| Parschat "Schemini" (3.Buch Moscheh "Leviticus", Kap.9,1 - 11,47)
S.395
Die Krise um Nadaw und Awihu Das ist der Gang der Welt - die Erleuchtung G~ttes erreicht uns über
den Umweg von Krisen und Komplikationen. Nun sind wir also glücklich
am achten Tag der Weihung des Wüstenheiligtums angelangt, dem wundervollen
und erhabenen Ereignis des "und ich ruhe in eurer Mitte" (Ex. 25,8), den
Tagen des Feierns und der Freude über die Einheit und die Vereinigung
des Heiligen und seiner göttlichen Präsenz durch dieses Haus,
"am Tage seiner Vermählung, das ist die Gesetzgebung; am Tage seiner
Auch die Sünde um das goldene Kalb passierte ausgerechnet
nach dem spirituellen Höhenflug Israels am Berge Sinai. Diese Sünde
allerdings war der jüdischen Nation in ihrer Gesamtheit anzukreiden,
wohingegen sich das Vergehen von Nadaw und Awihu nur auf eben diese Einzelnen
beschränkte, die allerdings zu den Auserwählten zählten,
"die G~tt nahestehen" (siehe Lev. 10,3) - es sind dies die bedeutenderen
der
So ist die Welt geordnet: Beim Übergang von der Höhe der Ideale auf den Boden der Realität kommt es zu Krisen. Besonders, wenn man sich in das Innerste des Heiligtums begibt, ist höchste Vorsicht geboten und gründliche Vorarbeit bezüglich des darzubringenden Feuers angebracht. Die Aufgabe des Tempels besteht nämlich in der Verbindung von
Himmel und Erde, die Vereinigung des irdischen Feuers mit dem himmlischen
(Kusari II,26). Das Altarfeuer muß gerade mit irdischem Feuer gezündet
werden (Joma 21b), als Grundlage für das himmlische Feuer, das in
Wirklichkeit auch den Ursprung des irdischen Feuers darstellt. Wenn man
nun den Tempel in nicht ganz angemessener Weise betritt, sondern, wie uns
die talmudischen Weisen bezüglich Nadaw und
"Niemand erfaßt [den Sinn] der Worte der Tora, ohne an ihnen gestrauchelt zu sein" (Gittin 43a). Durch die zwangsläufig notwendigen Krisen offenbaren sich uns göttliche Erkenntnisse, ebenso Reinigungen und Läuterungen der Gemeinschaft Israels und der Heiligen Israels. |