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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BALAK
Nr. 1125
14. Tammus  5777

Diese Woche in der Tora (Num. 22,2-25,9):

Balak, König von Moaw, fürchtet Invasion der Kinder Israels und lässt Bil'am, den nichtjüdischen Propheten, kommen, um durch dessen Flüche das Schicksal abzuwenden; auf der Reise misshandelt Bil'am seine Eselin und sie beschwert sich; auf G~ttes Befehl segnet Bil'am die Israeliten statt sie zu verfluchen, zu Balaks Missfallen; das Volk macht sich an die Moabiterinnen ran, göttliche Strafung durch Seuche; Pinchas, Enkel Aharons, beendet das Treiben durch Aufspießen des Anführers und seiner midjanitischen Gefährtin.

Haftara: Micha 5,6-14, 6,1-8


Dienstag, 17. Tammus - Fasttag

Beginn der "Drei Wochen"

 

Am Schabbes-Tisch...


Im Sinn der Schüler Bil'ams

Rav Siw Raweh
Rabbiner an MACHON MEIR

RavRaweh

Bil'am ist kein archäologischer Feind. Er steht vielmehr für die Idee ewiger spiritueller Feindschaft, die immer wieder neue Erscheinungsformen annimmt und auch heute gilt. Alle ideologischen Gegner des jüdischen Volkes, die uns im Laufe der Generationen bekämpften, schöpften von seinem Geiste, weil er viele Schüler lehrte; "...wer aber die drei anderen Eigenschaften besitzt, gehört zu den Schülern des Bösewichts Bil'am ... ein missgünstiges Auge, ein hochfahrender Sinn und eine unersättliche Seele finden sich bei den Schülern des Bösewichts Bil'am" (Mischna "Sprüche der Väter", 5.Kap.). In einer für alle Generationen bestimmten Prophezeiung sagte der Prophet Micha (6,5): "Mein Volk, bedenke doch, was Balak, Moaws König beschlossen, und was Bil'am, Sohn Beor ihm erwidert! Von Schittim bis Gilgal - um zu erkennen die Gnaden des Ewigen".

Die talmudischen Weisen erklären, dass der Inhalt der Segnungen, die Bil'am auszusprechen gezwungen war, das genaue Gegenteil dessen darstellte, womit er uns verfluchen wollte. Vom erfreulichen Ergebnis schlussfolgern sie auf die ursprüngliche hinterlistige Absicht. "Rabbi Jochanan sagte: Aus den Segensworten dieses Frevlers lernst du, was in seinem Herzen war. Er wollte sagen: Sie mögen keine Bet- und Lehrhäuser haben, [und sagte:] wie herrlich sind deine Zelte, Jakov (Num. 24,5). Die Göttlichkeit auf ihnen nicht ruhe, [und sagte:] deine Wohnsitze, Israel. Ihre Herrschaft möge sich nicht weit erstrecken, [und sagte:] wie Bachtäler, die sich erstrecken (V.6). Sie mögen keine Oliven- und Weingärten haben, [und sagte:] wie Baumgärten an einem Strom. Ihr Duft steige nicht auf, [und sagte:] wie Aloepflanzen, die der Herr gepflanzt hat. Sie mögen keine Könige von hoher Statur haben, [und sagte:] wie Zedern am Wasser. Sie mögen keinen König, der Sohn eines Königs ist, haben, [und sagte:] es rinnt Wasser aus seinen Eimern (V.7). Ihre Herrschaft möge keine Macht über die Völker haben, [und sagte:] und seine Saat hat reichliches Wasser. Möge ihre Herrschaft nicht kraftvoll sein, [und sagte:] mächtiger als Agag ist sein König. Möge ihre Herrschaft nicht erhaben sein, [und sagte:] und seine Herrschaft erhaben" (Sanhedrin 105b).

In der heutigen Zeit versuchen die Schüler Bil'ams nicht, uns mit dem Munde zu verfluchen, doch ihre Absichten gleichen denen ihres Mentors. Sie arbeiten auf verdeckte und ausgeklügelte Weise und legen niemals ihre wahren Ziele offen. Im Gegensatz zu einem Feind, der uns offen mit der Waffe in der Hand entgegentritt, geben sie sich als Freunde, die sich um alles kümmern, was wir benötigen, als Freigebige, die Geld für diverse "Freundschaftsfonds" spenden, als "Brückenbauer", damit das Volk Israel auch von anderen Religionen koste und sich "offeneren" Kulturen bewusst werde, in den Genuss einer Allgemeinbildung komme, sich zur Gleichheit der Geschlechter aufschwinge und nach dem Frieden zwischen den Völkern strebe. Der verborgene Beweggrund für all diese Dinge besteht im Willen, das spirituelle Wesen des Volkes Israels auszulöschen, seine göttliche Bestimmung zu torpedieren, seinen Einfluss in der Welt zu schwächen, und das alles durch Zerstörung der wichtigsten Fundamente seines Lebens.

