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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHAJE SARA
Nr. 1095
25. Marcheschwan  5777

Diese Woche in der Tora (Gen. 18,1-22,24):

Besuch der 3 Engel bei Awraham, Ankündigung Saras Sohn, Verhandlung mit G~tt über Sdom, Engel bei Lot, Vernichtung von Sdom und Amora, Lot und seine Töchter, Awraham und Sara bei Awimelech, Geburt Jizchaks, Vertreibung Hagars und Jischma'els, Bündnis mit Awimelech, Opferung Jizchaks/Widder, göttliches Versprechen zahlreicher Nachkommenschaft und Segen für alle Völker der Erde.

Haftara: Könige II, 4, 1-37


Am Schabbes-Tisch...


Die Machpelahöhle und Gog und Magog 

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Warum bestand unser Vorvater Awraham so hartnäckig darauf, die Machpelahöhle zu kaufen, und war nicht bereit, sie als Geschenk anzunehmen, wie Efron angeboten hatte? Weil der Empfänger eines Geschenks immer zu einer Art Gefangener wird, ein "Dankverpflichteter", und damit empfänglich für die Vorschriften des Schenkenden, wie z.B. bei den Amerikanern, die großzügige Hilfe austeilen, um sich dann in die Regierungspolitik des Empfängerlandes einzumischen. Auch kann es sich der Geschenkemacher plötzlich anders überlegen, von wegen "zu diesem Zweck war das Geschenk aber nicht gedacht!". Ein Mensch wie Awraham, von dem es heißt: "Ein Fürst G~ttes bist du unter uns" (Gen. 23,6), sollte seinen Status als 'höchster Einflussnehmer' bewahren und nicht zu einem 'bedürftigen Empfänger' werden. So bestand unser Stammvater darauf, die Höhle müsse durch rechtsgültigen Kauf vor den Augen vieler Zeugen in sein Eigentum übergehen und zahlte sogar eine außergewöhnlich hohe Summe dafür, damit die Völker der Erde nicht eines Tages daher kämen, den Kauf anzufechten (wie im Midrasch Bereschit raba 79,7 geschildert): "Drei Orte können die Völker der Welt Israel nicht in Abrede stellen mit der Behauptung, sie seien von ihnen geraubt, und zwar die Machpelahöhle, der Tempel und Josefs Grab. Die Machpelahöhle, wie geschrieben steht: 'Da hörte Awraham auf Efron und es wog Awraham dem Efron das Silber zu, welches er vor den Ohren der Söhne Chets ausgesprochen hatte: vierhundert Schekel Silbers, gangbar beim Kaufmann' (Gen. 23,16). Der Tempel, wie geschrieben steht: 'Und David gab dem Arnan für den Platz sechshundert Schekel Goldes an Gewicht' (Chronik I, 21,25), und das Grab Josefs, wie geschrieben steht: 'Den Teil des Feldes, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, kaufte er von den Söhnen Chamors, des Vaters Schechems, um hundert Keßita' (Gen. 33, 19)".

Und wie sieht es dort heute aus? Auf dem Tempelplatz steht eine Moschee, das Grab Josefs wurde niedergebrannt, und - welche Überraschung - veröffentlichte vor einiger Zeit die Organisation für Erziehung und Kultur der Vereinten Nationen, UNESCO, eine Entscheidung, wonach Israel aufgefordert wird, die Höhle Machpela und das Grab unserer Stammmutter Rachel von der Liste der Orte unseres nationalen Erbes zu streichen, weil diese den Palästinensern heilig seien! Haben die Vereinten Nationen etwa nicht den Wochenabschnitt 'Chaje Sara' gelernt, ihre Bibliotheken sind doch voll von Bibeln! Vielleicht sind sie zwar voll, aber die Leute glauben nicht mehr an die Bibel? Und an den Koran glauben sie wohl? Selbst wenn wir unseren Verstand verbiegen und sagen, dass ja, so besteht doch die Verbindung der Araber zur Machpelahöhle vor allem durch die Persönlichkeit von Awraham, der dort begraben liegt. Also das geben sie zu, aber die Verbindung des Volkes Israel zu den Stammvätern nicht? Es entspräche doch nur den einfachsten Grundsätzen von Anständigkeit, wenn die Christen und Moslems etwas Dankbarkeit gegenüber dem Volk Israel für den spirituellen Schatz zeigten, den sie von ihm aufgesogen haben, basieren doch alle ihre Bücher auf der Offenbarung G~ttes uns gegenüber! Auch wenn sie dann ihre eigenen, 'menschlich-kreativen' Wege gingen - woher plötzlich diese ganze Verfälschung? Und die Erklärung der UNESCO ist nur ein Tropfen in einem Meer von Verrat, Boykotts, diplomatischer, medialer und juristischer Kriegführung aus allen Richtungen und von vielen Nationen im Verhältnis zu Israel.

