| Parschat "Beha'alotecha" (4. Buch Moscheh "Numeri" 8,1 - 12,16) S.413
Die silbernen Trompeten "Und der Ewige redete zu Moscheh also: Mache dir zwei Trompeten von Silber" (Num. 10,1-2). Wofür werden diese Trompeten gebraucht? Für dreierlei:
"Zum Krieg" schließt alle Bedrängnisse ein, die die Gemeinschaft
befallen können, wie Rabbiner Moscheh ben Maimon ["Maimonides" = größter
nach-talmudischer Rabbiner, u.a. Kodifizierer sämtlicher jüdischer
Gesetze im Werke "Mischne Tora", lebte vor ca. 800 Jahren] definierte:
"Es ist eines der aktiv auszuführenden Gebote der Tora, bei
Darum ist es eigentlich verwunderlich, warum dieses Gebot heute nicht
zur Anwendung kommt. Einer der Gesetzeskommentatoren ("Magen Awraham")
meinte hierzu, daß außerhalb Israels in den entsprechenden
Situationen kein allgemeines Fasten auszurufen sei, andererseits das Gebot
vom Lärmblasen auch dort gelte, und traf keine endgültige
Dem Kommentar "Mischna Brura" zum "Schulchan Aruch" (= Kodex aller in der Diaspora einzuhaltenden Gesetze, verfaßt vor ca.450 Jahren von Rabbiner Josef Karo / Mischna Brura = Zusammenfassung der wichtigsten Erläuterungen zu einem Teil des Schulchan Aruch, verfaßt von Rabbiner Israel Meir Hakohen vor ca.100 Jahren) entnehmen wir die Ansicht, daß dieses Gebot nur in Israel Gültigkeit hat (§576; es ist sicher kein Zufall, daß diese Zahl, in hebräischen Buchstaben ausgedrückt taw-kuf-ajin-waw "ins Horn stoßen" bedeutet): "Wenn ihr in eurem Lande..."(s.o.). Nun sitzen wir aber inzwischen in unserem Lande. Weiter führt er an: "auch im Lande Israel nur dann, wenn es sich unter unserer Oberhoheit befindet". Aber auch das trifft, G~tt sei Dank, inzwischen zu. Abschließend heißt es: "möglicherweise nur in dem Fall, wenn sich die Mehrheit des jüdischen Volkes dort befindet, dann besteht das Gebot des Lärmblasens, sonst aber nicht". Doch auch hier wird jeder einsehen, daß alles, was heute in Israel geschieht, seine Auswirkungen auf das ganze jüdische Volk hat, auf seinen Erfolg und auf seine Sicherheit, auf die Einsammlung seiner Zerstreuten und die Vorbereitung seiner messianischen Herrschaft. Der Staat Israel ist nicht nur eine Angelegenheit seiner Bürger, sondern des ganzen jüdischen Volkes, im Guten wie im Schlechten. Alles, was hier geschieht, wirkt sich machtvoll direkt oder indirekt auf die gesamte jüdische Gemeinschaft aus. Darum sollte man sich wirklich ernsthaft überlegen, diesem Gebot zu seinem alten Glanz zu verhelfen. Vor allen Dingen darf man nicht vergessen, daß G~tt die Geschehnisse lenkt, wie geschrieben steht: "so sollt ihr mit den Trompeten Lärm blasen; dann werdet ihr vor dem Ewigen, eurem G~tt, die Aufmerksamkeit auf euch lenken" (Num. 10,9). Und in den Worten Maimonides': "Und dies gehört zu den Wegen der reumütigen Umkehr, daß man zur Zeit eines Bedrängnisses darüber aufschreie und Lärm blase, und so Alle wissen, daß sie dieses Unglück wegen ihrer Missetaten befiel...wenn sie aber nicht aufschreien und lärmblasen, sondern sagen, dies sei bloß Zufall, Naturereignis, so ist dies eine Form der Grausamkeit..." (Mischne Tora, Fastengesetze 1,1). Anderenfalls aber: "...werdet ihr vor dem Ewigen, eurem G~tt, die Aufmerksamkeit auf euch lenken und vor euren Feinden errettet werden" (Num. ebda.). [Anm.d.Red.: Die silbernen Trompeten wie auch andere Tempelgeräte wurden inzwischen vom Tempelinstitut in Jerusalem rekonstruiert und schon bei mehreren öffentlichen Gebetsversammlungen an der Klagemauer eingesetzt]. |