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In der ersten Folge erklärten wir den Begriff "auserwähltes Volk", unser Wesen und unsere Aufgabe in dieser Welt als speziell für die Überbringung des göttlichen Segens geschaffene Vermittler zwischen G~tt und der übrigen Menschheit durch "göttliche Lebensweise" anhand der Gebote (Mitzwot). Als Quellen wurden der vor der Toralesung zu sagende Segensspruch, das Gebet "Aleinu leschabeach" sowie der Vers aus dem Prophetenbuch Jeschajahu (Kap.43, Vers 21): "Das Volk, das ich mir gebildet, meinen Ruhm sollen sie erzählen" aufgeführt und erläutert. Zu der erwähnten "göttlichen Lebensweise" gehört z.B. die Verpflichtung, bestimmte Speisegesetze zu befolgen. Genauso, wie der Unterschied zwischen Jude und Nichtjude eher auf der spirituellen Ebene liegt, ist auch der Unterschied zwischen koscheren und nicht-koscheren Speisen ein spiritueller. Die Tora spricht in diesem Zusammenhang von "tahor" und "tameh", rein und unrein. Dies hat nichts mit Gesundheitsvorsorge zu tun. Wenn nicht-koscheres Fleisch wirklich ungesünder wäre - warum hat G~tt es dann nicht auch in den noachidischen Gesetzen, die für die ganze Menschheit gelten, verboten? Vielmehr unterdrücken die verbotenen Nahrungsmittel die spezielle Identität des Juden, der somit nicht nur durch sein äußerliches Verhalten immer mehr dem Nichtjuden ähnlich wird. Im Gegensatz zu diesem hat er jedoch die Möglichkeit, durch Umkehr, Tschuwa, seine Identität zu reaktivieren. Ein Nichtjude kann auch durch alles koschere Essen der Welt nicht diese Identität erlangen, sondern nur durch Konvertierung. Demgegenüber nimmt er durch den Genuß der für Juden verbotenen Nahrungsmittel keinerlei Schaden, da ihm die dagegen empfindliche Identität fehlt. |