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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL

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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT MATTOT*
Nr. 1079
24. Tammus  5776

*außerhalb Israels: Pinchas

Diese Woche in der Tora (Num. 30,2-32,42):

Selbstauferlegte Verbote, Vernichtung der Midjaniter und Aufteilung der Beute, Landzuteilung an die Stämme Gad und Re'uwen.

Haftara: Jirmijahu 1, 1 - 19, 2, 1 - 3



Am Schabbes-Tisch...
 

Die Stämme Gad und Re'uwen... und ein Marschbefehl
 
 

Rav Eran Tamir
Rabbiner an MACHON MEIR

Die Bitte der Söhne Gad und Re'uwen an Moscheh, auf der Ostseite des Jordans verbleiben zu dürfen, wie es in unserem Wochenabschnitt heißt: "werde dieses Land deinen Knechten gegeben zum Besitz, führe uns nicht über den Jordan" (Num. 32,5), erfährt eine scharfe Abfuhr und die totale Weigerung Moschehs anhand zweier Argumente: 

1) "Eure Brüder sollen in den Krieg gehen und ihr wollt hier bleiben?" (V.6) - wo ist eure Moral abgeblieben, das Teilen der Verantwortung, eure gesellschaftliche Solidarität, die Teilnahme an der nationalen Mission, mit allen anderen?

2) "Und warum wollt ihr das Herz der Kinder Israel abwendig machen vom Zug in das Land, das der Ewige ihnen gegeben?" (V.7) - versteht ihr denn nicht, dass euer Fernbleiben vom Kampf als Angst und Beklommenheit vor dem Krieg aufgefasst werden könnte und ihr damit dem ganzen Volk Israel Schwäche und Mutlosigkeit verursacht?

Und wirklich sehen die Söhne Gads und die Söhne Re'uwens ihren schweren Fehler ein und korrigieren ihn sofort mit den Worten: "Wir aber wollen hurtig ausziehen vor den Kindern Israel ... Wir werden nicht in unsere Häuser zurückkehren, bis die Kinder Israel jeder sein Erbe für sich erworben haben" (V.17-18) - wir werden nicht nur am Kampfgeschehen teilnehmen, sondern sogar die Speerspitze bilden, die allen voran zieht, und wir werden nicht eher zu unserem Erbe jenseits des Jordans zurückkehren, als bis das ganze Erbe unserer Brüder im Lande Kana'an erobert ist.

Damit hätte die Geschichte eigentlich erledigt sein sollen, doch überraschenderweise beginnt eine neue Folge, die zweite Stufe der Geschichte, durch weitere Argumente, die Moscheh vorbringt, indem er spricht: "Wenn ihr dieses tun werdet, wenn ihr vor G~tt zum Krieg ausziehen werdet ... und das Land vor G~tt bezwungen ist ... und ihr so von G~tt und von Israel eurer Pflicht freigesprochen seid ... Wenn ihr aber nicht also tun werdet, sehet, so habt ihr gegen G~tt gesündigt" (V.20-23). Und deren Antwort und Zustimmung dazu: "Deine Diener werden tun, wie mein Herr gebietet ... und deine Diener sollen, jeder zum Heer Ausgezogene, vor G~tt zum Kriege hinüber gehen, wie mein Herr spricht" (V.25-27).

Was haben diese Dinge zu bedeuten? Was fehlte bei ihrer ersten Zustimmung, bei ihrem Irrtum und dessen Berichtigung, bei ihrer Bereitschaft zu kämpfen "vor den Kindern Israel" - ein Mangel, über den sich Moscheh so sehr aufregte - bis dass sie ihm sagten, sie werden tun, "wie mein Herr spricht"?

Erklärte HaKtav vehaKabala (Rabbiner Jakov Zwi Mecklenburg) zu Num. 32,20: "Weil sie sagten: Wir aber wollen hurtig ausziehen vor den Kindern Israel..., damit erklärten sie ihre richtige und ehrliche Absicht, nicht vom Wege der Moral und des Rechtes (in gesellschaftlicher Hinsicht) abzuweichen, und sie würden wie ihre Brüder die Last und die Mühen der Gefahr des Krieges mittragen, und dass sie ihren Anteil am Land nicht ohne Mühe und Anstrengung ererben werden... doch es war nicht genug... dies im Namen der gesellschaftlichen und öffentlichen Gerechtigkeit zu tun... sondern es muss noch eine zusätzliche Bedingung erfüllt werden, und zwar, wenn sie zum Kampf ausziehen, sei es nicht einfach vor ihren Brüdern, sondern vor G~tt, um dessen Willen zu erfüllen, und nicht, weil es Verstand und menschliche Ansprüche so verlangen, vielmehr bewege euch die Verpflichtung zur Unterwerfung vor G~tt, der dies befohlen hat und wir seinen Willen erfüllen, so werden sie auf diese Weise gleichzeitig freigesprochen sein von G~tt und Israel, wenn sie den Hauptpunkt erfüllen, der die Schuldfreiheit vor G~tt zwingend erwirkt, und daher vor Israel, und dann sei es euch zum Erbbesitz vor G~tt ... darum antworteten sie: Deine Diener werden tun, wie mein Herr gebietet ... nicht wie wir vorher sagten, vor unseren Brüdern, den Kindern Israel, sondern auf die Weise 'wie mein Herr gebietet', vor G~tt - das ist der rechte Weg, die Schriftverse in Einklang zu bringen, und ein wichtiges Prinzip beim Dienst an G~tt...".

