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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL

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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT JITRO
Nr. 952
17. Schwat 5774


 

Diese Woche in der Tora (Ex. 18,1 - 20,23):

Jitro, Moschehs Schwiegervater, kommt zum Volk Israel in die Wüste; gibt Moscheh Rat, Richtervollmachten zu delegieren; Bund mit dem Ewigen, ein heiliges Volk zu sein und seine Worte zu befolgen; die 10 Gebote am Berge Sinai; das ganze Volk Augenzeugen.

Haftara: Jeschajahu 6, 1-13, 7, 1-6, 9, 5-6



Am Schabbes-Tisch...
 

Grenzschutz
 
 

Rav Eran Tamir
Rabbiner an MACHON MEIR

Normalerweise, wenn jemand einem großartigen und bedeutsamen Ideal begegnet, einem Ideal, dessen Verwirklichung nur auf langem, mühsamen Wege erfolgen kann, reagiert er auf eine von zwei entgegengesetzten Weisen: entweder sofortiges Aufgeben angesichts der Unmöglichkeit, das große Ideal wegen der Diskrepanz zwischen der gewünschten zukünftigen Vollkommenheit und der beschränkten gegenwärtigen Realität, in der er sich befindet, erreichen zu können, oder überschäumende Begeisterung und eiserner Wille, das große Ideal schnellstmöglich und voller Ungeduld zu verwirklichen, unter Überspringung notwendiger Zwischenstufen, mit Fantasie- und sonstigen falschen Vorstellungen, die letzten Endes zu Scheitern, Enttäuschung und Bruchlandung führen.

In dieser Lage befand sich das Volk Israel nach der Ankunft am Berg Sinai und vor der Übergabe der Tora, als sie vom großen Ideal hörten, für das sie in wenigen Tagen die Tora erhalten würden. "Ihr aber sollt mir ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk sein" (Ex. 19,6), d.h. ein Volk, dessen einzigartige Eigenschaft, und damit automatisch seine Aufgabe, darin besteht, die göttlichen Grundwerte nicht nur im Bereich des Heiligen und des Geistes, sondern auch im Weltlichen und Materiellen zu offenbaren, und nicht nur im Leben des Einzelnen, im Privatleben, sondern auch im Leben des Volkes, in der Öffentlichkeit, im Staat und in der Politik. Bei Rabbiner A.J.Kuk hört sich das so an: "Hochrangige Lehrer und Ausbilder für die ganze Welt, heilig in ihrem materiellen und geistigen Leben, die Einzelnen als auch jene in öffentlichen Stellungen" (Ejn Aja Schabbat II §23, S.171). Und etwas ausführlicher in Orot (Mahalach Ha'ideot; S.82): "Um bekannt zu machen, dass nicht nur vereinzelte Weise, Vorzügliche, Fromme, Enthaltsame und Heilige im Lichte der 'göttlichen Idee' leben, sondern ganze Völker, die alle möglichen Bevölkerungsschichten umfassen, bis hin zu den weitesten sozialen und wirtschaftlichen Systemen ... zur Erfüllung dieser Bestrebung muss diese Bevölkerung über einen eigenen staatlich-politischen und sozialen Rahmen und über einen nationalen Herrschaftssitz auf der Höhe der menschlichen Kultur verfügen, wo die absolute 'göttliche Idee' herrscht, die das Volk und das Land mit dem Licht ihres Lebens erleuchtet".

Damit erläutert Rabbiner Kuk, dass gerade wegen der einzigartigen Eigenschaft und Hochrangigkeit der Israeliten, dieses heilige nationale Ideal offenbaren zu können, die große Befürchtung nicht im Zurückschrecken vor diesem großen Ideal bestand, sondern gerade im Gegenteil, vor dem Ausbruch einer halt- und grenzenlosen Begeisterung für dieses Ideal, ohne die dafürn notwendigen Vorbereitungen durchlaufen zu haben und ohne den langen und komplizierten Prozess ihrer Verwirklichung. So schrieb er: "Man braucht nicht so sehr Schlaffheit und Nachlässigkeit zu befürchten, sondern eher ein alle Grenzen sprengendes Ausbrechen ... das alle Wege der Führung verlässt und Zerstörung und Zusammenbruch in die Welt bringt" (ebda. §24, S.171-2). Und darum sprach G~tt gleich nach der Verkündung des großen Ideals zu Israel und gebot ihnen Beschränkung, "damit der reißende Strom keine Schranken durchbricht".

