| Parschat "Schoftim"
(5. Buch Moscheh "Deuteronomium" 16,18 - 21,9) S.442 Tora und politische Herrschaft Sollte man das gesellschafliche Leben nach den Regeln der Tora ausrichten, oder sollte man die Tora dem täglichen Leben anpassen? Mit anderen Worten, ist die Tora der Realität unterzuordnen oder die Realität der Tora? Für den König [von Israel] gilt ein besonderes Gebot: "..so
kopiere er sich diese Wiederholung der Lehre ab" (Dt. 17,18). Der König
hat doch genug Geld, sich seine eigene Torarolle zu kaufen, und im allgemeinen
erbt er eine von seinem Vater. Nichtsdestoweniger ist dies eine der von
ihm persönlich auszuführenden Handlungen - selbst eine Torarolle
zu schreiben! "Zur Zeit, da der König auf seinem Throne sitzt, schreibe
er für sich selbst eine Torarolle zusätzlich zu der, die ihm
seine Väter
Und das ist noch längst nicht alles! Er muß sie auch immer mit sich führen, wie geschrieben steht: "Und sie soll bei ihm sein" (Dt. 17,19). Weiter heißt es in den 'Gesetzen von Königen und Kriegen' (III,1): "Sie rücke nicht von seiner Seite, außer, wenn er die Toilette aufsucht, oder das Badehaus, oder sonst einen für das Toralesen unpassenden Ort. Zieht er in den Krieg - ist sie dabei,..., sitzt er zu Gericht - ist sie dabei, setzt er sich zu Tisch - so hat er sie vor sich, wie es heißt: 'Und sie soll bei ihm sein, daß er darin lese alle Tage seines Lebens'". Für uns einfache Juden reicht es, den ganzen Tag Tefillin zu tragen, der König jedoch - eine ganze Torarolle. In allem, was der König unternimmt, folgt er den Buchstaben der
Tora. Sowohl in der Außenpolitik, wie zum Beispiel im Krieg, als
auch in der Innenpolitik, wenn er über Rechtsangelegenheiten entscheidet,
und auch bei privaten Aktivitäten wie das Essen. Alle, wirklich alle
Lebensumstände sind nach der Tora auszurichten. Alle Dinge des
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