ist eine große Wissenschaft, eine große Wissenschaftlichkeit, die Wissenschaft vom Heiligen - und diese wird vernachlässigt, seit frühen Zeiten bis auf den heutigen Tag. Religiöse Juden, die mit der Tora und dem Glauben verbunden sind - vernachlässigen sie. Sind diese Lehren denn unwichtig?! Sind sie bloß eine Zeitverschwendung?! Leeres Gerede?!

"Nicht als ob diese Begriffe ihnen nicht als grundsätzlich erschienen" (aus der "Vorrede" des Buches Messilat Jescharim, "Der Weg der Frommen", Rabbiner Moscheh Chajim Luzatto). Sie sind sogar sehr grundsätzlich! Die Wurzeln von Tora und Glauben! Vielmehr sagen die Leute: Braucht man denn über solch grundsätzliche Dinge überhaupt zu reden? Wer weiß denn nicht, dass man Himmelsfurcht haben muss? Was ist denn daran so kompliziert? Muss man denn jemanden an "du sollst den Ewigen, deinen G~tt lieben" (Dt. 6,5; Schma-Gebet) erinnern, oder an "den Ewigen, deinen G~tt, sollst du fürchten" (Dt. 6,13)? Wer weiß das denn nicht? Muss man denn jemandem erklären, dass man über Wasser den Segensspruch "schehakol nihje bidwaro" sagt? Was ist daran neu? Muss man denn Anleitungen zu den Charaktereigenschaften und den zwischenmenschlichen Beziehungen lernen?! "Wenn du nur fragst, er wird dir zur Antwort geben: Das ist das Allerwichtigste!" (Messilat Jescharim, ebda.). Wenn du Toraschüler, Toragelehrte fragst, aus unserer inneren Welt, wird ein jeder sagen: Aber sicher! Was für eine Frage! Das ist grundsätzlich und wichtig! Das ist das große Prinzip! Sicher, "Anfang der Weisheit ist die Furcht vor dem Ewigen" (Psalm 111,10)! Aber was gibt es da Besonderes zu lernen?!

Das gleiche gilt für die Klärung des Begriffes der jüdischen Nächstenliebe (Ahawat Israel), auch sie ein allgemein gefasstes Gebot. Es gibt Jeschiwot, wo man eine gewisse Anleitung in diesen Dingen bekommt. Gelegentlich kommen Schüler aus anderen Jeschiwot und sagen: "Aber sicher, natürlich ist Ahawat Israel nötig. Nicht nur in der Jeschiwa 'Merkas HaRaw' [deren Leiter Rabbiner Kuk war] gibt es Ahawat Israel. Die gibt es auch bei uns!". Gut und schön. Nur ein kleiner Haken - sie fügen nämlich hinzu: "Soundso und Soundso haben keinen Anteil an der jüdischen Allgemeinheit; das sind Ungläubige, Leute, die öffentlich den Schabbat entweihen. Nur jemandem innerhalb der jüdischen Allgemeinheit gilt Ahawat Israel"...

Ebenso steht es beim Verhältnis zu Toragelehrten, Rabbinern. "Den Ewigen, deinen G~tt, sollst du fürchten" (Dt. 6,13). Die talmudischen Weisen lehrten: "['den'] schließt die Toragelehrten ein" (Pessachim 22b). Die Würde der Tora, der Respekt vor den Toragelehrten ist ein Hauptprinzip der Tora. Jemand, der sich verächtlich über Toragelehrte äußert, wird in Acht und Bann getan. Sagen jene: "Sicher, sicher, vollkommen klar. Nur dieser Soundso ist ja überhaupt kein Toragelehrter". Manche gehen sogar soweit, ihm sein Judentum abzusprechen.

Die ganze Vorrede der Messilat Jescharim ist eine einzige bittere Klage über diesen Zustand. Er wird dort mit scharfen Ausdrücken beschrieben und als Ergebnis dessen dargestellt, dass weder Himmelsfurcht noch Ahawat Israel ernsthaft gelernt werden. Es werden keine ethischen Werte aus der Quelle der Tora erforscht.

