DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL


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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJIGASCH
Nr. 230
9. Tewet 5760
 

Diese Woche in der Tora (Gen. 44,18 - 47,27):
Konfrontation Jehuda-Josef; Josef gibt sich seinen Brüdern zu
erkennen; beauftragt sie, Jakov und die ganze Familie nach
Ägypten zu holen und dort zu siedeln; göttliches Versprechen
an Jakov, ihn dort zu einem großen Volk zu machen;
Wiedersehen mit Josef; Begegnung mit Pharao; Ansiedlung im
Lande Goschen; Josefs Bodenreform; führt allgemeine
Einkommensteuer von 20% ein.
 
 

Der Stand der Dinge...
Unnötige Aufregung
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

Josef der Gerechte sagte zu seinen Brüdern: "Erzürnt euch nicht
auf dem Wege" - "..er fürchtete, sie könnten auf dem Wege über
seinen Verkauf streiten, miteinander zu rechten und zu sagen,
durch dich wurde er verkauft, du hast böse Rede von ihm
erzählt und uns veranlasst, ihn zu hassen" (Gen. 45,24 u.
Raschikommentar).

Auf einem langen Weg, dessen Ende sich nicht absehen lässt,
lassen sich die Menschen leicht verunsichern und neigen zu
Gereiztheit, anderen ihre komplizierte Lage anzukreiden und mit
ihnen zu streiten. In so einer Lage befanden sich Josefs Brüder.
Doch Josef der Gerechte, der in seiner prophetischen Weitsicht
erkannt hatte, dass sein "Abstieg" nach Ägypten nur dem
späteren "Aufstieg" diente, "..denn zur Erhaltung eures Lebens
hat mich G~tt vor euch hergesandt" (Gen. 45,5), weiß, dass am
Ende gut, alles gut sein wird. Auch die Probleme und die
Schwierigkeiten auf dem Wege werden sich zum Guten
auswirken, denn schließlich "hat mich G~tt darum vor euch
hergesandt, dass ein Rest von euch im Lande bleibe, dass euer
Leben erhalten werde, in wunderbarer Rettung" (Gen. 45,7);
darum brauchen die auf dem Weg Befindlichen Geduld und
Ausdauer, anderenfalls könnten sie ganz die Orientierung
verlieren.

Nach dem Stand der Dinge geht das Volk Israel einen mehrere
tausend Jahre langen Weg. Zwar nähern wir uns dem Ende,
doch liegen der ewige Frieden und das Erreichen des
endgültigen Erbbesitzes noch vor uns. Da ist es nur natürlich,
wenn kurz vor dem Ziel noch einmal schwierige Hürden
auftauchen, und manche Leute haben dafür keine Geduld mehr,
regen sich auf und beschuldigen alles und jeden, sich selbst
inbegriffen. In so einer Situation droht die Gefahr der
Verzweiflung und der Selbstaufgabe, und darum muss gerade
jetzt der Glauben an die Richtigkeit des Weges gestärkt werden,
ebenso wie Geduld und Stehvermögen. Wir ähneln einem
Marathonläufer, der gerade kurz vor dem Ziel besondere Kräfte
benötigt, psychische, spirituelle und physische Kräfte, um die
Strecke wie geplant zu meistern. So auch in unserer Generation.
Stärken wir uns und unseren Geist, denn "unser Leben, und
daher unser Weg, sind lang, groß sind wir und groß unsere
Irrtümer, darum groß unsere Leiden und groß auch unsere
Tröstungen" (Rabbiner A.J.Kuk, "Orot HaTchija" 5. Kap.).
 
Invasion "2000"

Israel und das Christentum
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Letzte Strophe von "Ma'os Zur"





In Kürze werden Millionen Christen in unser heiliges Land kommen. Wir
sind gar nicht so furchtbar davon begeistert. Wir haben noch eine lange
Rechnung mit ihnen offen, eine Rechnung mit unserem Blut geschrieben.
Das meiste jüdische Blut, das je in der Geschichte vergossen wurde, geht
auf das Konto der Christen; gläubiger Christen, weniger gläubiger Christen
und Menschen, die die christliche Kultur aufgesogen hatten. Gar nicht zu
reden vom Holocaust - auch die Deutschen sind und waren bekanntlich
Christen, die ihr Christentum niemals ableugneten. Durch alle
Generationen vergossen die Christen unser Blut, als wären sie vertraglich
gebunden, uns durchs Schwert zu vernichten.