Diese Spinnengewebe scheinen manchmal, als ob sie sich immer enger um uns legten und wir uns deswegen Sorgen machen müssten, doch einen Zentralpunkt haben unsere Feinde bei allen ihren Betrügereien und diversen Listigkeiten nicht bedacht - den Herrn der Welt.

Denn diese absurde Konstellation sahen die Propheten bereits voraus, und die talmudischen Weisen führten sie weiter: "Der Abschnitt von Awschalom [Psalm 3] steht deshalb neben dem Abschnitt von Gog und Magog [Psalm 2], damit, wenn jemand dir vorhält, ob es denn einen Sklaven gäbe, der sich gegen seinen Herrn auflehnt, du ihm entgegnest, ob es denn einen Sohn gäbe, der sich gegen seinen Vater auflehnt" (Brachot 10a).

Erklärte Rabbiner A.J.Kuk, das Wesen des 'Krieges von Gog und Magog' bestehe im Erwachen vieler Völker, sich gegen das Licht Israels und dessen Ideen aufzulehnen, gegen das Wissen um G~tt, das durch Israel gesät wurde und damit die ganze Welt erleuchtete. Im Gegensatz zur Erlösung 'nach dem natürlichen Gang der Dinge' ist diesmal zur Errettung Israels ein offensichtlicher Eingriff der Hand G~ttes nötig, wie es heißt: "Und ich erweise mich groß und heilig, und tue mich kund vor den Augen vieler Völker, und sie erkennen, dass ich der Ewige bin" (Jecheskel 38,23). Was ist der Grund für diese unterschiedliche Behandlung? Viele Völker, die wegen ihrer Religion, die die Tora Israels verleugnet, auf Irrwegen gehen, die ihnen kein Licht spendet, behaupten allerdings, im Namen G~ttes zu sprechen, praktisch aber kämpfen sie gegen G~tt. Daraus ergibt sich, dass ihre Kraft des Glaubens wegen der Verfälschungen die Finsternis noch vertieft. Solange sie die Heiligkeit der Ewiglichkeit der besonderen Eigenschaft Israels nicht anerkennen, die die spirituelle Erhebung der Welt durch den Dienst Israels ermöglicht, bleibt die Kraft ihres Glaubens schwach und droht zusammenzubrechen, bis sie wirklich zusammenbricht. Darum muss die Vervollkommnung der Menschheit zwangsläufig durch den offenen Eingriff der Hand G~ttes und dessen Erwählung Israels erfolgen, so wie zu Beginn G~ttes Erscheinung - durch offene Wunder und die Offenbarung der göttlichen Präsenz. Dazu heißt es: "Der Ewige hat zu mir gesprochen: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt" (Psalm 2,7; Ejn Aja, Brachot I).

Psalm 2: "Warum lärmen die Völker und sinnen die Nationen Eitles? Aufstellen sich die Könige der Erde, und Fürsten beraten sich einmütig wider den Ewigen und wider seinen Gesalbten: 'Zerreißen wir ihre Bande, und werfen von uns ihre Seile!'. Der in dem Himmel thronet, lachet, der Herr spottet ihrer. Denn redet er zu ihnen in seinem Grimme, und in seiner Zornglut schreckt er sie ... Verkünden will ich von dem Beschlusse: der Ewige hat zu mir gesprochen: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt. Verlange von mir, und ich gebe Völker dir zum Eigentume, und dir zum Besitze die Enden der Erde ... Demnach, Könige, besinnet euch, lasset euch warnen, Richter der Erde. Dienet dem Ewigen in Furcht, und frohlocket mit Zittern...".

Füllen wir uns mit Glauben und Vertrauen in G~tt, sein Volk zu retten, betrachten wir die Abläufe der Erlösung mit geschärftem Blick, und handeln mit einem Herz voller Mut, zielstrebig und selbstbewusst, gemäß der Weisung der Tora, in Einigkeit und gegenseitiger Verantwortlichkeit.



Zur Haftara

Und König David war alt...

