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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHUKKAT
Nr. 1125
7. Tammus  5777

Diese Woche in der Tora (Num. 19,1-22,1):

Wasser mit Asche der roten Kuh zur Beseitigung von Leichenunreinheit im Tempel; Mirjam stirbt, Brunnen versiegt, Volk murrt; Moscheh eröffnet neue Quelle, aber nicht genau wie von G~tt befohlen; Edom verweigert Durchreise; Aharon stirbt nach Übertragung der Hohepriesterschaft auf seinen Sohn Elasar; Kana'aniter greifen an und werden geschlagen; Volk will kein Manna mehr, Strafung durch Giftschlangen; kupferne Schlange; Volk singt Loblied; Eroberung von Moaw und Baschan (Transjordanien und Golan).

Haftara: Richter 11, 1 - 33


 

Am Schabbes-Tisch...


Die Kupferschlange

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

In der Mischna (Rosch Haschana 3.Kap) heißt es: "Da sprach G~tt zu Moscheh: Mache dir eine Brandschlange und befestige sie an einer Stange; wenn jemand gebissen wird, so schaue er zu ihr hinauf, und er wird am Leben bleiben (Num. 21,8); konnte denn die Schlange töten oder am Leben erhalten? Vielmehr, wenn Israel nach oben schaut und sie ihr Herz ihrem Vater im Himmel unterwerfen, so genesen sie, wenn aber nicht, so siechen sie dahin". Warum wurden die Israeliten mit Schlangen geschlagen, und warum wurde ausgerechnet die Schlange zu ihrem Heilmittel?

Erklärt der Malbim-Kommentar, dass die Angelegenheit, die sich beim Ersten Menschen in drei Körpern offenbarte - Mensch/Frau/Schlange - bis heute bei allen seinen Nachkommen zu finden ist, nur dass sich diese drei Aspekte in einem Körper vereinigen, und zwar in jedem Einzelnen von uns. Die Seele aus den höheren Sphären offenbart sich im Verstand, in der Einsicht und dergleichen, sie stellt den Aspekt des Menschen. Der Aspekt der Frau findet sich im Körper, der die Seele aufnimmt. Die Schlange stellt den Aspekt des bösen Triebes, der sein Gift in den Körper spritzt und zur Begierde, zu überflüssigen Dingen und allerlei Sünde verführt.

Wenn ein Mensch sich lange Zeit seinen Trieben hingibt, wird er zur 'Schlange', "und die Schlage - Staub ist ihre Speise" (Jeschajahu 65,25), weil sich seine Seele von grobem, niederem Materialismus ernährt, anstatt mit lauterer Seelennahrung gespeist zu werden, nämlich der Tora, dem "Himmelsbrot". In diesem Zusammenhang sagten die talmudischen Weisen: "Das Rückgrat des Menschen wird nach sieben Jahren eine Schlange; dies jedoch nur dann, wenn er sich beim [Segensspruch] 'Wir danken' nicht zu verbeugen pflegte" (Baba kama 16a).

Ein Mensch, den sein Trieb beißt, dem die innere Schlange zur Natur wurde, die in der Zahl sieben angedeutet ist, geht für Seele und Körper sowohl dieser als auch der kommenden Welt verlustig. Wenn er sich aber 'beim Dankessegen beugt', d.h. reumütig zu G~tt umkehrt, seine Sünden offenlegt und G~tt für alle seine Wohltaten dankt, wird er wieder auf den ihm würdigen Rang des Menschen zurückkehren.

Die Ordnung der göttlichen Vorsehung bestimmt, dass so, wie der Mensch seine 'kleine Welt' leitet, d.h. in dem Maße, wie sein Körper auf den Rat seiner Seele hört, entsprechend sich die göttliche Führung in der 'großen Welt' rührt, sowohl zum Guten wie zum Bösen. "Sie zogen vom Berge Hor dem roten Meere zu, das Land Edom zu umgehen, da ward das Volk ungeduldig auf dem Wege" (Num. 21,4), Raschi: "wie wenn über einen Menschen eine Mühe kommt und sein Sinn nicht stark genug ist, jene Sache zu ertragen, und kein Raum in seinem Herzen ist, dass jener Schmerz darin wohne".