Was damals richtig war, gilt auch heute, sowohl für den Einzelnen als auch für die Allgemeinheit: Gerade in einer Situation der Verbindungsaufnahme und erster Kontakte mit Tora und Gebotsausübung kann es häufig Begleiterscheinungen von stürmischer Spiritualität und großer gefühlsmäßiger Begeisterung geben, wobei besonders darauf zu achten ist, die ganze Angelegenheit mit Gefühl und Geduld vom Verstand leiten zu lassen, unter Berücksichtigung der nötigen Vorbereitungen und Stufen, damit unser Erwerb der Tora g~ttbehüte nicht oberflächlich bleibt und vergeht, sondern wahrhaftig, tiefsinnig und innerlich - "am dritten Tag ordnete er ihnen das Gebot von der Abgrenzung an" (Schabbat 87a)!





HaRav Aviner

Ich bin ein Ger
(eine wahre Geschichte)

 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Ich heiße Jonathan Israel, meine Frau und ich stammen aus Südkorea. Im Zuge unserer Ausflüge und Erkundungen entschieden wir uns im Jahre 5756 (1996) für einen Besuch in Israel und einen Hebräischkurs im Ulpan "Bet Ha'am" in Jerusalem. Dort bot sich uns ein erstaunliches Schauspiel: In einem kleinen Klassenraum saßen Leute aus der ganzen Welt, eine Art Miniaturwelt: Leute aus Russland, Polen, Brasilien, Argentinien, Frankreich und Amerika. Hellhäutige und asiatische Typen. Ich nahm an, dass es sich um Neueinwanderer handelte, und langsam aber sich begriff ich, dass es kein Zufall war, sondern die Bewahrheitung der Prophezeiung "Ich habe Eheherrenrecht über euch: So nehme ich Einen aus der Stadt und Zwei aus dem Geschlechte, und bringe euch nach Zion" (Jirmijahu 3,14), oder "bringe meine Söhne aus der Ferne und meine Töchter vom Ende der Erde" (Jeschajahu 43,6). Ich sah mit eigenen Augen die Erfüllung der Bibelworte. Die Einsammlung der Verstreuten ist kein Zukunftsroman, kein idealistisches Bestreben allein, sondern handfeste Tatsache.

Wer hätte vor hundert Jahren geglaubt, dass das Land Israel an das Volk Israel zurückgehe? Man hielt die Einsammlung der Verstreuten für ein fernes Ideal, für einen Traum, und sieheda, das Wort G~ttes erfüllt sich vor unseren Augen. Ich sah, wie die Geschichte des jüdischen Volkes genau mit den Prophezeiungen der Propheten übereinstimmt: "Und ich werde die Gefangenen meines Volkes Israel zurückführen, und sie werden verödete Städte erbauen und wohnen, und Weinberge pflanzen und ihren Wein trinken, und Gärten anlegen und ihre Frucht genießen. Und ich werde sie auf ihrem Boden pflanzen, und sie werden nicht wieder ausgerissen werden von ihrem Boden, den ich ihnen gegeben, hat gesprochen der Ewige, dein G~tt" (Amos 9,14-15). Als meine Eltern vor etwa zehn Jahren das Land besuchten, erwarteten sie, hier nur Wüste zu sehen, weil es an Wasser mangelt. Stattdessen staunten sie über die blühenden Gärten und die wunderbaren landwirtschaftlichen Produkte. Hier gibt es so leckeren Wein. Koreanische Touristen kaufen hier ihren Wein und schleppen ihn kofferweise heim. Gar nicht zu reden vom Obst. Wenn ich meine Eltern in Korea besuchen fahre, bringe ich ihnen von den Früchten des Landes mit, Mango, Pomela und andere, noch nie haben sie so einen Geschmack erlebt, einen paradiesischen Geschmack.