Alles aus der Quelle der Tora! Aus der Reichhaltigkeit der Tora, aus den Quellen der Errettung, aus der sprudelnden Quelle - müssen die Wege der Gesetze der Ethik für den Einzelnen und für die Öffentlichkeit geklärt werden. Man muss sie lernen und zum Gesprächsthema machen. "Ein Unwissender ist nicht fromm" (Mischna "Sprüche der Väter", 2.Kap.). Wenn man nicht lernt, entwickeln sich alle möglichen Missstände. Sie wollen ihren Verstand mit weltlicher Wissenschaft und heiliger Wissenschaft beschäftigen, als Gelehrte erscheinen - und vernachlässigen die wichtigsten Prinzipien. Seitdem sind diese Prinzipien verkrümmt, verfälscht und verworren. Diese Tatsache beklagt die Vorrede im Buch Messilat Jescharim [das dazu verfasst wurde, diesen Zustand zu verbessern]. (aus Gespräche Rabbiner Zwi Jehuda Kuk zu Messilat Jescharim).


[Die deutsche Übersetzung des Buches "Der Weg der Frommen" kann in verschiedenen Formaten kostenlos vom Internet heruntergeladen werden. Eine kurze Suche nach dem Titel führt zu den entsprechenden Webseiten.]





Frage und Antwort

Warum gibt es Terror?
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

[Interview]

Frage: Gibt es für den Terror eine logische Erklärung? Wie ist es möglich, dass sich die Araber so schändlich verhalten? Auch sie wurden doch "im Ebenbild G~ttes" geschaffen?

Antwort: Gute Frage! Natürlich verfügen sie über eine göttliche Seele, aber auch über eine tierische Seele - und der Mensch entscheidet in freier Wahl, welchen Weg er geht, wie zu Beginn des Buches Tanja erklärt [eines der Hauptglaubenswerke des Lubawitsch-Chassidismus].

F: Also hatte Freud recht, dass im Unterbewusstsein des Menschen, im "Id" (Es), angeborene tierische Triebe existieren?

A: Nein, denn er ordnete dem Unterbewusstsein nur diese zu, aber nicht die göttliche Seele. Daneben stellt die Seele (Nefesch) nur die unterste spirituelle Lebensstufe des Menschen dar, darüber gibt es noch Ruach, Neschama, Chaja und Jechida. Nach Freud gehören die Grundwerte, die Ideale und die Ethik nicht zum Unterbewusstsein des Menschen, sondern zur Ebene des Bewussten, zum 'Über-Ich' dem Super-Ego, als Ergebnis der Erziehung und gesellschaftlicher Einflüsse.

F: Aber Freud selbst ordnete dem "Id" die Genusssucht zu, und was hat das mit der Mordlust der Terroristen zu tun?

A: Allerdings waren dies seine Worte am Anfang, später aber, nach den furchtbaren Schrecken des Ersten Weltkriegs, berichtigte er sich. Das geriet allerdings wegen der noch größeren Schrecken des Zweiten Weltkriegs in Vergessenheit. Demnach gibt es also neben dem Geschlechtstrieb, Eros, auch den Todestrieb, die Angriffslust, Thanatos. Lehawdil, Rabbiner A.J.Kuk schrieb in seinem Kommentar zum Gebetbuch, Olat Ra'aja, über den Geschlechtstrieb, als dessen Gegengewicht die Beinkleider der Priester gelten, und die Mordlust, gegen die das Hauptgewand der Priester gerichtet ist.

F: Bei den Arabern gibt es Mordlust?

A: Sicher. Sehen Sie nur, was in Syrien passiert. Dort wurden bisher über eine halbe Million Araber von anderen Arabern ermordet. Und das ist nicht das erste Mal. So ging es in ihrer ganzen Geschichte. Was sie im Land Israel mit ihrem Terror und allen ihren Kriegen seit dem Beginn der Rückkehr nach Zion "nur" 22.000 Juden ermordeten, zeugt nicht davon, dass sie uns besonders lieb haben, sondern weil wir durch die Gnade G~ttes über Armee, Polizei und diverse Geheimdienste verfügen.

