| Parschat "Zaw" (3. Buch Moscheh "Leviticus") Kap.6,1 - 8,36 S.161
Das erwünschte und das abscheuliche Opfer [aus einem längeren Artikel] ...
Es versteht sich natürlich von selbst, daß zwischen den Worten der Tora und denen der Propheten kein Widerspruch besteht. Vielmehr stellt sich die Frage: Welche Absicht und tiefere Bedeutung verbergen sich hinter den Technikalien des Opferdienstes? Es gibt Leute mit einem dicken "Konto" von Sünden und Lastern, die ernstlich glauben, durch die religiös-formale Ausübung des Opferns Vergebung erlangen zu können, ohne ihren Lebensstil im Geringsten ändern zu müssen. Für sie stellt die Religion ein bequemes und leichtes Mittel dar, das moralische Joch der Besserung abzuwerfen. So ein Opfer ist natürlich abscheulich, widerlich, und sicher sind uns solche Opfer nicht geboten worden. Das wünschenswerte Opfer entspringt dem Prozeß einer ständigen spirituellen Anhebung der Lebensumstände, vorbildlichen zwischenmenschlichen Beziehungen und dergleichen. Die ethische Verbesserung seines Charakters treibt den Menschen stärker zu G~tt, und dieses Hinstreben verlangt seinen Ausdruck in der Darbringung von Opfern. Die Rückführung der lebendigen Seele zu ihrem Ursprung bei der Opferung verkörpert dieses Hinstreben nach dem Ursprung des Lebens. Das ist das wünschenswerte Opfer, zu dem wir verpflichtet wurden. Es fußt auf moralischer Besserung und nicht auf Verdrängung moralischer Verdorbenheit. |