DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL


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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT DEWARIM (CHASON)
Nr. 263
4. Aw 5760

 

Diese Woche in der Tora (Dt. 1,1-3,22):
Im 40. Jahr, am 1. des 11. Monats, spricht Moscheh zu den
Kindern Israels, bevor sie den Jordan überqueren: Rückblick auf
die Reise, Einsetzen von Richtern, Aussenden der
Kundschafter+Sünde dazu, welche Länder in Ruhe gelassen
und welche erobert werden.

Diese Woche auf dem Kalender:
Tischa B'Aw (Fasttag; Donnerstag)
 
 

Der Stand der Dinge...
Zum Berge Zion
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

"Siehe, ich gebe euch das Land preis, ziehet hin und nehmet
das Land in Besitz" (Dt. 1,8). Dazu erklärt Raschi: "-keiner
widersetzt sich der Sache, und ihr braucht keinen Krieg zu
führen; wenn sie nicht die Kundschafter losgeschickt hätten, so
hätten sie keine Waffen gebraucht".

Die Kana'aniter und die Völker der Welt hätten willig und freudig
das Land Israel dem Volke Israel überlassen - wie es wirklich
durch die Balfour-Erklärung im 1. Weltkrieg geschah, als sie das
Recht des jüdischen Volkes auf das Land Israel als den Willen
G~ttes anerkannten. Gleichzeitig tat sich jedoch eine Opposition
aus den eigenen Reihen nach dem Vorbild der biblischen
Kundschafter auf, die unser Anrecht am Land und das göttliche
Versprechen infragestellten, wie geschrieben steht: "Und in
dieser Sache aber hattet ihr kein Vertrauen zum Ewigen, eurem
G~tte" (Dt. 1,32), Raschi dazu: "-dass er euch verheißt, euch in
das Land zu bringen, vertraut ihr nicht auf ihn". Darüberhinaus
beklagten sie sich über G~tt: "Aus Hass gegen uns hat uns der
Ewige aus dem Lande Ägypten geführt, um uns in die Hand der
Emoriter zu geben und uns zu vertilgen" (Dt. 1,27). Als die
Völker Kana'ans sahen, dass im Volke Israel selber Manche das
Anrecht auf das Land bezweifelten, erhoben sie ihr Haupt und
zogen gegen uns in den Krieg, und darum waren wir damals
und sind wir auch heute gezwungen, um das Land zu kämpfen.

Nach dem Stand der Dinge müssen wir die nötigen Lehren aus
der Sünde der Kundschafter ziehen, die nicht an unser Recht
aufs Land glaubten und aus freien Stücken auf die
Einwanderung nach Israel und dessen Besiedlung verzichteten,
was sie selbst und die ganze Generation ins Verderben stürzte.
Alle, die nach ihrem Vorbild handeln, zeigen große Schwäche
und bringen Kriege über uns.

Im Gegenteil: Wenn wir Kriege um das Land Israel verhindern
wollen, müssen wir in festem Glauben unserer Sache sicher
sein: Ganz Erez Israel gehört dem ganzen jüdischen Volk in
allen seinen Generationen auf der Basis des göttlichen
Schwures und Versprechens "..und nehmet das Land in Besitz,
von dem der Ewige euren Vätern Awraham, Jizchak und Jakov
geschworen hat, er werde es ihnen und ihren Nachkommen
nach ihnen geben" (Dt. 1,8). Wenn die Araber und die Vereinten
Nationen erst sehen und wissen werden, wie felsenfest wir
glauben, wie unerschütterlich wir an diesem Glauben festhalten
und eisern um das Recht am Lande Israel kämpfen werden, und
wenn sie verstehen werden, dass die Wiedererstehung des
Volkes Israel im Lande Israel und Jerusalem die Verwirklichung
der Visionen der biblischen Propheten zum Ziel hat, Erleuchtung
und Wohlergehen allen Völkern der Welt zu bringen, wie
unserem Vorvater Awraham versprochen wurde: "Ich will dich
zu einem großen Volke machen... und du selbst sollst ein
Segen sein, ...und durch dich sollen alle Geschlechter des
Erdbodens gesegnet sein" (Gen. 12,2-3), und wie alle
Propheten voraussagten - zu jener Zeit werden sie ihren
Frieden machen, willig und freudig das Land der Heiligkeit dem
Volk des Heiligen aushändigen, und wir werden mit eigenen
Augen sehen, wie "die Sieger hinaufziehen werden auf den
Berg Zion, zu richten den Berg Eßaw, und des Ewigen wird sein
das Königtum" (Ovadia 1,21).