WARUM ?!

Was haben wir ihnen angetan?!

Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir auf die Geburtsstunde des
Christentums zurückblicken. Die Christen behaupteten, sie wären das Volk
Israel und dass wir aufgehört hätten, das Volk Israel zu sein, dass der
Versuch, ein Volk Israel auf die Beine zu stellen, gescheitert war und das
alte Volk Israel durch ein neues Volk Israel ersetzt wurde. Nach dieser
Version sind wir nur "im Fleische" das Volk Israel, und sie "das Volk Israel
im Geiste", das wahre Volk Israel, "Verus Israel". Beim alten Volk Israel
handelt es sich nur um ein Überbleibsel, einen kümmerlichen Rest, der
sowieso bald verschwinden musste.

Doch dieses Volk verschwand nicht - ein schweres Problem für das
Christentum. Dieses Volk war doch angeblich durch das neue Volk ersetzt
worden; warum hielt es sich dann und behauptete obendrein immer noch,
das wahre Volk Israel zu sein?! In diesem Falle, sagten die Christen,
müssen wir ihm eben helfen zu verschwinden: Pogrome, Inquisition -
entweder konvertieren wir sie mit Gewalt, oder werfen sie ins Feuer. Die
Juden wurden mit eingedrückten Bäuchen ins Feuer geworfen, zu Tode
geprügelt, die Töchter vergewaltigt, ihr Hab und Gut zerstört, sie wurden
ertränkt und erwürgt ohne Unterlass im Namen der Religion, die sich selbst
"Glauben der Liebe" nennt. Dieselbe Religion, die lehrte, 'wenn einer dir
eine Ohrfeige haut, so halte ihm auch die andere Wange hin'. In
Wirklichkeit aber war sie es, die die Ohrfeigen austeilte. Wir erhielten von
ihr viele Ohrfeigen, und Schlimmeres.

Doch dieses unsere Volk überlebte auch das und verschwand nicht, ein
hartnäckiges Volk. Daraufhin entwickelten die Christen noch eine
Theorie: Macht nichts wenn dieses Volk bestehen bleibt, Hauptsache - es
macht einen erniedrigten und armseligen Eindruck, durch den es selber die
Wahrhaftigkeit des Christentums propagiert. Die Christen nämlich, "das
wahre Volk Israel", sind stark und bedeutend, sie können hunderte
Millionen von Anhängern vorweisen, im Vergleich zu den Juden, einem
kleinen Haufen armer Schlucker. Im Gegenteil, sollen sie zum ewigen
Zeugnis bestehen bleiben! So schrieb zum Beispiel der berühmte christliche
Religionsphilosoph und Mathematiker Pascal.

Folglich musste das jüdische Volk entweder verschwinden oder zum
Christentum konvertieren, oder durfte höchstens am Rande der
menschlichen Gesellschaft, in der Zerstreuung, dahinvegetieren: das
typische Bild des verfolgten, einsamen und wandernden Juden.

So verfolgten und quälten sie uns. Unsere Probleme mit den Arabern sind
von vergleichsweise untergeordneter Bedeutung. Die Araber wohnten im
Lande Israel und entwickelten mit der Zeit Ambitionen auf die Herrschaft.
Dieser territoriale Streit ließe sich mit Leichtigkeit lösen. Mit den Christen
aber besteht kein Streit um ein Fleckchen Erde, sondern ums Prinzip, um
die Wesensheit: Wer ist das Volk Israel - wir oder sie!

So begleitete uns das Christentum mit seiner höllischen Dreifaltigkeit:
Mord, Mission und Erniedrigung.

Doch diesem Plan unterlief eine große Panne: die Gründung des Staates
Israel! Wir kehrten in unser Land zurück. Schon die Propheten
verkündeten die Rückkehr des Volkes Israel in sein Land, d.h., nach dem
christlichen Verständnis - sie. Aber nicht sie kehren zurück, sondern wir!
Da war wohl etwas schiefgegangen! Während des Holocaust schrieb der
damalige Papst an die Führer der Welt, um jeden Preis die Gründung des
Staates Israel zu verhindern, und dass davon nicht nur sein Stuhl in Rom
abhänge, sondern das Schicksal des Christentums. In der Tat erfüllt sich
die Prophezeiung der Propheten durch uns. Wir kehren in unser Land
zurück und wir sind schon nicht mehr der einsame, "wandernde Jude". Wir
leben in unserem Land, und wir werden mit Respekt behandelt. Niemand
mehr gibt uns ungestraft eine Ohrfeige, denn unsere Armee schlägt
ausgezeichnet zurück. Und wer es dennoch versucht, erhält es doppelt
wieder, was seine Wirkung auch auf andere potentielle Angreifer nicht
verfehlt.