Demnach handelt es sich beim Krieg um das Land Israel nicht um einen gewöhnlichen Krieg, der nur dazu dient, Sicherheit und ein normal funktionierendes Leben zu erreichen, ebenso wie deutlich wurde, dass die Kameradschaft der Soldaten im Krieg nicht nur auf einem natürlichen moralischen Prinzip beruht, ähnlich einer gesellschaftlichen Partnerschaft und öffentlicher Solidarität, wobei der Menschenverstand zur Teilnahme Aller an den Kriegsanstrengungen anleitet, wie es hier heißt: vor den Kindern Israel - vielmehr handelt es sich beim Kampf um das Land Israel um einen göttlichen Krieg, vor G~tt, der verdeutlicht, dass die Gemeinschaftlichkeit der Kämpfer auf dem Schlachtfeld dem Willen G~ttes entspringt, alle an der Verdrängung unserer Feinde zu beteiligen, die gegen den Ewigen, den G~tt Israels kämpfen und damit einen Wall des Bösen auf der Welt schaffen, einen Wall, der das Erscheinen des göttlichen Überflusses in der Welt verhindert, bis dieser Wall gebrochen und die Feinde vernichtet sind. Entsprechend schrieb Rabbiner A.J.Kuk: "Wenn der verfinsterte Geist, die fruchtbare Wurzel der Niedertracht, des Unreinen und des Bösen in die Herzen der Massen eindringt, bewirkt er dort Fürchterliches, das Eindringen des Lichtes göttlicher Heiligkeit zu unterbrechen ... Werden sie doch zu einer Wand aus Eisen, die höchste Erleuchtung zu unterbrechen, und so die Welt im Zustand der Finsternis zu halten ... Und deswegen ist die Hand G~ttes ... ausgestreckt, diese vielen Völker zu schlagen ... doch die Könige (die Häupter des Bösen) ... für sie gibt es keine Korrektur außer ihrer Tötung, der Auslöschung ihres Namens und ihrer Entfernung von der Welt" (Sidur Olat Ra'aja II, S.82).

Im Sinne dieser Worte möchte ich dem Kommandeur der Givati-Brigade in der israelischen Armee meine guten Wünsche aussprechen, sei stark und fest, für den Marschbefehl, den er an seine Soldaten richtete, wahre Worte, die in gefälliger Weise den Standpunkt der überwiegenden Mehrheit der israelischen Gesellschaft ausdrücken (außer einigen wenigen, aber dafür lautstarken Stimmen der extremen Linken und Teilen der Medien), fürchte und zage nicht. "Die Geschichte hat uns erkoren, die Speerspitze im Kampf gegen den terroristischen 'gasatischen' Feind zu bilden, der dem G~tt der Heerscharen Israels höhnt, flucht und lästert ... Ich richte meine Augen gen Himmel und rufe mit euch: 'Höre Israel, der Ewige unser G~tt, der Ewige ist einzig'. Ewiger, G~tt Israels, gib uns Erfolg für unseren Weg, den wir gehen, da wir bereitstehen, für dein Volk Israel gegen einen Feind zu kämpfen, der deinem Namen lästert. Im Namen der Kämpfer der israelischen Verteidigungsstreitkräfte ... - erfülle an uns den Schriftvers: 'Denn der Ewige euer G~tt ist es, der mit euch geht für euch mit euren Feinden zu streiten, euch den Sieg zu verleihen', und sagen wir alle: Amen". [Der volle Text ist in der Ausgabe Schoftim 5774 zu finden].