Rav Joaw Uri'el
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Yoav Uriel

Wir finden im Tanach (=Tora, Propheten, Schriften) zwei Stammbäume, die von der Hand G~ttes gegründet wurden und mit denen er den Bund ewigen Bestandes schloss - der Stammbaum des Volkes Israel, und der Stammbaum des Hauses David (siehe Jirmijahu 33,25-26).

Sowohl in unserem Wochenabschnitt als auch in der Haftara wird der Übergang vom Vater, dem Gründer der Familie, zu seinem ersten Nachfolger - die zweite Generation - geschildert. In der Parscha schickt Awraham den Elieser, das Haus Jizchaks zu gründen, und in der Haftara schickt David seine Leute, Schlomo zu seinem Nachfolger zu küren und ihn auch gleich zu krönen, um Adonijahu auszuschalten, der sich bereits als neuer König proklamiert.

Der Übergang von der Generation der Gründungsväter zum ersten Stammhalter ist von entscheidender Bedeutung und gilt als wesentlicher Prüfstein für die Beständigkeit der neuen Linie. Es liegt nahe, dass beim ersten Bannerträger - wie z.B. Awraham bei der Gründung des israelitischen Ideals, und David bei der Gründung des ewigen Königtums Israels - der erste Brennpunkt seines Lebenswerkes in der Verdeutlichung und Offenlegung dieses neuen Ideals gegenüber den Alternativen bestehe, die vorher in der Welt existierten, und in der Auseinandersetzung mit ihnen. Aus diesem Grund konzentriert sich Awraham unter Bekämpfung des Götzendienstes auf die Offenbarung G~ttes Namens in der Welt, und bei David finden wir viele Kapitel, die seinen Weg zum Thron schildern, in langer und mühsamer Auseinandersetzung mit dem Königtum Scha'uls.

Nach alledem gelangt die zweite Generation ans Ruder, und damit stellt sich die Frage, worin die Beständigkeit und die Dauerhaftigkeit der neuen göttlichen Bewegung zum Ausdruck kommt, die gerade in der Welt gegründet wurde. Die zweite Generation wurde in eine Realität hineingeboren, wo die Vorstellung von Israel bzw. das Königtum der davidischen Linie bereits als felsenfeste Tatsachen existieren, und es besteht nicht die geringste Notwendigkeit, ihnen einen Platz in der Welt aus dem Nichts zu schaffen. Darum zeigt sich erst jetzt der Wert des neu geschaffenen Ideals, worin sein Wesen und seine Dauerhaftigkeit bestehen, da es nun auf eigenen Füßen stehen muss.

Nicht von ungefähr finden wir sowohl bei Awraham als auch bei David einen Konkurrenten um die Krone, außer demjenigen, der sich am Ende als Nachfolger entpuppt - im ersten Fall Jischmael, im zweiten Fall Adonijahu. In beiden Fällen zeigt sich, dass der Konkurrent in bestimmter Hinsicht eher als der natürliche Nachfolger des Gründungsvaters geeignet erscheint: Beide, sowohl Jischmael als auch Adonijahu, sind Erstgeborene, und ihre Zugehörigkeit zum jeweiligen Familienideal erfuhr eine gewisse Unterstützung, wenigstens stillschweigende, seitens Awrahams bzw. Davids.

In beiden Fällen bestimmte G~tt, dass der andere Sohn, der sich nicht um die Thronfolge bemüht hatte, der exklusive Bannerträger der Linie werden soll. Diese Wahl wurde zweimal bekannt gemacht: Einmal durch die Vorbestimmung - vor der Geburt von Jizchak (Gen. 17,19) und von Schlomo (Chronik I, 28,5), und dann bei der Konfrontation mit dem Erstgeborenen, der nach der Krone greift (Gen. 21,12, und in unserer Haftara).

Daraus lässt sich eine wichtige und zentrale Lehre ziehen: Wenn G~tt einen neuen Stammbaum von Heiligkeit beginnen will, geht es ihm nicht um die Gründung eines Ideals und einer Erbfolge, die nach deren Einsetzung zu einem natürlichen Faktor in der Realität werden, mit automatischer und selbstverständlicher Nachfolge. Nicht so! G~ttes Wahl und sein Willen bilden den Dreh- und Angelpunkt dieses neuen Stammbaums. Darum findet beim Übergang zur zweiten Generation, die wie gesagt das Wesen dieser Linie verkörpert, eine Abklärung der Wahl G~ttes statt. Diese Abklärung steht im Gegensatz zu den Regeln menschlicher Denkweise, und sie macht G~ttes Willen zum zentralen Riegel, der die ganze Generationenkette zusammenhält.