In Erwartung der Erlösung,
Rav Dov Begon
 
 
 
Frage und Antwort

Starke Armee und weiche Knie

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Frage: Einige Bewohner in den Siedlungen machen sich über
ihre zukünftige Sicherheit große Sorgen. Sie vertrauen nicht
mehr auf Zahal (die israelischen Verteidigungsstreitkräfte), weil
ihnen scheint, die Armee sei mehr damit beschäftigt, sich selbst
zu schützen und schrecke vor durchgreifenden und effektiven
Operationen zum Schutze der Bürger zurück. Sie sehen keinen
Hinderungsgrund, weswegen man sie nicht, genau wie die mit
uns verbündetete Südlibanesische Armee (SLA) beim Rückzug
aus dem Libanon, den Feinden preisgeben werde. Sie glauben,
niemandem mehr vertrauen zu können, beginnen mit dem
Horten von Wasser und Nahrung und rufen zum Organisieren
eines unabhängigen Selbstschutzes auf.

Antwort: Mit den spezifischen Fragen muss man Zahal
konfrontieren. Dazu müssen die Siedler die verantwortlichen
Generale einladen und sie mit genauen Fragen löchern, welche
Strategie für welche mögliche Entwicklung vorgesehen ist.
Natürlich darf dies nicht in einem anklagenden oder gar
beleidigenden Ton geschehen, andererseits darf man aber auch
nicht ablassen, bis man detaillierte Antworten erhalten hat.

Was mich betrifft, so bin ich kein Militärfachmann, und es
obliegt nicht mir, Einschätzungen zur Sicherheitslage
abzugeben. Die vorliegende Frage fällt allerdings aus diesem
Rahmen. Ich muss hier mit aller Deutlichkeit feststellen, dass alle
aufgestellten Behauptungen Unsinn, üble Nachrede und
Verleumdung sind. Zahal lässt niemanden im Stich, so wie Zahal
bisher niemanden im Stich gelassen hat!

Der Vergleich mit der SLA zieht nicht. Den Libanon kann man
nicht mit den jüdischen Siedlungsgebieten vergleichen. Sowohl
die politische Entscheidung, den Libanon zu verlassen, als auch
die moralische Verpflichtung gegenüber der SLA wurden
gegeneinander entsprechend unseren Interessen abgewägt.
Zahal lässt keinen Juden im Stich, im Gegenteil, die Armee
bringt zur Rettung eines einzigen Juden eine ganze Division mit
Panzern und Kampfflugzeugen zur Stelle.

Nicht nur, dass unsere Armee über die nötige Motivation verfügt,
sondern auch über die Fähigkeit, mit allen denkbaren möglichen
und unmöglichen Situationen fertigzuwerden. Unter
Zuhilfenahme modernster Technologie werden fortwährend die
unterschiedlichen Szenarios durchtrainiert und die Schlagkraft
aller Kräfte auf dem höchsten Stand gehalten. Die obigen
Behauptungen gegen Zahal entsprechen einfach nicht der
Wahrheit; die Armee opfert sich Tag und Nacht in allen
Krisengebieten auf.

Natürlich können die Politiker jeden möglichen Unsinn
entscheiden, das hat jedoch mit der Armee nichts zu tun.
Manche Dinge würde die Armee den Politikern auch gar nicht
durchgehen lassen, und die Nation würde es den Politikern
nicht durchgehen lassen.

Selbst wenn wir uns mal einen Augenblick vorstellten, wie
skrupellose Politiker Juden an den Feind auslieferten, so
würden diese doch die nächsten Wahlen nicht überstehen. Sie
sind aber in Wirklichkeit nicht skrupellos. Unser Regierungschef
macht zwar in politischer Hinsicht große Fehler, in
Sicherheitsfragen jedoch zeigt er Stärke und Mut und fürchtet
niemanden. Davon versteht er was.

Zahal hat schon mehrfach sein Können durch schnelles und
wirkungsvolles Eingreifen in der Behandlung arabischen Terrors
bewiesen, und aus dem Überraschungsangriff auf die Jeschiwa
am Grabe Josefs in Schechem ("Nablus") wurden die nötigen
Lehren gezogen. Wir waren vorher davon ausgegangen, dass
die Philister [die sog. "Palästinenser"] bei den gemeinsamen
Patrouillen mit Zahal sozusagen unsere Freunde sind, und es
stellte sich heraus, dass sie in wenigen Sekunden zum Feind
wurden. Seitdem wurden von Zahal viele neue Vorkehrungen
für Auseinandersetzungen mit den Philistern getroffen.

Wo sich Zahal zurückhält, hat das nichts mit Schwäche oder
einem Mangel an Einsatzbereitschaft zu tun, sondern entspringt
der Überlegung, nicht wegen jeder Reibung den dritten
Weltkrieg anzufangen.

Manche Leute fragen: Was wird aber aus uns in den ersten
Minuten einer Attacke werden, bevor die Armee zur Stelle ist?
Ganz einfach - manche Dinge werden nicht stattfinden, und
darum braucht man auch nicht zu fragen, "was wäre wenn?".
Zahal arbeitet nicht im luftleeren Raum, sondern auf der Basis
geheimdienstlicher Informationen, sowohl gegen Feinde von
außen wie auch gegen Feinde von innen. Überraschungen kann
es nur durch Einzelgänger geben, aber von größeren Angriffen
bekommt Zahal immer vorher Wind.