Irgendwie kam die christliche Theorie ins Stocken... Schließlich fanden sie
eine Ausrede: dieser Staat werde zusammenbrechen. Nun bricht er aber
nicht zusammen. So dachten die Christen: dann werden wir eben
nachhelfen und ihn destabilisieren. Dies nach der katholischen
Lehrmeinung. Die Protestanten sagten: Nur keine übertriebene Eile, lasst
die Juden ins Land zurückkehren, lasst sie sich einen Staat aufbauen, ja lasst
sie sogar den Tempel erbauen, und wenn sie dann mit der ganzen Arbeit
fertig sind - dann werden wir sie alle zum Christentum bekehren; im
Gegenteil, so ist es doch viel würdevoller.

In der Zwischenzeit allerdings finden sie nichts dabei, mit der Judenmission
weiterzumachen. Ermorden lassen sich die Juden schon nicht mehr - sie
haben ja eine Armee. Sie erniedrigen - geht auch nicht, sie haben ja einen
respektablen souveränen Staat. Bleibt nur die Mission. Und damit befassen
sich die Christen nun auf der ganzen Welt, besonders aber in Israel. Das
Budget der Missionare in Israel allein beträgt 100 Millionen Dollar,
doppelt soviel wie für alle anderen Länder zusammengenommen. Einen
Juden zu konvertieren zählt bei ihnen schon als großer Erfolg, aber einen
Juden in Israel zu konvertieren ist unschlagbar, denn so kann man das
Volk Israel unterminieren.

In Israel wimmelt es nur so von Missionaren: 7500 Vollzeitbeschäftigte mit
regulärem Gehalt, und darüberhinaus Zehntausende auf Teilzeitbasis sowie
freiwillige Helfer, Kirchen und Klöster sind voll von ihnen. Sie arbeiten still
und mit Verstand, mit List und Tücke. Sie kommen zu Juden in
wirtschaftlicher Notlage und bieten ihnen Geld an. Langsam aber sicher
vertiefen sie die Beziehung, und im Laufe der Zeit lassen sie ihre religiöse
Überzeugung in die Gespräche einfließen. So verfahren sie mit
unermüdlichem Eifer, um das jüdische Volk zu missionieren. Nach dem
Planziel des Missionswerkes soll zu Ehren des Jahres "2000" das ganze
Volk Israel konvertieren.

Aber machen wir uns keine Sorgen. Es wird ihnen nicht gelingen. Doch
was sie ständig Dutzende und Hunderte im Lande Israel konvertieren ist
auch schon eine Katastrophe. Darum müssen wir auf der Hut sein und
gegen diese Schande ankämpfen.

Zur Zeit operieren zwei Sorten Missionare: 1. die "Zeugen Jehovas", die
Geld und Propagandamaterial verteilen, das nach außen hin harmlos
aussieht: 'Wer ist das Volk Israel', 'Was ist Judentum', 'Wer ist der Messias'
mit Bildern von Davidsstern und Leuchter. Ihre Zielgruppe sind Juden in
wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit seelischen, Familien- oder
Erziehungsproblemen. Sie schmeicheln sich ein, und langsam dringt ihr
Gift bis ins Herz vor. Diese Gruppe umfasst einige Tausend. 2.
Darüberhinaus gibt es etwa 3500 "messianische Juden", zum Teil wirklich
Juden, manche mit gehäkelten Käppchen auf dem Kopf [Markenzeichen
des zionistisch-orthodoxen Judentums], im Hebräischen fließend
bewandert, zum Teil Kibbuzmitglieder und Offiziere der Armee, die sich
allesamt mit der Konvertierung zum Christentum beschäftigen. Ganze
Familien arbeiten im Missionsgewerbe, Vater, Mutter, Tochter und Sohn,
auch dieser mit gehäkeltem Käppchen. Sie besuchen die Synagoge und
machen den Eindruck von ganz normalen Juden, so dass man ihnen ihre
wahre Identität nicht anmerkt. Sie geben interessante Kurse in Bibelkunde
und lassen im Laufe der Zeit immer mehr von ihrer Religion einfließen. Sie
spielen zu Bibelversen auf der Gitarre in den schicken Vierteln von Tel-
Aviv, und auch in der Fußgängerzone in der Jerusalemer Innenstadt - als
Breslaver Chassidim verkleidet. Und sie verkleiden sich nicht nur als
Breslaver Chassidim, sondern auch als National-Religiöse und als Streng-
Orthodoxe, ziehen in den religiösen Stadtvierteln von Haus zu Haus und
bieten finanzielle Unterstützung an.

