| Parschat "Schemot" (2.Buch Moscheh "Exodus", Kap.1,1 - 6,1) S.377
Das Volk Israel In diesem Wochenabschnitt erhalten wir einen neuen Titel: "Volk" - ausgerechnet aus dem Munde Pharaos! So geschieht es manchmal auf den Wegen der göttlichen Vorsehung - gerade der Mund eines Nichtjuden verkündet zum ersten Mal den herrlichen und erhabenen Begriff: "Siehe, das Volk der Kinder Israel" (Ex. 1,9). Trotz allem, was die Ägypter mit uns anstellen - wir sind nun ein Volk. Der MaHaRaL aus Prag (Rabbiner Jehuda Löwe ben Bezalel, der "Hohe Rabbi Löw", lebte vor ca. 400 Jahren) erläutert im zentralen Abschnitt seines Werkes "Nezach Israel" (Die Ewiglichkeit Israels), Kapitel 11, in der ihm eigenen wissenschaftlich-logischen Terminologie die besondere Eigenheit der Juden, nämlich die ihrer Gemeinschaft, ihrer Allgemeinheit innewohnende Heiligkeit. Demgegenüber kann individuelle Heiligkeit auch bei Nichtjuden vorkommen. Es gibt die sogenannten "Frommen der weltlichen Völker", die einen Anteil an der kommenden Welt und an der Ewigkeit haben. Das 1. Buch Moscheh ("Genesis") handelt im Sinne einer Einleitung von
den Stammvätern des jüdischen Volkes. Aus Jakov, dem hervorragendsten
unserer Stammväter, kristallisiert sich das Volk Israel heraus; so
hat uns G~tt vor allen Völkern erwählt und uns mehr als jedes
Volk emporgehoben. Wie gesagt verdanken wir den Vorvätern unsere Existenz
als Volk. Daher heißt es: "Und diese sind die Namen der
So sind die Ebenen der Vorväter auf der einen Seite, und das Volk, die Allgemeinheit, auf der anderen Seite untrennbar miteinander verbunden. Der Herr der Welt sorgt als Lenker der Geschichte für eine ständig verbesserte Erscheinung dieses Volkes, ausgehend von der Heiligkeit der Vorväter, weiter über unsere Benennung "Volk" durch Pharao bis hin zur Übergabe der Tora am Sinai, alle Generationen, von einst bis hin zum heutigen Tage überspannend. |