Der Prophet Jirmijahu bezeugte, dass die Einsammlung der Verstreuten ein größeres Wunder sei als der Auszug aus Ägypten: "...da wird nicht mehr gesagt werden: So wahr der Ewige lebt, der die Kinder Israel herausgeführt aus dem Lande Ägypten; sondern: So wahr der Ewige lebt, der die Kinder Israel herausgeführt aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hatte" (16,14-15). Der Ewige unser G~tt hat uns aus Ägypten befreit, aber heute ist es viel wunderbarer, denn heute befreit er uns aus der ganzen Welt!

G~tt bringt seine Kinder zurück und erfüllt sein Wort "das er geschlossen mit Awraham, und seinen Schwur an Jizchak, Und stellte es auf für Jakov zur Satzung, für Israel zum ewigen Bunde, Da er sprach: Dir gebe ich das Land Kana'an als Los eures Besitzes" (Psalm 105,9-11). Über Jehuda und Schomron ("Judäa" und "Samaria") wird heute viel gestritten und gekämpft, doch G~tt hat dieses ganze Land Awraham, Jizchak und Jakov versprochen. G~tt wird uns alles zurückgeben, das hat er versprochen. Vor dreißig Jahren waren wir Wenige in Jehuda und Schomron, heute schon nicht mehr. Wir erfüllen "seid fruchtbar und mehret euch", überwinden die Schwierigkeiten, entwickeln uns und werden das ganze Land anfüllen, denn G~tt ist der Hausherr in diesem Land. Er gab uns "das Land Kana'an als Los eures Besitzes" (s.o.).

Zurück zum Thema. Als ich sah, dass die Einsammlung der Verstreuten genau wie bei den Propheten beschrieben vonstattengeht, war ich erschüttert. Ich sah mit eigenen Augen den Beweis, dass es jemanden gibt, der über die ganze Welt herrscht. Sowohl vor zweitausend Jahren als auch heute hat die Welt einen Hausherrn. Ich spürte, dass die Einsammlung der Verstreuten den Beweis darstellt, dass der G~tt Israels die Welt und die Weltgeschichte lenkt. Und wenn der G~tt Israels der Herr der Welt ist, dann lohnt es sich, sein Untertan zu sein. Ich sagte mir, ich bin nicht mehr so jung, aber das halbe Leben habe ich noch vor mir, vielleicht etwas weniger, und ich muss mich entscheiden, welches Ziel ich von nun an verfolgen sollte.

Ich dachte an Ruth, die mit Naomi in Moaw lebte. Als Naomi sich entschloss, nach dem Land Israel zurückzukehren, stand Ruth am Scheideweg. Entweder in Moaw bleiben, sehr angenehm: die vertraute Sprache, Kultur, Essen, Familie, Freunde. Oder nach Israel - ein schwerer Weg. Damals wie heute; es ist nunmal schwer, in ein neues Land umzusiedeln. Es ist ein Abenteuer. Normalerweise suchen die Leute den angenehmen, bequemen und leichten Weg. Ruth aber entschied sich für das Land Israel und für den G~tt Israels. Sie erkannte im Leben innerhalb des Volkes Israel die Quelle des Segens und dass sich dort die Wahrheit befindet, und darum entschied sie: "Dein Volk ist mein Volk, und dein G~tt ist mein G~tt" (1,16). Wenn der G~tt Israels der einzige G~tt ist, dann muss auch ich diesen Dampfer besteigen, das Volk Israel, so wie Ruth. Wenn der G~tt Israels der Herr der Welt ist, einzig und einzigartig, habe ich gar keine Wahl, ich muss den richtigen Weg wählen, es gibt nichts Wichtigeres für mich.