Wie kann man Zahal nur beschuldigen, sich nicht voll
einzusetzen?! Zahal wird sich mit allen Kräften einsetzen, damit
niemand zu Schaden kommt, egal unter welcher Regierung,
einer linken oder einer rechten, einer der Mitte oder einer
Koalition.

Bis heute kam es nicht vor, dass die Armee Juden aufgegeben
hätte, und wird auch niemals vorkommen!
Ein paar Philister können sich immer zusammenrotten, nicht nur
im Bereich der Siedlungen, sondern auch in Jerusalem. Dafür
hat man das Recht auf eine persönliche Pistole. Die Aufstellung
einer Räubermiliz hat aber gar keinen Wert. Bei kriegsähnlichen
Unruhen nützen alle Pistolen nichts. Die sind nur gut für ein
abgesichertes Zivilleben. Wenn allerdings jemand zum
Andenken an seinen seligen Großvater ein Kampfflugzeug ($ 50
Mio.) oder einen Panzer spenden will... Das ist natürlich
unrealistisch. Unsere Aufgabe besteht nicht darin, eine Miliz auf
die Beine zu stellen und Waffen anzuschaffen. Dafür haben wir
Zahal. Zahal erfüllt seine Aufgabe in Treue und ist auf alle Fälle
vorbereitet, ob im Landesinnern, in den Siedlungen, den
Hauptverkehrsadern oder dem offenen Lande, ebenso wie an
den Grenzen. Etwas Unvorhergesehenes kann immer
passieren, Armeeangelegenheiten lassen sich nicht 100%ig
exakt mathematisch vorausberechnen. Das gilt auch an den
Grenzen. Doch Zahal weiß sich bekanntlich meisterhaft aus
schwierigen Lagen herauszumanövrieren.

Hütet euch vor übler Nachrede! Wann hat die Armee jemanden
im Stich gelassen?! Immer hat sie uns geschützt! Ihr behauptet,
ihr habt Beispiele, wo Zahal nicht auf die Philister geschossen
hat, sondern sich zurückhielt - was geht uns das an? Schließlich
wurden die Probleme gelöst. Gebt Zahal keine "guten
Ratschläge", wie man einen Krieg führt. Die Armee hat ihre
eigenen Methoden, zum Teil bekannte und zum Teil geheime.
Das Problem ist nur, dass Jeder alles besser weiß. Zwischen
Mincha- und Abendgebet sitzen die "Fachleute" auf der Bank
vor dem Bethaus, und statt ein wenig Mischna zu lernen, führen
sie dem Regierungschef die Staatsgeschäfte, geben dem
Generalstabschef strategische Ratschläge und verteilen voll
tiefster Einsicht das Geld von Rothschild.

Wir wollen hier niemandem den Mund verbieten. Man darf die
Fragen stellen, und man muss sie stellen. Wir sind einsichtige
Leute, die zuhören können und verstehen wollen. Doch die
Verbreitung von Gerüchten, dass Zahal nicht eingreifen werde,
ist eine Unart, für die die Schuldigen reumütige Umkehr tun
müssen. Wer durch unverantwortliches Gerede von einer
untätigen Armee eine Massenhysterie auslöst, übertritt ein
Verbot der Tora des "Aufweichens der Herzen seiner Brüder im
Kriege". Seit Staatsgründung befinden wir uns im
Kriegszustand, d.h. meistens im Waffenstillstand. Auch im
"dreißigjährigen Krieg" und im "hundertjährigen Krieg" wurde
nicht ununterbrochen gekämpft, vielmehr gab es lange
Waffenstillstände. Im Krieg darf man "die Herzen der Brüder
nicht erweichen", wie es heißt: "Und jeder, der über den Krieg
nachzudenken und hin- und her zu überlegen anfängt und sich
damit selber in einen Angstzustand versetzt, übertritt das
Verbot, wie es heißt: 'euer Herz sei nicht verzagt, fürchtet euch
nicht, zittert nicht und erschreckt nicht vor ihnen'" (Dt. 20,3;
Maimonides, Gesetze von Königen und Kriegen, 7.Kap.).

Weder versprechen noch prophezeien wir, dass es keine
Probleme geben werde. 100%ige Sicherheit gibt es weder in
den Siedlungen noch in Jerusalem oder Tel-Aviv oder sonstwo
in Israel, und schon gar nicht im Ausland. Überhaupt ist diese
Welt voller Probleme. Das Leben ist kein Lunapark. Auch an
der Nordgrenze gibt es Probleme. In der Vergangenheit litten
die Ortschaften am Kinneret (See "Genezaret") unter syrischem
Beschuss. Mit alledem sind wir fertiggeworden. Wozu beschäftigt
ihr euch mit sich selbst erfüllenden Horrorprophezeiungen? Wir
können zwar keine Prophezeiungen aufweisen, wonach es nie
mehr Probleme geben wird, aber wir haben wohl welche, dass
wir nämlich mit G~ttes Hilfe standhalten und gewinnen.