F: Sind denn alle Araber Mörder?

A: Natürlich nicht. Man kann aber nicht von vornherein wissen, wer ja und wer nicht. Einmal erzählte mir ein Offizier, der eine Militäroperation in einem arabischen Dorf im Libanon geleitet hatte, wie schlecht sich seine Soldaten fühlten, dass sie gegen die Bevölkerung vorgehen mussten. Da nahm er sie mit zur örtlichen Polizeistation und bat einen der Soldaten, der Arabisch verstand, aus dem Protokollbuch vorzulesen und zu übersetzen. Einige Stunden lang schilderte er, was es dort an Mord, Vergewaltigung, Missbrauch, Grausamkeit und dergleichen mehr gab. Da waren die Soldaten schon etwas beruhigt...

F: Und im Volk Israel gibt es keine Mordlust?

A: Gab es. Der Erste Tempel wurde u.a. auch wegen Blutvergießens zerstört. Auch während des Zweiten Tempels gab es Blutvergießen, doch eher ideologisch motiviert, wie der Neziw in der Einleitung seines Torakommentars Ha'emek Dawar schrieb, ebenso in seinen Responsen Meschiw Dawar I,44. G~ttseidank ist durch die Läuterung im fast zweitausendjährigen Exil die Mordlust vollkommen ausgerottet worden, außer natürlich einigen Extremfällen, die die Ausnahmen darstellen, die die Regel bestätigen.

F: Ich verstehe, warum es den Geschlechtstrieb und die Genusssucht im Allgemeinen gibt. Aber was hat ein Mensch vom Trieb der Angriffslust?

A: Das hängt mit dem 'Tier im Menschen' zusammen. Das ist nichts Neues; schon als es nur zwei Menschen auf dem ganzen Erdenrund gab, tötete der eine den anderen. Rabbiner Kuk erklärte (Orot S.32), dass aus diesem Grund G~tt nicht das Opfer Kains annahm. Als er danach den Mord beging, war das ein Zeichen, dass bei ihm schon vorher eine Neigung zum Mord existierte, und daher hatte seine Opfergabe an G~tt keinen Wert. G~tt sagte ihm, wenn er bußfertige Umkehr täte, werde es gut. Und wenn nicht, dann nicht. Er tat aber keine bußfertige Umkehr.

F: Gibt es also eine Hoffnung?

A: Aber sicher. Am Ende wird das ganze Menschengeschlecht bußfertige Umkehr tun, denn die Erde wird voll der Erkenntnis des Ewigen sein, wie das Wasser die Meerestiefe bedeckt (nach Jeschajahu 11,9).



Frage und Antwort - SMS
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. Hier eine kleine Auswahl

Frage: Ich möchte mir einen Bart stehen lassen, aber meine Mutter ist dagegen. Was soll ich tun?
Antwort: Sie sollten ihn wachsen lassen und sie damit besänftigen, indem Sie ihr sagen, sie wollten eine Frau heiraten, die einen Mann mit Bart möchte.

Frage: Rabbi Akiwa sagte, wenn man eine schönere Frau findet als seine eigene, darf man sich scheiden lassen. Ich finde das schwer zu verstehen.
Antwort: Wenn jemand eine schönere Frau als seine eigene findet, ist das ein Zeichen, dass seine Ehe in einem schlechten Zustand ist.

Frage: Was sollten wir tun, wenn die europäischen Staaten israelische Produkte boykottieren?
Antwort: Wollen wir mal sehen, wie sie ohne unsere Erfindungen auf dem Gebiet der Mobiltelefone, Computer und medizinischen Geräte auskommen.

Frage: Warum beriet sich unser Stammvater Jakov mit seinen Frauen Rachel und Lea, ob sie nach Israel zurückkehren sollten, wo ihm G~tt dies doch ausdrücklich geboten hatte?
Antwort: Man sollte seiner Frau keine Befehle erteilen, sondern sie respektvoll in Entscheidungen einbeziehen (siehe Schla"h-Kommentar zur Stelle).

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