Ich hielt mich etwa 13 Jahre lang als Tourist im Lande auf. Ich kannte kein Morgen, nur das Heute. Als Tourist musste ich alle drei Monate das Land verlassen. Natürlich verursachte mir das hohe Ausgaben. Auch fürchteten wir uns vor Verzögerungen am Flughafen; bei den Sicherheitskontrollen wurden wir wie entflohene Sträflinge behandelt. Einmal war das Visum meiner Frau am Tag vorher abgelaufen, das war eine Katastrophe. Jedes Mal vor dem Flughafen standen wir unter Hochspannung. Dreizehn unsichere Jahre lang lebten wir auf Zeit. Die Leute verstanden nicht, warum ich auf einer so wackeligen Grundlage weiter im Lande blieb, denn sie wussten nicht, was in mir vorging. Sie verstanden mich nicht und hielten mich für nicht ganz normal. Ich wusste aber, dass die Wahrheit nur im Volk Israel zu finden ist, dieses Geheimnis hatte ich erfasst. Hätte es noch einen anderen Gott gegeben, wäre ich dorthin gegangen. Doch der richtige Weg führt zu dem einzigen G~tt auf der Welt. Unser Vorvater Jakov hatte kein Erstgeburtsrecht. Er wurde als Zweiter geboren, ohne das Recht des Ersten, ohne Recht auf den Segen Jizchaks, das war sein Schicksal, doch er kämpfte, und zum Schluss änderte er sein Schicksal. Auch ich - vollkommener Nichtjude, sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits, auch alle Großeltern - Nichtjuden, bis ans Ende aller Generationen. Meine Geschichte war weit entfernt von der des jüdischen Volkes. Trotzdem wollte ich einen Segen bekommen wie unser Vorvater Jakov. Auf diesen Segen konnte ich nicht verzichten. Schon lange hatte ich meinen Familiennamen in "Israel" geändert. Ich wollte Jakov sein, ein Mitglied des Volkes Israel. Es gab keinen anderen Weg. Gäbe es den Segen zu kaufen, hätte ich ihn schon lange erworben, doch einen Segen gibt es nicht für Geld.

Ich tat, was ich konnte und flehte zu G~tt, zerriss mein Herz vor der Klagemauer dreizehn Jahre lang. G~tt blickte auf mich, erwies mir Gnade und Barmherzigkeit, ließ mir ein Wunder geschehen, und am Ende erfüllte sich mein Traum, und g~ttseidank bin ich jetzt Jude. Dank sei G~tt, dass er mir Segen gab. Ich gehöre zum jüdischen Volk. Jetzt habe ich eine neue Familie, viele neue Familien, die mir helfen. Ich lerne Tora mehrmals in der Woche. Ich bin immer noch wie ein Säugling, und ich weiß, dass ich noch viel lernen muss, die tiefere Bedeutung des Judentums, unendlich viel. Und ich muss inniglich beten, dass G~tt mir helfe, ihm jeden Tag näherzukommen, ein wahrer Jude zu sein. Meine Frau Chen mögen Alle, Erwachsene und Kinder. Wir haben vor zwanzig Jahren geheiratet, aber bis heute haben wir keine Kinder, wir sind aber sehr glücklich.

In Korea waren wir Christen. Als ich nach Israel kam, wandte ich mich dem Judentum zu, wodurch wir uns voneinander entfernten, in den Ansichten und in der Denkweise. Es gelang uns nicht, unsere Ansichten in Einklang zu bringen, wir respektierten einander nicht mehr, wir kämpften gegeneinander.

Die Christen behaupten, sie glauben an G~tt, aber eigentlich ist es der Glaube an Jesus, denn nur wer an ihn glaubt, kommt in den Garten Eden, alle anderen haben nicht die geringste Chance dazu, egal, wie gut sie sind. Alle kommen in die Hölle, ohne Ausnahme. Davor hatte meine Frau Angst. Ihre christlichen Freundinnen bemühten sich, sie in ihrem Glauben an Jesus zu bestärken, und manche Freundinnen rieten ihr sogar zur Scheidung. Es gab keinen Hausfrieden, nur Spannungen und Einsamkeit. Wenn sie in die Kirche ging, blieb ich allein zu Hause, und ich fühlte mich einsam, alleine auf der Welt. Meine Frau war doch mein Ein und Alles: Partner, ein bisschen Mutter, ein bisschen Schwester, ein bisschen Tochter. Und plötzlich waren wir nicht mehr zusammen. Wir lebten zwar in derselben Wohnung, aber unsere Gedanken waren vollkommen unterschiedlich. Wir erschienen wie ein Paar, aber der Glaubensunterschied trennte uns. Es gab nur einfache Gespräche: Hast du gegessen? Hat es geschmeckt? Wir fühlten keine häusliche Wärme, ich sah sie nicht als Freundin. So verging ein Jahr und noch ein Jahr, und es verflossen noch einige Jahre. Ich konnte nichts als warten. Mir war klar, dass ein Mensch einen anderen nicht ändern und von seinem Standpunkt abbringen kann. Einmal wandten wir uns an eine Rabbinerfrau, deren Mann eine Jeschiwa leitete, und sie warnte uns: Wehe euch, wenn ihr einfach so konvertiert, das gibt eine Katastrophe, besser nichts machen. Meine Frau war erschüttert, und ihr Herz verschloss sich noch mehr.

