DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL


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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT ZAW
Nr. 244
18. Adar-2 5760

 

Diese Woche in der Tora (Lev. 6,1 - 8,36):
Ausführungsvorschriften für das Ganzopfer, Mehlopfer,
Sühnopfer, Schuldopfer, freiwillige Opfer; Amtseinsetzung
Aharons und seiner Söhne als Priester (Kohanim) und Heiligung
der Dienstgeräte, dazugehörige Opfer.
+Schabbat Para
 

Der Stand der Dinge...
Das Wort zum Papstbesuch
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

Rabbiner Moscheh ben Maimon ("Maimonides"), einer der
größten jüdischen Weisen aller Zeiten, erklärte in seinen
Ausführungen über das Ende des Christentums, dass die
Christen eines Tages von ihren Überzeugungen ablassen und
erkennen werden, wie sie von ihren Vorvätern und ihren
Propheten belogen wurden:

"Auch Jesus der Nazarener, der dachte, er sei der Maschiach
("Messias"), und der durch das Sanhedrin getötet wurde - über
ihn prophezeite schon Daniel (11,14): '..und die abtrünnigen
Söhne deines Volkes werden sich erheben, um die Vision zu
erfüllen, aber sie straucheln'. Gibt es denn einen größeren
Stolperstein als diesen - wo doch alle Propheten davon
sprachen, dass der Maschiach Israel befreien und erlösen werde,
die Verstreuten einsammeln und die Einhaltung der Gebote
bekräftigen werde - und jener die Vernichtung Israels durch das
Schwert, die Zerstreuung und Erniedrigung des Überrestes
verursachte, die Tora austauschte und den größten Teil der
Welt dazu verleitete, einem anderen als dem einzigen G~tt zu
dienen ?!", "Und wenn dann wirklich König Maschiach erstehen
wird, erfolgreich, erhöht und erhaben, werden sie alle sofort
umkehren und wissen, dass sie nur Lügen von ihren Vätern
ererbten, und ihre Propheten und Vorväter sie in die Irre
leiteten", "'Ja, dann wandle ich den Völkern ihre Lippe zu einer
lauteren um, dass sie alle anrufen den Namen des Ewigen, dass
sie ihm dienen einmütig' (Zefania 3,9)" (Gesetze von Königen
und Kriegen, 11. Kapitel, Halacha 4, nach der unzensierten
Ausgabe).

Nach dem Stand der Dinge legt das nationale Wiedererstehen
des Volkes Israel nach 2000 Jahren Galut (Exil) ein handfestes
und siegreiches Zeugnis ab für den ewigen Bund G~ttes mit
dem jüdischen Volk in krassem Widerspruch zum sogenannten
"Neuen Testament"; bald werden die Führer der Christenheit
nicht nur um Entschuldigung und Vergebung bitten für alles,
was sie uns angetan haben, sondern werden auch verstehen,
anerkennen und zustimmen, dass es nur einen ewigen Bund
("Testament") gibt und nicht derer zwei, nämlich den Bund
G~ttes mit dem jüdischen Volk, entsprechend dem Schriftvers
"Und ich - dies ist mein Bund mit ihnen" (Jeschajahu 59,21).
Und wir werden mit eigenen Augen sehen, "dass erkennen und
wissen alle Bewohner der Menschenwelt, dass Dir jedes Knie
sich beugt, jede Zunge schwört. Vor Dir, G~tt unser G~tt,
werden sie knieen und hinfallen, der Ehre Deines Namens die
Würde zollen, und alle das Joch Deiner Herrschaft annehmen.
Mögest Du so bald für immer über sie herrschen, denn Dein ist
die Herrschaft, und in alle Ewigkeit hin wirst Du in Herrlichkeit
regieren, wie in Deiner Lehre geschrieben ist: G~tt wird in alle
Ewigkeit hin regieren, und es ist gesagt: G~tt wird dann König
über die ganze Erde, an jenem Tage wird dann G~tt einzig und
sein Name einzig sein" (aus dem Gebet "Alenu leschabe'ach").

In Erwartung der Erlösung,
Rav Dov Begon
 
 
Am Schabbes-Tisch

Tongefäße

Rav Asri'el Ari'el

Im Zusammenhang mit der rituellen Reinigung ("Tahara")
werden vielerlei verschiedene Gefäße genannt. Die meisten von
ihnen, wie z.B. die aus Holz oder Leder, werden allein schon
durch Berührung verunreinigt. In diesem Fall erfolgt die
Reinigung durch ihr Eintauchen in eine Mikve. "..muss in Wasser
getan werden und bleibt bis zum Abend unrein; dann ist es rein"
(Lev. 11,32). Für irdene Gefäße (aus Lehm oder Ton) gilt eine
andere Vorschrift: Einerseits werden diese nicht schon durch
bloße Berührung verunreinigt, sondern erst durch das
Hineingelangen des unreinen Gegenstandes; andererseits
können diese Gefäße überhaupt nicht wieder von ihrer
Unreinheit befreit werden (außer durch Zerbrechen): "Und bei
jedem irdenen Gerät, in dessen inneren Raum etwas von ihnen
hineinfällt,... müsst ihr zerbrechen" (ebda.,33). Darin besteht also
der halachische Unterschied im Reinigungsverfahren für irdene
und Metallgefäße.