"Da sprach das Volk wider G~tt und wider Moscheh: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt, in der Wüste zu sterben? Denn wir haben kein Brot und kein Wasser, und unser Sinn hat schon Überdruss an der gehaltlosen Nahrung" (V.5). Wenn das Volk Israel in üble Nachrede verfällt, wird das innere seelische Wesen von der Schlange beherrscht, und das Resultat, parallel dazu in der äußeren Welt: "Da ließ G~tt wider das Volk die Giftschlangen los" (V.6), Maß für Maß. "Ferner sagte Resch Lakisch: Es heißt: wenn die Schlange beißt ohne Geflüster, auch der Zungenfertige hat keinen Vorteil (Kohelet 10,11). Dereinst werden sich alle Tiere versammeln, zur Schlange kommen und zu ihr sprechen: Der Löwe packt zu und frisst, der Wolf zerfleischt und frisst, welchen Nutzen aber hast du?! Sie aber wird erwidern: Welchen Vorteil hat der Zungenfertige?!" (Archin 15b).

Als sich aber 'das Volk beim Danksegen verbeugte', "da kam das Volk zu Moscheh und sie sagten: Wir haben gesündigt, indem wir gegen G~tt und dich gesprochen. Bete zu G~tt, dass er die Schlangen von uns abwende" (V.7), und sie flehten, dass G~tt die Schlange aus ihrem Inneren entfernen möge, deren Gift ihren Glauben verseuchte, und erst dann wurde Moscheh der Weg der Heilung gewiesen, nämlich durch den Blick auf die Kupferschlange.

"Da sprach G~tt zu Moscheh: Mache dir eine Brandschlange" (V.8). Unser Lehrmeister Moscheh beherrschte so vollkommen seine körperlichen Kräfte, bis dass sie alle G~tt geheiligt waren und sich vom Irdischen ins Spirituelle erhoben. Und so wurde seine 'Schlange', die Kraft des bösen Triebes, zum Stab G~ttes in seiner Hand, ganz und gar heilig. Aus diesem Grund wurde Moschehs Trieb nicht 'Schlange' genannt, die das Element des Staubes der Erde und die damit verbundene Kraft der Unreinheit andeutet, sondern 'Brandschlange', als Hinweis auf das Element des Feuers und die höchste Spiritualität, die das Element des 'Staubes' in seiner Seele überwogen. Entsprechend sagte G~tt zu Moscheh: "Mache dir eine Brandschlange", und die talmudischen Weisen ergänzten: "Mache dir - von dir" (Joma 3b), zeige nach außen hin, dass in dir die Kraft der Schlange nicht mehr existiert, und mache sie hoch als weithin sichtbares Symbol, das Gegenteil von der auf dem Bauche kriechenden Schlange. "Wenn jemand gebissen wird, so schaue er zu ihr hinauf, und er wird am Leben bleiben", er wird von dir lernen, die innere Schlange zu überwinden, auf eine spirituelle Stufe zu gelangen, 'sich beim Dankessegen verbeugen', "und er wird am Leben bleiben", denn von dem Moment an, da die 'innere Schlange' keinen Schaden mehr anrichten kann, wird ihm auch die 'äußere Schlange' nichts anhaben.

In allen Generationen hing die Abwehr aller Sorten von 'Brandschlangen', die uns von außen zu beißen kamen, von der Entfernung des 'Schlangeneinflusses' aus der Seele ab, was nur durch innerliche spirituelle Erhebung erreicht wurde. Diese Methode wirkt sowohl beim Einzelnen als auch bei der Allgemeinheit. Wenn Israel nach oben schaut und sie ihr Herz ihrem Vater im Himmel unterwerfen, so genesen sie.


Zur Haftara

Die Diplomatie von Jiftach Hagil'adi


Rav Joaw Uri'el
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Yoav Uriel

Das Vorgehen von Jiftach Hagil'adi gegen den Feind unterschied sich ganz besonders von dem der anderen Richter.

Als Jiftach als Anführer zur Rettung Israels eingesetzt wurde, begann er nicht sofort mit den Kriegshandlungen, sondern wählte den Weg der Diplomatie gegenüber den Söhnen Ammons, die das Gebiet Gil'ad erobert hatten - "und Jiftach sandte Boten an den König der Söhne Ammon und ließ sagen: Was hab' ich mit dir, dass du zu mir gekommen gegen mein Land zu streiten?" (Richter 11,12). Jiftach stritt mit dem König der Ammoniter über die Frage der Rechtmäßigkeit der Eroberung der Gebiete östlich des Jordans durch Israel nach dem Auszug aus Ägypten. Die einzelnen Elemente der Diskussion werden in diesem Prophetenbuch in aller Länge geschildert, während der darauffolgende Krieg nur kurz und bündig Erwähnung findet. Was brachte Jiftach dazu, sich auf die prinzipielle Debatte zu konzentrieren, anstatt sofort loszuschlagen?