Es vergingen noch ein paar Jahre. Von sich aus wollte sie keine Trennung, sondern abwarten, doch G~tt ist ein großer G~tt. Ich konnte nichts tun, doch er ließ ein Wunder geschehen. Ein koreanisches Sprichwort besagt, wenn man es ehrlich meint, gibt es Unterstützung vom Himmel. Ganz langsam änderte sich meine Frau, und nach etwa zehn Jahren begann sie, Schabbatlichter zu zünden. Ich versuchte, sie zum Gebet mitzunehmen, und die ganze Zeit plagten mich Zweifel, doch als sie begann, in Machon Ora zu lernen, änderte sie sich schlagartig. Jedes Mal kehrte sie voll Freude vom Unterricht zurück. Sie begann zu verstehen, wofür ich so viele Jahre auf sie gewartet hatte. Sie genoss die Vorträge sehr und erklärte mir hinterher genau, was sie gelernt hatte. Jeden Tag war sie ein neuer Mensch. Es beeindruckte sie sehr, wie wichtig Frau und Familie im Judentum genommen werden. In Korea gelten nämlich nur die Männer etwas, und manchmal schlagen sie sogar ihre Frauen. Dort gilt eine Frau gar nichts, sie ist bloß ein Apparat zum Kinderkriegen. Man kümmert sich überhaupt nicht um Frauen. Wenn der Mann sich von seiner Frau scheidet, schickt er sie ohne einen Pfennig fort. Das Judentum ist da eine ganz andere Welt. Meine Frau fühlte sich viel freier. Im Judentum zwingt man keinen. Wenn man nicht zum Gebet kommt, wird man nicht zur Rechenschaft gezogen. In Korea muss man am Sonntag zur Kirche gehen, auch wenn man krank ist. Es gibt keine Ausrede, nicht zu erscheinen. Wer nicht kommt, wird als Ungläubiger abgestempelt. Auch drängt die Kirche zu Spenden, selbst wenn die Leute nicht genug zu essen haben. Im Judentum aber sorgt man zuerst für die Familie. Wenn genug zu essen da ist, dann kann man spenden.

Meine Frau verstand, dass sie alleine vor G~tt steht. Man zwingt sie nicht, an Zeremonien teilzunehmen - sie selbst steht vor G~tt. Meine Frau begann zu erkennen, wie tiefsinnig das Judentum ist, welche Geheimnisse darin verborgen sind, wie wunderbar die Reinheitsgesetze der Ehe. Sie begriff, dass Jesus nicht der Messias (Maschiach) war, denn der muss bestimmte Anforderungen erfüllen: Er muss die Verstreuten einsammeln und gegen unsere Feinde Krieg führen. Jesus erfüllte alle diese Bedingungen nicht, und G~tt ist er schon gar nicht.

Wenn ich sie frage: Bereust du denn nicht, konvertiert zu sein?, antwortet sie mir: Wenn ich mich nicht dem Judentum geöffnet hätte, würde ich es bereuen. Aber nachdem ich den Geschmack einer anderen Welt gekostet habe, einen nichtchristlichen Geschmack, einen Geschmack, den ich mein Lebtag noch nicht gekostet hatte, kann ich nicht mehr mitten auf dem Wege anhalten... Und sie fügt hinzu: Selbst wenn mein Mann das Judentum verlassen sollte - ich bleibe! Und zwar von ganzem Herzen.

Meine Frau geht viermal die Woche zu Schiurim (Toravorträgen). Ich danke G~tt dafür, dass sie sich so verändert hat. Meine Frau und ich sind sehr zufrieden mit unserem neuen Leben und wir danken G~tt, dass er uns half, den wahren Weg des auserwählten Volkes zu gehen. Und ich bete darum, G~tt immer näher und näher zu kommen.