Bil'am zeichnete seinen Schülern die Richtlinien ihrer Arbeitsweise vor, die im oben genannten Midrasch geschildert werden. Bil'am "wollte sagen: Sie mögen keine Bet- und Lehrhäuser haben". Auch seine Schüler bemühen sich, jene Orte zu vernichten, wo sich das Volk Israel zum Erhalt göttlicher Anleitung trifft. Im Namen der "Freiheit der Religionsausübung" wird zur Entweihung der Heiligkeit des Tempelberges ermuntert durch Anwesenheit der Araber und der Touristen daselbst, und zur Entweihung der Heiligkeit der Klagemauer durch Einrichtung eines separaten Gebetsplatzes für Reformjuden. Die Zuweisungen für die Jeschiwot wollen sie gekürzt sehen.

Bil'am wollte ferner, dass "die Göttlichkeit auf ihnen nicht ruhe". Durch das Einbringen fremder Kultur wollen sie die Heiligkeit Israels zerstören, die Sittlichkeit, die traditionelle Form der Familie, weil die Göttlichkeit nicht auf einem mit Makeln behafteten Ort ruht.

Er wollte, "ihre Herrschaft möge sich nicht weit erstrecken". So versuchen die "Bil'amiten", eine nationale Instabilität zu erzeugen - unter dem Vorwand der Sorge um Menschenrechte, Minderheiten und Flüchtlinge und dem Willen, eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten herbeizuführen. Sie spenden Gelder an radikale Kräfte in der israelischen Gesellschaft und erzeugen eine zielgerichtete Dissonanz.

Er wollte, "sie mögen keine Oliven- und Weingärten haben". Die Schüler Bil'ams versuchen, der israelischen Wirtschaft durch den Boykott israelischer Produkte und die ausländische Beherrschung des Binnenmarktes sowie dessen Steuerung zu schaden.

Er wollte, "ihr Duft steige nicht auf". So versuchen seine Anhänger, den spirituellen Einfluss des jüdischen Volkes, die Verbreitung des "Luftreinigers" seiner Tora und seiner Wohltaten an der Menschheit einzuschränken, indem sie uns als Volk ohne Moral darstellen, um so die Herzen für irgendwelche Einflüsse verstockt zu machen.

Er wollte, "sie mögen keine Könige von hoher Statur haben". Die Verehrer Bil'ams bemühen sich, die Bedeutung der Führung Israels herunterzuspielen, suchen, erfinden und veröffentlichen Skandale, um das Bild, das wir von uns selbst haben, zu beschmutzen.

Er wollte, "sie mögen keinen König, der Sohn eines Königs ist, haben". Die Anhänger des "Bil'amismus" sind große Befürworter der israelischen Demokratie. Sie wissen sehr gut, dass durch "den Willen der Mehrheit" statt dem Befolgen des absoluten göttlichen Willens, mangelhafte Standfestigkeit der Regierung, schnelle Regierungswechsel und das Bedürfnis der Volksvertreter, ihre Popularität zu wahren, die israelische Nation von ihrem Weg abkommt.

Er wollte, "ihre Herrschaft möge keine Macht über die Völker haben". Den "Generalen Bil'ams" ist es wichtig, von Zeit zu Zeit internationale Konferenzen abzuhalten, damit wir Abkommen unterzeichnen, die unsere nationale Würde erniedrigen, Kapitulation und Verzicht auf Teile des uns versprochenen Landes enthalten, um eine "Zweistaatenlösung" zu erreichen. Das ist nichts anderes als eine großartige Methode, durch himmelschreiende Geschichtsfälschungen strategische Nachteile festzuschreiben und uns auf elegante Weise die Hände zu binden.

"Möge ihre Herrschaft nicht kraftvoll sein". Die Großmächte Bil'ams sorgen methodisch dafür, dass wir keine absolute Verantwortlichkeit für unsere eigene Zukunft erlangen. Sie setzen sich mit unseren Feinden an einen Tisch und erreichen Abkommen "zur ausschließlich wissenschaftlichen Erforschung der Kernkraft", und uns warnen sie, wir sollen ja nicht angreifen. Sie würden schon für uns kämpfen, denn auf sie sei ja bekanntlich Verlass. Nur um ganz auf Nummer sicher zu gehen, finanzieren sie Schutzräume und Abwehrsysteme und halten uns abhängig von jährlichen Hilfszahlungen, Waffenlieferungen, Erdöl und ununterbrochener Versorgung.

"Möge ihre Herrschaft nicht erhaben sein". Selbst wenn wir einmal zur Verteidigung unseres Lebens in den Krieg ziehen müssen, machen die Minister Bil'ams gleich ihre Sorge um eine Zuspitzung der Lage in der ganzen Region deutlich und verurteilen unseren unausgewogenen und unmenschlichen Einsatz militärischer Macht.

