| Parschat "Tezawe"
(2.Buch Moscheh "Exodus", Kap.27,20 - 30,10) S.389 Man baute profan und heiligte es nachher Die talmudischen Weisen lehren uns im Talmudtraktat Me'ila (S. 14a/b) [Von der Veruntreuung] in den das Heiligtum betreffenden Gesetzen, man "baue profan und heilige nachher", und weiter wird in der Gemara erklärt: "Folgendes ist der Grund, weshalb man profan baute: die Tora ist nicht für die Dienstengel gegeben worden". Dazu erläutert der Raschikommentar: "Als der Tempel gebaut wurde, kaufte man alle benötigten Materialien von profanem Gelde, oder auf Vertrauensbasis, und nachdem das Bauwerk fertiggestellt war, heiligte man es. Denn es war praktisch unmöglich, daß [die Bauarbeiter] nicht einmal im Schatten der Steinblöcke zum Schutze vor Hitze gesessen hätten, was eine Veruntreuung an Geheiligtem bedeutet hätte". Wären die Blöcke also schon vor Baubeginn geheiligt worden, hätten sie nicht vorbereitet, transportiert und an ihren Platz gesetzt werden können, aus Furcht vor [unrechtmäßiger] Nutznießung an Heiligem. So war es beim Bau des Tempels, und so verhält es sich auch bei der Erlösung Israels und dem Aufbau des Landes - Schritt um Schritt, Stufe um Stufe. So wie die Blöcke des Tempels vom Profanen waren, vollzieht sich auch der Aufbau des Landes, nämlich auf weltliche Weise. Große Teile der Nation bauen auf weltliche Weise. Zu den Eigenschaften des großen und weitverzweigten Bauwerkes - Staat und Einsammlung der Verstreuten - gehören auch Schattenseiten. Wir bauen auf weltliche Weise, mit dem ganzen Schmerz, der damit zusammenhängt. Die Anhänger von Tora und Mitzwot, die die Rückkehr G~ttes nach Zion in ihrem endzeitlichen Glanz deutlich vor sich sehen, arbeiten unermüdlich an der Heiligung dieses Bauwerkes: durch Studium und Verbreitung der Lehre, in beispielgebendem Handel und Wandel, in der Liebe zu den Geschöpfen und in der Liebe zu Israel. Und nach der Beseitigung aller Hindernisse, zur Zeit der vollständigen Erlösung, wird das ganze Werk geheiligt. Man baut profan und heiligt es nachher. |