Die Wahl des diplomatischen Weges durch Jiftach war von ganz außerordentlicher Bedeutung. Hätte Jiftach sofort mit dem Krieg begonnen und gesiegt - wäre dieser Krieg bloß von lokaler, taktischer Bedeutung, nämlich der Beseitigung einer aktuellen Bedrohung. Jiftach war sich jedoch der allgemeinen strategischen Bedeutung bewusst, die mit diesem Krieg verbunden war. Als Jiftach den König der Ammoniter nach dem Grund seiner plötzlichen Kriegslust fragte, offenbarte sich in der Antwort des Königs der Ammoniter, dass sie nicht aus relativ niederen Gründen wie dem Willen zu erobern, zu beherrschen und Beute zu machen kämpfen wollten. Der König der Ammoniter gab bekannt, er berufe sich auf eine jahrhundertealte Forderung gegen die israelitische Eroberung Transjordaniens. Allen war klar, dass so lange sich die Völker nicht mit der Eroberung ihres Landes abgefunden hatten und zu gegebener Zeit dorthin zurückzukehren gedachten, dies einen Schwachpunkt der Eroberung darstellte. Eine Eroberung gilt nur als endgültig, wenn allen Beteiligten klar ist, dass sich die Herrschaft über das eroberte Gebiet auf ewig geändert hat. Die logische Folge: Obwohl Transjordanien das erste Gebiet war, das die Israeliten eroberten, und als Einziges unter der Führung unseres Lehrmeisters Moscheh - galt diese Eroberung während Hunderter von Jahren als unvollständig. Es war vorauszusehen, dass die früheren Bewohner eines Tages zurückkehren und die Herrschaft über Transjordanien wieder an sich reißen würden. Nach diesem Verständnis der Dinge erscheinen die Verse über die Eroberung der östlichen Stämme durch die Ammoniter in einem neuen und schmerzlichen Licht: "Und sie peinigten und drückten die Kinder Israel in demselben Jahre; achtzehn Jahre lang, alle Kinder Israel, die jenseits des Jordan im Lande des Emori, der in Gil'ad" (Richter 10,8).

Jiftach sorgte dafür, dass sein Krieg gegen die Ammoniter nicht nur nach dem Motto 'dem Stärkeren gehört Alles' geführt wurde. Im Zuge der Debatte mit dem König der Ammoniter verwandelte sich der Krieg in einen Krieg ums Prinzip, der die letzten der Anfechter des Landes Israel stürzte. In den Tagen von Dwora und Barak wurden schließlich die Völker Kana'ans endgültig besiegt, und in den Tagen Jiftachs wurde auf endgültige Weise die langjährige Anfechtung der Herrschaft Israels über Transjordanien beseitigt. Erst dann stand endgültig und absolut fest, dass die Grenzen des Landes Israels zum Volk Israel gehören, und von diesem Zeitpunkt an finden wir nicht auch nur die geringste Anfechtung der ursprünglichen israelitischen Eroberung des Landes. Das ist also die Bedeutung des Verses am Ende des Krieges: "Und die Söhne Ammons wurden gedemütigt vor den Kindern Israel" (Richter 11,33).

Im Wochenabschnitt Chukkat wird der Beginn der Eroberung des Landes Israel aus den Händen der Völker beschrieben - die Eroberung des östlichen Transjordaniens durch Moscheh. In der Haftara wird der Abschluss dieser Eroberung geschildert - Jiftach Hagil'adi entfernt mit seiner Diplomatie, und dann mit dem Schwert, den Schandfleck, mit dem diese Eroberung so viele Jahre behaftet war.

Frage und Antwort - SMS
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. 
Hier eine kleine Auswahl

Frage: Wie sollten wir für einen Kranken beten, wenn der Name seiner Mutter nicht bekannt ist?
Antwort:
Mit dem Namen des Vaters. Und wenn auch der nicht bekannt ist, nur mit seinem eigenen Namen. G~tt weiß schon, wer gemeint ist. (Der Chason Isch antwortete ebenso und sagte, man kann auch den Namen seines Wohnortes hinzufügen).

Frage: Ich studiere Medizin. Soll ich einer schwangeren Frau, die raucht, sagen, wie gefährlich das für das Baby ist?
Antwort:
Fragen Sie sie erst, ob sie darüber sprechen will.

Frage: Ehepartner nebeneinander zu begraben kostet Tausende Schekel extra. Lohnt sich die Investition?
Antwort:
Unnötig. Sie werden in der Kommenden Welt zusammen sein, auch wenn sie nicht nebeneinander begraben wurden.

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