Einem ähnlichen Gesetz begegnen wir in unserem
Wochenabschnitt in Bezug auf Gefäße, die etwas vom
Opferfleisch absorbiert haben: "Ein irdenes Gefäß, in dem es
gekocht wurde, muss man zerbrechen; ist es in einem kupfernen
Gefäß gekocht worden, so muss man dies mit Wasser
ausbrühen und abspülen" (Lev. 6,21). Wir entnehmen daraus,
dass irdene Gefäße (wie auch das heutige Porzellan) nicht
gekaschert (koscher gemacht) werden können. Wenn also in so
einem Gefäß Fleisch des Friedensopfers gekocht wurde, das
innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gegessen werden muss
und wenn es diese Frist überschreitet, den Status von
"Übriggebliebenem", und zum Essen Verbotenem, erhält, kann
es nicht gekaschert werden, weil der absorbierte Geschmack
des Fleisches nicht wieder herausgeht. Demgegenüber kann ein
Metallgefäß gekaschert werden: "..so muss man dies mit Wasser
ausbrühen und abspülen" (s.o.).

Der Unterschied zwischen Ton- und Metallgefäßen beim
Kaschern lässt sich leicht erklären: Ton und Lehm sind porös
und saugfähig, im Gegensatz zum weit dichteren Metall, das
durch Auskochen den aufgenommenen Geschmack leicht
wieder abgibt. Der Vergleich mit den Tahara-Gesetzen lehrt uns
jedoch einen viel tiefer gehenden Unterschied zwischen den
diversen Materialien.

Lehm hat keinen großen Wert. Als Material ist er auch nicht
besonders empfindlich. Er wird nicht leicht verunreinigt (im
Sinne der rituellen Verunreinigung, von der hier die Rede ist). Er
lässt sich nicht von außen verunreinigen. Doch wenn die
Unreinheit in sein Inneres vordringt, gibt es keine Rettung. Er ist
porös und verinnerlicht alles, was in ihm gekocht wurde. Was er
einmal aufgenommen hat, gibt er nicht wieder her. Seinen
Verbotsstatus wird so ein Gefäß nur durch Zerbrechen wieder
los. Metall hingegen ist ein wesentlich teureres Material, und
auch wesentlich empfindlicher. Es wird schon durch die
einfachste Berührung verunreinigt. Doch diese Unreinheit geht
wieder heraus. Selbst wenn es Unkoscheres absorbiert hat, gilt
der Grundsatz: "Wie die Aufnahme, so die Abgabe".

Gleiches gilt für den Unterschied zwischen Israel und den
Völkern der Welt. Die Empfindlichkeit eines jüdischen
Menschen ist besonders hoch. Er wird zwar durch jede
Berührung mit einer Unreinheit verunreinigt - doch gibt es für
ihn einen Weg der Umkehr. "..so muss man dies mit Wasser
ausbrühen und abspülen", der Körper gibt die aufgenommene
Unreinheit wieder ab. "..muss in Wasser getan werden... dann ist
es rein" - der Geist der Unreinheit wird von der Seele wieder
ausgeschieden.

Man kann den Vergleich auch auf die nationale Ebene
anwenden. Ein Tongefäß entsteht durch Anhaftung: Man
vermischt Erde mit Wasser, knetet den Lehm, gibt ihm die
gewünschte Form und brennt ihn im Ofen. Das Haften der
einzelnen Bestandteile aneinander ergibt das endgültige Gefäß.
Demgegenüber entsteht ein Metallgefäß nicht durch Haften,
sondern durch Schmelzen und Gießen. Die Verbindung
zwischen den Teilchen ist eine viel stärkere. Hier handelt es
sich nicht um ein simples Aneinanderhaften, sondern um eine
viel tiefer sitzende Zusammengehörigkeit.

Das Volk Israel gleicht in dieser Hinsicht dem Metallgefäß -
"Und wer ist wie dein Volk Israel, ein einziges Volk auf Erden"
(Chronik I, 17,21). Die Verbindung der Einzelteile zur
Allgemeinheit ist eine so innige, dass sie der Bosheit nicht die
Möglichkeit bietet, bis in den Kern des Lebens vorzudringen.
Darum besteht die Möglichkeit der Reinigung durch Auskochen;
aber niemand würde auf die Idee kommen, es durch
vollständiges Zerbrechen wie ein Tongefäß reinigen zu wollen.

Mögen sich schnellstmöglich die Worte des Propheten
Jecheskel an uns erfüllen: "..und ich werde euch sammeln aus
all den Ländern ...und auf euch sprengen reines Wasser, und
ihr werdet rein sein von allen euren Unreinheiten, und von all
euren Scheusalen werde ich euch reinigen" (36,24-25).
 
