| Parschat "Pinchas" (4. Buch Moscheh 25,10 - 30,1) S.424/447
Eifer Jeder Ausbruch von fanatischem Eifer muß kritisch geprüft
werden. Wie die talmudischen Weisen uns überliefern, rief Pinchas'
Tat ein großes Murren im Volk hervor, gestützt auf die Behauptung
seiner angeblichen charakterlich bedingten Mordlust, die man mit seiner
Abstammung u.a. vom Hause Jitro in Verbindung brachte. "Darauf begannen
die Stämme, ihn zu schmähen: Seht nur diesen Puti-Sohn (Putiel=Jitro),
dessen Großvater mütterlicherseits Kälber für die
Götzen mästete, nun hat er einen Stammesfürsten in Israel
getötet! Deshalb berichtet die Schrift (Num.
Wörtlich heißt es: "und Pinchas... erhob sich aus der Gemeinde" (Num. 25,7). Welcher Gemeinde? Damit ist das Sanhedrin gemeint, das wie folgt in der Tora erwähnt wird: "So soll die Gemeinde richten...", "und die Gemeinde soll retten..." (Num. 35,24+25). Pinchas erhob sich "aus der Gemeinde", gestützt auf die Autorität der Tora; der Talmud berichtet, wie Pinchas sich an Moscheh mit der Frage wandte: "Hast Du es uns nicht so gelehrt?!" (Sanhedrin 82a). Wahrer Eifer erwächst nur aus den Quellen der Tora, niemals aus Haß. Dieser Eifer verschaffte Pinchas den Friedenssegen (siehe Anfang der Parscha), gerade weil er der "Gemeinde" entsprang, der hingebungsvollen Zugehörigkeit zum Volke Israel. Pinchas war der Enkel von "Aharon, der den Frieden liebt und den Frieden sucht", und gehörte zu jenen, die Sein Volk Israel mit Frieden segnen. |