Die kommentierende aramäische Übersetzung des Rabbi Jonatan ben Usi'el (Targum Jonatan) geht der wahren Identität Bil'ams auf den Grund, "dessen Kraft im Munde liegt" [durch Segen/Fluch/Prophetie]. "Und dieser sandte Boten an Bil'am, Sohn Beor, nach Petor" (Num. 22,5) - "und sandte Boten an Lawan den Aramäer, der identisch mit Bil'am ist, der das Volk des Hauses Israel verschlingen wollte", "aber Lawan hatte geplant, alles zu entwurzeln" (Pessachhagada), genau wie Bil'am und dessen Schüler, die seinen Weg fortsetzen. Möge es G~ttes Wille sein, alle verbrecherischen Gedanken zum zweiten Mal seinem Volk in große Segnungen zu verwandeln.

HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Tora und Taten

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

"Und wer nun über die hohe Bedeutung der Gebote sich klar geworden, wer erkennt, wie weit unsere Verpflichtung hierin geht, den wird sein Herz unermüdlich anspornen zum Dienste G~ttes und nicht locker lassen" (Rabbiner Moscheh Chajim Luzatto, Der Weg der Frommen, 8.Kap.). Wenn das dem Menschen erst mal klar ist, wahrhaftig und richtig, aufgrund des Glaubens und begründeter Weltanschauung, wird er zur "Eifrigkeit" gelangen. Das sind ganz einfache Dinge, darum ist dieses Kapitel so kurz. Allerdings lassen sich die Dinge, die in Bezug auf die "Achtsamkeit" gelehrt wurden, auch auf die "Eifrigkeit" anwenden, darum ist es sinnvoll, diese Dinge in konzentrierter und grundsätzlicher Form hier zu wiederholen (siehe 4.Kap.:) "Über die Methode, die Achtsamkeit zu erwerben".

Das erste Mittel zum festen Einbau der Achtsamkeit in den Charakter, auf pädagogische, moralische und beständige Weise, ist das Torastudium. Alle erzieherischen Themen gehen aus dem Torastudium hervor. Das Ziel des Torastudiums besteht in der praktischen Ausführung. "Zu lernen und zu lehren, zu hüten, zu erfüllen und zu erhalten [alle Worte des Forschens in deiner Lehre]" (aus dem Segensspruch vor dem morgendlichen Schma-Gebet). Das Erfüllen gilt natürlich sowohl für Gebote zwischen dem Menschen und G~tt als auch zwischen dem Menschen und seinem Mitmenschen.

Zum Wissen gehört das Erfüllen. "Ein Unwissender ist nicht fromm" (Mischna "Sprüche der Väter", 2.Kap.). Ein Mensch muss zu Himmelsfurcht und guten Charaktereigenschaften erzogen werden, sodass er zu einem Toragelehrten wird und den göttlichen Namen heiligt. Einer der Rischonim, Rabenu Nissim, gab in seinen Schriften Anlass zu verstehen, dass das Gebot, einen Toragelehrten zu respektieren, speziell für einen Toragelehrten gilt, der sich auch durch gute Taten auszeichnet. Doch kann man allgemein davon ausgehen, dass ein Toragelehrter angemessen mit seinen Mitmenschen umgeht. Die Hauptsache besteht nicht im Wissen. Die grundsätzlichen Lehren des Judentums lassen sich auch bei Wissenschaftlern mit schlechtem Charakter finden. Ziel des Wissens und der Weisheit ist die Anständigkeit in der allgemeinen Lebensführung. Das ist ihre Hauptbedeutung, und nicht "weise sind sie, Böses zu tun" (Jirmijahu 4,22); sondern von "feinem Verstand" (Sprüche 13,15), "gute Einsicht allen, die sie üben" (Psalm 111,10). Es gibt auch böse Einsicht, g~ttbehüte.

Die zentrale Eigenschaft des Menschen ist sein Verstand, seine Weisheit, das "Ebenbild G~ttes". Dass er damit um Himmels willen nicht in Frechheit ausarte! Die Quelle der Weisheit und die Quelle des Wissens sind göttlichen Ursprungs, den es in Ehre zu halten gilt. Ein Mensch muss sich selbst respektieren, ebenso das Ebenbild G~ttes in ihm, auf allen Ebenen seines Lebens. Darin liegt die wahre Bedeutung der Tora.

"Die Tora führt zur Achtsamkeit" (Der Weg der Frommen, Ende der Einleitung). "Tora" schließt die schriftliche und mündliche Tora ein sowie das Erlernen der Gebote, doch dabei gibt es einen besonderen Schwerpunkt, nämlich den Beginn der Weltgeschichte im Buch Bereschit (Genesis). Im Schmone.Esre Gebet sagen wir: "G~tt Awrahams, G~tt Jizchaks und G~tt Jakovs". Weiter in den "Sprüchen der Väter": "Moscheh empfing die Tora vom Sinai". Je mehr man die Tora betrachtet, die sich durch Toragrößen offenbart, desto mehr bildet sich der Charakter. Als Basis dienen Forschung und Betrachtung. Glücklich der Mensch, der seinen Charakter bildet, sich müht und vorankommt auf dem Weg des Lebens, auf die einem Menschen würdige Weise, durch sein Verhalten - begleitet von intelligenter Betrachtung.