 
Frage und Antwort

Nomen ist kein Omen

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

In letzter Zeit tauchen in besorgniserregendem Maße seltsame
Fragen auf wie z.B. "Mit G~ttes Hilfe haben wir gerade einen
Sohn bekommen und wollten ihn Jischai nennen, aber die Leute
sagen uns, es sei keine gute Wahl, und wir kennen auch
wirklich ein paar Menschen mit diesem Namen, die viel Pech im
Leben hatten".

Antwort: So ein Quatsch! Die Sorgen suchen einen Menschen
heim wegen seines Namens?! Und der Name "Jischai", des
Vaters von König David, soll ein schlechter Name sein?! Wo
haben die Leute bloß so einen Unsinn her!

Alle Namen sind gut, außer dem Verbot, nach einem Bösewicht
zu benennen. Sicher wird niemand sein Kind 'Eßaw' oder 'Hitler'
nennen, Nimrod oder Achaw, Achas oder Isewel. Das wäre
zuviel der Ehre für jene.

Eine Frau brachte einmal ein Kind nach schwerer
Schwangerschaft zur Welt. Sie war natürlich überglücklich, und
ebenso die Nachbarinnen. Plötzlich bemerkten die lieben
Nachbarsfrauen: der Name des Kindes ist schlecht, er muss
sofort geändert werden, und auch der Name seines Bruders. -
Was soll denn das? Wozu Dinge erfinden und Anderen ein
schlechtes Gefühl geben?

Wo steht das alles geschrieben? Etwa in der Tora? In der
Mischna, in der Gemara oder im Schulchan Aruch? Weder
noch, und es kann auch gar nicht dort stehen.

Zu unserem großen Leidwesen suchen sich manche Menschen
in ihrer Einbildung leichte Auswege. Sie glauben, wenn sie dem
Kind einen bestimmten Namen geben, kann mit seiner
Erziehung schon gar nichts mehr schiefgehen. So läuft das aber
nicht; in die Kindererziehung muss man viel Arbeit stecken. Und
wenn es am Ende nicht klappt, ist natürlich der Name schuld...

Bei den talmudischen Weisen findet sich allerdings das Thema
des Namenswechsels: "Vier Dinge zerreißen den Urteilsspruch
über den Menschen, und zwar: Almosen, Gebet, Änderung des
Namens und Änderung der Taten,... manche sagen, auch die
Änderung des Aufenthaltsortes" (Traktat Rosch Haschana 16b).
Und noch eine Quelle: "Darum soll man dich nicht mehr Awram
nennen, sondern Awraham..","..nicht mehr Sarai, sondern
Sara.." (Gen. 17, 5+15). Doch was hat es damit wirklich auf
sich? "Große Umkehr", Teschuwa, wie es in Maimonides'
Gesetzeswerk heißt: "..seinen Namen ändere, um damit
gewissermaßen zu sagen, ich bin ein Anderer geworden und bin
nicht mehr der Mensch, der jene Handlung begangen hatte"
(Gesetze von der Umkehr, 2,4). Er ist nicht mehr derselbe, "ich
bin ein neuer Mensch, ich wechselte meinen Namen. Ich
änderte meine ganze Persönlichkeit, um drückte ihr als heiligen
Stempel einen neuen Namen auf". Oder, nach Rabenu Nissim
(Talmudkommentator aus der Periode der Rischonim): "Ich
entscheide mich für die große Umkehr, und um diesem guten
Willen Nachdruck zu verleihen, ändere ich meinen Namen.
Jedesmal, wenn ich mich mit meinem neuen Namen konfrontiert
sehe, wird mir ins Bewusstsein gerufen, ein neuer Mensch zu
werden". Ein neuer Geist, ein neues Herz zusammen mit einem
neuen Namen - das ist gut.

Doch wo haben wir jemals gehört, dass es gute und schlechte
Namen gäbe, außer dem Namen eines Bösewichtes, wie es die
Autoren der Tossafot-Kommentare schreiben? Im Talmud wird
ein Weiser namens Awschalom erwähnt, und im begleitenden
Tossafot-Kommentar dazu steht, das könne doch nicht sein, und
der Name müsse wirklich 'Awischalom' lauten. Entsprechend
verwenden aschkenasische und sefardische Juden nicht den
Namen Awschalom. Die Jemeniten jedoch finden nichts dabei:
Letztendlich ist der Name 'Awschalom' ein guter Name, 'Vater
des Friedens'. Zwar war der biblische Awschalom ein Bösewicht,
doch geben Eltern diesen Namen heute ja nicht, um die
Erinnerung an ihn wachzuhalten, sondern wegen seiner
positiven Bedeutung. 'Jischai' war jedoch niemals ein
Bösewicht.

Abschließend will ich nur bemerken, dass man im Leben nicht
seinen Einbildungen verfallen, sondern auf den von der Tora
vorgezeichneten Wegen voller Licht wandeln sollte.