Uns zu konvertieren ist das Ziel aller Christen, von einigen wenigen
Ausnahmen abgesehen. Einige sind aktive Missionare, manche versuchen
sich auf diesem Gebiet, wenn sich eine Gelegenheit bietet, und manche
unterstützen diese Aktivitäten auf die eine oder andere Weise.

So viel haben sie uns in der Vergangenheit schon zugesetzt, und auch jetzt
können sie es nicht lassen! Sie wollen uns immer noch davon überzeugen,
dass ein Mann namens Jesus Gott ist, und dass drei eins ist (sind?). Das
haben wir schon alles auf dem Scheiterhaufen gehört. Sie sagten uns:
Bekenne dich zu diesem Glauben, wenn nicht, werfen wir dich ins Feuer.
Und wir antworteten: "Höre Israel, der Ewige, unser G~tt, der Ewige ist
einzig" aus den Flammen. Also vielleicht wollen sie uns endlich in Ruhe
lassen, vielleicht wollen sie von uns ablassen?! Aber nein, sie hören einfach
nicht damit auf. Vor unserer Nase, in Israel, schnappen sie sich arme
Seelen, kaufen sie für bares Geld und taufen sie im See Genezareth oder im
Hotelschwimmbecken. Diese Erscheinung muss stärker in unser
Bewusstsein rücken, um sie effektiv bekämpfen zu können. Zwar befassen
sich damit schon einige Organisationen, doch sollte sich jeder Jude dieser
Aufgabe annehmen, sei er nun religiös oder nicht, links oder rechts,
sefardisch oder aschkenasisch - und mit aller Kraft dieses schändliche und
widerwärtige Werk vereiteln, hier in unserem Land. Natürlich ist die Lage
auch im Ausland sehr bitter, doch haben die Juden in der Diaspora ein
gewisses Gespür für diese Dinge entwickelt.

All dies erfreut uns gar nicht. Das Christentum war während seiner ganzen
Geschichte unser Hauptwidersacher. Ihnen gegenüber verblassen selbst die
Araber. Sie erhalten ihre Waffen über christliche Länder. Sie können doch
selber keine hochwertigen Waffen herstellen und würden deshalb auch
nicht kämpfen, und so könnten wir schon längst den ersehnten Frieden
genießen. Doch die christlichen Völker verkaufen ihnen Waffen und lehren
sie auch damit umzugehen.

Rabbiner Moscheh ben Maimon ("Maimonides") schrieb in seinem Buch
"Führer der Unschlüssigen", dass die ganze Tora dem Kampf gegen den
Götzendienst gilt. Das Christentum ist ein als Bibel verkleideter
Götzendienst, innen heidnisch und nach außen jüdisch. Paulus sagte in
einer seiner Predigten: 'Es gibt keine Juden mehr, es gibt keine Griechen
mehr'. Man kann schon innerlich hellenisierter Heide und äußerlich Jude
sein, kein Problem. - Im Prinzip ist dies derselbe Kampf wie gegen den
früheren Götzendienst, nur ungleich komplizierter.

Darum war es kein Zufall, dass Rabbiner Awraham Jizchak Kuk [der erste
Oberrabbiner Israels], in seinem großen Werk "Orot" ("Lichter") über die
Wiedererstehung der jüdischen Nation, die Rückkehr nach Zion und den
Aufbau des Landes einen ganzen Abschnitt, nämlich "Israel und seine
Auferstehung" ["Israel weTchiato"] dem Verhältnis zum Christentum
widmete, dem Gegenteil von uns und dem ungeheuren Schaden, den es der
Menschheit zufügt. Und das Gegenmittel: "Die Lichter der Auferstehung"
["Orot HaTchija", der folgende Abschnitt]. Jetzt kehren wir in unser Land
und zu unserer ursprünglichen Aufgabe zurück, besonders im Hinblick auf jene -
chasak chasak we-nitchasek.