HaRav Zwi Jehuda Kuk 

Volk und Land

Rav David Landau 
Rabbiner an MACHON MEIR

Rav Zvi Jehuda Kuk

Im Normalzustand befinden wir uns im Land Israel, mit israelischem Königtum und Tempel, der Anwesenheit der göttlichen Präsenz in unserer Mitte und Prophetie. Voller Heiligkeit und Gesundheit - das ist gut für uns und für die Welt. Aber in der Zerstreuung (Galut), in einem Zustand der Ausdünnung ist unsere Gesundheit erschüttert, unkenntlich, und erscheint gar nicht. Die israelitische Größe verbleibt nebulös, verwischt und verworren.

Die Anwesenheit im Lande Israel - das ist der natürliche Zustand. Das ist unser natürlicher, normaler und gesunder Lebensraum. Andernfalls, umgekehrt, ist das ein unnatürlicher Zustand, Galut. Im Lande Israel erscheint die wahre, ursprüngliche Größe, und alles, was von ihr ausgeht und sich verzweigt. Selbstständiges israelisches Schaffen, auf spiritueller als auch auf praktischer Ebene, ist dem jüdischen Volk nur im Lande Israel möglich.

Frage: Macht das denn einen Unterschied, ob man ein Flugzeug im Ausland oder im Land Israel baut?

Antwort: Und ob! Im Land Israel ist das ein Zeichen von Gesundheit, und im Ausland nicht. Alles ist anders! Alle Dinge, die mit Judentum und Israel zu tun haben, die im Land Israel betrieben werden, sind unser - ihren Schwerpunkt bildet unser besonderer israelischer Selbstwert. Vom Chafetz Chajim sel. gibt es einen Ausspruch, der dies bekräftigt. Er sagte: Es gibt Gebote, die vom Israelland abhängig sind, die man außerhalb des Landes nicht erfüllen kann. Aber auch die Gebote, die nicht vom Land abhängig sind - wenn man sie im Land Israel erfüllt (z.B. Tefillinlegen in En Charod [ein nichtreligiöser Kibbuz]), hat das den zwanzigfachen Wert wie im Ausland! Hier gibt es Gesundheit, Normalität, Ursprünglichkeit, Natürlichkeit.

Die Hauptsache ist der Aspekt unseres Selbst: die Jüdischkeit, das Israelische, das Land Israel-ische. Könnte vielleicht jemand sagen: Das ist eine Einschränkung, Individualismus, spiritueller Egoismus - doch in Wirklichkeit ist dies "ein großes Glück für Israel und die Welt" (Rabbiner A.J.Kuk, Orot Israel, I,3.). Unser Glück, das ist ein großes Glück - dass die israelitische Größe, die israelitische Eigentümlichkeit, die israelitische Heiligkeit gestärkt, ermutigt und beständig werden. Für uns ist das Gesundheit und Schutzschild, und ein guter Anteil für die ganze Welt, wenn alles bei uns immer israelischer wird, immer jüdischer wird, immer mehr unserem inneren Ursprung entspricht. Je israelischer, jüdischer und innerlicher, desto mehr "ein großes Glück für Israel und die Welt".



Frage und Antwort - SMS
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Rabbiner Aviner beantwortet jede Woche hunderte Fragen via SMS, die z.T. in wöchentlichen Parschablättern veröffentlicht werden. Hier eine kleine Auswahl

Frage: Was ist besser, Abendgebet im Bus vor Mitternacht, sitzend, oder nach Mitternacht stehend?
Antwort: Nach Mitternacht.

Frage: Ich habe eine Erbschaft erhalten und fühle, dass sie mir gehört, und ich alleine entscheide, was damit zu geschehen habe. Meine Frau sagt, sie gehört uns beiden, und wir sollten gemeinsam entscheiden. Wer hat recht?
Antwort: Es hängt davon ab, wie Sie zu Beginn Ihrer Ehe bestimmt haben: gemeinsam oder separat.

Frage: Ich muss einen Kurs besuchen, der von einer unsittlich gekleideten Dozentin gegeben wird. Was soll ich tun?
Antwort: Stecken Sie ihre Nase in ein Buch oder Notizheft. Übrigens sollten Sie auch eine sittlich gekleidete Dozentin nicht anstarren.

Frage: Ich kann es nicht vertragen, eine Spüle mit schmutzigem Geschirr zu sehen. Darf ich es am Schabbat waschen, auch wenn wir es nicht brauchen?
Antwort: Nein. Das ist ein Vorbereiten am Schabbat für einen Wochentag. Sie sollten das Geschirr darum in eine geschlosse Tasche auf die Seite geben.

Frage: Darf eine Frau eine Mesusa anbringen?
Antwort: Ja, denn auch sie ist verpflichtet, eine Mesusa an ihren Türen zu haben.


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